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RHEINPFALZ Artikel zur WM 2006

schnokes

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WM-Tickets für Kommunalpolitiker



Stadt Kaiserslautern erhält Sonderkontingent - Kein Weiterverkauf an Jedermann





KAISERSLAUTERN (ros). Die Stadt Kaiserslautern hat für die fünf Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft im Fritz-Walter-Stadion ein Sonderkontingent an Eintrittskarten erhalten. Das Volumen liegt offenbar bei 2000 bis 2500 Tickets. Die Karten, die von der Stadt erworben wurden, sollen an Leute weiterverkauft werden, die Kaiserslautern auf dem Weg zur WM unterstützt haben.







Ein Sprecher des WM-Organisationskomitees in Frankfurt erklärte auf Anfrage, jeder der zwölf deutschen WM-Städte seien zwischen 1500 bis 3000 Karten zum Kauf angeboten worden. Die genaue Anzahl sei von der Zahl der Spiele und der Kapazität des Stadions abhängig. Die Städte hätten die Tickets zum normalen Kaufpreis erwerben können. Für die Vorrunden-Begegnungen kosten die WM-Karten bis zu 100 Euro, für ein Achtelfinalspiel bis zu 120 Euro.







Die Stadt Kaiserslautern wird die Karten aus ihrem Sonderkontingent gezielt vor allem Vertretern von Firmen und Sponsoren, die sich für die WM-Spiele im Fritz-Walter-Stadion engagiert hätten, sowie „besonderen Gästen" zum Kauf anbieten, sagte der städtische WM-Beauftragte Erwin Saile. Zudem könne jedes Mitglied des Kaiserslauterer Stadtrats zwei Tickets erwerben. Aufgrund der gemachten Bedingungen des WM-Organisationskomitees sei es nicht möglich, die Karten an Jedermann weiterzuveräußern. Die Stadt könne keinen Verkaufsstand aufmachen, bei dem es nach dem Prinzip gehe, wer zuerst kommt, erhält eine Karte, sagte Saile.







Dem widerspricht jedoch indirekt der Sprecher des Organisationskomitees in Frankfurt. Es gebe keine Vorgaben, die Art des Weiterverkaufs sei den Städten überlassen, erklärte Sprecher Stephan Eiermann gegenüber der RHEINPFALZ. Ausgeschlossen seien allerdings Verlosungsaktionen, weil diese den Hauptsponsoren der WM vorbehalten seien.







In anderen WM-Städten wie beispielsweise in Hannover war den Verantwortlichen im Zusammenhang mit den Sonderkontingenten vorgeworfen worden, hier würden Politiker und Prominente bevorzugt behandelt. In Hannover hatte Oberbürgermeister Herbert Schmalenstieg deshalb Anfang Januar vorübergehend die Kartenvergabe gestoppt und ein neues Verfahren angekündigt. Der neue sei der alte Modus, sagte jedoch jetzt ein Sprecher der Stadt, man habe aber die Kriterien inzwischen transparent gemacht. Die Karten würden grundsätzlich bei solchen Leuten platziert, denen Hannover die WM-Spiele zu verdanken habe. Dazu zählten auch die Ratsmitglieder, die für jedes der fünf Spiele in der niedersächsischen Hauptstadt je zwei Karten erwerben können. Mit einem Ticketangebot belohnt werden in Hannover aber auch „engagierte und super fleißige Mitarbeiter" in den Behörden, die mit den WM-Vorbereitungen befasst sind.







Dass die Vergabepraxis für solche Ticket-Sonderkontingente kritisch beobachtet wird, ist angesichts der enormen Kartennachfrage kein Wunder, viele Fans waren bei ihren Ticket-Bestellungen leer ausgegangen. „Wir haben nun einmal nur drei Millionen Karten, bräuchten aber gut und gerne 30 Millionen", bedauert der Vizepräsident des Organisationskomitees Horst R.Schmidt. Für ihn ist der Kartenverkauf der schwierigste Aspekt der gesamten WM-Organisation.







Sonderkontingente an Karten für die fünf Kaiserslauterer WM-Spiele gab es im Übrigen nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Stadiongesellschaft und den 1. FC Kaiserslautern. Die Stadiongesellschaft, die 2003 zur Entschuldung des 1. FCK eigens gegründet worden war und die das Stadion übernommen hat, werde ihre Karten schwerpunktmäßig Vertretern der am Stadion-Ausbau beteiligten Firmen anbieten, sagte Saile, der auch Geschäftsführer dieser städtischen Gesellschaft ist. Das Sonderkontingent der Stadiongesellschaft sei aber wesentlich kleiner als das der Stadt.







