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RHEINPFALZ Artikel zur WM 2006

DER HINTERGRUND

„Riesige Freudenfahne fliegt am Himmel"

Wie japanische Medien über das Koinobori-Spektakel in Kaiserslautern berichteten



Ein breites Echo hat das Koinobori-Spektakel am vergangenen Wochenende auf dem TSG-Gelände in den japanischen Medien gefunden. Viermal war der 100 Meter lange Baumwollfisch in den Lauterer Himmel gestiegen, hatte viel Begeisterung ausgelöst. Ein Blick in die japanischen Zeitungen zeigt, wie über die Aktion im Vorfeld der WM-Begegnung zwischen Japan und Australien (12. Juni) berichtet wurde.





„Alle Bürger sind





restlos begeistert"





Am 12. Juni bestreitet die japanische Mannschaft ihr erstes Vorrundenspiel in Kaiserslautern. Aus diesem Grund wurde der Jumbo-Koinobori aus der Präfektur Saitama nach Kaiserslautern geschickt. Er ist 100 Meter lang und fliegt in voller Größe am Himmel. Die Stadt Kazo ist berühmt für ihre Koinobori-Produkte. 50 Personen aus Kazo und Studenten der TU Kaiserslautern arbeiteten zusammen an der Idee und planten das Projekt. Ein Polizeihubschrauber beobachtete während des „Schwimmens" den Jumbo-Koinobori. Alle Bürger sind restlos begeistert.





Kyodo-Tsushin, Presseagentur.





„Elegant





am Himmel"





Eine riesige Freudenfahne fliegt am Himmel des WM-Veranstaltungsorts für das erste Spiel, um für einen Sieg zu bitten. In Kaiserslautern gab es eine Vorführung, bei der ein Jumbo-Koinobori in die Luft gehoben wurde und die von mehr als 1000 Bewohnern beobachtet wurde. Kaiserslautern ist eine kleine Stadt im Südwesten Deutschlands und diese Stadt ist der Austragungsort für das erste Spiel Japans (gegen Australien) in der Fußball-WM. Der Jumbo-Koinobori wird jedes Jahr während des Volksfests in der Stadt Kazo, Präfektur Saitama, benutzt. Rund 50 junge Männer aus Kazo bereiteten die Anhebung vor, und der Koinobori schwebte und „schwamm" elegant am Himmel.





Nippon Keizai (Nikkei) Shinbun, die größte Wirtschaftstageszeitung, Auflage drei Millionen.





„Um der japanischen Elf





beizustehen"





Der Jumbo-Koinobori aus Kazo, Saitama, „schwimmt" über der Stadt Kaiserslautern, in der die japanische Nationalmannschaft gegen Australien ihr erstes Spiel bestreiten wird. Der Austragungsort war der Universitätssportplatz in der Nähe des Fußballstadions. Um der japanischen Elf beizustehen, kamen insgesamt 46 Bürger aus der Stadt Kazo und bauten den Koinobori zusammen. Als der Kran gegen Mittag den 100 Meter langen Jumbo-Koinobori und 13 Koinoboris in allen Größen bis zu einer Höhe von 80 Meter hoch hob, jubelten die versammelten Bürger. Oberbügermeister Bernhard Deubig begrüßte sie lächelnd: „Unser Stadtwappen trägt auch einen Fisch. Ab heute möchte ich unsere Stadt die Koi-Stadt nennen." Kinder erhielten kleine Koinoboris als Geschenk.





Yomiuri Shinbun, die größte Tageszeitung, Auflage zehn Millionen.





„Versammelten sich, um





fremde Kultur zu erleben"





Der Jumbo-Koinobori aus der Stadt Kazo, Saitama, wurde am 27. Mai in der Stadt Kaiserslautern präsentiert, wo die japanische Fußball-Nationalmannschaft ihr erstes Spiel der Vorrunde bestreitet. Die Einheimischen versammelten sich, um fremde Kultur zu erleben. Als sie den Jumbo-Koinobori in der Luft sahen, stießen sie Freudenrufe aus. Die Kinder bekamen kleine Koinoboris als Geschenk, skandierten „Koinobori, Koinobori" und klatschten in die Hände. Die Präsentation war eine Idee von Herrn Kunihiko Akamatsu, der bis heute das Bauprojekt des Japanischen Gartens in Kaiserslautern leitet, um die Stimmung während der Weltmeisterschaft zu steigern. In der Legende der Stadt Kaiserslautern gibt es einen Jumbo-Karpfen und das Stadtwappen trägt einen Fisch. Der Kinderarzt, Herr Sven Geist (36), war aufgeregt und sagte: „Ich habe vom Koinobori gewusst, aber einen 100 Meter langen Koinobori zu sehen, ist für mich einmalig. Ich bin stolz auf die freundschaftliche Beziehung zwischen Kaiserslautern und Japan."





Mainichi Shinbun, Auflage vier Millionen.







REDZIMH / REDZIMH

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
Optionen und Ombudsmänner sorgen für Nervenkitzel

Wie die WM-Bürokratie den Fans den Kartenkauf erschwert hat - Ab morgen „Stadium Ticket Center" in Kaiserslautern geöffnet



Von unserer Redakteurin





Susanne Schütz





14 WM-Karten besitzt der Künstler Tobias Rehberger, der im Wohnmobil von Spielort zu Spielort fahren will, 13 sein Kollege Franz Ackermann. Und sie sollten hoffen, dass die Fifa sie wegen dieses Geständnisses nicht auf die schwarze Liste geschrieben hat. Denn eigentlich darf jeder WM-Fan nur sieben Mal ins Stadion. Wenn er überhaupt an so viele Tickets kommt.





1,2 Millionen Karten sind bisher frei verkauft, mehr als 15 Millionen Ticketwünsche gab es. Die größte Chance hatten noch jene, die auf gut Glück bei der ersten Bestellrunde vor 15 Monaten mitmachten, als noch nicht klar war, wer überhaupt wo spielt. Und es noch hieß, das erste Spiel in Kaiserslautern wäre an einem Dienstagabend.





Wer nun feststellte, dass er am Montag, 12. Juni, um 15 Uhr arbeiten muss und nicht ins Stadion kann, oder wer die Angola-Portugal-Karte lieber einem Freund überlassen wollte, lernte bald die Fifa-Bürokratie kennen. Und wurde Fan der Verbraucherschützer. So mancher zitterte: Darf ich Karten übertragen? Oder gar tauschen - Japan gegen Trinidad? Antwort: ja, aber ...





Offenbar ist die Angst des Organisationskomitees (OK) vor Ebay und dem Schwarzmarkt so groß, dass die Verantwortlichen nicht glaubten, dass es tatsächlich Menschen gibt, die einfach nur mit ihren Freunden ins Stadion wollen - ohne daran zu verdienen.





Das Interesse am Umschreiben der Tickets sei gering, ließ das OK ab und an verlauten - 80.000 Anfragen bisher. Nun ja, da eben nur Verwandtschaft, Todesfall, Naturkatastrophen oder per Attest belegte Krankheit als Übertragungsgründe gelten, mag das sein. Wer Urlaubssperre und Arbeit als „Härtefall" angab, erntete ein „Übertragung abgelehnt" nach etlichen Tagen des Wartens vor dem Computer - die zehn Euro „Übertragungsgebühr" waren aber schon flugs abgebucht.





Mitte April dann wurde eine Ombudsstelle geschaffen, nur per E-Mail zu erreichen (ombudsstelle@ok2006.de). Da konnte also jeder über seine abgelehnten Übertragungen jammern. 3000 haben sich bisher gemeldet. Und bekamen, mal nach fünf, mal erst nach 20 Tagen, immerhin doch noch das Ja zur Übertragung. Und wer Glück hatte, auch den richtigen E-Mail-Anhang, mit dem er nun ans „Stadium Ticket Center" (STC) in Kaiserslautern gehen kann - und hoffentlich nach 15 Monaten im Paralleluniversum des „Customer Self Service" und der E-Mail-Korrespondenz endlich die richtigen Tickets bekommt.





Auch wer bei der zweiten Phase der Ticket-Zulosung mitmachte, hatte seinen Nervenkitzel: Teamserien gab es am 2. Mai 2005 online. Wer zuerst klickte, bekam den Zuschlag. Die Server brachen zusammen, teils mitten im Bestellvorgang. So dass etwa eine Lehrerin, die erfolgreich klickte, sich wunderte: Keine Bestätigung kam, dafür eine Abbuchung. Vom OK oder einem Hacker? An dem Tag hatten sich nämlich böse Buben ins System eingeklinkt. Erst elf Monate später die Gewissheit: Der Postbote bringt Tickets - und einen „Voucher". Für die Achtelfinal- bis Halbfinalpartien. Um diesen einzulösen, hat die Gutscheininhaberin genau einen Tag Zeit, offenbart das Kleingedruckte, denn so ein STC hat auch seine Regeln: Am Spieltag geht nichts, zu früh aber auch nichts. Und da die Lehrerin sich nicht einfach frei nehmen kann, will sie gern noch zwei ihrer Tickets weiter geben. Doch das OK hat festgelegt: Teamserien können nur ganz oder gar nicht übertragen werden. Muss sie die Karten also verfallen lassen? Ja, das sei nun mal so organisiert, sagt OK-Sprecher Jens Grittner. Sie könne aber trotzdem noch mal im „STC" nachfragen oder die Service-Nummer 01805-646264 wählen.





Der dritte Weg, an Tickets zu kommen: das „Optionsticketprogramm". Sieben Wunschspiele durften gewählt werden, für das teuerste musste im voraus gezahlt werden - und bei der jüngsten Runde gar nur per Kreditkarte. „Das ist halt so", sagt dazu Grittner. Auch wer hier Los-Glück hatte, nach Monaten zwei Kategorie-1-Karten fürs Lauterer Achtelfinale bekam, durfte sich nicht ungetrübt freuen: Westkurve, Block 5.2, Reihe 48 steht auf den Karten - der neue Block zwischen Westkurve und Südtribüne, die Verlängerung der Eckfahne, oben. Und dafür 125 Euro, ebenso viel wie Südtribüne, vorn, Mitte? Nein, das sei kein Fehler, meint das OK, aber man dürfe die Karte gern zurückgeben. 20.000 haben das bisher getan - vielleicht auch wegen der Bürokratie.





Die vierte Art, an Tickets zu kommen, könnte da doch die einfachste sein: Im „Stadium Ticket Center" in Kaiserslautern (Kohlenhofstr. 10), soll es (vielleicht) noch Karten geben. Geöffnet ab morgen, 2. Juni, 11 Uhr.







SPERKO / SPERKO

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt

Datum: Nr.126

Datum: Donnerstag, den 01. Juni 2006

Seite: Nr.13

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Aus dem Shuttle zum Help Desk

FUSSBALL: WM-Medienzentrum in Kaiserslautern öffnet heute



Von unserem Redakteur





Oliver Sperk





KAISERSLAUTERN. Wenn am Montag mehrere hundert Medienvertreter aus aller Welt zum ersten Spiel der Fußball-WM 2006 auf Pfälzer Boden, Australien gegen Japan (Anpfiff: 15 Uhr), ins Fritz-Walter-Stadion nach Kaiserslautern kommen, erwarten sie top-moderne Arbeitsplätze, aber auch recht weite Wege.





„Wir nähern uns langsam der Praxis", sagt Michael Novak, Venue Media Officer der Fifa am WM-Spielort Kaiserslautern. Dem Pressechef des 1. FC Kaiserslautern, während der WM einer der Ansprechpartner für die Journalisten am kleinsten der zwölf Spielorte, ist - bei allem Stress - die Freude auf das Großereignis anzumerken.





Lächelnd begrüßte er gestern auf dem Medienparkplatz „Fifa S8" an der Autobahn-Abfahrt Kaiserslautern-Centrum ein Dutzend „Stammkunden", wie er die oft in und über Kaiserslautern berichtenden Sport-Journalisten nennt, zu einer Orientierungs-Tour vor dem Ernstfall WM.





Mit einem Mini-Bus-Shuttle werden die Medienvertreter am Parkplatz abgeholt. Nach einigen Minuten Fahrt im Kollektiv-„Taxi" über die so genannte Protokollstrecke der Fifa, die wie so vieles während der WM nur „Genehmigungsinhabern" vorbehalten ist, erreicht das Shuttle die südöstliche Zufahrt zum Fritz-Walter-Stadion. Stopp. Kritisch blickende „Stewards" in grell-orangenen Westen kontrollieren schon einige hundert Meter vor der WM-Arena die Akkreditierungen. Schon jetzt ist das Fritz-Walter-Stadion WM-Zone. Angesichts der Sicherheitsüberprüfungen am Stadion gibt Novak zu bedenken: „Ihr solltet wie jeder Zuschauer im Kopf haben, dass es länger dauern kann an Spieltagen."





Wenn die erste Kontrolle gemeistert ist, weist ein gelbes Schild „SMC" den Journalisten den Weg. Im SMC in der Osttribüne warten Welcome Desk und Help Desk. Alles klar? Aus dem Kollegenkreis kommt die Frage: „Was heißt denn eigentlich SMC?" - „Stadium Media Center." Okay. All right.





Das Medienzentrum, das heute öffnet, ist hochmodern: rund 500 Arbeitsplätze mit Schreibtisch, Steckdosen, Netzwerkanschluss und Leselampe. Die Ausstattung ist zum Teil gemietet, informiert Novak. Mit der Planung hat die Fifa Wiesbadener Innenarchitekten beauftragt. „Wie sieht das hier nach der WM aus?", fragt ein Kollege. „Wahrscheinlich wieder grauer Beton", erwidert der Media Officer. Rückbau nach den fünf Turnier-Spielen in der Pfalz.





Weiter geht"s vom SMC auf die Nordtribüne, von der aus die akkreditierten Journalisten die Spiele verfolgen. Hier befinden sich 624 Arbeitsplätze für schreibende Kollegen und 110 Kommentatoren-Positionen für Fernsehen und Hörfunk. Emsig werden dort noch Kabel verlegt und Stühle gerückt, während unten der WM-Rasen gemäht wird.





Michael Novak ist stolz, den Kollegen diese nagelneue Infrastruktur präsentieren zu können. Die am Montag ihre Feuertaufe erlebt. Bis dahin noch der letzte Schliff. Selbst am Fahrstuhl klebt ein Schild - „frisch lackiert".







SCHOEPU / SCHOEPU

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt

Datum: Nr.130

Datum: Mittwoch, den 07. Juni 2006

Seite: Nr.8

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WM-Fieber hat die Stadt gepackt

Vorfreude auf Spiele ist in Kaiserslautern nicht mehr zu übersehen



Von unserer Redakteurin





Anke Herbert





KAISERSLAUTERN. Fieber kann bekanntlich ganz plötzlich auftreten. Auch WM-Fieber. Kaiserslautern „leidet" seit vergangenem Samstag endlich daran. Die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft hat Stadt und Region gepackt.





Bestes Beispiel ist das bunte Bild, das insbesondere die Kaiserslauterer City jetzt bietet. Die Rede ist hier nicht allein von den Fan-Fest-Zonen. Auch wenn diese - bestückt mit festlich-weißen Pagodenzelten, Show-Bühnen und Riesenplakaten mit den Kaiserslauterer „Helden von Bern" - natürlich ein gut Teil dazu beitragen.





Nein, die Rede ist hier vor allem davon, dass zwischenzeitlich auch Anwohner der Festzonen im wahrsten Sinn des Wortes „Flagge zeigen". Allein in der Eisenbahnstraße, dem Herzstück der WM-Meile, hängen an vielen Balkonen und Brüstungen die bunten Banner ganz unterschiedlicher Nationen, die deutsche inbegriffen. Die 500 Fahnen, die bis zum heutigen WM-Start offiziell von der Stadt gehisst wurden, tragen das Ihrige dazu bei. Wie übrigens auch die Blumenampeln und Blumenspindeln, die im Auftrag der Stadt verteilt wurden. Verteilt ist in diesem Zusammenhang zwar eine etwas lieblose Beschreibung, nichtsdestotrotz ist sie aber zutreffend. Denn die bunten Blumen schmücken Container, die nach der Fußball-Weltmeisterschaft - schade eigentlich - wieder weggepackt werden. Weswegen das städtische WM-Büro offiziell von „temporärem Grün" spricht ...





