[16. Spieltag 22/23] 1. FC Kaiserslautern - Karlsruher SC 2:0 (1:0)

Wie geht's aus?

  • Heimsieg

    Stimmen: 7 100,0%
  • Unentschieden

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  • Heimniederlage

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    7
  • Umfrage geschlossen .

vega

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@vega Das Spiel mit dem berühmten Löwe-Applaus war am 24.08.2015, der Trainer war damals Kosta Runjaic.

Die Trennung von Kurt Jara war am 06.04.2005.

Oh Mann, meinte auch nicht Jara sondern Foda. Aber bei drei Trainer pro Saison kann man auch schon mal durcheinander kommen
 

Shelter

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DERBYSIEGER, DERBYSIEGER- HEY, HEY!

Optimaler könnte die letzte englische Woche vor der zweimonatigen Winterpause für den 1. FC Kaiserslautern bisher eigentlich kaum laufen. Sowohl im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld (3:2) vom vergangenen Samstagabend, wie auch im gestrigen Südwestderby gegen den Karlsruher SC (2:0) vor einem mit 43.852 Zuschauern (fast) ausverkauften Betzenberg gingen die Lautrer am Ende als glückliche Sieger hervor. Wo bereits der SV Waldhof Mannheim wie auch der 1. FC Saarbrücken in den vergangenen Spielzeiten eine Liga tiefer beim pfälzischen "Derby-Spezialisten" Federn lassen mussten, waren nach über drei Jahren gestern auch mal wieder die "Gelbfüssler" aus der Fächerstadt an der Reihe. In einem nur wenig ansehnlichen Spiel, dass sich über weite Strecken für viele Fans eigentlich auch gar nicht wie ein richtiges Derby anfühlte, brachten Terrence Boyd und der eingewechselte Kenny-Prince Redondo den 1. FCK auf die Siegerstraße.

Nachspielzeit: 1. FC Kaiserslautern - Karlsruher SC

Nein, ein fußballerischer Leckerbissen war es sicherlich nicht den die Betzebuwe im Spiel gegen die "verhassten" Badenser ihren zahlreichen Fans zeigten, während sich der KSC über weite Strecken der Partie spielfreudiger und griffiger präsentierte, allerdings im letzten Angriffsdrittel nicht zwingend genug war und gerade bei den Torabschlüssen oft harmlos agierte. Die besten Gästechancen in Halbzeit eins vergaben bspw. Mittelfeldregisseur Marvin Wanitzek, der FCK-Torhüter Andreas Luthe am kurzen Pfosten prüfte (21') und KSC-Stürmer Malik Batmaz, der nach rund 26. Spielminuten die größte Torgelegenheit für die Karlsruher hatte, als ein Ball auf Höhe der Fünfmeterlinie vor seinen Füßen landete, der 22-jährige den stark angeschnittenen Ball aber nur über statt ins Tor der Lautrer buchsieren konnte.

Nach rund einer Viertelstunde Spielzeit sah man in Großaufnahme über die TV-Kameras einen mit sich selbst haderten Terrence Boyd, der mantraartig in sich versunken Selbstgespräche führte bzw. sich selbst zu mehr Konzentration im Torabschluss animierte. Der 31-jährige Top-Stürmer des 1. FCK hatte wenige Sekunden vorher einen Kopfball aus sechs Metern in leichter Rücklage ebenfalls nur über den Kasten des KSC geköpft und so eine der wenigen guten Torgelegenheiten der Hausherren in Spielhälfte eins verstreichen lassen. Doch man muss mit dem "Lautrer Lachs", der in der Hinrunde trotz seiner acht Treffer hin und wieder auch mal die ein odere andere Großchance liegen ließ, nur Geduld zeigen und hin und wieder etwas nachsichtiger sein - nach 34 Minuten war es ein Zuspiel von FCK-Kapitän Jean Zimmer und eine scharfe Flanke von Außenbahnspieler Phillip Hercher, über die das Spielgerät erneut auf Höhe der Fünfmeterlinie vor den Füßen des US-Boys im Lautrer Angriff landete. Boyd, der seinem Gegenspieler die entscheidende Zehntelsekunde entwischt war, sagte aus kurzer Tordistanz brav Danke und fälschte den Ball maßgeblich zur 1:0-Führung für die Betzebuwe ins Gehäuse der Gäste ab. Dieser Spielverlauf stellte die ersten 45 Minuten ziemlich auf den Kopf, hatte der KSC doch die höheren Spielanteile. Vor der brutalen Effizienz des "Schuster-Balls" aus Kaiserslautern, die gefühlt mit dem ersten Torschuss in der Partie überhaupt diese Führung umsetzten, konnte man aber bereits schon jetzt den Hut bzw. die pfälzische "Schneppekapp" ziehen.