Landesregierung: Wir







bekommen keine Karten







Und wie sieht es mit Karten für Landespolitiker aus? Das Land bekomme kein Kontingent und könne deshalb auch keine Karten weitergeben, sagte Regierungssprecher Walter Schumacher auf Anfrage. Die Landesregierung habe auch keine Tickets angekauft. Ministerpräsident Kurt Beck wird dennoch wohl nicht vor der Kaiserslauterer Stadiontür bleiben müssen. Es gebe zwar noch keine offizielle Einladung der Fifa, mündlich sei eine solche aber bereits ausgesprochen worden, erklärte Schumacher. Der Vorsitzende des für Sport zuständigen Innenausschusses des Landtags, der SPD-Abgeordnete Harald Schweitzer, sagte, weder das Parlament noch der Ausschuss hätten Karten erhalten. Selbst wenn dem Innenausschuss ein Ticket-Sonderkontingent angeboten worden wäre, hätte er daraus keine gekauft, erklärte Schweitzer: „Da wäre mir das Eis zu dünn gewesen."







Im Nachbarland Baden-Württemberg war vergangene Woche bekannt geworden, dass die dortige Landesregierung die VIP-Loge im Stuttgarter Daimlerstadion für die Vorrundenspiele angemietet hat, 90 Prozent der Kosten - die Rede ist von 400.000 Euro - übernimmt allerdings DaimlerChrysler. Das Land zahlt die restlichen zehn Prozent und darf dafür über die Hälfte der 34 Logenplätze verfügen. Sitzen werden dort nach Angaben des Regierungssprechers in Stuttgart „Staatsgäste und Gäste der Landesregierung".







SCHLICR / SCHLICR



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.19

Datum: Montag, den 23. Januar 2006

Seite: Nr.11
 
ZWISCHEN RHEIN UND SAAR



„Keinen Zweifel" an Stadion-Sicherheit



Staatssekretärausschuss „WM 2006" besucht Kaiserslauterer Betzenberg





KAISERSLAUTERN (ahb). Er sei überrascht davon, wie weit der WM-gerechte Ausbau des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern gediehen sei. Dieses Fazit hat Martin Stadelmaier, als Staatssekretär Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, gestern bei einem Besuch auf dem Betzenberg gezogen.







Mit Stadelmaier waren der Staatssekretärausschuss „WM 2006", Regierungssprecher Walter Schumacher und der WM-Beauftragte der Landesregierung, Franz-Josef Kemper, nach Kaiserslautern gekommen. Zum wiederholten Mal informierte sich der Ausschuss am Ort über den Stand der Bauarbeiten. Das Stadion selbst ist fertiggestellt, was noch fehlt, sind unter anderem die Außenanlagen. Thema bei dem Rundgang durch die Fußball-Arena war auch die Kritik der Stiftung Warentest. Wie berichtet, umfasst diese vor allem Brandschutz-Fragen. Die Kritik von Stiftung Warentest basiere auf einem „Wunschkatalog", während sich Stadt und Stadiongesellschaft Kaiserslautern an die Bau- und Sicherheitsvorschriften zu halten hätten, so Stadelmaier. Aus seiner Sicht bestehe nicht der geringste Zweifel an einer „garantierten Sicherheit" für die Stadionbesucher. Auf einem guten Weg sah er die Verantwortlichen auch bei den Reparaturarbeiten an der Osttribüne - Ende 2005 war das Bundesliga-Spiel des 1. FCK gegen Eintracht Frankfurt wegen haarfeiner Risse im Stahlgebälk vorsorglich abgesagt worden. Bis März soll dieses Problem behoben sein.







Der WM-Ausschuss auf Staatssekretärsebene kommt seit zwei Jahren regelmäßig zusammen. Neben der ressortübergreifenden WM-Planung für ganz Rheinland-Pfalz steht das Gremium nach Angaben Stadelmaiers in engem Kontakt mit dem WM-Büro der Stadt Kaiserslautern. An aktuellen Projekten laufen unter anderem der Kultursommer, der am 6. und 7. Mai in Kaiserslautern eröffnet wird, und die Jugend-„Mini-WM" an. Wichtig sei es zudem, für Kaiserslautern Alleinstellungsmerkmale unter den zwölf WM-Städten zu schaffen, so Stadelmaier. Dazu gehörten beispielsweise die Sonnenkollektoren auf den Tribünendächern.







LEISTEP / LEISTEP



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.20

Datum: Dienstag, den 24. Januar 2006

Seite: Nr.1
 
zu gast: hans-peter schössler

Keine Angst vor Hühnern

Lotto-Geschäftsführer über WM, FCK und Sportförderung



Zur Provinz stehen, aber nicht provinziell wirken. So beschrieb Hans-Peter Schössler, Vorsitzender der Außenstelle Kaiserslautern des FIFA-WM-OK und Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz, gestern Gast der RHEINPFALZ-Redaktion, das Bestreben der regionalen Organisatoren des Fußball-Ereignisses.





„Vor der Vogelgrippe habe ich keine Angst. Ich halte das alles für Panikmache - was hat die Vogelgrippe mit der WM zu tun?", fragte der 58-Jährige rhetorisch in die Runde. Die Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses des Bundestags, Bärbel Höhn, hatte gestern angedeutet, bei einer weiteren Ausbreitung des Vogelgrippe-Virus in Deutschland müsse man in Erwägung ziehen, das Großereignis ausfallen zu lassen. Er betreue selbst regelmäßig die vier Hühner seines Nachbarn, die - vorschriftsmäßig - in einem selbstgebauten überdachten Stall mit Vordach lebten, erzählte Schössler.