Wer am Wochenende oder diese Woche in der City unterwegs war, konnte die WM zudem regelrecht durch die Luft schwirren hören. Zugegeben: Viele Gespräche beginnen immer noch gern mit der Frage „Ist da Spieltag?" Soll heißen, ist der Alltag möglicherweise durch Straßensperren, Besuchermassen und zusätzliches Medieninteresse eingeschränkt, muss man sich sozusagen auf den Fall der Fälle einstellen oder bestimmte Erledigungen besser gleich auf einen anderen Tag legen. Doch klingt die Frage selten verärgert, sondern eher ein wenig fiebrig aufgeregt. Ein kleiner Run hat auf WM-Fanartikel eingesetzt. „Haben Sie Fahnen aller auf dem Betze spielender Nationen?", ist in Geschäften zu hören. Und der erleichterte Seufzer bei einer positiven Antwort: „Dann ist die Party gerettet ..."





An Fernsehteams aus aller Herren Länder, die schwer bepackt mit Kameras und Mikrophonen durch die Stadt ziehen und an allen möglichen und unmöglichen Orten drehen, haben sich die Kaiserslauterer in den vergangenen Tagen bereits gewöhnt. Seit dem Wochenende aber gibt es vermehrt ganz besondere „Farbkleckse". Beispielsweise wurde ein TV-Trupp von drei jungen Damen begleitet - im roten Fellkostüm des FCK-Teufelchens.





Auch richtige Fußball-Fans prägen jetzt das Stadtbild. Wie jenes junge australische Paar, das am Montag das erste WM-Spiel in Kaiserslautern - Australien gegen Japan - sehen will. In London wohnhaft, war es mit dem Wohnmobil übergesetzt, wusste aber noch nicht wohin in der Barbarossastadt. Doch eine freundliche Kaiserslauterer Passantin konnte weiterhelfen: mit dem Tipp, doch das WM-Wohnmobil-Camp anzusteuern. Um noch ein Beispiel zu nennen: 130 Australier übernachten ab Sonntag in der Jugendherberge Hochspeyer. Es gibt ein besonderes Vier-Bett-Zimmer. Zwei Australierinnen teilen es sich mit zwei Japanerinnen. Sie wurden vorher darüber informiert und fanden das „völlig okay".





Wie gesagt: Das WM-Fieber ist da. Die Temperatur kann sogar noch steigen. Am Montag, wenn es auch in Kaiserslautern „richtig losgeht".







KONZOKH / KONZOKH

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
EINWURF

Es ist WM!

Von Hans-Joachim Redzimski



Es ist so weit. Der Tag X, der Fixpunkt, auf den die Stadt Kaiserslautern hingearbeitet hat, und das seit Jahren, ist erreicht. Die WM-Stimmung hat Kaiserslautern erfasst. Voll erfasst. Sichtbar, wohin man schaut. Fühlbar. Es ist WM!





Noch ist kein Ball gespielt, noch ist kein Tor gefallen. Kaiserslautern kann aber schon mit Fug und Recht eine erste positive Bilanz ziehen. Die WM hat die Stadt voran gebracht. Die Hoffnungen und Erwartungen, die damit verbunden waren, sind eingetreten.





Es hat sich bewahrheitet, was zum Beispiel Oberbürgermeister Bernhard Deubig immer wieder gepredigt hat, dass der wahre Gewinn der Weltmeisterschaft vor der Weltmeisterschaft liegt.





Deutlich wurde dies in den vergangenen Tagen und Wochen mit einem Marathon an Einweihungen. Vieles von dem, was dauerhaft entstanden ist, wäre so nicht, zumindest aber nicht so schnell verwirklicht worden. Die Lokomotive WM hat gezogen.





Kaiserslautern hat sich dank der Fußball-WM runderneuert. Die Stadt hat sich eine neue Ausgangsposition geschaffen, hat an Zukunftschancen gewonnen. Sie hat einen hohen Preis für die WM gezahlt, sie hat aber auch großen Nutzen daraus gezogen.





Es ist keine Fata Morgana, wenn Menschen, die schon lange nicht mehr in Kaiserslautern waren, zu dem Eindruck gelangen, dass sich die Stadt sehr zu ihrem Vorteil verändert hat.







REDZIMH / REDZIMH

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
Zwillings-Papa wünscht „Dreier"

Miroslav Klose will seinen 28. Geburtstag mit einem Sieg feiern



BERLIN (zkk). Bei der WM 2002 schoss er sich ins Rampenlicht. Bei der WM 2006 ist Miroslav Klose, der heute 28 Jahre alt wird, geschätzte Stammkraft, gesetzter Hoffnungsträger der deutschen Mannschaft.





„Das eine oder andere Tor mehr als 2002 machen" will er, der Bundesliga-Torschützenkönig. Fünf WM-Tore waren"s in Asien, am Ende stand die Vize-Weltmeisterschaft. Klose, damals noch beim 1. FC Kaiserslautern, stand urplötzlich im Blickpunkt, nur Ronaldo traf öfter. Und die SG Blaubach-Diedelkopf, Kloses Heimatverein, schrieb Schlagzeilen.





In den vier Jahren zwischen den Turnieren ist viel passiert: Klose verließ vor zwei Jahren den FCK, fünf Millionen Euro Ablöse halfen seiner großen Fußball-Liebe, den Pleitegeier zu vertreiben. Bei Werder Bremen reifte der in Polen geborene, in Kusel groß gewordene Profi. „Natürlich profitiere ich bei Werder von Nebenleuten wie Johan Micoud", sagt „Miro" Klose, den sein Trainer Thomas Schaaf als kompletten Angreifer schätzt. Manchesmal nur müsse Klose viel mehr Egoist sein, mahnt der Werder-Coach den oft zu selbstlosen Angreifer. Torschützenkönig ist er geworden, tat in seinem zweiten Bremer Jahr einen großen Schritt nach vorne: 25 Tore in 26 Bundesligaspielen, 14 Torvorlagen. „Er ist der Top-Spieler dieser Saison", rühmt Michael Ballack und stellt den Bremer fast schon auf den Sockel „Fußballer des Jahres". Dazu bedarf es mehr - zum Beispiel einer starken, einer erfolgreichen WM. Klose weiß das. Er fühlt sich gut, er fühlt sich fit: „Ich hatte das Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben."





Miroslav Klose sieht sich gereift - durch den Transfer nach Bremen, durch die Erfahrung, aber auch durch die Vaterrolle. Die Zwillingsbuben Luan und Noah (16 Monate) - sie machen den jungen Papa nicht nur stolz, sie motivieren, sie beflügeln. „Das ist eine besondere Verantwortung. Es gibt nichts Schöneres, als heim zu kommen, sie lachen, sie wachsen zu sehen", schwärmt der Ex-Lauterer.





Das „System Klinsmann" behagt dem Stürmer. „Klinsmann hat frisches Blut, frische, junge Spieler in die Mannschaft gebracht. So ist wieder Erfolgshunger in die Nationalmannschaft gekommen", schreibt der Mann mit der Nummer 11 dem Völler-Erben großen Anteil am Stimmungswandel zu.





Weltklasse? Nein, wehrt Klose ab. Eine gute Runde habe er gespielt, aber Weltklasse, das sei eine andere Kategorie. Die WM-Bühne aber will er nutzen, um sich weiter nach oben zu arbeiten. „An so einem Tag wünscht man sich, drei Punkte einzufahren", äußert der Stürmer vor der Auftaktpartie an seinem Geburtstag. Dass er treffen will - dafür ist er Stürmer. Und eine „kleine" Bindehautentzündung soll kein Handicap darstellen.





Auslandspläne will der nun 28-Jährige früher oder später realisieren. „Der Wunsch besteht, irgendwann einmal im Ausland zu spielen. Fakt ist, dass ich noch zwei Jahre Vertrag in Bremen habe, wo ich mich ja auch sehr wohl fühle", betont der Hobby-Angler. Auf einen Ratgeber wird Klose so oder so nicht verzichten: Vater Josef Klose, einst selbst Profi-Fußballer. Und heute ein erfolgreicher Trainer - bei der SG Blaubach-Diedelkopf.







SCHOEPU / SCHOEPU

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt

Datum: Nr.132

Datum: Freitag, den 09. Juni 2006

Seite: Nr.9

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KOMMENTAR



Freudenfest



Von Horst Konzok





Anpfiff zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Endlich! Zu lange, zu intensiv war das Getrommel vorher, der Versuch von fast allen und jedem, ein Stück vom großen Kuchen abzuschneiden. Es ist nicht mehr nur eine Weltmeisterschaft, es ist die Fifa-Fußball-WM. Der Welt-Fußballverband herrscht in diesen vier Wochen, er macht Kasse - die Gastgeber bekommen im Vergleich dazu fast nur Brosamen.







Ab heute rollt der Ball. Freuen wir uns auf attraktive Spiele, großen Sport. Seien wir gute Gastgeber und geben dem wunderbaren Motto dieser Weltspiele des Fußballs Inhalt: Die Welt zu Gast bei Freunden!







Das Eröffnungsspiel in München bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ohne ihren verletzten Kapitän Michael Ballack. Es ist vernünftig, auf den Top-Star zu verzichten; denn die deutsche WM-Geschichte lehrt, dass Asse, die nicht fit ins Turnier eingreifen, scheitern. So war das 1970 bei Helmut Haller, der nicht gesund war, nicht mehr die Führungsrolle wie 1966 spielen konnte. So war das 1974 bei Günter Netzer, der mit Trainingsrückstand zur WM kam, den Regisseurplatz an Wolfgang Overath verlor. So war das 1982 und 1986 mit Karl-Heinz Rummenigge, den Verletzungen behinderten.







Das deutsche Team muss heute ohne Ballack gegen den großen Außenseiter Costa Rica gewinnen. Die Mannschaft muss beweisen, dass sie die Philosophie des Bundestrainers umzusetzen vermag. Der predigt offensiven Tempo-Fußball. Der Fußball-Reformator steht bei der WM auf dem Prüfstand!







Es ist vernünftig, heute Abend auf den verletzten Michael Ballack zu verzichten.







SCHOEPU / SCHOEPU



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.132

Datum: Freitag, den 09. Juni 2006

Seite: Nr.9
 
WM 2006



weltmeister-impressionen



Wir können stolz auf die Premiere sein





Was in München bei der Eröffnungsfeier der Weltmeisterschaft so toll begann, das hat beim ersten WM-Spiel in Kaiserslautern seine Fortsetzung gefunden. Ich habe dieses dramatische Spiel zwischen Australien und Japan auf dem Betzenberg gesehen. Und ich kann nur sagen, dass die Stadt und wir alle stolz auf diese Premiere sein können. Die Organisatoren haben sich die Note eins verdient. Es herrschte so eine dichte Atmosphäre, es war richtig bunt. Die blauen Fahnen der Japaner und die gelben der Australier waren im ganzen Stadion verteilt. Die Stimmung war wunderbar. Und die beiden Mannschaften taten auf dem Rasen auch alles dafür, dass es zu diesem gelungenen Auftakt kam. Dass die „Aussies" das Spiel noch am Schluss für sich entscheiden konnten, hat mich etwas überrascht. Ich hatte eigentlich auf die Japaner getippt und geglaubt, sie würden das 1:0 über die Zeit bringen. Aber so ist der Fußball! Am Ende hat Australien verdient gewonnen.







Bei aller Freude musste ich aber auch an den 1. FC Kaiserslautern denken. Könnte doch der FCK in diesem erstklassigen Stadion in der ersten Liga spielen! Da kann man schon etwas wehmütig werden. Besonders froh war ich, dass ich das WM-Spiel zusammen mit Ottmar Walter sehen konnte. Mitte der zweiten Halbzeit habe ich zu ihm gesagt, wie schön es doch wäre, wenn wir beide da unten auf diesem wunderbaren Rasen mitspielen könnten. Ja, das hätte uns Spaß gemacht. Aber die Zeiten sind vorbei.







Dieses begeisternde Spiel auf dem „Betze" hat wieder gezeigt, dass Deutschland im Fußballfieber ist. Und auch ich fiebere schon dem nächsten Spiel in Kaiserslautern entgegen. Nach diesem tollen Beginn können wir uns am nächsten Samstag auf ein großes Spiel zwischen Italien und den USA freuen. Und natürlich bin ich dann auch wieder auf dem Betzenberg. Bis es so weit ist, werde ich mir die Spiele im Fernsehen ansehen. Was ich da bis jetzt so gesehen habe, hat mir gezeigt, dass die anderen auch nur mit Wasser kochen. Am besten gefallen hat mir das Spiel zwischen Argentinien und der Elfenbeinküste. Enttäuschend fand ich dagegen die Engländer. Dem Mittwoch sehe ich sehr zuversichtlich entgegen. Ich glaube, dass Deutschland gegen Polen gewinnt und so den Einzug ins Achtelfinale schafft.







HERBERA / HERBERA



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.135

Datum: Dienstag, den 13. Juni 2006

Seite: Nr.14
 
WM 2006



KOMMENTAR



Fröhliches Spektakel



Von Oliver Sperk





Die Premiere ist gelungen. Das erste WM-Spiel überhaupt in Kaiserslautern wurde zu einem farbenfrohen, fröhlichen Spektakel mit hohem Unterhaltungswert.







Vier Tore - so viele Treffer wie gestern Nachmittag im Fritz-Walter-Stadion gab es bislang kaum bei dieser Weltmeisterschaft. Die Anhänger aus Asien und Australien sorgten für ein friedliches Fußballfest, die neutralen Fans bekamen ein vor allem in der Anfangs- und der Schlussphase munteres Spiel zu sehen. Zwar keine hochklassige Partie für Fußball-Feinschmecker, aber spannende Unterhaltung. Mit unbändigem australischem Kampfgeist, wie man ihn sich auch vom 1. FC Kaiserslautern künftig wieder auf dem Betzenberg wünscht.







Die Atmosphäre in Stadt und Stadion waren in der Tat einmalig und unvergleichlich - weltmeisterlich eben. Die Organisatoren waren zufrieden, nur die doch nicht ganz kleinen Lücken auf den Stadionränge fielen ins Auge.







„Wir müssen 100 Matchday-Tickets auf Anweisung der Fifa am Spieltag zurück halten für Problemfälle. Und gerade beim ersten Spiel waren wir angehalten, diese ganze Reserve einzubehalten", sagte Erwin Göbel, stellvertretender Geschäftsführer der Außenstelle Kaiserslautern des Fifa-WM-Organisationskomitees. Davon seien dann West-, Ost- und Südtribüne betroffen gewesen.







EINZMAD / EINZMAD



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.135

Datum: Dienstag, den 13. Juni 2006

Seite: Nr.9
 
WM 2006



Der neue australische Volksheld heißt Tim Cahill



Zwei Treffer beim sensationellen 3:1-Erfolg gegen lange führende Japaner - Guus Hiddinks glückliches Händchen





KAISERSLAUTERN (osp). Das nennt man glückliches Händchen: Durch Tore der eingewechselten Tim Cahill (2) und John Aloisi kämpfte Australien gestern Nachmittag im Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion Japan nach 0:1-Pausenrückstand noch 3:1 nieder.







Premieren bei der Premiere: Im ersten WM-Spiel überhaupt in Kaiserslautern feierten die „Socceroos" ihren allerersten Sieg bei einer Weltmeisterschaft bei ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 1974 und schossen auch ihrer ersten Tore.