In Halbzeit zwei stellte der KSC durch die Einwechslung des 20-jährigen Spielmachers Paul Nebel auf eine Mittelfeldraute um und verschob so die Offensivreihe noch eine Station weiter nach vorne. Auf Seiten des 1. FCK kam nach rund einer Stunde Spielzeit Hikmet Ciftci für den angeschlagenen Julian Niehues in die Partie, der 21-jährige Defensivanker der Lautrer zeigte nach einem Zweikampf im Mittelfeld eine Verletzung an und konnte nicht weitermachen. Auch Lex-Tyger Lobinger (für Boyd) und Kenny-Prince Redondo für den gestern sehr zweikampfschwachen und ausgepumpt wirkenden Phillip Klement kamen auf Seiten der Hausherren nur wenige Minuten später in die Partie. FCK-Coach Dirk Schuster vertraute in der letzten halben Stunde Spielzeit so auf die Qualitäten der Schnelligkeit und der Effizienz im Umschaltspiel seiner Mannschaft nach vorne, während sich der KSC trotz der taktischen Umstellung auf eine höhere Offensive gegen tief-stehende Lautrer mit jeder einzelnen Minute zunehmender Spielzeit immer schwerer tat und es vereinzelt nur noch schaffte, es mit Torabschlüssen aus der Distanz zu versuchen. Die Hintermannschaft des 1. FCK verteidigte allerdings alle Angriffsversuche der Gäste souverän weg und gerade Ex-KSC'ler Robin Bormuth zeigte in der zweiten Halbzeit gegen seinen alten Club eine absolut tadel-u. fehlerlose Leistung in der Innenverteidigung der roten Teufel.

Wie brilliant Dirk Schusters abschließender Matchplan "Hinten sicher stehen und vorne hilft der liebe Gott" erneut aufgehen sollte, bewies der 1. FCK gute zehn Minuten vor Spielende. Nach einem der wenigen Angriffe der roten Teufel in Halbzeit zwei, schloss Redondo seinen ersten Versuch zunächst aus spitzem Winkel ab - den Abpraller von KSC-Torhüter Gersbeck verwerte der 28-jährige Flügelstürmer sogar im Sitzen und brachte den Ball nochmal ins Zentrum wo der ebenfalls eingewechselte Mike Wunderlich bereits einschussbereit auf Höhe der Fünfmeterlinie mitgelaufen war und die Pille volley auf das KSC-Tor brachte - KSC-Rechtsverteidiger Sebastian Jung hatte allerdings in allerhöchster Not etwas dagegen und blockte den Ball auf der Torlinie im letzten Moment ab. Keine drei Minuten später tobte der Betzenberg aber ein zweites Mal an diesem Tag und explodierte doch noch einmal zu einem absoluten Tollhaus. Über eine Kontersituation von Marlon Ritter, lief der den Ball über den rechten Flügel und den ebenfalls eingewechselten Aaron Opoku. Der Neuzugang vom HSV servierte kurz vor der Grundlinie an der rechten Eckfahne einen kraftvollen Flachpass ins Zentrum an den Fünfmeterraum, wo der Ball ohne Freund-u. Feindberührung an den zweiten Pfosten durchrutschte. Dort stand erneut Kenny-Prince Redondo - der "Spiderman" vom Betzenberg vollkommen frei und hatte keine Mühe das Spielgerät mit seinem starken, linken Fuß zum alles entscheidenden 2:0 über die Linie zu schieben und seinen Treffer vor der ausrasteten Westkurve zusammen mit seinen Mannschaftskollegen zu feiern.

"Wie im Rausch" betitelte der Torschütze zum 2:0 nach Abpfiff seinen Siegtreffer und auch seine Mannschaftskollegen wie ebenso Cheftrainer Dirk Schuster stimmten auf die Lobeshymnen nach Spielende ein. FCK-Torhüter Andreas Luthe, der seinen Kasten gegen den KSC sauber und den Heimdreier durch seine Paraden während der 90 Minuten immer wieder festhielt, fand nach Spielende höchstwahrscheinlich die treffendsten Schlussworte, von der im Moment nicht nur seine Mannschaft, sondern die gesamte Region Pfalz zehrt und hoffentlich im Verlaufe der restlichen Saison auch noch weiter zehren wird: "Der KSC wusste nicht, was er machen soll. Man merkt, dass die Mannschaft in den letzten Jahren zusammengewachsen ist. Jeder, der letztes Jahr schon hier war, hat noch einmal einen kleinen Schritt nach vorne gemacht und die Mannschaft behauptet sich auf diesem Niveau sehr gut", sagte der 35-jährige erfahrene Torhüter unmittelbar nach Abschluss der Partie.
 
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