„Ich hätte nur Angst davor, dass so ein Flugzeug in ein Stadion reinfliegt", berichtete der Lotto-Chef von seinen ganz persönlichen Befürchtungen.





An einer Diskussion über die bei der Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern geäußerte Kritik des Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi, die ehemalige FCK-Führung habe dem Verein waghalsig und ohne gesicherte Finanzierung für ein mit 48.500 Plätzen überdimensioniertes Stadion blauäugig das Abenteuer WM aufgebürdet, mochte sich Schössler indes nicht beteiligten. „Ich habe es mir nicht vorstellen können, dass der Spielort Kaiserslautern gegen Bremen oder Düsseldorf ausgetauscht wird", unterstrich der Freund und Bewunderer Fritz Walters: „Ich habe mir gesagt: Wenn es in Deutschland eine WM gibt, möchte ich mit meinen Mitteln dafür kämpfen, dass unser Land Teil dieser WM ist. Und ich halte es ökonomisch für vertretbar." Er sei davon überzeugt, dass es durch die Weltmeisterschaft eine positive Langzeitwirkung für Kaiserslautern und die Region gebe.





Außerdem habe man es Fritz Walter nicht antun können, dass kein Spiel einer Fußball-Weltmeisterschaft in Kaiserslautern ausgetragen würde, betonte Schössler, der sich sicher ist, dass die WM-Organisatoren eine angemessene Form finden, den Todestag Fritz Walters am 17. Juni am Rande des Spiels Italien gegen die USA zu begehen, das an diesem Tag in Kaiserslautern steigt.





Sehr viel Zeit rauben Schössler und allen seinen Kollegen, die mit der WM-Organisation beschäftigt sind, die unzähligen Reglementierungen und Vorschriften der FIFA. „Da kommt alles zusammen: die Denkweise der FIFA und der Perfektionismus der Deutschen", glaubt Schössler. So sei es etwa dem Sponsor Coca-Cola verboten, im Stadion auszuschenken; Coca-Cola dürfe jedoch wiederum jemanden mit dem Ausschank beauftragen.





Dass der eingefleischte FCK-Fan die Jäggi-Nachfolge ausschlug, begründet er mit seiner schweren Aufgabe bei Lotto, wo er im Wort stehe. „Dieses Amt beim FCK hat mich immer gereizt, reizt mich auch heute noch, aber der Zeitpunkt war falsch", betonte der Geschäftsführer.





Die besondere Rolle von Lotto Rheinland-Pfalz für den Sport im Lande beschreibt Schössler so: „Es ist ein Unternehmen des Sports. Es ist Sport-Sponsoring, aber es hat auch etwas mit Sport-Förderung zu tun." Der FCK erhalte 400.000 Euro im Jahr, Mainz 05 nur etwa 20.000 weniger. Sollte TuS Koblenz in die Zweite Liga aufsteigen, werde sich Lotto dort in dem Maße engagieren wie zu Zweitliga-Zeiten von Eintracht Trier: rund 120.000 Euro pro Jahr. 75.000 Euro überweise man dem VfK Schifferstadt. Insgesamt fördert Lotto den Sport in Rheinland-Pfalz laut Schössler jährlich mit 25 Millionen Euro, der Löwenanteil fließt dabei in den Breitensport. Die Förderung kleiner Vereine liegt Schössler sehr am Herzen. (osp)







KONZOKH / KONZOKH

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
KOMMENTAR

Gut geschnüffelt

Von Oliver Sperk



Das Fritz-Walter-Stadion und der Spielort Kaiserslautern präsentierten sich am Mittwochabend besser auf die Fußball-WM vorbereitet als Deutschlands Vorrundengegner Polen.





Seit Montag hatte die Polizei immer wieder Hunde durch das Fritz-Walter-Stadion geschickt, die jede Ecke und im Inneren jeden Schreibtisch, jeden Tesafilm-Abroller und jeden Stifte-Container gründlichst nach Sprengstoff abschnüffelten. Das gegen die enttäuschenden Polen mit 1:0 siegreiche Nationalteam der USA durfte sich bestens vor Anschlägen und Gefährdungen jeglicher Art geschützt sehen. So betonte Nationaltrainer Arena nach dem Spiel, er habe für die WM in Deutschland nicht die geringsten Sicherheitsbedenken. Alles sei bestens vorbereitet gewesen.





Zwar kann die Partie nicht den Charakter einer harten Probe für den Ernstfall gehabt haben: Die nur gut 13.000 Zuschauer vom Mittwoch waren kein Maßstab. Bei der WM werden es 48.095 sein. Dennoch: Das Verkehrsleitsystem funktionierte noch lange nach Spielende. Weit nach 23 Uhr taten Polizisten an den Hauptverkehrsadern in Kaiserslautern unverdrossen Dienst. Und trotzten dem wirklich hässlichen Schneesturm, um den Autofahrern den Weg zu weisen.