Ein Riesen-Jubelknäuel in Gelb in der 89. Minute im sommerlichen Glutofen Fritz-Walter-Stadion: Joker Cahill hatte nach Zuspiel von Aloisi den Ball an den Innenpfosten gezirkelt - Tor. 2:1 für die tapfer anrennenden Australier. Sie steckten in einem vor allem in der Anfangs- und Schlussphase sehr munteren und unterhaltsamen Spiel nie auf - und wurden belohnt.







Drei Minuten später setzte Aloisi den 3:1-Schlusspunkt (90. + 2). Ein bisschen zu viel des Guten. Aber Asienmeister Japan hatte einfach zu wenig zuzusetzen nach seiner 1:0-Führung durch den in der Anfangsphase am Regiepult stark aufspielenden Shunsuke Nakamura.







Der 27-jährige Mittelfeldmann von Celtic Glasgow versenkte eine „Bogenlampe", wohl eher als Flanke gedacht, über Australiens Keeper Mark Schwarzer hinweg zum 1:0 (26.). Doch der ehemalige Torhüter des 1. FC Kaiserslautern wurde von Bald-Frankfurter Naohiro Takahara durch einen Schubser am Hochspringen gehindert - nicht gerade ein astreiner Treffer.







Der auch Australiens Coach Guus Hiddink so richtig in Rage brachte. Der Niederländer legte sich mit dem vierten Offiziellen an. „Jeder im Stadion kann die Zeitlupe sehen, nur ich als Trainer darf das nicht", grollte Hiddink und stellte später zufrieden fest: „Am Ende hat die Gerechtigkeit gesiegt. Wir sind alle überglücklich. Ich habe den Spielern gesagt: Genießt das! Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie sich trotz der trockenen Hitze nie aufgegeben hat."







Die Japaner gefielen im ersten Abschnitt durch schnelles Kurzpass-Spiel und blitzartiges Umschalten. Da wurde der zeitweilige Fünfer-Abwehrriegel nach der 1:0-Führung blitzschnell zur Dreierkette. Auf den Außenbahnen flitzten rechts Yuichi Komano und links der gebürtige Brasilianer Alessandro Santos vor und zurück.







Im Mittelfeld hatten die Australier Brett Emerton und Vince Grella oft das Nachsehen gegen Nakamura und Hidetoshi Nakata. Doch nach der Führung fehlte die Durchschlagskraft.







Kennzeichnend für die Abschluss-Schwäche der Japaner: die vergebene Großchance zum dann vielleicht vorentscheidenden 2:0 (76.): Takahara erkämpft sich den Ball an der Mittellinie, zieht auf und davon, bedient seinen Sturmpartner Atsushi Yanagisawa. Der lediglich ein Schüsschen zustande bringt. „Wir konnten unsere Chancen nicht verwerten, deshalb haben wir das Spiel in den letzten zehn Minuten verloren", haderte Japans Trainer Zico.







Beim ersten Treffer der „Socceroos" patzte ausgerechnet der bis dahin beste der „Blue Samurai". Torwart Yoshikatsu Kawaguchi unterlief eine weite Einwurf-Flanke von Lucas Neill - und Cahill bedankte sich mit dem 1:1 (84.). Das Unheil für die ausgelaugten Asiaten nahm seinen Lauf.







SO SPIELTEN SIE







Australien: Schwarzer - Moore (61. Kennedy), Neill, Chipperfield, Culina - Grella - Wilkshire (75. Aloisi), Emerton, Bresciano (53. Cahill) - Kewell, Viduka







Japan: Kawaguchi - Tsuboi (56. Moniwa/90.+1 Oguro), Miyamoto, Nakazawa - Komano, Fukunishi, Santos - H. Nakata, Nakamura - Takahara, Yanagisawa (79. Ono)







Tore: 0:1 Nakamura (26.), 1:1 Cahill (84.), 2:1 Cahill (89.), 3:1 Aloisi (90.+2) - Gelbe Karten: Grella, Moore, Cahill, Aloisi - Miyamoto, Takahara, Moniwa - Beste Spieler: Cahill, Aloisi, Viduka, Kennedy - Nakamura, Fukunishi, Komano - Zuschauer: 46.000 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Abd el Fatah (Ägypten).







KAMMC / KAMMC



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.135

Datum: Dienstag, den 13. Juni 2006

Seite: Nr.9
 
WM 2006



Stimmen und Stimmungen



Schwarzer muss sich doch nicht schwarz ärgern



Erster australischer WM-Sieg lindert die Wut des Torhüters ob des umstrittenen Gegentreffers





Von Steffen Gall







und Oliver Sperk







Mark Schwarzer strahlte übers ganze Gesicht, als er die extra für die WM eingerichtete riesige Mixedzone in der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions betrat. Geduldig arbeitete er sich von den Radioleuten über die schreibende Zunft bis zu den Fernsehjournalisten vor. Und wiederholte immer wieder, dass er vor dem Tor zum 1:0 der Japaner regelwidrig bedrängt worden sei.







„Wer es im Fernsehen noch einmal gesehen hat, weiß: Es war ein ganz klares Foul", betonte der frühere Torhüter des 1. FC Kaiserslautern , der den Australiern durch seine großen Taten im Elfmeterschießen gegen Uruguay das WM-Ticket gesichert hatte. Schwarzer hätte sich schwarz geärgert, wenn diese Situation, die zum 0:1-Rückstand führte, den „Socceroos" eine Niederlage beschert hätte. War ja nicht der Fall, und so hatte der 1,96 Meter große Keeper gut lachen nach dem ersten australischen WM-Sieg und ließ auf Deutsch wissen, dass es „sehr schön" war, mal wieder in Kaiserslautern gespielt und gewonnen zu haben.







Auch Harry Kewell war bester Dinge, obwohl ihm das Match „sehr viel abverlangte", da er ja gerade erst eine Leistenverletzung überstanden hat. Und über Nacht einen wundersamen, blitzartigen Fitness-Schub erfahren haben muss.







Trainerfuchs Guus Hiddink hatte hunderten von Journalisten am Sonntag nämlich ganz ausdrücklich in die Blöcke und Mikrofone diktiert, Kewell sei körperlich noch nicht wieder so weit; er müsse zunächst auf der Reservebank Platz und mit der Jokerrolle vorlieb nehmen. Die dann den später entscheidenden Figuren dieses unterhaltsamen WM-Spiels zufiel: dem zweifachen Torschützen Tim Cahill und John Aloisi, der das 3:1 in der Nachspielzeit erzielte. „Es ist toll, dass wir solche Leute auf der Bank haben", sagte der blitzartig genesene Kewell in Anbetracht der drei Joker-Tore.







Gute Bank? War da nicht was? Doch: Nach dem Training am Sonntag im Fritz-Walter-Stadion hatte Zico, der brasilianische Trainer der japanischen Nationalmannschaft, ausdrücklich vor der guten Bank der Australier gewarnt ... „Trainer Hiddink kennt uns eben. Er weiß, was wir können", sagte Cahill, der „Spieler des Spiels" kurz und trocken.







Der Niederländer Hiddink, der nach der WM Australien den Rücken kehrt und in Russland anheuert, legte seinen Helden nahe, diesen Moment des Sieges zu genießen. Und sie hatten riesengroßen Spaß, als sie nach dem Schlusspfiff in und mit der Westkurve feierten. Dort, wo sonst die Treuen der Treuen in Rot und Weiß mit dem FCK bangen und zittern, dominierten gestern die fast komplett in die gelben Nationaltrikots ihrer Lieblinge gehüllten Fans der „Socceroos".







Im Hinblick auf die mögliche Qualifikation für das Achtelfinale zeigten sich die australischen Kicker durchweg sehr vorsichtig. „Es ist großartig, das erste WM-Spiel zu gewinnen. Aber erreicht haben wir noch nichts", sagte Harry Kewell mit ernster Miene. Als nächstes muss Australien gegen Brasilien ran. Und da „ist eine gute Vorbereitung sehr wichtig", betonte Mittelfeldmann Vince Grella und rechnet damit, dass sich sein Trainer in taktischer Hinsicht einiges einfallen lassen wird.







Japan und Zico stehen nach der Niederlage zum Auftakt schon mit dem Rücken zur Wand. „Die langen Bälle in den Strafraum, die haben uns arg in Schwierigkeiten gebracht. Jetzt müssen wir das nächste Spiel gegen Kroatien unbedingt gewinnen", sagte der Trainer der gestern niedergekämpften „Blue Samurai".







KAMMC / KAMMC



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.135

Datum: Dienstag, den 13. Juni 2006

Seite: Nr.9
 
Lokal



„Stimmung war einfach gigantisch"



Erstes WM-Spiel im Fritz-Walter-Stadion macht Lust auf mehr - Japanisches Wechselbad der Gefühle





Von unserem Redakteur







Steffen Gall







Einige Sekunden vor der offiziellen Anstoßzeit - die Uhr zeigte noch 14.59 Uhr - war es so weit: Der WM-Ball rollte in Kaiserslautern. Schiedsrichter Essam Abdel Fatah aus Ägypten pfiff das erste Spiel einer Fußball-Weltmeisterschaft auf pfälzischem Boden an. WM-Atmosphäre auf dem Betzenberg, WM-Premiere in dem Stadion, das den Namen des großen Fritz Walter trägt, des legendären Fußballers der Stadt, der diesen Moment leider nicht mehr erleben durfte. Was hätte sich „de Walder Fritz" gefreut...







Rund zwei Stunden zuvor im so genannten SMC (Stadium Media Center): Die Hütte ist proppenvoll. Am Ausgabeschalter für die „Match-Tickets", ohne die man erst gar nicht auf die Tribüne kommt und sich das Spiel höchstens auf einem der vielen Fernsehschirme im SMC anschauen kann, hat sich eine Riesenschlange gebildet. Wohl dem, der sich die begehrte Zugangsberechtigung bereits am Sonntag beim Training der Nationalteams aus Japan und Australien gesichert hat. Dann kann man gleich mal neugierig durch dieses Medien-Monstrum schlendern, das knapp 700 Journalisten Platz zum Arbeiten bietet. Beim ersten Rundblick wird sofort klar: Die japanischen Journalisten haben hier alles im Griff, sind klar in der Überzahl. Es ist wahrlich ein Mega-Tross, der dem Asien-Meister in Deutschland zu den Spielorten folgt. Sie sind guter Dinge, die japanischen Kollegen, scherzen untereinander, sind ganz offensichtlich so richtig heiß auf den ersten WM-Auftritt ihrer Mannschaft.







Kleiner Zeitsprung, knapp vier Stunden später: keine scherzenden Japaner mehr. Dafür deprimierte. Die 1:3-Niederlage ihrer Mannschaft hat sie getroffen. Fehlstart. Und das nach einer 1:0-Führung bis zur 84. Spielminute! „Oh, what a game", stöhnt ein schweißgebadeter Japaner, als er sich im SMC niederlässt, um seinen Artikel in ein Laptop zu klimpern. Wenige Minuten vor Schluss hatte das von den Fans mit lautstarken „Nippon-Nippon"-Rufen angefeuerte Nationalteam von Trainer Zico noch wie der Sieger ausgesehen. Aber dann stachen die vom holländischen Trainerfuchs Guus Hiddink eingewechselten Joker und drehten die Partie in einen australischen Sieg. Entsetzt standen die japanischen Spieler auf dem satten Grün des Fritz-Walter-Stadions, schüttelten die Köpfe, starrten ins Leere. Die Australier hingegen hatten sich zu einer gelb-grünen Traube zusammengefunden, jubelten, hüpften, feierten.







Das erste WM-Spiel in Kaiserslautern - es hat Lust auf mehr gemacht. Es war kein hochklassiges Match, aber ein äußerst unterhaltsames. Mit einer guten Portion Dramatik zum Schluss. Es gab gefeierte Helden. Wie den in der 53. Minute eingewechselten Tim Cahill, der mit zwei Toren innerhalb kürzester Zeit die Wende herbeiführte. Und es gab tragische Helden. Wie den japanischen Torhüter Yoshikatsu Kawaguchi, der seine Mannschaft mehrmals mit tollen Paraden vor dem möglichen Ausgleich bewahrt hatte, dann aber mit einem planlosen Herumirren im Strafraum den Australiern Tür und Tor zum 1:1 öffnete.







Um 16.50 Uhr pfiff der ägyptische Unparteiische ab. Und wer kein Ticket für die Pressekonferenz hatte - nur 200 Journalisten dürfen dorthin - machte sich gleich wieder auf den Weg ins SMC, wo die Pressekonferenz live übertragen werden sollte. Schließlich will man ja erfahren, wie es den beiden berühmten Trainern in Kaiserslautern gefallen hat. Jedenfalls war den Journalisten versprochen worden, dass die PK live übertragen wird. Doch die Ernüchterung folgt ganz schnell: „Technische Panne", sagt ein Volunteer, also einer der vielen Helfer. Na toll: keine Stimmen, keine Reaktionen und keine Eindrücke vom Gemütszustand der beiden Trainer.







Und Fans sah man als „normal sterblicher Journalist" auch kaum auf seinen Wegen zwischen Tribüne und SMC. Einige wenige konnte man mit viel Einsatz aber erwischen. Die waren einer Meinung: „Man kann das mit Bundesliga- oder Europapokalspielen gar nicht vergleichen - die Stimmung hier war einfach gigantisch", so der Tenor. Fand Australiens Torhüter Mark Schwarzer auch. Der frühere Keeper des 1. FCK hatte riesigen Spaß an seiner alten Wirkungsstätte: „Es war schön, mal wieder hier zu sein. Und das Beste: Wir haben gewonnen!"







REDZIMH / REDZIMH



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.135

Datum: Dienstag, den 13. Juni 2006

Seite: Nr.10
 
WM 2006



weltmeister-impressionen



Das große Lob von Wolfgang Niersbach





Als ich gestern unsere Elf am Fernseher sah, da fiel mir ein Gespräch mit Bruder Fritz ein. Seit ein paar Wochen spielte damals Klose in der FCK -Mannschaft: „Der wird einmal ein Guter," urteilte ich, weil ich von Mittelstürmern etwas verstehe. Fritz ging weiter: „Von allen Mittelstürmern, die wir im Lauf der Jahre hatten, wird Klose dir am ähnlichsten." Jetzt weiß ich, das war auch ein Lob für mich. Ich bin stolz auf Klose!







Und jetzt auch zufrieden, denn Klinsmanns Jungschar hat sich zu ihrem ersten Ziel durchgekämpft. Sie zieht als Tabellenerster ins Achtelfinale ein. Auf den Gegner, egal wie er heißen mag und wie unangenehm er auch sein wird, macht ein Gruppensieger immer mehr Eindruck als „nur" ein Zweiter. Der Sieg gestern war schon wichtig!







Mit „breiter Brust" kann auch Kaiserslautern die beiden letzten WM-Spiele angehen: Die kleinste WM-Stadt zählt zu den Größten! Was mir Wolfgang Niersbach, rechte Hand Beckenbauers, bestätigte. Nirgendwo sonst sei ihm diese Herzlichkeit, dieser Frohsinn und diese unbeschwerte Internationalität so dicht gedrängt begegnet wie in Kaiserslautern. So habe er sich Fußball außerhalb der Stadien gewünscht!







Ähnlich schwärme ich von unserem Casimirsaal, von der guten Stube Kaiserslauterns, in der immer nur besonderer Besuch begrüßt wird. Diese Empfänge wirken oft ein wenig steif. Als die Stadt jedoch die Delegationen von Trinidad und Tobago sowie Paraguay willkommen hieß, zerfloss diese protokollarische Steifheit in der überquellenden, bunten Fröhlichkeit der Gäste, ohne Würde und Wirkung zu verlieren. In der Delegation von „T&T" fiel mir ein Mann von imponierender Erscheinung auf. Als sein Name genannt wurde, erinnerte ich mich. Hasely Crawford war der erste Olympiasieger von Trinidad und Tobago, der 1976 in Montreal eine der drei begehrtesten Goldmedaillen in der Leichtathletik gewann: Im 100-Meter-Lauf durchbrach er die Vorherrschaft der US-Sprinter. Ich bin dankbar, ihn kennen gelernt zu haben!







