Mir geht es wie manchen anderen hier:
1996 das war richtig schlimm, ist ja geradezu tragisch verlaufen, es kam alles schlechte zusammen und der Verein konnte nicht mal wirklich was dazu - das war irgendwie himmelschreiend ungerecht und ich hab damals geflennt wie ein schloßhund. Zumal auch der Nimbus der ewigen Unabsteigbarkeit weg war.
Heute, mit fast 25 bin ich um einiges abgeklärter. Es geht mir aber immernoch an die Nieren. Und solche Tore wie der Stuttgarter Ausgleich oder gestern das Nürnberger Siegtor, das ich auf Premiere gesehen hab, da krieg ich dann wirklich nen Stich ins Herz und bin emotional sehr aufgewühlt. Zumal nebendran meine Freunde saßen, die zwar neutral und nicht hämisch waren und es auch schade finden wenn wir absteigen, aber halt keine FCKler sind. Die können halt nicht nachvollziehen, wie's einem dabei geht. Und dann kam auch noch deren Mitbewohnerin rein und meinte "ach ist das ein wichtiges Spiel?"
Da hätt' ich ihr können ins Gesicht schlagen.
Ich versuch die ganze Sache aber auch etwas objektiv zu betrachten: Nach dem notwendigen Sparkurs die letzten Jahre war es mehr oder weniger klar, dass so ein Tanz auf der Rasierklinge nicht ewig gutgehen kann - es kann einen eben halt auch mal erwischen. Wir hatten dreimal glück - man kann nicht darauf bauen, dass es auch ein viertes Mal klappt. Eine solche Garantie hat man nicht.
Dazu kommt, man konnte sich ja nach den grottenleistungen der Hinrunde schonmal drauf einstellen, von dem her triffts einem nicht unerwartet. Ich war vielmehr positiv überrascht, dass die Mannschaft den Kampf trotz allem doch nochmal so offen gestalten konnte.
Und: Wir steigen nicht das erste mal ab, der Nimbus zerbricht nicht mehr, so wie vor 10 Jahren.
Ferner muss man auch mal folgendes sehen: die zweite Liga ist keine trostlose Dorfklopper-Liga mehr wie vor 10 oder 15 Jahren. Dort spielen massenweise Traditionsvereine mit guten Stadien und viel Fan-Potential. Von dem her isses jetzt nicht wie Sodom und Gommorrha da unten - zudem haben wir eine junge Mannschaft, die wir wohl mit Masse halten können und aus der sich was machen lässt. der direkte Wiederaufstieg ist realistisch und machbar.
Außerdem sind wir entschuldet - ganz wichtig! - und stehen wirtschaftlich solide da. Der Abstieg kommt, wenn man die letzten vier Jahre betrachtet, wirtschaftlich gesehen (wenns denn also halt sein muss mit Liga 2) zum "passendsten" Zeitpunkt. Noch vor 2 Jahren hätte es finanziell wesentlich trostloser ausgesehen. So kann man aber den direkten Wiederaufstieg anpeilen, ohne finanziell ein allzu hohes Risiko zu fahren.
Außerdem, guckt euch doch mal die "guten Vereine" der zweiten Liga an:
KSC, Rostock, Freiburg, 60', Duisburg, Köln, Wir
Dazu Clubs mit viel Fanpotential - OFC (falls sie drinbleiben), RWE (steigen wohl auf), Braunschweig, Aue
OK, es gibt auch noch vom Stadion und von den Fans her Clubs, die unattraktiv sind - Greuter Fürth zB oder Paderborn, nicht zu vergessen DER Inbegriff von Liga 2 - WACKER BURGHAUSEN!!
Das wird aber trotzdem auch eine sportliche Herausforderung - und da unten ist das fußballerische Niveau durchaus gestiegen in den letzten Jahren. Das ist keine Schweineliga mehr, in der nur getreten wird so wie früher.
Alles in allem werde ich, wenns soweit ist, traurig sein und sicher die eine oder andere Träne verdrücken - eben weils schon lange nicht mehr so unnötig war abzusteigen, wie dieses Jahr. Aber wenns uns erwischt, dann wars dann auch irgendwie logisch - seien wir ehrlich.
Von dem her bin ich zur Zeit traurig, hoffe immernoch, aber rechne mit dem schlimmsten. Schon am Samstag kann alles vorbei sein. Daher bin ich vorbereitet - und hoffentlich gefaßt, wenn da der Todesstoß kommt.