Einzig für viele Stadionbesucher in den Oberrängen der Tribünen geht einiges an Fußball-Atmosphäre flöten. Durch die Fehlkonstruktion des Stadiondaches können sie nicht sehen, was sich im oberen Teil der anderen Tribünen abspielt. Auch die zweifellos technisch tollen neuen Videotafeln sind von dort oben nicht einsehbar.







KONZOKH / KONZOKH

Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
Sport



FUSSBALL-magazin





Blatter übt heftige Kritik







an WM-Kartenverkauf







ZÜRICH (sid). Heftig kritisiert hat Joseph Blatter , der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, das Kartenverkaufs-System des deutschen Organisation-Komitees für die WM 2006.







In einem Interview in der Sonntagsausgabe der „Neuen Züricher Zeitung" nahm Blatter in seinem Heimatland kein Blatt vor den Mund: „Ich weiß nicht, wie viele Sitzungen dazu schon stattgefunden haben. Wir kommen mit dem Deutschen Fußball-Bund keinen Schritt weiter. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, wir hätten den Ticket-Vertrieb übernommen. Die Deutschen wählten ein System, das ich überhaupt nicht verstehe. Ich habe mich von Beginn weg distanziert, aber am Schluss bin ich sowieso an allem schuld. In Südafrika 2010 übernehmen wir das Ticketing wieder", sagte Blatter .







Für Wolfgang Niersbach, den Vize-Präsidenten des OK, sind diese Aussagen ein „doppeltes Rätsel". „Zum einen weiß jeder, dass gerade 2002 der Kartenverkauf alles andere als reibungslos verlaufen ist. Zum anderen weiß ich von meinem Vize-Präsidenten Horst R. Schmidt, dem Fachmann für das Ticketing, dass der gesamte Verkauf ohne Probleme, durchsichtig und nachvollziehbar verlaufen ist." Auch Horst R. Schmidt zeigte sich überrascht: „Diese Äußerungen machen mich sprachlos. Es war alles mit der offiziellen FIFA-Politik abgestimmt." Auch in die Organisation der WM scheint der FIFA-Boss kein großes Vertrauen zu setzen: „In Deutschland müssen sie sich anstrengen, wenn sie wiederholen wollen, was 2002 in Südkorea oder 1998 in Frankreich passierte."







...







KONZOKH / KONZOKH



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.55

Datum: Montag, den 06. März 2006

Seite: Nr.9
 
Im WM-Knast sind 150 Zellen frei

Wie sich Deutschland sicherheitstechnisch auf die Fußball-WM vorbereitet - Kaiserslautern wird videoüberwachte Zone

Von unserer Redakteurin Monika Lauer Die Stadien werden während der Fußballweltmeisterschaft die sichersten Orte im Land sein. Da sind sich die deutschen Innenminister einig. Hundertschaften der Polizei werden dafür sorgen - und darauf achten, dass ihre Präsenz nicht in den Vordergrund tritt. Denn Deutschland will sich nicht als Polizeistaat präsentieren, sondern „eine heitere WM zustande bringen", sagt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.



Schon seit fünf Jahren arbeitet das Innenministerium an dem „Nationalen Sicherheitskonzept WM 2006". Längst melden sich Kritiker zu Wort, die den deutschen Sicherheitsperfektionismus übertrieben finden. Wenigstens wird Schäubles Wunsch, zur WM auch die Bundeswehr einzusetzen, nicht in Erfüllung gehen. Schließlich ziehen die Deutschen in einen sportlichen Wettkampf und nicht in den Krieg. „Die Welt zu Gast bei Freunden" heißt das WM-Motto. Und bei Freunden soll man sich sicher fühlen. Es wird, wie der Kaiserslauterer Polizeipräsident Wolfgang Erfurt sagt, „ein Spagat zwischen zurückhaltender und stets präsenter Polizei, die auch hart zugreift".





Am 9. Dezember, als die WM-Paarungen ausgelost wurden, ist ihm - und Hans Maaßen, dem Einsatzleiter der WM-Projektgruppe - ein Stein vom Herzen gefallen. Seither weiß er „vor allem, wer nicht in Kaiserslautern spielt". Zum Beispiel England. Zum Beispiel Holland. Beide sind wegen ihrer rabiaten Fans gefürchtet. Aber die USA werden auf dem Betzenberg um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen. Dieses Spiel, sagt Erfurt, „wird die größte Polizeidichte haben".





Doch ganz gleich, wer spielt: Die Polizei legt zwei Sicherheitsringe um das Stadion. Der äußere schließt den Hauptbahnhof und die Fußwege zum Betzenberg ein, der innere legt sich eng um das Fritz-Walter-Stadion. Keiner soll sie unkontrolliert überwinden können.





Eine Kostprobe der Sicherheitsvorkehrungen bekamen Fans beim Freundschaftsspiel USA-Polen am 1. März. Selbst Zigarettenpackungen wurden an den Dreifachkontrollen untersucht. Wer eine Eintrittskarte für die WM hat, wird sich auf lange Wartezeiten einrichten müssen, bis sich für ihn die Sicherheitsschleusen am Stadion öffnen.