Der Casimirsaal ist derzeit Treffpunkt internationaler Berühmtheiten: Schon am Freitag kommt die nächste - der spanische König Juan Carlos mit seiner Frau!







Von wegen Provinzstadt!







HERBERA / HERBERA



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.141

Datum: Mittwoch, den 21. Juni 2006

Seite: Nr.25
 
Lokal



RHEINPFALZ-WM-Café



„Jedes Jahr 14 Tage WM, das würde Spaß machen"



Havelkönigin macht Werbung für Brandenburg - Weihbischof: Keine Stimmung für Hooligans - Roswitha Beck: Wahnsinn





Exzellenz aus Brandenburg steht auf Steeldrums







Gestern war ihre Exzellenz im WM-Café, die Havelkönigin aus Brandenburg. Janina Pietschmann, 23 Jahre alt und BWL-Studentin in Magdeburg, ist erst seit Samstag im Amt und schon mit einer Delegation der Stadt auf Tour. Die sympathische Frau strahlt. Was in Kaiserslautern abgeht, begeistert sie. Steeldrums, Karibikstimmung - „das ist super, ganz toll". Auf einen längeren Stadtbummel hätte sie Lust, doch die hohen Schuhe und die königliche Robe - etwas zu anstrengend. Kaiserslautern könne, was die Attraktivität angeht, mit Brandenburg mithalten, „nur das Wasser fehlt". Die Havelkönigin soll Werbung für Brandenburg machen, damit mehr Touristen kommen. Der Vorsitzende des Gewerbevereins berichtet, dass in der Lauterer Partnerstadt die Arbeitslosigkeit bei 18 Prozent liegt, man jetzt Hoffnung in die Ansiedlung einer Solarfabrik setzt. „Dafür ist das Loch, eine Großbaustelle mitten in der Stadt, endlich zu." Nach neun Jahren. (cla)







Höhns Tochter darf Fifa-Fahne tragen







Hans Höhn, Marketing- und Werbefachmann, der mit seiner Agentur die Riesenposter „der Fußball kommt heim", die überall in der Stadt rumhängen, entworfen hat und auch die Standortkampagne managte, ist hochzufrieden. „Alles toll." Nicht mal er habe die Begeisterung so erwartet. „Wobei ich immer gesagt habe, dass da ein Ding über uns hereinbricht, das wir in 100 Jahren nicht wieder erleben." Von der Stimmung und den Erfahrungen könne die Stadt lange zehren. „Wir haben bewiesen, dass wir es können." Jetzt müsse „das positive Denken konserviert", die Bedenkenträger ruhig gestellt werden. „Jedes Jahr 14 Tage WM, das würde mir Spaß machen", grinst Höhn, dessen Tochter Leonie gestern Abend eine der Fifa-Fahnenträgerinnen war. „Auch für die Kinder ist das toll, die werden das behalten, das nimmt denen keiner mehr." Die PRE - Höhn ist einer der Gesellschafter - nutze ebenfalls die Chance. „Wir haben Gäste aus den USA da, das ist ein toller Anlass, man hat sofort eine persönliche Atmosphäre und das zahlt sich bei Amerikanern immer aus." (cla)







Gäste aus St. Quentin haben VIP-Karten







„Exzellent, wunderbar." Dominique Bouvier (rechts), Beigeordneter in St. Quentin und Beauftragter für die Städtepartnerschaft mit Kaiserslautern, kommt aus dem Schwärmen gar nicht heraus. Für zwei Tage ist er mit einer fünfköpfigen Delegation in der Stadt, hat wie die Kollegen eine VIP-Karte fürs WM-Spiel am Abend im Fritz-Walter-Stadion, freut sich drauf. „Ich mag schönen Fußball", erzählt er, tippt, dass Deutschland Weltmeister wird. Die Stadt sei nicht mehr wiederzuerkennen, „so multikulturell, voller Musik und Theater". Da würde man am liebsten bleiben, entfährt es denn auch Jean-Marie Barré (links), Direktor in der Stadtverwaltung von St. Quentin, der daran erinnert, dass Kaiserslautern und seine Heimatstadt seit 40 Jahren miteinander verbandelt sind. (cla)







Geburtstagskind Frohberger sieht nur „happy Bürger"







„Ein schönes Geburtstagsgeschenk", freut sich Hans-Peter Frohberger, der gestern 61 wurde. Die Stadt ist bunt, überall „happy Bürger", glückliche Leute, sagt der gebürtige Rheinländer, der sich bei der Stimmung in der Stadt an seine Kindheit in Bonn erinnert fühlt: „Wobei wir in Kaiserslautern jetzt großen Karneval haben." Frohberger ist sicher, dass die Stadt nach der WM nicht in ein Loch fällt. „Wir sind aus unserem Schatten herausgetreten und es wird Initiativen geben, diese WM im Kleinen gedämpft weiterzufahren, mit viel Kultur die Stimmung über die Zeit zu retten." Er habe in den letzten Tagen viele Alt-Lauterer getroffen, „die erkennen die Stadt nicht wieder". Durch die Maßnahmen im Vorfeld der Spiele sei die Stadt 15 bis 20 Jahre nach vorne gebracht worden. Das Wichtigste aber für den Direktor des Referats Stadtentwicklung: „Die Leute haben erkannt, dass sie in einer liebenswerten, zukunftsorientierten Stadt leben." (cla)







„Die Jugend trägt das weiter"







„Überwältigend, fröhlich, heiter": Weihbischof Otto Georgens freut sich über die lockere und entspannte Stimmung in der Stadt: „Hier kann ich mir keine Hooligans vorstellen." Er ist während dem Deutschland-Spiel mit der S-Bahn gekommen, hat das erste Klose-Tor im Zug im Radio mitgekriegt. Schon am Hauptbahnhof hat ihn das pulsierende Leben begeistert: „Die Globalisierung ist hier." Wenn man bedenke, so sinniert der Weihbischof, dass die Menschen oft so klein, klein denken, dann sei das hier schon großartig. „Das nimmt die Jugend auf, trägt es weiter." Georgens tippt, dass Deutschland „sehr weit kommt", Die Stimmung in Deutschland sei so gut, der zwölfte. Mann trägt das Team mit, glaubt er und fügt an: „Und Klose trifft auch wieder." (ita)







Die dritte WM hautnah







Auch Norbert Thines kommt ins WM-Café. Der Ex-Präsident des 1. FC Kaiserslautern plaudert darüber, wie er die WM privat feiert. Thines hat seinen Garten festlich geschmückt, er hat bereits etliche Feste dort gefeiert, internationale Gäste gehabt. „Es sind schöne Begegnungen", betont Thines. Vergangenen Samstag hat er das WM-Spiel zwischen Italien und den USA auf dem Betzenberg gesehen. „Danach sind wir in der WM-Meile hängengeblieben", erzählt Thines. „Ein wunderschöner Tag." Es ist die dritte WM, die er hautnah erlebt. Nach 1994 in den USA und 1998 in Frankreich. In den USA war er auf Einladung des DFB, sollte sich etwas um die damaligen FCK -Nationalspieler Stefan Kuntz und Martin Wagner kümmern. 1998 machte er sich zusammen mit einem Lauterer Gastronomen, einem Iraner, auf, um WM-Luft zu atmen. In Montpellier, so erinnert er sich, hätten er und der Iraner damals Völkerverständigung praktiziert, Anhänger beider Länder auf einem Platz zusammengebracht. Übrigens: Deutschland hat damals 2:0 gegen Iran gewonnen. (rdz)







Stimmung in der Stadt ist Wahnsinn







Drei Cappuccini, bitte! Roswitha Beck, Ehefrau von Ministerpräsident Kurt Beck, kommt mit ihren Freundinnen Erika Simon und Anita Anspach-Olfers im WM-Café vorbei. Mit den drei Damen kommt die Sonne wieder heraus, es hört auf zu regnen. Die drei haben sich für heute verabredet: Bummeln durch die WM-Stadt und danach Deutschland gegen Ecuador im Weindorf gucken. Sie haben dort Plätze reserviert. Alle drei bedauern, dass Fritz Walter die WM in seiner Vaterstadt nicht erleben durfte. „Das ist der Wahnsinn", sagt Roswitha Beck über die Stimmung in der Stadt. „Die laufen miteinander, die reden miteinander, die lachen miteinander", freut sie sich über das gute Verhältnis der Nationen in Kaiserslautern. „Es ist toll, dass es so klappt." Für die Stadt Kaiserslautern hat sie viel Lob übrig. „Der Stadt ist es echt gelungen, sich auf die Menschen einzustellen." (rdz/Fotos: view)







SCHUETS / SCHUETS



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.141

Datum: Mittwoch, den 21. Juni 2006

Seite: Nr.11
 
Lokal



Blickpunkt



Mit der S-Bahn zur Lauterer Fußball-„Kathedrale"



Weihbischof Otto Georgens macht sich mit Schal auf den Weg zum Spiel Paraguay gegen Trinidad und Tobago





„Ich bin gespannt, wie sich die Kathedrale präsentiert", sagt Otto Georgens und fügt gleich an „Kathedrale in Anführungszeichen". Es ist 20 nach Drei, und der Weihbischof steht am Bahnsteig, den Deutschlandschal um den Hals, und wartet auf die S-Bahn. Er will sich zusammen mit dem Bischof das Spiel Paraguay gegen Trinidad und Tobago ansehen.







„Ich hätte nie gedacht, dass ich Karten bekomme", sagt er und erzählt von den Verbindungen zwischen dem Bistum Speyer und den Mitarbeitern der RPR1-Kirchensendung „Einfach himmlisch", die für ihn und Anton Schlembach Tickets für die Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions organisiert haben.







„Mental" hat er sich vorbereitet mit einem Gedicht von Heinz Erhardt, sagt er: „44 Beine laufen durch die Gegend ohne Ziel. Und weil sie so rasen müssen nennt man das ein Rasenspiel". Natürlich hat er sich auch über die Mannschaften und die Länder informiert, sich aber dazu entschieden, neutral zu bleiben und den Deutschland-Schal umgehängt.







Mit Fußball kennt er sich aus. „Ich bin FCK -Fan", gesteht er. Und gibt auch zu, dass er auch wenn er unterwegs ist, im Radio verfolgt, „wie"s gerade steht". Nur auf dem Betzenberg war er schon lange nicht mehr. „Als ich dort war, war Norbert Thines noch Präsident", sagt Georgens.







Warum er mit der S-Bahn fährt? „Weil ich noch nie mit der S-Bahn gefahren bin", antwortet er prompt. „Und weil ich denke, dass es für Fans der beste Weg ist, gut ins Stadion zu kommen." Er hat noch einiges vor, bis er sich mit dem Bischof trifft, der mit Fahrer anreist. Er will bei der Jugendkirche auf die Torwand schießen. Beim Rheinland-Pfalz-Tag im Hof der protestantischen Kirche hat er das schon mal geübt. Und beim dritten Versuch hat es auch geklappt. Dann will der Weihbischof fair gehandelte Bälle signieren, die Malteser besuchen und die Volunteers. Und sich ab 20 Uhr vom Radiosender RPR 1 interviewen lassen. Was Otto Georgens bei der Zugfahrt, in der WM-Stadt und im Stadion erlebt hat, können Sie in der morgigen Ausgabe lesen. (il)







WILZEKM / WILZEKM



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Speyerer Rundschau

Datum: Nr.141

Datum: Mittwoch, den 21. Juni 2006

Seite: Nr.9
 
WM 2006



Paraguay als Party-Verderber



2:0-Sieg über Trinidad und Tobago - Fans sorgen für karibischen Abend in der Pfalz





Von unserem Redakteur







Oliver Sperk







KAISERSLAUTERN . Stimmungsvoller karibischer Abend in der Pfalz. Dennoch muss Trinidad und Tobago nach dem 0:2 (0:1) gegen Paraguay gestern Abend in Kaiserslautern ebenso wie der schon zuvor ausgeschiedene Gegner nach Hause fahren.







„Warriors - impossible is nothing" - „unmöglich ist nichts"; die Aufschrift auf den knallroten T-Shirts sollte Programm sein für die Kicker aus Trinidad und Tobago. Die Anhänger der „Soca warriors", wie Dwight Yorke und Co. in kreolisch-englischem Slang genannt werden, waren so optimistisch, dass ihre unglaubliche WM-Party weitergeht.







Nach dem überraschenden 0:0 gegen Schweden und der erst in der Schlussphase besiegelten 0:2-Niederlage gegen England wollten sie mit englischer Schützenhilfe die Sensation schaffen, den Sprung ins Achtelfinale.







Farbenfroher karibischer Karneval in der Stadt und „La ola" schon vor dem Anpfiff im Fritz-Walter-Stadion, Heimspiel-Atmosphäre für die „Warriors". Zur Begeisterung der Zuschauer begann die Partie sehr lebhaft. Paraguay demonstrierte, dass es sich nicht sang- und klanglos aus Deutschland verabschieden wollte. Und auch der zuletzt schwache Roque Santa Cruz schien es seinen Kritikern zeigen zu wollen und hatte in den ersten zehn Minuten zwei gute Kopfballchancen. Die erste parierte Kelvin Jack. Der 29-Jährige vom FC Dundee ersetzte überraschend den bisher so starken Torhüter Shaka Hislop.







Doch auch „T&T" hätte durch Cornell Glenn (5.) in Führung gehen können; seinen Kopfball parierte Paraguays Keeper Aldo Bobadilla. Den herben Dämpfer für kühne Achtelfinalträume setzte es in der 25. Minute: Einen Freistoß des paraguayischen Mittelfeldspielers Roberto Acuna verlängerte Julio Dos Santos vom FC Bayern München per Kopf. Und wieder stand das Haupt von Brent Sancho im Mittelpunkt. Der Abwehrspieler der „Trinis", den Peter Crouch beim 1:0 der Engländer an seinen langen Haaren heruntergezogen hatte, traf unglücklich per Kopf zum 1:0 für Paraguay.







Das 2:0 hatte der agile Bremer Nelson Valdez auf dem Fuß, vergab aber (36.). Sekunden später das vermeintliche 2:0 durch Denis Caniza. Doch der Schiedsrichter entschied bei der Vorlage durch Edgar Barreto auf Handspiel.







Vier Minuten vor der Pause kam bei Trinidad und Tobago Evans Wise vom SV Waldhof Mannheim zu seinem zweiten WM-Einsatz. Er ersetzte den verletzt ausgeschiedenen Cornell Glen. Stark, wie Torwart Jack das 2:0 für Paraguay durch einen Valdez-Kopfball verhinderte (45.).







Doch auch Trinidad und Tobago zeigte, dass es sich auf Angriffsfußball versteht, und endlich das erste WM-Tor erzielen wollte. Sie hatten dabei die lautstarke Unterstützung auch der deutschen Zuschauer auf dem Betzenberg. So erhielt Carlos Edwards für ein tolles Dribbling auf dem rechten Flügel donnernden Szenenapplaus (64.). Kurz darauf sauste ein Schuss des blonden „Trinis", Christopher Birchall ebenso über das Tor (71.) wie einer des eingewechselten Russell Latapy (74.).







Endgültig alle Achtelfinalträume von Trinidad und Tobago zerstörte dann Nelson Cuevas mit seinem Tor zum 2:0-Endstand vier Minuten vor dem Schlusspfiff. Es wurde also auch nichts aus dem ersten Tor einer Nationalmannschaft des Karibikstaates Trinidad und Tobago bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Trotzdem tragen die Fans ihre T-Shirts mit Stolz: „I am a Soca warrior."







