ein artikel, der irgendwie Mut macht.
Die Wölfe haben in den letzten 20 Spielen nur 2 Siege geholt...
Hanke in der Krise, Klimowicz gesperrt. Die haben auch ein Strumproblem.
Die scheinbar heile Welt der "Wölfe"
Wolfsburger Ratlosigkeit bei Rick Hoogendorp (l.) und Miroslav Karhan
München - Wenn man den Aussagen der Verantwortlichen Glauben schenken mag, herrscht beim VfL Wolfsburg nach wie vor heile Welt.
"Die Situation ist nicht negativer geworden", kommentierte Trainer Klaus Augenthaler die 0:3-Niederlage am vergangenen Samstag beim 1. FC Köln.
Nur zwei Siege aus den letzten 20 Partien
Auch Manager Klaus Fuchs sieht keinen Anlass zu gesteigerter Besorgnis: "Sorgen machen wir uns seit Wochen. Warum soll ich mir jetzt mehr Sorgen machen?"
Vielleicht sollte er einfach mal einen Blick auf die Tabelle werfen. Der VfL steht auf Platz 15 mit nur zwei Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, den derzeit der 1. FC Kaiserslautern einnimmt.
In den letzten 20 Spielen fuhren die "Wölfe" gerade einmal zwei Siege ein (2:0 gegen Mönchengladbach und 2:1 gegen Hannover).
Drei Gegentore gegen die "Geißböcke"
Unter Augenthaler, der in der Winterpause Holger Fach als Trainer ablöste, gelang noch kein dreifacher Punktgewinn in der Fremde.
Auch nicht in Köln, als der VfL innerhalb von vier Minuten drei Gegentore kassierte.
Die entscheidende Szene des Spiels ereignete sich zuvor in der 68. Minute, als Marian Hristov freistehend elf Meter vor dem Tor den Ball nur an den Pfosten setzte und die Chance zur Führung kläglich vergab.
Harmlose "Wölfe"-Offensive
Das eklatante Sturmproblem ist ein Grund für den sportlichen Niedergang der Niedersachsen. Der gefährlichste Angreifer der "Wölfe", Diego Klimowicz, ist nach seiner Roten Karte nach einer Tätlichkeit gegen Duisburgs Thomas Baelum noch für drei Spiele gesperrt.
Sturmpartner Mike Hanke schoss gegen Köln kein einziges Mal aufs Tor, gab auch keine Torschussvorlage ab und entschied lediglich 29 Prozent seiner Zweikämpfe für sich.
Schon seit 276 Minuten herrscht bei dem Nationalspieler Torflaute.
"Sportlich kommt zu wenig heraus"
Noch hat Hanke Hoffnung auf den Klassenerhalt: "Ich war in meinem ganzen Leben noch nie im Abstiegskampf. Und ich habe nicht vor abzusteigen."
Doch selbst beim Klassenverbleib wäre es eine verkorkste Saison. Der von Hauptsponsor Volkswagen unterstützte VfL hatte zu Saisonbeginn ganz andere Ziele.
"Solch eine Mannschaft darf einfach nicht dort unten stehen. Bei den Summen, die der VW-Konzern in den Verein investiert, kommt am Ende sportlich einfach zu wenig heraus", urteilt der Kölner Albert Streit über seinen Ex-Klub.
Weltkonzern in der Zweiten Liga?
Ein Platz im internationalen Geschäft sollte den Ansprüchen des Automobilherstellers Rechnung tragen. Ein Abstieg könnte die gesamte Unterstützung von VW in Frage stellen. Passt ein Zweitliga-Klub ins Portfolio eines Weltkonzerns?
Der Wolfsburger Oberbürgermeister Rolf Schnellecke, gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat der VfL-GmbH, glaubt jedoch nicht an einen Ausstieg des Hauptsponsors.
"Das ist schwer vorstellbar und dem würden wir als Stadt auch entschieden entgegentreten. Der VfL ist ein wichtiger Stimmungsfaktor - nicht nur für die Stadt, sondern auch für Volkswagen", sagte Schnellecke der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".
Krzynowek kommt nur beim Klassenerhalt
Der geplante Etat von 52 Millionen Euro für die kommende Saison müsste allerdings drastisch nach unten geschraubt werden.
Auch die Zusammensetzung der Mannschaft dürfte sich im Unterhaus verändern. Zwar gelten die Verträge vieler Spieler auch für die Zweite Liga, allerdings würde VW das Gehaltsgefüge deutlich senken.
Zudem gestalten sich die Neuverpflichtungen aufgrund der fehlenden Planungssicherheit als schwierig. So macht zum Beispiel Jacek Krzynowek von Bayer Leverkusen seine Unterschrift in Wolfsburg vom Klassenerhalt abhängig.
"Endspiel" gegen Kaiserslautern
Das Restprogramm der Niedersachsen macht nicht allzu große Hoffnung auf den Ligaverbleib. Am kommenden Samstag
(ab 15 Uhr LIVE
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) reist Werder Bremen in die Volkswagenarena. Der Tabellendritte besiegte gerade erst Spitzenreiter Bayern München 3:0.
Doch Manager Fuchs ist optimistisch: "Bremen ist eine Mannschaft wie Hamburg oder Schalke, mit der wir von der Spielanlage besser klarkommen."
Danach geht es für die Wölfe noch zu Arminia Bielefeld, gegen Mainz 05, zum VfB Stuttgart und am letzten Spieltag zuhause gegen Kaiserslautern. Es könnte ein Endspiel im Existenzkampf werden.
Ob die Wolfburger Welt dann auch noch heil ist?
Denis Huber
www.sport1.de