In einer gigantischen Aktion hat das Bundesamt für Verfassungsschutz alle überprüft, die Dienstleistungen rund um die WM-Stadien anbieten. Das Bundeskriminalamt (BKA) ist mit im Boot. Und selbst die Nato. Ihre Awacs-Flugzeuge überwachen den Luftraum über den Stadien; Abfangjäger der Luftwaffe stehen bereit, um Flugzeuge abzudrängen, die die Sperrzonen ignorieren; zusätzlich setzen Polizei und Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz) Hubschrauber zur Überwachung ein.





Drei Bedrohungen fürchten die Sicherheitsbehörden: durch Terroristen, durch Hooligans und durch allgemeine Kriminelle. Den möglichen Terrorangriff aus der Luft sollen Nato und Bundeswehr verhindern. Doch als „weiches Ziel" gelten diejenigen, die keine Eintrittskarte ergattert haben, aber trotzdem an den Spielorten dabei sein wollen und in den so genannten Public Viewing Areas an Großbildschirmen die Spiele verfolgen. 1000 bis 1200 Zuschauer erwartet die Polizei in Kaiserslautern am „Boschplatz", 5000 bis 6000 auf dem Stiftsplatz. Zwar hat die Innenministerkonferenz empfohlen, diese Plätze einzuzäunen, aber darauf will man hier verzichten. Der Weltfußballverband Fifa stellt Platzmanager und Einlasskontrollen, Videokameras werden das Areal überwachen, sagt Wolfgang Denzer, bei der Polizei in Enkenbach angesiedelten WM-Projektgruppe für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Wenn"s voll wird, dann darf keiner mehr rein." Einen sicheren Platz haben dort „in großer Zahl" Beamte in Zivil, die die Augen offen halten.





Doch nicht nur diese Plätze sind bei der WM videoüberwacht: 200 Kameras in und um Kaiserslautern nehmen die WM-Besucher in den Blick. Schon auf der Autobahn, an den Zugangsstraßen und an allen Knotenpunkten der Stadt sind sie installiert. In der Verkehrsleitzentrale hat das Team von Siegfried Ranzinger den direkten Zugriff auf Ampelschaltungen. So kann im Not- oder Katastrophenfall der Weg für Einsatzfahrzeuge frei gemacht werden. Alle Krankenhäuser im Umkreis sind in den Katastrophenplan eingebunden. Im Stadion werden hinter der Südtribüne 50 Behandlungsplätze eingerichtet. Das Schulzentrum Süd wird ein Notlazarett beherbergen. Auch auf Randalierer ist die Polizei vorbereitet: Bei der Bereitschaftspolizei in Enkenbach steht eine Gefangenensammelstelle mit 120 Zellen bereit, weitere 30 gibt es in Kaiserslautern.





Zwar ist das Polizeipräsidium Westpfalz mit Blick auf die WM um 100 Beamte verstärkt und für die Zeit der WM eine Urlaubssperre verhängt worden, doch diese logistische und personelle Mammutaufgabe bewältigt Kaiserslautern nicht alleine. Auf dem Betzenberg werden an Spieltagen bis zu 2000 Ordnungskräfte im Einsatz sein, davon etwa 650 Polizisten, kündigt René C. Jäggi, Geschäftsführer der Kaiserslauterer Außenstelle des Fifa-Organisationskomitees, an. In Uniform und in Zivil ist außerdem die Innenstadt, besonders Bahnhofsvorplatz und WM-Meile, zu überwachen. US-amerikanische, französische und niederländische Polizei soll mit deutschen Kollegen Streife laufen.





Mit bis zu 100.000 Besuchern rechnet Kaiserslautern - so viele, wie die Stadt Einwohner hat. Deshalb werden alle anderen vier Präsidien in Rheinland-Pfalz in die Polizeiarbeit einbezogen: Für die Gefangenensammelstelle Enkenbach ist Ludwigshafen zuständig, für den Flughafen Hahn Koblenz; die KrimKatKom (kriminalpolizeiliche Katastrophenkommssion) stellt Mainz, und bei Geiselnahmen oder Entführungen tritt Trier auf den Plan.





Aber auch ohne solche Großeinsätze hat die Polizei wohl alle Hände voll zu tun: Massenveranstaltungen ziehen stets Kriminelle an: Taschendiebstahl, weiß Erfurt, wird zunehmend organisiert verübt. Eine osteuropäische Bande macht derzeit nach Erkenntnissen der Polizei den Raum Straßburg unsicher. Erfurt fürchtet, dass er zur WM auch mit diesen ungebetenen Gästen rechnen muss.







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Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
Sinnvolle Überwachung



Von Gerhard Dürnberger





Das Aufstellen von Überwachungskameras auf Plätzen und Straßen ist ein sensibles Thema. Es ruft bei vielen Bürgern Ängste in Richtung Überwachungsstaat wach. In Kaiserslautern sind derlei Ängste unbegründet. Die Polizei baut während der WM zwar 38 Kameras in der Stadt auf, doch das dient dem Schutz der Bürger. Stadt und Polizei können noch so viel Vorsorge treffen, dass bei der WM in Kaiserslautern alles friedlich bleibt: Ein Restrisiko bleibt immer. Große Fußballspiele haben eine Eigendynamik, ein paar Dutzend gewaltbereite „Fans" genügen, um eine Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Kameras können solche Eskalationen verhindern. Wenn sich irgendwo Ärger zusammenbraut und die Polizei rechtzeitig vor Ort ist, beruhigen sich meist schnell die Gemüter.