SO SPIELTEN SIE







Paraguay: Bobadilla - Caniza (89. Da Silva), Caceres (75. Manzur), Gamarra, Nunez - Baretto, Acuna, Paredes, Dos Santos - Santa Cruz, Valdez (66. Cuevas)







Trinidad und Tobago: Jack - Sancho, Lawrence, Avery John (31. Jones) - Edwards, Yorke - Birchall, Whitley (66. Latapy), Theobald - Glen (41. Wise), Stern John







Tore: 1:0 Sancho (25., Eigentor), 2:0 Cuevas (86.) - Gelbe Karten: Paredes (2), Dos Santos - Sancho, Whitley (2) - Beste Spieler: Bobadilla, Valdez, Acuna, Dos Santos - Jack, Yorke, Whitley - Zuschauer: 46.000 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Rosetti (Italien).







EINZMAD / EINZMAD



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.141

Datum: Mittwoch, den 21. Juni 2006

Seite: Nr.20
 
WM 2006



DEr Gast-Kommentar Heimvorteil spricht für Deutschland





Ich war in der WM-Vorrunde als Reisebegleiter schwedischer Fans in Deutschland am Ball. So erlebte ich am Dienstag auch das 2:2 gegen England in Köln mit - ein großartiges Spiel! Eines der besten bei dieser WM bisher. Es war ein ganz großer Kampf. Die beiden Gegentore konnte unser Torwart Andreas Isaksson nicht verhindern. Die beiden Bälle waren unhaltbar!







Die Stimmung bei der WM 1974 in Deutschland war auch prima, aber nicht zu vergleichen mit dem, was heute passiert. Es ist fantastisch. So viele Schweden waren noch nie mit der Mannschaft unterwegs. In Berlin beim 1:0 gegen Paraguay waren mehr als 50.000 Schweden im Stadion - unglaublich diese Bilder, diese Atmosphäre.







Auch 1974 sind wir auf Deutschland getroffen. Es war ein großes Spiel, ein Krimi, den wir 2:4 verloren haben. Für mich als Torwart ein ganz bitterer Abend: Ich wurde hoch gelobt, bekam aber vier Tore. Mein Wechsel nach Kaiserslautern stand übrigens schon vor der WM fest. Willi Müller war damals FCK -Präsident. Er hat mich verpflichtet. Große Zeiten ...







Schweden hat eine gute Mannschaft - und am Samstag im Achtelfinale auch seine Chance. Alles ist möglich. Deutschland hat aber auch eine sehr starke Nationalmannschaft, das hat man in den drei Gruppenspielen wieder gesehen. Die Deutschen werden die volle Unterstützung der Zuschauer haben. Der Heimvorteil spricht für Deutschland.







Die große Stärke der schwedischen Mannschaft ist die Abwehr um Kapitän Olof Mellberg. Aber gegen England zeigte sich auch das Mittelfeld verbessert. Zlatan Ibrahimovic, der Torjäger, der verletzt fehlte, war zuvor völlig außer Form.







Aber wir haben auch noch einen Henrik Larsson. Der wird im Herbst 35, ist aber im dritten oder vierten Frühling. Bei seinem Treffer zum 2:2 gegen die Engländer hat er seine ganze Klasse mal wieder bewiesen. Alter Schwede ...







Vor der WM habe ich Argentinien als Titelfavoriten genannt. Das ist eine sehr gute Mannschaft. Aber wenn die Deutschen am Samstag gewinnen, dann wird alles möglich. Auch der WM-Titel!







Dass Jens Lehmann die Nummer 1 der deutschen Mannschaft geworden ist, das überrascht mich nicht wirklich. Er hat eine überragende Saison bei Arsenal London gespielt, in der Champions League super gehalten. Oliver Kahn hatte dagegen ein bisschen Pech. Unser schwedischer Torwart, Andreas Isaksson, ist ein guter Mann. Er ist erst 25, hat natürlich noch nicht die Erfahrung von Kahn (37) oder Lehmann (36), hat sich aber bei Stade Rennes in Frankreich positiv weiter entwickelt.







Ich selbst werde am Samstag nicht in München sein, in Schweden das Mittsommerfest feiern, das Spiel am Fernsehen verfolgen - und beiden Mannschaften irgendwie die Daumen drücken.







Mit Trauer habe ich den Abstieg „meiner" Lauterer erlebt. Ich habe so gehofft und meinem Freund „Wolle" Wolf mit seinen jungen Leuten den Klassenerhalt von Herzen gewünscht.







Florian Fromlowitz, Fabian Schönheim, „Basti" Reinert, Daniel Halfar und all die hoch talentierten Jungs machen wirklich Hoffnung. Ich habe „Wolle" ja auch versprochen, den Markt in Schweden und den skandinavischen Ländern für „meinen" FCK im Auge zu behalten. Der FCK wird zurückkommen. Hoffentlich schnell!







Ronnie Hellström (57) hütete bei den Weltmeisterschaften 1970, 1974 und 1978 das Tor Schwedens, absolvierte insgesamt 77 Länderspiele. Der Weltklasse-Keeper spielte von 1974 bis 1985 beim 1. FC Kaiserslautern und absolvierte 266 Bundesligaspiele. Der Schwede pflegt immer noch intensive Kontakte in die Pfalz, ist eng mit FCK -Trainer Wolfgang Wolf befreundet.





Ronnie Hellström





SCHOEPU / SCHOEPU



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.142

Datum: Donnerstag, den 22. Juni 2006

Seite: Nr.23
 
WM 2006



„Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl"



Zur Kaiserslauterer WM beziehen auf Betzenberg-Hochhäusern die Scharfschützen Stellung





Von unserer Redakteurin







Anke Herbert







KAISERSLAUTERN. Zwei Hochhäuser stehen unmittelbar am Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern. Für ihre Bewohner bringt die Fußball-WM ein besonders hohes Maß an polizeilichen Sicherheitsvorkehrungen mit sich. Erfahrungen nach drei Spieltagen auf dem Betzenberg.







Gerhard Hollstein kann von seinem Balkon im neunten Stock des dem Fritz-Walter-Stadion am nächsten stehenden Hochhauses direkt auf den Turm mit FCK -Logo blicken. Irgendwo hinter den Turm-Fenstern beziehen Scharfschützen während der WM-Spiele auf dem Betzenberg Stellung. Wie auf dem Dach des Hochhauses.







„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, all das macht mir nichts aus", sagt der 46-jährige Fachleiter für Deutsch am Studienseminar für Gymnasien in Kaiserslautern im RHEINPFALZ-Gespräch am gestrigen Nachmittag. „Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, bedroht oder eingeschränkt fühle ich mich aber nicht." Schließlich hat er acht Jahre lang im Baskenland gelebt, war im Auslandsschuldienst an der deutschen Schule in Bilbao tätig. „Da hat man eine gewisse Erfahrung." Obwohl er nie persönlich bedroht worden sei, „war es schon gut zu wissen, wann man wo besser nicht hingeht".







In dem Hochhaus in der Malzstraße gibt es 120 Wohnungen. „Bei im Schnitt zwei Bewohnern sind das insgesamt 240 Menschen, fast schon ein kleines Dorf", sagt Hollstein. Deshalb sei es auch nicht ganz so einfach, jede Bitte der Polizei in Sachen Sicherheit zu erfüllen. Wie jene, einen Blick auf verdächtige Personen an oder im Haus zu haben. „Ich habe das eine Woche lang sozusagen als Test gemacht. Es war kaum möglich, zwischen Bewohnern, Gästen oder gänzlich Fremdem zu unterscheiden", schildert Hollstein seine Erfahrung.







Frühzeitig hat die Polizei die Stadion-Nachbarn über das unterrichtet, was zur WM passiert. Am 1. Juni gab es eine Informationsveranstaltung, jeder Bewohner bekam zudem eine schriftliche Mitteilung in die Hand. „Schon zuvor hatten wir eine Eigentümerversammlung mit dem Schwerpunktthema WM", erzählt Gerhard Hollstein. Auch bei dieser Gelegenheit habe die Polizei umfassend erklärt, um was es geht, und einen dauerhaften Ansprechpartner im Kaiserslauterer Polizeipräsidium benannt.







Zu den Bitten der Polizei gehört auch, zwei Stunden vor Spielbeginn bis zwei Stunden nach Spielende die Fenster nicht zu öffnen, sich nicht am Fenster oder auf dem Balkon aufzuhalten. „Das ist alles nicht so wild, dass es mich stören würde", so Hollstein, doch sei das seine subjektive Sicht. Manch anderer Bewohner könne die Situation als belastender empfinden. Der 46-Jährige gesteht freimütig ein, während eines Spiels durchaus mal einen Blick aus dem Wohnzimmerfenster riskiert zu haben, allerdings bei zugezogenen Gardinen. Genau darunter ist nämlich die eigens zur WM aus Sicherheitsgründen überdachte Zufahrt zu den Spielerkabinen. „Aber die Leute sind schwer zu erkennen, und ein Fernglas wäre keine so gute Idee ..."







Einen Unterschied zwischen den WM-Partien am Nachmittag und am Abend hat Gerhard Hollstein bislang nicht ausgemacht. Auch die wegen der Sicherheit besondere Begegnung USA - Italien sei nicht weiter bemerkenswert gewesen. Der Parkplatz des Hochhauses sei von Polizeikräften besetzt gewesen, „aber das war auch bei den anderen Partien so".







Hollstein geht davon aus, dass weniger die Sicherheit als vielmehr Lärm und eine eingeschränkte Zufahrt die Hochhaus-Bewohner nerven könnten. Zwar hat er auch damit noch keine negativen Erfahrungen gemacht, wohl aber ein neuer Nachbar, „der erstmal keine Zufahrtsberechtigung hatte". Problematisch ist es nach Hollsteins Einschätzung auch bei den Zuschauerströmen ins Stadion. Morgen, beim Spiel Spanien gegen Saudi-Arabien, das um 16 Uhr angepfiffen wird, kommt er erst gegen 14 Uhr mit dem Auto heim, „da kann es schon schwierig werden". Während Hollstein erzählt, quert ein Hubschrauber das Stadion. Ein Gespräch ist erstmal nicht mehr möglich. „An den Spieltagen wird natürlich sehr viel geflogen, aber das ist auszuhalten." Bei einigen Runden müsse man sich aber schon fragen, ob sie wirklich notwendig seien.







Für das Spiel tippt Fußball- und Spanien-Fan Hollstein auf 4:0 für die Iberer. Er wird es im Stadion verfolgen. Bevor er seine Wohnung verlässt, wird er die Rollläden allerdings nicht schließen. Es ist die einzige Sicherheitsbitte der Polizei, die er nicht erfüllt. Weil er sie nicht erfüllen kann. Die Fenster haben keine Rollläden.







HERBERA / HERBERA



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.142

Datum: Donnerstag, den 22. Juni 2006

Seite: Nr.25
 
Lokal



RHEINPFALZ-WM-café



„Die Enge in Kaiserslautern ist schön"



Der frühere FCK -Profi Oliver Schäfer findet die WM in Lautern genial - Ottmar Walter kommt zum zweiten Mal vorbei





Ottmar Walter hat die Nationalhymne sogar geübt







Zufällig fast zeitgleich lassen sich am späten Nachmittag die Fußballlegende Ottmar Walter, in Begleitung seiner Frau Anneliese, und der SWR-Fernsehmoderator Martin Seidler im WM-Café nieder. Und es entwickelt sich eine muntere Gesprächsrunde. Für Ottmar Walter ist es bereits der zweite Besuch bei der RHEINPFALZ am Schillerplatz. Der Weltmeister von 1954 könnte 50-mal kommen und hätte immer noch neue Anekdoten aus seiner Karriere auf Lager. Gestern erhielt der 82-Jährige einen Anruf einer jungen Frau, die wissen wollte, wie Ottmar Walter es findet, dass nicht alle deutschen Nationalspieler vor der Partie gegen Ecuador die Nationalhymne mitgesungen haben. Findet der frühere Weltklasse-Stürmer nicht so gut: „Beim Sepp (Herberger) war das Pflicht. Wir haben sogar zusammen geübt." (ffg)







SWR-Moderator Martin Seidler kann die Nationalhymne auch







SWR-Mann Martin Seidler moderiert seit Dienstag das Public Viewing auf dem Stiftsplatz. Und ist mit Begeisterung bei der Sache: „Ich liebe es, wenn ich raus komme und nicht nur im Studio sitze." Normalerweise moderiert der 41-Jährige im SWR-Fernsehen die Landesschau Rheinland-Pfalz sowie die Sendung „Kaffee oder Tee". Das bunte Treiben in Kaiserslautern hat es ihm richtig angetan. Das WM-Fieber hat ihn spätestens am Mittwoch gepackt: „Ich habe die Nationalhymne sogar auf dem Stiftsplatz mitgesungen - ich konnte gar nicht anders!" (ffg)







Majestätischer Glanz durch die pfälzische Weinkönigin







Erneut bringt eine Majestät Glanz ins WM-Café: Katja Schweder, die pfälzische Weinkönigin. In Begleitung von Theresia Riedmaier, Landrätin der Südlichen Weinstraße und Vorsitzende der Gebietsweinwerbung „Pfalzwein", berichtet die 26-Jährige von Erlebnissen während der WM in Lautern. Alle zwei Tage ist sie im Weindorf anwesend - natürlich immer mit Krone. Das machte am ersten Spieltag offenbar vor allem auf die Japaner großen Eindruck: „Sie haben sich alle vor mir verbeugt." Außer den Italienern seien sämtliche Fangruppen sehr interessiert ins Weindorf gekommen und ließen sich ausgiebig informieren. Angetan haben es Katja Schweder vor allem die Australier. Kein Wunder, hat sie doch nach ihrem Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin eine Weile in „Down under" gearbeitet. So hofft sie auf ein Wiedersehen mit Australien im Achtelfinale. (ffg)







Oliver Schäfer kann eine WM zum ersten Mal richtig erleben







Im Trikot des 1. FC Kaiserslautern wurde er 1996 DFB-Pokalsieger und feierte 1998 die Deutsche Meisterschaft. Zum Nationalspieler brachte er es zwar nicht, sieht das aber sehr realistisch: „Dazu war ich einfach nicht gut genug. Ich bin aber zufrieden mit meiner Karriere - vom kleinen Dorfverein bis in die Erste Bundesliga. Und national habe ich fast alles erreicht", blickt Oliver Schäfer im WM-Café ein wenig zurück. Auch er ist begeistert von der Stimmung in der Stadt. „Ich find"s genial! Es ist die erste WM, die ich so hautnah erlebe. Als Spieler war ich zu der Zeit immer in Urlaub", erzählt der 37-Jährige, der heuer in der Regionalliga-Mannschaft des FCK kickt. Das Spiel Australien gegen Japan hat er mit seinem achtjährigen Sohn auf dem Betzenberg erlebt, jetzt hofft er noch auf Karten für das morgige Match oder sogar fürs Achtelfinale. „Ich habe mir ja gedacht, dass es ein Spektakel wird. Aber es übertrifft meine Erwartungen. Die faire Stimmung unter den Fans ist überragend. Und die Enge in Kaiserslautern ist schön, ich glaube nicht, dass es in anderen WM-Städten auch so toll ist." (ffg)







Sabine Muders kann mit Elsa Kaiserslautern in den Arm nehmen







„Kaiserslautern ist durch Elsa greifbar geworden", freut sich Sabine Muders, geschäftsführende Gesellschafterin der Werbeagentur Antares, der geistigen Schöpferin der WM-Großmutter. Die Kampagne mit Elsa hat ein großes Echo gefunden, erzählt sie im WM-Café. Viele internationale Fernsehstationen haben sich für Elsa interessiert; gleich muss die Werbeagenturchefin weiter, ein russisches Team hat sich für Aufnahmen mit Elsa angesagt. Worin der Erfolg von Elsa liegt? Sabine Muders überlegt nicht lange. „Ich kann mit ihr Kaiserslautern in den Arm nehmen. Sie hat das Motto Die Welt zu Gast bei Freunden" erlebbar gemacht. Elsa passt in die Großfamilie Kaiserslautern." (rdz)







FCK -Mitgliederwart schwärmt und denkt an die Zukunft







Walter Herbrand ist auf dem täglichen Weg ins Weindorf, als er Station im WM-Café macht. „Was gestern hier los war, das sieht man normal nur im Fernsehen und nicht auf der Straße hier im Original", schwärmt er von der WM-Stimmung vor dem Spiel Paraguay gegen Trinidad und Tobago. Der FCK -Mitgliederwart spricht über die WM und die Zukunft des Vereins. „Jeder sagt, WM-Stadion und Zweite Liga sind eigentlich nicht vereinbar", hofft Herbrand darauf, dass es wieder nur ein einjähriges Intermezzo für den FCK in der Zweiten Liga wird. Was den Mitgliederwart freut: dass die Zahl der neuen Mitglieder nach dem Abstieg weiter steigt. 753 neue Anhänger hat der Verein seit 13. Mai. (rdz/Fotos: view)







GIESM / GIESM



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.142

Datum: Donnerstag, den 22. Juni 2006

Seite: Nr.11
 
WM 2006



Das „Bürschchen" wehrt sich



Paraguays Trainer Aníbal Ruiz bittet Journalisten zur Aussprache





KAISERSLAUTERN (osp). Während die Verlierer eine karibische Nacht in Kaiserslautern feierten, wurde beim 2:0-Sieger des Spiels Paraguay gegen Trinidad und Tobago eine Krisensitzung anberaumt. Aníbal Ruiz redete über seine sehr ungewisse Zukunft als Nationaltrainer der Südamerikaner.







