Tränen, Trauer, Frustration: Zum Abschluss einer nervenaufreibenden Saison mit Höhen und Tiefen über 34 Spieltage fehlte dem 1. FC Kaiserslautern gestern um 17.19 Uhr in Wolfsburg in der Endabrechnung ein einziges Tor, um den Klassenerhalt zu sichern. Die FCK-Spieler sanken niedergeschlagen auf dem Rasen der Volkswagen-Arena zusammen, enttäuscht wie die rund 8.000 mitgereisten Fans und ebenso viele auf dem Stiftsplatz in Kaiserslautern, wo das „Endspiel“ auf einer Großbild-Leinwand live übertragen wurde. Der zweite Abstieg der „Roten Teufel“ nach 1996 war leider nicht mehr zu verhindern gewesen.
Halil Altintop hatte mit seinem Führungstreffer zunächst für Hoffnung gesorgt. Doch ein Doppelschlag der Wolfsburger warf den FCK aus der Bahn. Marcel Ziemers zweiter Treffer im zweiten Bundesliga-Spiel reichte nicht, um dem Abstieg noch zu entgehen.
FCK-Trainer Wolfgang Wolf meinte nach dem Schlusspfiff: „Wir sind natürlich bitter enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben. Ich empfinde eine völlige Leere. Man hat heute gemerkt, dass die Mannschaft ausgelaugt war. Die Aufholjagd in der Rückrunde hat speziell bei den jungen Spielern viel Kraft gekostet. Wir hatten auf der Ersatzbank keine Alternativen mehr, um offensiv noch einmal nachzulegen und auf das zweite Tor zu spielen. Nach den beiden Gegentreffern war das Spiel eigentlich gelaufen.“
Wolf nahm seine Schützlinge gleichzeitig in Schutz: „Ich mache meinen Jungs aber keinen Vorwurf, denn wir haben nicht hier den Klassenerhalt verspielt. Wir haben in der Rückrunde 21 Punkte geholt und eine völlig neue Mannschaft auf den Platz gebracht, die wieder das Vertrauen der Zuschauer zurück gewonnen hat. Ich denke, sie hat heute alles gegeben, was drin war. Mehr war nicht möglich. Ich habe die Spieler getröstet, wir haben uns in der Kabine versammelt und ich habe mich bei allen für die Zusammenarbeit in der Rückrunde bedankt. Sie haben alles gegeben. Ich möchte mich auch bei den vielen Tausend Fans bedanken, die in Wolfsburg dabei waren und uns auch in Kaiserslautern auf dem Stiftsplatz die Daumen gedrückt haben. Leider hat es nicht gereicht. Aber ich hoffe, sie akzeptieren, dass wir einen großen Kampf geliefert haben.“
Nach dem in Zusammenarbeit mit Daniel Halfar toll heraus gespielten Führungstreffer von Halil Altintop in der 20. Minute schien der FCK auf dem besten Weg zu sein, den notwendigen Sieg zu landen, um die Bundesliga-Zugehörigkeit zu sichern. Das Spiel der Wolfsburger wurde nach dem Rückstand zusehends nervöser und zerfahrener, doch die Lauterer verstanden es nicht, die Schwächephase des Gegners zu einem weiteren Treffer zu nutzen.
Zwei Unachtsamkeiten sorgten dann in der zweiten Halbzeit binnen drei Minuten für den Knock-out. Marcel Ziemers schöner Kopfballtreffer in der Schlussphase nach Vorarbeit von Axel Bellinghausen hatte am Ende leider nur noch kosmetischen Wert.
Der zum FC Schalke 04 wechselnde Stürmer Halil Altintop meinte nach seinem letzten Auftritt im FCK-Trikot: „Es tut mir sehr leid, dass wir abgestiegen sind, dass solche guten Jungs, die auch heute wieder so gekämpft haben, jetzt in der 2. Liga spielen müssen.“ Marco Engelhardt stand der Frust ebenfalls ins Gesicht geschrieben: „Das ist bitter für uns, für die Fans und für die Region. Das ist das Schlimmste, was einem passieren kann.“ Ingo Hertzsch kommentierte verbittert: „Man steigt ab – was soll ich sonst noch dazu sagen?“
Der FCK-Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi erklärte: „Wenn man die jungen Leute in der Kabine sieht, die in den vergangenen Wochen und Monaten alles versucht haben und auch heute voller Herz gekämpft haben und dann diese brutalen zwei Tore kassieren, ist das emotional schon nicht einfach. Es ist für alle ein bitterer Moment, denn wir haben bis zum Schluss fest daran geglaubt, dass wir den Abstieg verhindern können. Das ist schon eine Tragik, dass am Ende jetzt gerade ein Punkt fehlt. Aber bei den beiden Gegentoren hat man vielleicht gesehen, dass in den entscheidenden Momenten etwas die Klasse gefehlt hat. Wir müssen jetzt den Blick nach vorne richten und den Grundstein dafür setzen, dass der FCK in der 2. Liga erfolgreich ist und relativ schnell wieder nach oben kommt.
Es ist genug Geld da, um auch in der 2. Liga geordnet arbeiten zu können.“
Wolfgang Wolf ist sich dessen bewusst, dass es in dieser Spielklasse nicht einfacher wird: „Es wird schwer in der kommenden Saison. Und ich weiß nicht, ob der direkte Wiederaufstieg umzusetzen ist. Allein mit den jungen Spielern können wir in der kommenden Saison sicherlich keine Bäume ausreißen. Die 2. Bundesliga wird viel schwerer. Wir werden eines der gejagten Teams sein. Da brauchen wir eine konkurrenzfähige Mannschaft.“ Unabhängig davon äußerte Wolf aber auch: „Es wird zwar schwer, aber
wir kommen wieder. Da bin ich sicher.“
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damit sollten alle diskussionen beendet sein!