Dass zehn Kameras nach der Weltmeisterschaft im Einsatz bleiben, ist ebenfalls in Ordnung. Die Polizei wird bei Spielen des
<strong>FCK </strong>damit den Weg vom Bahnhof zum Stadion kontrollieren und Fangruppen beobachten. Das kann künftig von großer Bedeutung sein. Falls der FCK absteigt und in Liga zwei spielt, kommen voraussichtlich wieder Mannschaften aus den neuen Bundesländern ins Fritz-Walter-Stadion, die für Ausschreitungen ihrer Fans berüchtigt sind. Da kann es nichts schaden, wenn die Polizei rund um Bahnhof und Stadion die potenziellen Krawallmacher elektronisch im Auge behält. Und damit die friedlichen Fans schützt, die wegen des Fußballs ins Stadion gehen.







MUELLEH / MUELLEH



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.69

Datum: Mittwoch, den 22. März 2006

Seite: Nr.15
 
Fast alle Kameras installiert



KAISERSLAUTERN: Polizei baut für WM 38 Überwachungsanlagen auf





Während der WM werden öffentliche Plätze in der Stadt und Wege ins Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern mit Videokameras überwacht. Die Polizei hat bereits viele Kameras installiert, am Stiftsplatz wurden vier Überwachungsanlagen angebracht.








Nach den Worten von Wolfgang Denzer von der Projektgruppe WM des Polizeipräsidiums Westpfalz wird es während der Weltmeisterschaft insgesamt 38 Kameras geben, die Plätze und Wege zum Stadion überwachen. Beispielsweise auf dem Stiftsplatz, auf dem die WM-Spiele auf einer großen Leinwand gezeigt werden, auf dem Fantreff auf dem Gelände des früheren Boschdienstes, auf dem großen Parkplatz am Waldschlößchen sowie auf der ganzen WM-Meile durch die Schneider- und Eisenbahnstraße. 29 der 38 Kameras seien bereits installiert, sagt Denzer.








Die Kameras sind nach seinen Worten eine Art Früherkennungssystem, damit die Polizei rechtzeitig reagieren kann, wenn sich Gruppen zusammenrotten und gefährliche Situationen entstehen. Die Polizei könne sich damit ein Lagebild machen und frühzeitig vor Ort sein, sagt Denzer. Die Kameras seien in erster Linie für den Raumschutz gedacht, die Aufzeichnung von Straftaten sei eher ein „Abfallprodukt". Denn die Kameras seien für Detailaufnahmen wie Gesichter nicht geeignet.








Wie der Polizist weiter ausführt, haben die Kameras einen Durchmesser von 15 Zentimetern und sitzen in einem Gehäuse. Sie sind schwenkbar, man kann sie neigen und zoomen. Die Übertragung der Bilder ins Polizeipräsidium Erfolge durch ein drahtloses System. Im Präsidium werde ein Überwachungsraum neu eingerichtet. Dort gebe es vier Arbeitsplätze mit jeweils zwei Monitoren. Auf jedem Monitor könne der Bildschirm für bis zu neun Kameras unterteilt werden. Die aufgezeichneten Daten würden 48 Stunden zwischengespeichert. „Damit bleiben wir unter den Möglichkeiten, die der Datenschutz zulässt", erklärt Denzer.








Die Stadt hat mit der Videoüberwachung der Plätze und Straßen nichts zu tun. Man habe sich die Aufgaben geteilt, die Polizei sei für den öffentlichen Raum, die Stadt für den fließenden Verkehr zuständig, erklärt Patrice Huth, Direktor des Referats Recht. Entsprechend habe man auch die Kosten aufgeteilt. Die Kameras kämen nach der WM weitgehend wieder weg.








Das bestätigt Denzer. Lediglich um den Bahnhof, etwa am Löwenburgkreisel, blieben nach der Weltmeisterschaft zehn Kameras installiert und würden bei Heimspielen des
<strong>FCK </strong>genutzt. Die anderen Kameras würden abmontiert und von der Polizei dann anderweitig verwendet. Insgesamt kosteten die 38 Kameras in der Stadt rund 350.000 Euro. (dür)







FMPIR01 / FMPIR01



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pirmasenser Rundschau

Datum: Nr.69

Datum: Mittwoch, den 22. März 2006

Seite: Nr.22
 
38 Kameralinsen sorgen für Sicherheit bei WM



KAISERSLAUTERN: Anlagen bereits installiert





Während der Fußball-Weltmeisterschaft werden in Kaiserslautern öffentliche Plätze in der Stadt und Wege ins Fritz-Walter-Stadion mit Videokameras überwacht. Die Polizei hat einen Großteil der Kameras installiert, am Stiftsplatz wurden gerade vier Überwachungsanlagen angebracht.