„Ich werde ein Dossier über die WM und die Zukunft der Mannschaft verfassen, wie ich sie mir vorstelle. Das lege ich unserem Verband vor, und dann werden wir in Asunciãn eine Entscheidung treffen", sagte Ruiz.







Zehn Minuten nach der offiziellen Pressekonferenz am späten Dienstagabend im Anschluss an das letzte Spiel Paraguays bei dieser WM bat der 64-Jährige noch einmal zu einem Gespräch im kleineren Kreis - speziell für die paraguayischen Kollegen. Rätselraten. Tritt er doch sofort zurück, wie rund um die Partie im Fritz-Walter-Stadion gemunkelt worden war?







Nein. Es war der stilvolle Auftritt eines stolzen Mannes, der sich mit Haut und Haaren dem Fußball verschrieben hat. Geradezu liebevoll haben sie ihn „das Bürschchen" getauft, den Uruguayer, der seit Jahrzehnten mit einigen Unterbrechungen in Paraguay arbeitet. Ruiz hat die „Albiroja", die „Weißroten", nach der WM 2002 übernommen. Prompt besiegte seine Mannschaft den damals frischgebackenen Weltmeister Brasilien mit 1:0.







Zwar bezeichnete Ruiz die Qualifikation für die WM 2006 als seinen größten Erfolg als Trainer. Doch dieses Unterfangen lief alles andere als glatt. Man verlor 1:4 in Peru und 2:5 in Ecuador. Damals keimte schon erste Kritik am „Bürschchen", besonders von Seiten des Ex-Nationaltorwarts José Luis Chilavert. Er soll sehr an Ruiz" Posten interessiert sein.







Nach den 0:1-Niederlagen gegen England und Schweden bei dieser WM sowie dem vorzeitigen Aus von Roque Santa Cruz und Co. gipfelte die Kritik der Medien in der Heimat in heftigen, teils beleidigenden Vorwürfen an Ruiz. Kernpunkte: Er habe eine viel zu defensive Taktik gewählt und die falschen Spieler aufgestellt.







Aníbal Ruiz wollte am Dienstag in Kaiserslautern die Gelegenheit ergreifen, mit seinen Kritikern abzurechnen. „Jetzt habt ihr hier die Möglichkeit, mir ins Gesicht zu sagen, was ihr mir vorwerft und von mir haltet. Wir können immer über Fußball reden. Aber es geht darum, sich gegenseitig mit Respekt zu behandeln", rief der Senor laut und bestimmt in den Presseraum des Fritz-Walter-Stadions.







Ausweichende Antworten der Journalisten. Ihrer Meinung nach hätte Ruiz mehr auf Julio Dos Santos bauen müssen, die 23-jährige Mittelfeldhoffnung vom FC Bayern München. Seine Vorlage zum 1:0 Paraguays gegen Trinidad und Tobago am Dienstag, als er erstmals bei der WM von Anfang an ran durfte, war Wasser auf ihre Mühlen. Seine Kopfballverlängerung hatte Pechvogel Brent Sancho unglücklich ins eigene Tor abgefälscht (25.). „Ich bin glücklich, gespielt zu haben. Es war doch noch ein versöhnlicher WM-Abschluss", sagte Dos Santos.







Ob sein künftiger Nationalcoach noch Ruiz heißen wird, dürfte sich in den nächsten Tagen entscheiden. Die Zeichen stehen auf Trennung. Heute soll das Team in Asunciãn mit Massenprotesten empfangen werden.







Ganz anders wird die Begrüßung der bei der WM gefeierten „Trinis" im Karibikstaat morgen ausfallen, bei denen Coach Leo Beenhakker zum Weitermachen überredet werden soll. Während Dwight Yorke (34) in Kaiserslautern wohl zum letzten Mal für sein Land gespielt hat und unter Tränen sagte: „Es war ein Kindheitstraum, Kapitän dieser Mannschaft zu sein."







SCHOEPU / SCHOEPU



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.142

Datum: Donnerstag, den 22. Juni 2006

Seite: Nr.23
 
WM 2006



Im Blickpunkt



„Klose ist so spritzig wie Riesling"



Welche internationale WM-Elf die Pfälzische Weinkönigin Katja Schweder zusammenstellen würde





Von unserer Redakteurin







Martina Röbel







HOCHSTADT. Sie ist im WM-Spielort Kaiserslautern dauernd im Einsatz als Repräsentantin der heimischen Winzer, hält Weinproben vor Ehrengästen oder hilft im Weindorf am Ausschank. Und ganz privat hat sie mit einer auf den letzten Drücker erstandenen Karte begeistert das Spiel Paraguay gegen Trinidad und Tobago verfolgt: Die Pfälzische Weinkönigin Katja Schweder ist im Fußball-Fieber. Gerne stellte sie deshalb auf Anfrage der RHEINPFALZ spaßeshalber ein internationales Weltmeisterschaftsteam nach ihrem Geschmack zusammen.







Die kecke Hochstadterin hat dabei keineswegs nur auf Äußerlichkeiten wie Attraktivität oder Körperbau geschaut, sondern vor allem auf andere Werte. Und wie es sich für eine Repräsentantin der Winzerschaft geziemt, dabei natürlich auch an Wein gedacht. Die Majestät vergleicht ihre Favoriten deshalb gewitzt mit Rebsorten, überträgt dabei die jeweiligen Charaktereigenschaften.







Bei den deutschen Spielern wären Philipp Lahm und Miroslav Klose ihre Lieblinge, des Nationalitäten-Mixes wegen muss sie sich aber für einen entscheiden. Und das kann schließlich nur der Ex- FCK -ler Klose sein, der in der Pfalz aufgewachsen ist, denn „ein Pälzer muss roi - das is" ganz wichtig". Auf der Hand liegt dann auch, dass Katja ihn mit dem König der Rebsorten gleichsetzt: dem spritzigen, kraftvollen Riesling. Der, so merkt sie pfiffig an, „ist auch nicht so empfindlich wie manche anderen und er kämpft sich durch". Weil er „so gut im Schuss ist", würde sie ihn am liebsten „zum Winzersekt befördern". In den Sturm gehört für sie zudem etwas Bodenständiges wie Portugieser, der zudem als Weißherbst vor allem bei jungen Leuten Volltreffer landen kann: Der erst 21-jährige Cristiano Ronaldo aus Portugal, auf den das prima zutrifft, ist denn auch der zweite Mann im Angriff.







Eine Cuvée aus Rotweinsorten könnte sich die Hoheit fürs Mittelfeld vorstellen. Ganz vorn steht dabei der Brasilianer Ronaldinho: „Den finde ich spitze. Er verkörpert für mich den Cabernet Sauvignon, der weltbekannt ist wie er. Er hat Geschmacksnoten wie Tabak und Kaffee und viele der Gesundheit dienliche Phenole. Das bedeutet: Er ist fit, athletisch", zieht Katja schelmisch Parallelen. Francesco Totti, ihren zweiten Mann im Mittelfeld, betrachtet sie als reinen Macho - wie ein Dornfelder: „Er ist temperamentvoll, muskulös, nimmt den Mund voll, hat aber auch eine romantische Ader ..."







Als Schwarzriesling muss Michael Essien aus Ghana dazu - „bärig stark" wie diese „an den Blättern gut behaarte" Rebsorte, die als Pinot Meunier auch mit für Champagner verwendet wird und „entsprechende Power hat". Nummer vier wäre der 33-jährige Franzose Zinedine Zidane - „der typische Spätburgunder, Pinot Noir, der zur Spitzenklasse und den teuersten Weinen der Welt zählt". Etwas gereifter und im Barrique ausgebaut, „kann der zu Hochform auflaufen", weiß die fachkundige Winzertochter.







Auf Teamstärke setzt sie mit einer Cuvée aus harmonierenden Weißweinen ebenso in der Abwehr. Und dabei an erster Stelle auf Raffael Marquez aus Mexiko. Der passe auf und zum Grauburgunder, der als Pinot Grigio wie er große internationale Erfahrungen aufweisen könne. Zudem soll der von Marquez bewunderte Beckenbauer diese Sorte gern trinken. Den Schweden Olof Mellberg hat die hübsche Südpfälzerin zum Weißburgunder in ihrer Elf erkoren: „Der ist perfekt in Harmonie, Frucht und Säure", während der stattliche Blonde „die Ruhe am Ball" zeige. Asiatische Würze bringt sie mit dem zweikampfstarken Südkoreaner Jin-Cheul-Choi ins Spiel - als Sauvignon Blanc, der sich gut als Begleiter zu Fischspezialitäten seiner Heimat eigne. Auf dem Posten des vierten Verteidigers kommt ein Australier zum Zug: Brett Emerton. „Ein richtiger muskulöser Naturbursche, der schnell braun wird - so wie sich ein Chardonnay zu einem goldgelben Wein entwickeln kann."







Als „Allerwichtigsten im Team" holt die kesse Königin Petr Cech ins Tor. Wieso ihre Wahl auf den markanten, dunkelhaarigen Tschechen fällt, begründet sie kurz und knackig: „Das ist mein Dunkelfelder, der deckt super ab!"







ROEBELM / ROEBELM



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.143

Datum: Freitag, den 23. Juni 2006

Seite: Nr.21
 
Lokal



Natürlich ohne Kronprinz



Kein Felipe beim Training der Spanier - Saudis kicken im Geheimen





Viel zu hören gab es gestern nicht beim offiziellen Abschlusstraining der Nationalteams aus Spanien und Saudi-Arabien in Kaiserslautern. Beide hatten ihre Pressekonferenzen zuvor in Mannheim in den Mannschaftshotels abgehalten. Aber wenigstens bekam man im Fritz-Walter-Stadion ein paar Fußball-Größen zu sehen.







Die trugen freilich alle spanische Trikots, denn die Saudi-Kicker sind nicht wirklich überregional bekannt; auch wenn es immerhin die vierte WM in Folge ist, für die sie sich qualifiziert haben. In Lautern ließen sie sich gestern lediglich 15 Minuten auf die Füße schauen, danach war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Etwa ein Geheimtraining mit dem Ziel, die Spanier mit einem deutlichen Resultat zu besiegen, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen, falls die Ukraine gegen Tunesien nicht über ein Unentschieden hinauskommt? Daran zu glauben, so vermessen dürften die Saudis, die gestern von FCK -Busfahrer Bernd Hollstein von Mannheim nach Lautern chauffiert wurden, nach ihren bisherigen Auftritten eigentlich nicht sein. Immerhin soll der saudische Kronprinz, der gleichzeitig Chef des Fußballverbands ist, eine Siegprämie von rund 50.000 Euro pro Spieler ausgelobt haben. Aber wie sagte schon der frühere FCK -Trainer Otto Rehhagel: „Geld schießt keine Tore."







Zurück zu den Spaniern: Raul und Co kamen gestern auf dem Betzenberg ohne Einschränkungen aus, ließen sich bei ihrem rund einstündigen Training am späten Nachmittag durchgehend beobachten. Nicht unter den Zuschauern war der spanische Kronprinz Felipe. Es war nämlich unter den Journalisten das Gerücht umgegangen, er wolle sich die Trainingseinheit seiner kickenden Landsleute ansehen. War aber, wie gesagt, nicht der Fall - den meisten war das Ganze sowieso spanisch vorgekommen...







Das Team von der iberischen Halbinsel - das im Vorfeld vieler Weltmeisterschaften schon als Mitfavorit gehandelt worden war, aber nie weiter als ins Viertelfinale kam - legte ein flottes Trainingsspiel auf den Lauterer WM-Rasen. A-Elf gegen B-Elf - wobei die B-Elf heute die A-Elf sein wird... (ffg)







SCHNEIC / SCHNEIC



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.143

Datum: Freitag, den 23. Juni 2006

Seite: Nr.11
 
Lokal



RHEINPFALZ-WM-CAFé



Fromlowitz will nur noch nach vorn blicken



Bekannte FCK -Gesichter im RHEINPFALZ-Treffpunkt auf dem Schillerplatz





Florian Fromlowitz begeistert von WM-Atmosphäre







„Ich hoffe, dass wir von der tollen WM-Stimmung, von der Super-Atmosphäre im Stadion was mitnehmen können für uns im Verein", sagt FCK -Torhüter Florian Fromlowitz im WM-Café. Das Trinidad-Spiel war die erste WM-Partie, die er live in seinem Stadion sah, in der Westkurve. „Ich bin sehr begeistert. Das Spiel selbst war gar nicht so wichtig, aber das Drumherum ist eine einmalige Sache." Jetzt ein volles Stadion und dann Zweite Liga - dieser Gedanke ist natürlich im Kopf. „Es ist alles drin. Wenn die ersten Spiele gut laufen, können wir oben mitspielen", meint der knapp 20-Jährige. „Wir möchten so schnell wie möglich wieder aufsteigen." Allerdings müsse sich die Mannschaft auch erst finden. Auch er weiß noch nicht so genau, wie das Team aussehen wird, kennt etwa die neuen Abwehrleute noch gar nicht. Viel französisch werde wohl gesprochen, schätzt er. „Ich hatte das in der Schule, aber mit Mathieu Beda unterhalte ich mich meist auf englisch." Fromlowitz hat nach einer Woche Urlaub nun mit dem Lauftraining begonnen. In sieben Tagen startet die FCK -Saisonvorbereitung, bei der er sich als Nummer eins empfehlen will. „Der Blick geht nach vorn", will er nicht mehr mit dem Abstieg hadern. „Wir müssen schauen, dass wir viele Leute ins Stadion bekommen, dass eine gute Atmosphäre herrscht." Als Fan genießt er jetzt aber zunächst die WM-Atmosphäre heute und beim Achtelfinale im Stadion. Und sein WM-Tipp? „Ich drücke natürlich den Deutschen die Daumen, mein Geheimfavorit ist aber Argentinien." (ütz)







