Hallo, Andreas Reinke
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WAS MACHEN SIE EIGENTLICH?
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Zweimal war er Meister.
Vor zehn Jahren mit
Lautenr als Aufsteiger
und 2004 mit Bremen.
<strong>kicker:</strong> Hallo Herr Reinke, warum sind Sie so schwer zu erreichen?Andreas Reinke (39): Ich bin eben immer noch fleißig am Arbeiten.
kicker: Wohin hat sie es nach dem Karriereende 2007 verschlagen?
Reinke: Ich habe mich 20 Jahre als Zigeuner rumgetrieben und bin jetzt wieder in meiner Heimat, im kleinen Dorf Bölkow, bei Güstrow.
kicker: Weit weg vom Fußball?
Reinke: Ich bin ja noch Geschehen , als Torwartrainer der deutschen U21-Auswahl.
kicker: Was tun Sie sonst noch?
Reinke: Unter anderem mache ich Fußballcamps mit Kindern. Die Zeit vergeht schnell. Mein jüngster Sohn Pepe ist gerade ein Jahr alt geworden. Es ist wunderbar mitzubekommen, wie er aufwächst. Und dann bin ich ja noch Leipzig, um meinen Trainingsschein zu machen.
kicker: Hoffenheim fordert am Freitag Meister Bayern heraus. Vor elf Jahren legte ebenfalls ein Aufsteige rmit einem Sieg gegen die Bayern Basis für den sensationellen Titelgewinn. Erinnern Sie sich?
Reinke: Meinen Sie das 1:0 mit dem 1.FC Kaiserslautern in München?
kicker: Nein. Das war am ersten Spieltag der Saison. An diesem Freitag lief schon die Rückrunde.
Reinke: So früh ?
kicker: Ist das 2:0 gegen Bayern wirklich schon abgehakt?
Reinke: Es ist ja elf Jahre her. Und seitdem ist einiges passiert! Mir ist das Hinspiel mehr in Erinnerung.
kicker: Ein Aufsteiger als Meister: Wiederholt Hoffenheim das Wunder, dass in der Bundesligageschichte einzig den
"Roten Teufeln" gelang?
Reinke: Ja, wenn sie so weitermachen. Sie müssen ruhig bleiben, haben nicht die Belastungen anderer Topteams. Spielerisch sind sie ohnehin die beste Elf. Und: Sie werden nach wie vir nicht richtig ernst genommen.
kicker: Wie damals Lautern auch?
Reinke: Bevor die Anderen es bemerkt hatten, waren wir fast durch. Wir spielten uns in einen Rausch. Wenn du oben stehst, es gut läuft, kannst du Angriffe bestens abwehren.
kicker: Wann hatten Sie in der Saison 1997/1998 das erste Mal rnsthaft das Gefühl, es könnte mit der Meisterschaft klappen?
Reinke: Relativ spät. Wir hatten uns lange keinen Druck auferlegt. Der Fehler der Titelanwärter in den letzten Jahren war, dass sie sich zu sehr verbal mit den Bayern öffentlich rumstreiten. Scon haben sie die Hosen voll und den Titelkampf verloren. Wir blieben ganz ruhig, keiner bekam etwas mit - aus die Maus! Und der 1.FCK war Meister.
kicker: Sie waren mit dem 1.FCK und Werder Bremen Meister. Wie verändert ein Titel einen Profi?
Reinke: Es ist eine Charakterfrage, wie man damit umgeht. Für mich hat sich nichts verändert. Ich muss heute noch an den Kühlschrank gehn, wenn ich etwas Kaltes will.
kicker: Sie planten nach Ihrem Abschied in Bremen 2007 noch einmal ein Comeback. Warum ist daraus nicht mehr geworden?
Reinke: Es ging nicht mehr. Das hat mit meiner schweren Kopfverletzung zu tun, die ich damals in Stuttgart erlitt. Bei Belastung hab ich sofort Kopschmerzen.
kicker: Ist das Thema Bundesliga für Sie abgehakt, oder werden Sie noch einmal auftauchen als Trainer, Manager oder Berater?
Reinke: In den nächsten zwei, drei Tagen sicher nicht. Mein Job beim DFB ausgenommen.
INTERVIEW: ULI GERKE
quelle: kicker, 04.12.08,