Nach den Worten von Wolfgang Denzer von der Projektgruppe WM des Polizeipräsidiums Westpfalz wird es während der Weltmeisterschaft insgesamt 38 Kameras geben, die Plätze und Wege zum Stadion überwachen. Beispielsweise auf dem Stiftsplatz, auf dem die WM-Spiele auf einer großen Leinwand gezeigt werden, auf dem Fantreff auf dem Gelände des früheren Boschdienstes Ecke Eisenbahn- und Barbarossasstraße, auf dem großen Parkplatz am Waldschlößchen sowie auf der ganzen WM-Meile durch die Schneider- und Eisenbahnstraße. 29 der 38 Kameras seien bereits installiert, sagt Denzer.








Die Kameras seien eine Art Früherkennungssystem, damit die Polizei rechtzeitig reagieren kann wenn sich Gruppen zusammenrotten und gefährliche Situationen entstehen. Die Polizei könne sich damit ein Lagebild machen und frühzeitig vor Ort sein, sagt Denzer. Die Kameras seien in erster Linie für den Raumschutz gedacht, die Aufzeichnung von Straftaten sei eher ein „Abfallprodukt". Denn die Kameras seien für Detailaufnahmen wie Gesichter nicht geeignet.








Wie der Polizist weiter ausführt, haben die Kameras einen Durchmesser von 15 Zentimetern und sitzen in einem Gehäuse. Sie sind schwenkbar, man kann sie neigen und zoomen. Die Übertragung der Bilder ins Polizeipräsidium erfolge durch ein drahtloses System. Im Präsidium in der Logenstraße werde ein Überwachungsraum neu eingerichtet. Dort gebe es vier Arbeitsplätze mit jeweils zwei Monitoren. Auf jedem Monitor könne der Bildschirm für bis zu neun Kameras unterteilt werden. Die aufgezeichneten Daten würden 48 Stunden zwischengespeichert. „Damit bleiben wir unter den Möglichkeiten, die der Datenschutz zulässt", erklärt Wolfgang Denzer.








Die Stadt hat mit der Videoüberwachung der Plätze und Straßen nichts zu tun. Man habe sich die Aufgaben geteilt, die Polizei sei für den öffentlichen Raum, die Stadt für den fließenden Verkehr zuständig, erklärt Patrice Huth, Direktor des Referats Recht. Entsprechend habe man auch die Kosten aufgeteilt. Die Kameras kämen nach der Weltmeisterschaft weitgehend wieder weg.








Das bestätigt Denzer. Lediglich um den Bahnhof, etwa am Löwenburgkreisel, blieben nach der Weltmeisterschaft zehn Kameras installiert und würden bei Heimspielen des
<strong>FCK </strong>genutzt. Die anderen Kameras würden abmontiert und von der Polizei dann anderweitig verwendet. Insgesamt kosteten die 38 Kameras in der Stadt rund 350.000 Euro. (dür)







DUERNBG / DUERNBG



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Westricher Rundschau

Datum: Nr.70

Datum: Donnerstag, den 23. März 2006

Seite: Nr.17
 
„Die Schnittmenge ist Ausländerfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft"



Wie Hooligans und rechte Schläger bei den ostdeutschen Oberliga-Begegnungen für die Fußball-Weltmeisterschaft trainieren





Von unserem Korrespondenten








Peter Gärtner, Berlin








In Ostdeutschland ist die Hooligan-Szene besonders aktiv. Brisant: die enge Verbindung zwischen gewaltbereiten Fußball-„Fans" und der Neonazi-Szene. Die Polizei rechnet damit, dass es bei der WM Randale gibt - vor allem in der Umgebung der Stadien.








Adebowale Ogungbure hat jetzt eine Ahnung davon, was das WM-Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden" auch bedeuten kann. Der dunkelhäutige Abwehrspieler von Sachsen Leipzig ist in der Südstaffel des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) zwar einiges gewöhnt. Bananenwürfe, „Husch in den Busch"- und „Drecksnigger"Schmähungen gehören zum Alltag. Doch kürzlich ist er beim Auswärtsspiel gegen den Halleschen FC vor über 3000 Zuschauern nicht nur beleidigt, sondern auch bespuckt und tätlich angegriffen worden. Der Nigerianer erwiderte die Angriffe der Hooligans mit einem verächtlichen Hitlergruß. „Ich wurde geschlagen und wusste nicht, wie ich mich wehren sollte." In seiner ganzen Karriere, so der 24-Jährige, der schon für den Zweitligisten Energie Cottbus spielte, sei er noch nie so schlecht behandelt worden wie in dieser Oberliga, in der die Klubs aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt kicken.








Noch berüchtigter ist die Nordstaffel, in der der frühere DDR-Abonnement-Meister BFC Dynamo Berlin spielt. Der einstige Verein der DDR-Staatssicherheit wurde nach der Wende zum Tummelplatz für Hooligans und die rechtsextreme Szene. Zu manchen Oberliga-Spielen kommen rund 1000 überwiegend kahlgeschorene BFC-Anhänger, viele von ihnen stuft die Polizei als „gewaltsuchend" ein.