„Erst Trainingsauftakt, dann WM": Moser freut sich auf Montag









Auf Brasilien tippt dagegen Hans Werner Moser, Trainer der FCK -Regionalligamannschaft. „Ich bleibe dabei. Auch wenn Argentinien bisher die beste Mannschaft ist." Moser ist derzeit auf Wohnungssuche für seine neuen Spieler. „Die Mannschaft steht zu 99 Prozent", sagt er. 15 Neue sind dabei. „Wir haben acht Leute nach oben zu Wolfgang Wolf gebracht und die Klasse gehalten. Das war schon eine erfolgreiche Saison für uns", blickt Moser im WM-Café zurück. Das Ziel für die neue Saison laute „wieder Klassenerhalt". Doch das werde nach dem Umbruch schwer, schätzt Moser. Zwei WM-Spiele hat er schon im Fritz-Walter-Stadion gesehen, auch fürs Achtelfinale hat er Karten: „Ich freue mich schon auf Montag: Morgens ist Trainingsauftakt, dann WM." (ütz)







Der Schoko-WM-Barbarossa und ein Handschlag von König Juan Carlos







Die WM inspiriert auch Künstler und Konditoren: Alejandro Bernad Nouel (großes Bild, links) und Knut Fegert (rechts) kommen mit einem Schokoladen-WM-Barbarossa ins WM-Café. Drei Kilo Modellierschokolade hat Konditor Fegert in acht Stunden in einen Fußballkaiser verwandelt, damit einen Entwurf des Kunstmalers Bernad Nouel aus Valencia umgesetzt. Der Maler lebt seit eineinhalb Jahren in Kaiserslautern und wollte mit Fegert passend zum Spanien-Spiel etwas Besonderes schaffen. „Wir holen auch den Pokal", ist der Spanier optimistischer WM-Stimmung. Der Schoko-WM-Kaiser trägt einen WM-Gürtel und eine Kette mit „KL"- Schriftzug, seine strammen Oberschenkel sollen an Kakaobohnen erinnern, erzählt Knut Fegert. Auf dem Zepter ruht der WM-Pokal, des Rotbarts Krone zieren fünf Fußbälle, und Fußballschuhe mit drei Streifen trägt der Schokokaiser auch noch - wobei ein Fuß auf Lauterns Wappenfisch ruht. Mit Blaublütigen kennt sich Kunstmaler Alejandro Bernad Nouel übrigens aus, erzählt er: Im Café des Sporthafens von Valencia hat er bei einer Regatta einmal König Juan Carlos getroffen, der heute auch in Kaiserslautern erwartet wird. „Der König geht gern den inoffiziellen Weg, darum ist er auch beim Volk so beliebt", erzählt der Kunstmaler, der dem Bourbonen schon die Hand schütteln durfte. Die Barbarossa-Skulptur will Knut Fegert der Tourist-Information spenden - allerdings muss für eine gute Klimatisierung gesorgt werden, damit das süße Kunstwerk nicht schmilzt. (ütz)







Gestatten, Eleonore von Simmern!







Gestatten, Eleonore von Simmern, Fürstin von Kaiserslautern! 1607 wurde ich in Cölln in Brandenburg geboren, mein Vater war der Kurfürst von Brandenburg. 1631 heiratete ich den Bruder des Winterkönigs, Ludwig-Philipp von Pfalz-Simmern. Ingeborg Schüler, die Lauterer Stadtführerin, kommt auf Stippvisite in das WM-Café. Werbung will sie machen für die Zeit nach der WM. Für eine neue Themenführung, die die Fürstin von Kaiserslautern in den Blickpunkt rücken soll. Und den Wadgasserhof, ihr Zuhause. Ingeborg Schüler ist prächtig gewandet. Sie trägt eine Robe, wie sie auch Eleonore von Simmern trug. Und aus ihren Worten spricht vornehme Adligkeit... (rdz)







Skepsis der Euphorie gewichen







„Ich bin als Lauterer stolz darauf, dass Stadt und Bevölkerung die WM so angenommen haben." SWR-Moderator Peter-Jochen Degen nimmt Platz auf einem der Sofas im WM-Café. Er macht keinen Hehl daraus, dass er skeptisch gewesen ist, was die WM anbetrifft. Umso mehr ist er nun von alledem beeindruckt. „Die Stimmung ist faszinierend", sagt er. Und er wünscht sich, dass man jeden Tag so ein Stück WM haben könnte. Und dass sich die Euphorie, die die Stadt gepackt hat, auf den FCK in seinem Kampf um den Wiederaufstieg übertragen könnte. Unter dem Eindruck erlebter karibischer Fröhlichkeit bricht sich plötzlich eine Idee Bahn: „Lautern sollte ein Karibikfest machen." (rdz/Fotos: view)







SCHNEIC / SCHNEIC



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.143

Datum: Freitag, den 23. Juni 2006

Seite: Nr.10
 
WM 2006



Amis wollen keine Leberwurst



Wie sich Anbieter von Privatbetten für WM-Gäste engagieren





Von unserer Redakteurin







Claudia Schneider







KAISERSLAUTERN. „Die Amerikaner wollten die Leberwurst nicht probieren." Das ist die einzig schlechte Erfahrung, die Hans-Jürgen Faust bislang gemacht hat. Der Kaiserslauterer vermietet zwei Zimmer in seiner 120-Quadratmeter-Wohnung an WM-Gäste und schwärmt: „Wir haben ganz viel Spaß."







Schweizer waren schon da, die bis morgens um 7 in der Stadt gefeiert haben, Amerikaner, Bayern, gestern Abend erwartete er zwei Spanier aus Madrid und zwei Leute aus Glasgow. Die meisten bleiben nur eine Nacht. Viel Arbeit für Ehefrau Sigrid, die die Waschmaschine ständig laufen hat, wegen der vielen Bettwäsche, den Handtüchern. „Aber langsam komme ich in den Trott." Und die beiden kriegen ganz viel zurück, nachzulesen im Gästebuch. Brian aus Chicago hat geschrieben, dass er jedem in seiner Heimat empfehlen wird, nach Kaiserslautern zu fahren und bei der Familie Faust zu wohnen. Anna und Laura, aus Norwegen und Finnland, hinterließen: „Der Service war fantastisch, das beste Frühstück, das wir je hatten."







Morgens um sechs holt Faust frische Brötchen, dazu gibt es alles, was das Herz begehrt, Croissants, drei Sorten Wurst, drei Sorten Käse, Marmelade, Rührei mit Speck. An jedem Bett stehen ein Glas und eine Flasche Wasser, für den Durst in der Nacht. Das gehört sich so, ebenso wie der Begrüßungstrunk. Pro Person und Nacht im kleinen Zimmer verlangen die Fausts 20 Euro, im größeren 30 Euro.







„Wir sind selbst alte Weltenbummler, waren in Thailand, Afrika, Venezuela", erzählt Sigrid Faust. „Überall wurden wir herzlich bewirtet, jetzt wollten wir uns mal revanchieren." Betten und einen Schrank hatten sie noch, zwei Regale mit Vorhängen haben sie besorgt, was unnötig war, wie sich jetzt herausstellte. „Die Leute packen die Koffer gar nicht aus." Auf dem großen Esstisch, an dem alle gemeinsam frühstücken, stehen bunte Fähnchen. „Abends liegen hier Zettel, die Leute können bei ihrer Heimkehr ankreuzen, wann sie aufstehen." Sie machten auch zwei- oder dreimal Frühstück, „da sind wir flexibel." Dass jeder einen Haustürschlüssel bekommt, ist eine Selbstverständlichkeit. „So viel Vertrauen muss sein."







Michael Weggenmann vermietet ebenfalls an WM-Besucher. Iren, Engländer, Italiener und Australier hatte er da, „alles liebe Leute". Als Edelsteinfachmann ist er viel in der Welt unterwegs und wollte jetzt unbedingt selbst mal Gastgeber sein. „Zudem hatten wir zwei Zimmer leer stehen." Die Italiener hat er am Samstagnachmittag spontan zum Grillen im Garten eingeladen. „Die haben sich sauwohl gefühlt. Und die Engländer waren völlig aus dem Häuschen von der Kaiserslauterer Herzlichkeit." Was ihm aufgefallen ist: Der vermeintliche Nachteil der Provinz entwickelt sich zum riesigen Vorteil. „Die Menschen aus der ganzen Welt finden es klasse, dass man in Kaiserslautern zu Fuß vom Bahnhof in die Stadt laufen kann." Eine Erfahrung, die auch Faust gemacht hat. „Die Leute finden die Stadt so schön übersichtlich, gemütlich."







In Stadt und Kreis Kaiserslautern stellten während der WM 78 Vermieter 350 Privatbetten zur Verfügung, im Schnitt pro Person für 50 Euro, so Manuela Margraf, die die „Bettenbörse" mitorganisiert hat. Mit der Resonanz ist die Tourist-Info, die sich im Vorfeld alle Vermieter angeguckt hat, „sehr zufrieden". Wobei man an Spieltagen mehr Zimmer hätte gebrauchen können. Nach dem USA-Italien-Spiel, bei dem alles ausgebucht war, haben sich weitere Interessenten gemeldet. „Die haben wir jetzt in der Handkartei, falls es beim Achtelfinalspiel am Montag eng wird." Wie sich die Anbieter von Privatbetten engagieren, findet Margraf toll. „Die besorgen sich Fähnchen und Prospekte, legen sich richtig ins Zeug."







Faust hätte seinen Gästen gern auch die Gegend gezeigt, den Pfälzerwald, vielleicht auch eine Burg. „Aber die meisten haben einen engen Zeitplan, wollen ein Fußballspiel sehen, die WM-Meile und feiern."







HERBERA / HERBERA



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.143

Datum: Freitag, den 23. Juni 2006

Seite: Nr.20
 
WM 2006



Kommt er oder kommt er nicht?



Ein Dürkheimer und ein Kaiserslauterer Hotel warten auf die Ankunft von Diego Maradona





BAD DÜRKHEIM/KAISERSLAUTERN (led). Um den argentinischen Fußballstar Diego Armando Maradona gab es gestern ein Tauziehen zwischen dem Dürkheimer Gartenhotel Heusser und dem Dorint-Hotel in Kaiserslautern. In beiden hatte der als Kommentator für das spanische Fernsehen tätige Maradona Zimmer gebucht. Und so verbrachte das Personal den gestrigen Tag mit der Frage „Kommt er oder kommt er nicht?".







„So etwas habe ich in meiner 30-jährigen Berufserfahrung als Hotelier noch nicht erlebt." Georg Köhler, Inhaber des Gartenhotels Heusser in Bad Dürkheim, kontrolliert gerade die für Maradona und seine Ehefrau sowie weitere sechs Begleitpersonen reservierten Zimmer, als der 60-Jährige erfährt, dass auch das Dorint-Hotel in Kaiserslautern damit rechnet, den Fußballstar zwei Nächte lang bis Samstag zu beherbergen. Mit seiner Ankunft wurde gestern gerechnet.







„Unglaublich ist dieses Versteckspiel", sagt Köhler, gibt aber die Hoffnung nicht auf, dass Argentiniens Fußballstar das 80 Zimmer große, von der Fifa empfohlene Hotel mit Hallenbad, Beauty-Farm und 8000 Quadratmeter großer Gartenlandschaft auswählt, um sich auf seine Arbeit als Kommentator des WM-Spiels Spanien gegen Saudi-Arabien in Kaiserslautern vorzubereiten. Von Bad Dürkheim aus müssen zum Betzenberg etwa 45 Minuten Fahrzeit eingeplant werden. Da Maradona vor ein paar Tagen in Nordrhein-Westfalen mit 120 Stundenkilometern an einer Baustelle geblitzt wurde (erlaubt waren 80), ist aber davon auszugehen, dass er die Strecke sicher auch schneller zurücklegen kann.







Die Reservierung der sechs Zimmer erfolgte über eine holländische Agentur, die übermittelte Kreditkartennummer funktionierte. „Diese Mehrfachbuchungen werden doch sehr teuer", wundert sich Köhler, der die besten Zimmer mit Blick auf den hoteleigenen japanischen Garten mit Teehaus ausgesucht hat. In Maradonas ruhig gelegener Suite sind ein Obstkorb und eine Flasche Dürkheimer Dornfelder gerichtet. Empfangschefin Andrea Thiäner hat sich extra ein argentinisches Trikot mit Maradonas Rückennummer 10 übergezogen, bislang wird sie darin „nur" von Seminarteilnehmern und 50 Fußball-Fans bewundert, die im sonst ausgebuchten Dürkheimer Hotel logieren.







KAMMC / KAMMC



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.143

Datum: Freitag, den 23. Juni 2006

Seite: Nr.19
 
er Hintergrund

Fritz Walters letztes Länderspiel

Gegen Schweden beendet der Kaiserslauterer 1958 seine Nationalmannschafts-Karriere



Von unserem Mitarbeiter





Heinrich Breyer





Ein Halbfinalspiel Deutschland gegen Schweden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1958 hatte mehrere Folgen: Deutschland schied als Titelverteidiger nach einer 1:3-Niederlage aus, verlor Verteidiger Erich Juskowiak durch Platzverweis, vor allem aber Fritz Walter nach einem üblen Foul durch Verletzung. Das war das letzte Spiel des Ehrenspielführers im deutschen Nationaldress nach 18 Jahren. Außerdem führte diese Partie indirekt auch dazu, dass Horst Eckel später nur noch eine, seine Abschieds-Berufung in die Nationalelf erhielt. Vor allem aber baute sich zwischen den Verbänden der beiden Länder eine wahre „Eiszeit" auf.





Bei jener WM entdeckten die gar nicht kühlen Schweden ihre Leidenschaft für die eigene Mannschaft, Olympiasieger 1948, wieder. Das Drei-Kronen-Team zog von Erfolg zu Erfolg und stürzte seine Landsleute in eine Euphorie. So wie derzeit die deutsche Mannschaft.





In den Stadien, in denen die Schweden spielten, animierten so genannte „Einpeitscher" mit Hand-Lautsprechern die Massen zu ihrem alles übertönenden „Heja-Heja". Von den Tribünen drangen die tausendfachen Rufe wie Posaunenstöße heraus. Ein russischer Sportjournalist schrieb poetisch-klagend: „Die Steine schrien mit ..."





Im Ullevistadion in Göteborg war die Stimmung also aufgeheizt. Die deutschen Schlachtenbummler glaubten, auch der Schiedsrichter sei davon angesteckt. Die Schweden wiederum hielten ihn für korrekt. Sie hatten wohl beide Recht. Tatsache aber blieb, dass der Unparteiische nicht bemerkte, wie der kleine Flügelflitzer Knut Hamrin den Düsseldorfer Erich Juskowiak am Fließband provozierte, bis der nicht ebenso raffinierte Verteidiger richtig zulangte. Richtig getroffen hat er Hamrin nicht: Der Schwede blieb auch nur am Boden, bis Juskowiak den Platz verlassen hatte. Dann war er wieder quicklebendig.





Fritz Walter aber blieb liegen, als er kurz darauf von hinten umgetreten wurde. Der Täter sah nur einen mahnende Zeigefinger (gelbe oder rote Karten gab"s erst viel später). Der Ehrenspielführer der Nationalelf wurde mit der Bahre vom Platz getragen, auch Einwechselspieler gab es noch nicht. Fritz Walter laborierte wochenlang an dieser Verletzung. Eigentlich hatte er sich seinen Abschied würdiger vorgestellt. Fast neun Jahre lang war seine Länderspiel-Karriere durch den Krieg unterbrochen, mühelos hätte er als erster Deutscher die Grenze von 100 Einsätzen in der Nationalelf überschritten.





Beim Spiel im Ullevistadion regte sich aber vor allem Horst Eckel über die Vorfälle auf. Als Sanitäter seinen großen Kapitän hinaustrugen, vergaß er alle Anweisungen seines Trainers Herberger: Die Laufmaschine Eckel lief aus Zorn doppelt so viel wie sonst, vergaß aber in seiner Aufregung alle Nebenleute. Er wollte mit dem Kopf durch die Wand. Allein. Viel später gestand Herberger einmal, dass er ihm deswegen grollte. Er glaubte noch an eine Chance, wenn der „Horst nicht so eigensinnig" gespielt hätte. Fünf Monate später berief Herberger den Lauterer Außenläufer letztmals in die Nationalelf.





Die Jahre zogen ins Land, die Bundesliga hielt Einzug und machte den deutschen Fußball internationaler. Der 1. FC Kaiserslautern, im Grund der Hauptleidtragende dieser Geschichte, schmückte seine Mannschaft mit mehreren Schweden. Es waren prachtvolle Kerle und Menschen - etwa Benny Wendt oder dann der bewunderte und gefürchtete „Schwedenpfeil" Roland Sandberg. Den letzten Rest des „Eises" brachte dann Ronnie Hellström, der beste Torhüter, den der 1. FCK je hatte, zum schmelzen. Und keiner sprach mehr von jenem 58er-Spiel, als der 1. FCK am 21. April 1982 im UEFA-Pokal-Halbfinale im Ullevi gegen den IFK Göteborg antrat, dessen Trainer übrigens Sven-Göran Eriksson hieß, der nun England ins Achtelfinale der WM 2006 geführt hat.





KAMMC / KAMMC

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt

Datum: Nr.144

Datum: Samstag, den 24. Juni 2006

Seite: Nr.19

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WM-TAGEBUCH

Völkerball mit Tien und Mojadiddi



Leipzig, 11. Juni: Es ist der Tag, an dem die Holländer die sächsische Messe- und WM-Stadt entdecken. Geschätzte 35.000 Fans aus den Niederlanden sind zu Gast, um den 1:0-Sieg gegen Serbien und Montenegro zu bejubeln. Sie fliegen ein, kommen per Wohnmobil - dem Nachfolge-Gefährt des legendären Wohnwagens - oder reisen mit dem ICE an.





Berlin nach Leipzig in 60 Minuten - Fortschritt Ost. Ein Berliner mit Sohn (im Oranje-Dress der Holländer) gerät mit fünf Besuchern aus den Niederlanden in eine Diskussion um angeblich doppelte reservierte Plätze. „Die deutsche Bahn ..." Man arrangiert sich. Der Berliner nimmt den Sohn auf den Schoß. Die Holländer sind begeistert. „So ein lieber deutscher Junge - und Holland-Fan ..." Das Angebot zweier Frauen, ihm die niederländischen Landesfahnen auf die Wangen zu schminken, nimmt der Bub begeistert an. „Dass es so was gibt. So was Nettes - in Deutschland ..."





Längst hat sich aufgeklärt - die Reservierung des Berliners ist eine Woche alt und verfallen. Das Ticket ist ungültig. „Die Sekretärin ..." „Vorsicht, wir sind alle Sekretärinnen", drohen die lachenden Damen im Oranje-Dress, nehmen den Berliner samt Sohn mit auf ihr Gruppenticket. Völkerverständigung auf Schienen - eine wunderbare WM, die dazu geeignet ist, Vorurteile zu revidieren.





In Leipzig haben viele gehofft, die Holländer im Achtelfinale wieder zu sehen. Der Traum blieb unerfüllt. Argentinien gegen Mexiko hieß die (letzte) Partie in Leipzig.





„Die meisten Holländer waren schon einen Tag vor und noch einen Tag nach dem Spiel da. Die haben eine wunderbare Party gemacht - tagelang. Und immer friedlich. Die wissen so richtig, Geld auszugeben", freute sich ein Taxifahrer über gute Geschäfte. Und nette Menschen. Die Holländer beglücken heute Nürnberg, sie treffen dort auf Portugal.





„Entschuldigung, auf welchem Gleis geht der Zug nach Hamburg?" Die höfliche Frage des kleinen Tien auf dem Berliner Hauptbahnhof ist berechtigt: 10.18 Uhr, Gleis 5. 10.21 Uhr, Gleis 6. Tien ist Vietnamese, spricht vorzüglich Deutsch. Er ist mit seinem Papa auf dem Weg nach Hamburg, um Italien gegen Tschechien zu sehen. „Mein Vater spricht nicht so gut Deutsch", beeilt sich der Zehnjährige zu erklären und zu entschuldigen. „Nicht so gut" heißt gar nicht: Der kleine Diplomat führt den Vater mutig durch die neue Heimat.





Die Beiden haben ein Ticket für den ICE auf Gleis 5. Tien ist sehr freundlich, Tien ist sehr gut erzogen. Ein aufgeweckter Bursche. Er hat zwei Eintrittskarten für das WM-Spiel gewonnen - beim Torwandschießen. „Ich habe getroffen - drei unten, drei oben. Jeder Schuss war drin", erzählt der kleine Fußballer. Er ist Stürmer bei Lichtenberge 48. „Heute bin ich für Italien, normalerweise immer für Deutschland." Und dann wird der Interviewer interviewt. Tien ist wissbegierig. „Wie alt sind Sie?" „Bald 50 - gleich nach der WM?" „50 - so alt? Sieht man nicht!" Netter Kerl, der Tien! Richtig netter Kerl.





Hamburg: „Mein" Taxifahrer ist Fußball-Fan. Er zeigt Flagge - für Deutschland. Und Mütze - für Ghana. Die Deutschland-Fahne ziert das Armaturenbrett, die Kopfbedeckung des Droschkenfahrers ist in Ghanas Landesfarben gehalten. „Ich bin in Hamburg geboren, mit meiner Mama hier geblieben. Aber ich bin nicht so richtig weiß geworden", erzählt Mojadiddi F. Mahmud lachend, der ausschaut wie der kleine Bruder von Gerald Asamoah. Es wird ein großer Tag für ihn und für Afrika jenseits von Afrika. Ghana steht im WM-Achtelfinale.





Gestern dann München: „Ihr seid nur ein Möbelfabrikant." Schon in U- und S-Bahn das Begrüßungslied für die Schweden. Nicht bös" gemeint, foppen gehört dazu in diesen kunterbunten Tagen. Wohnst Du noch oder reist Du schon? Der abgewandelte Ikea-Werbespruch als ironisches Adieu. Deutschland gegen Schweden, Block 104, Reihe 10, Platz 5. Vier Reihen hinter „Klinsi" - Höhe Mittellinie. Der beste Presseplatz, den ich je hatte. Schön nah am Spielfeld. Im benachbarten Zuschauerblock sitzt Petra Kunz, die Tochter unseres Fotografen, der ihr das Ticket geschenkt hat. Ein Glückstreffer - wie sonst mit der Kamera. Horst Konzok







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EINWURF

Großer Druck



Noch nie hat die Fifa ihre Schiedsrichter vor einer WM so rigoros zu konsequentem Durchgreifen ermahnt wie diesmal. Das Ergebnis: Nach der Vorrunde haben 13 Spieler eine gelb-rote Karte gesehen - ein neuer Negativrekord. Die Diskussion über die Kartenflut ist längst entbrannt.





US-Trainer Bruce Arena sagt: „Es werden zu schnell gelbe Karten gezeigt." Hat er Recht? Konsequentes Durchgreifen ist an sich nichts Schlechtes, die Regeln sind eindeutig. Was unzufrieden stimmt, ist nicht die Häufigkeit der Verwarnungen. Vielmehr irritiert die Häufigkeit der Fehlentscheidungen. Ob der bedauernswerte Engländer Graham Poll, der dem Kroaten Simunic gleich drei gelbe Karten vor die Nase hielt oder der Lauterer Markus Merk, der nach einem gewöhnlichen Tackling dem Ghanaer Michael Essien Gelb zeigte und ihn so um den Einsatz im Achtelfinale gegen Brasilien brachte - die Schiedsrichter scheinen von den harten Vorgaben der Fifa unter Druck gesetzt. Und: Auch bei den Schiedsrichteransetzungen haben mit dem Anpfiff die Qualifizierungsspiele begonnen. Poll und Merk, der beim Spiel USA gegen Ghana zudem den Afrikanern einen unberechtigten und entscheidenden Strafstoß zusprach, dürfen wohl nicht mit weiteren Einsätzen rechnen.





Die Fifa wäre gut beraten, künftig den Druck auf die Unparteiischen zu minimieren, statt ihn zu erhöhen, die psychologische Belastung für die Schiedsrichter ist immens. Fehlentscheidungen würden dadurch zwar nicht vermieden, den unvermeidlichen Debatten aber wohl die Schärfe genommen werden und den Schiedsrichtern die gesteigerte Vorstellung, sich frühzeitig Respekt verschaffen zu müssen. Tobias Schächter







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Unikum in der WM-Geschichte: drei gelbe Karten für Josip Simunic

Beckhams Trost für Poll



Graham Poll hat eines der aufregendsten Fußballspiele dieser Fußballweltmeisterschaft pfeifen dürfen. Das mitreißende 2:2 zwischen Kroatien gegen Australien am Donnerstag in Stuttgart wird wohl jedem, der es gesehen hat, in Erinnerung bleiben. Die Kroaten mussten nach dem Remis nach Hause fahren, die Australier schrieben mit dem erstmaligen Einzug in ein WM-Achtelfinale Geschichte, in ihrer ansonsten an Erfolgen übersichtlichen Fußballhistorie.





Graham Poll, der Referee dieses hart umkämpften Spiels, hat sich mit einer skurrilen Fehlentscheidung ebenfalls einen Eintrag in den WM-Analen verschafft. Poll wird fortan mit dem Makel leben müssen, der einzige Schiedsrichter zu sein, der je in einem WM-Spiel ein und demselben Spieler drei gelbe Karten gezeigt zu hat. Normalerweise zieht die zweite Gelbe eine Rote Karte und damit den Feldverweis des Sünders nach sich. Der Kroate Josip Simunic machte sich am Donnerstag auch schon auf dem Weg vom Platz, als Poll nach einem Foul an Mark Viduka zum zweiten Mal im Angesicht des Abwehrspielers in seine Brusttasche griff. Zu diesem Zeitpunkt waren schon 89 Minuten gespielt und Simunic hatte schon in der 62. Minute eine gelbe Verwarnungskarte gesehen, nachdem er den nicht gerade schmalbrüstigen Harry Kewell mit einem Bodycheck niedergestreckt hatte. Beim Blick zurück über die Schulter aber merkte der tretende Abwehrspieler vom Bundesligisten Hertha BSC Berlin, dass ihm Poll die nach den Regeln erforderliche Rote Karte nach der zweiten Gelben ersparte. Ein Novum in der Geschichte des Fußballsports. Doch Poll übertraf sich an diesem Abend noch einmal: In der 94. Minute pfiff er Sekunden bevor der Ball zum 3:2 für Australien ins kroatische Tor einschlug, das Spiel kurzerhand ab. Simunic, der eigentlich allen Grund gehabt hätte kleinlaut vom Platz zu schleichen, beschwerte sich - über was auch immer - bei Poll. Der Engländer schritt konsequenterweise zur Tat und zeigte Simunic erst erneut die gelbe und dann die rote Karte.





Ein folgenschweres Missgeschick, das Poll, von dem es seitdem heißt, er sei sehr niedergeschlagen, der Fifa-Schiedsrichterkommission so erklärte. Er habe bei der zweiten gelben Karte gegen Simunic fälschlicherweise den Namen des australischen Spielers mit der Nummer 3, Craig Moore, notiert und im weiteren Spielverlauf die Verwechslung nicht gemerkt. Auch sonst hat es keiner im vierköpfigen Schiedsrichtergespanns festgestellt. Besonders dieser Umstand führt zu Unverständnis bei Fifa-Boss Sepp Blatter: „Einer der vier Schiedsrichter hätte was tun müssen und aufs Feld laufen müssen, um zu sagen: Stopp, das stimmt nicht." Nach dem Spiel erzählte Australiens Kapitän Mark Viduka den Dialog, den er nach der zweiten gelben Karte für Simunic mit Poll geführt hatte: „Ich fragte ihn: Die wievielte ist das? Und er sagte: die erste."





Die Verwirrung um den Vorfall wurde noch gesteigert, nachdem die zweite Version des offiziellen Spielberichts seltsamerweise nur noch die erste Verwarnung für Simunic und die Gelb-Rote Karte in der Nachspielzeit aufführte. Im Regelwerk der Fifa ist dies eigentlich ein so genannter regeltechnischer Fehler. „Kroatien hätte eine Neuansetzung verlangen können. Da aber während des Spiels kein Protest eingelegt wurde, zählt das Ergebnis", erklärte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler. Der bedauernswerte Poll erhielt immerhin von einigen Aktiven Trost: „Hey Leute", meinte Mark Viduka, „jeder macht Fehler, das ist doch menschlich." Auch Englands Kapitän David Beckham steht in schwerer Stunde zu seinem Landsmann: „Poll ist ein Spitzenschiedsrichter. Jeder macht mal Fehler."





In einer offiziellen Mitteilung der Fifa heißt es: Poll sei ein herausragender Schiedsrichter und Sportsmann, der Dank seiner großen Persönlichkeit und seiner Liebe zum Fußball auch diese Situation überstehen wird."





Der wenig sensible britische Buchmacher Corals bietet schon eine Quote von 10:1 für den Fall, dass Poll noch einmal ein WM-Spiel pfeift. Die Fifa verzichtet zunächst auf Konsequenzen. Aber am kommenden Mittwoch entscheidet die Schiedsrichterkommission über die weiteren Einsätze der Unparteiischen. Geht es nach Blatter wird Poll wohl kein Spiel mehr pfeifen: „Ein solcher Fehler, darf einfach nicht vorkommen. Ich denke, dass die Kommission genügend Fingerspitzengefühl hat, um eine richtige Entscheidung zu treffen." Tobias Schächter







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WM-Splitter



Straffällige Engländer. Die Stuttgarter Polizei ging in der Nacht zum Samstag konsequent gegen randalierende englische Fußball-Fans vor. Nach reichlich Alkoholkonsum warfen die Rowdies in der Innenstadt mit Flaschen und Tischen. Die Einsatzkräfte nahmen insgesamt 122 Randalierer, darunter drei Frauen, in Gewahrsam. Alle Personen werden wohl vorsorglich für längere Zeit festgehalten. Ob sie heute zur Partie ihrer Nationalmannschaft in Stuttgart im Achtelfinale gegen Ecuador wieder auf freien Fuß sind, war noch offen. Gestern Abend gab es in Stuttgart Rangeleien zwischen deutschen und englischen Fans. (sid)





Strafen abgemildert. Die Fifa-Berufungskommission hat die Strafen wegen des Skandalspiels Türkei - Schweiz vom November vergangenen Jahres abgemildert. Die türkische Mannschaft muss demnach nur noch drei Begegnungen statt sechs vor leeren Rängen im Ausland austragen. Die Spieler Benjamin Huggel und Belozoglu Emre sind für vier Spiele gesperrt und nicht mehr für sechs. (sid)





Strafbarer Umgang mit Strom. Weil in seiner Wohnung der Strom gesperrt war, zapfte ein Fußball-Fan in Düsseldorf gestern kurzerhand die Leitung des Nachbarn an. Beim Geschädigten war anschließend die Elektrizität aber komplett lahm gelegt, so fiel die Aktion schnell auf. (sid)





Straffe Bewachung. Der WM-Pokal wird bis zum WM-Endspiel am 9. Juli mit großem Aufwand bewacht. Zuständig ist die Leverkusener Bayer AG. Das Bayer-Sicherheitsunternehmen Baysecur wird den goldenen Pokal erst am Endspieltag an Fifa-Vertreter übergeben. Zuvor wird der Pokal an verschiedenen Orten im In- und Ausland aufbewahrt. (ap)







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