Die beiden Staffeln in den neuen Bundesländern gelten als jene Ligen mit den meisten „Risikospielen" der Republik. Hier konzentrieren sich viele Hooligans der Kategorien C (stets gewaltbereit) und B (gewaltbereit unter Alkohol). Die Spiele der vierten Liga haben oft mehr Zuschauer als manche Partien der zweiten und viele der dritten Spielklasse, aber das Aufgebot an Sicherheitskräften ist weitaus kleiner.








Die Szene profitiert auch davon, dass selbst bundesweit mit Stadionverbot belegte Gewalttäter nicht ausgesperrt werden können - dieses Verbot gilt nur für die Erste und Zweite Bundesliga und die Regionalligen. Zwar kann der Heimatverein von seinem Hausrecht Gebrauch machen, aber nicht die Anreise zu Auswärtsspielen verhindern. Im Osten ist zudem die Verbindung zwischen „Fans" und Neonaziszene besonders stark ausgeprägt. „Die Schnittmenge ist Ausländerfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft", so Berlins Innensenator Ehrhart Körting.








Bei einem Abgleich der Daten von Landeskriminalamt und Verfassungsschutz stellten die Behörden der Hauptstadt fest, dass jeder achte registrierte Rechtsextremist schon bei Fußballspielen (insbesondere der Oberligisten BFC Dynamo und 1. FC Union) aufgefallen ist. „Das Problem ist ein Erbe der DDR", sagt Giselher Spitzer, der mehrere Bücher zum Einfluss der Stasi auf den Sport veröffentlichte. Zahlreiche Geheimberichte der SED und Stasi zeigten, dass in den 80er Jahren viele Fanklubs Sammelbecken der Neonazis gewesen seien. Schlachtrufe wie „Raus mit den Russen", „Rot-Front verrecke" oder „Zyklon B für den BFC" gehörten zum DDR-Alltag.








Wenn heute Anhänger des BFC Dynamo, der einstigen Vereinigung von Volkspolizei und Stasi, anreisen, hat es die Polizei zunehmend schwer. Denn viele Schläger lassen Nazi-Symbole, Wehrmachtsorden und paramilitärische Kleidung im Schrank. Das Training für die WM haben sie längst begonnen. Im vergangenen November verabredeten sich gut 50 Hooligans der deutschen „Nordostfraktion" mit Gleichgesinnten vom polnischen Fußballklub Lech Poznan in einem Waldstück zwischen Berlin und Frankfurt/Oder zu einer Massenschlägerei. Die 55 Polen reisten im Bus wie zu einer Kaffeefahrt an, die Deutschen in Kleingruppen unter den Augen von Polizeieinheiten, die die Prügelei nicht verhindern, aber die Personalien der einheimischen Gewalttäter aufnehmen konnten. Polnische Hooligans gelten europaweit als besonders brutal.








Vor solchen „Drittortauseinandersetzungen" außerhalb der Städte ist den Sicherheitskräften in Berlin und Leipzig, den beiden WM-Austragungsorten im Osten, am wenigsten bange. Befürchtet wird allerdings, dass die meisten Schläger nicht die Abgeschiedenheit vorziehen, sondern sich etwa mit Polen „verbrüdern" und bewusst öffentliche Plätze wie die Fan-Meile oder den Potsdamer Platz aufsuchen. „Randalierende Gruppen", so der Berliner Oberstaatsanwalt Jörg Raupach in einem Interview, „die über den Kudamm ziehen, sind die größte Gefahr". Der Abteilungsleiter für Staatsschutzdelikte erwartet die größte Randale ohnehin außerhalb der Stadien, weil die meisten Hooligans keine Karten haben werden. „Wir sehen die WM so, als ob ein 1. Mai eben vier Wochen dauert." Zwei Dutzend Staatsanwälte werden allein in Berlin während der WM im Dauereinsatz gegen Hooligans sein.








Am kommenden Wochenende können sie praktischen Anschauungsunterricht nehmen: Da trifft der BFC Dynamo auf Tennis Borussia, den Berliner Traditionsverein mit jüdischen Wurzeln, und Union spielt gegen den SV Yesilyurt, der einen türkischen Hintergrund hat. Antisemitische und rassistische Parolen sind dabei programmiert.








STERNE / STERNE



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.77

Datum: Freitag, den 31. März 2006

Seite: Nr.3
 
Mit Plakaten auf den Herrenklos



Eine Kampagne gegen Zwangsprostitution



Von unserer Redakteurin Anne-Susann von Ehr Die roten Karten gegen den Frauenhandel sind gezückt: Vom deutschen Frauenrat über kirchliche Gruppen bis hin zum Deutschen Fußballbund kämpfen zahlreiche Organisationen für Zehntausende völlig rechtloser „Importhuren", die während der Weltmeisterschaft nach Deutschland gekarrt werden sollen. Aber es gibt auch Stimmen, die die Befürchtungen für übertrieben halten.





Wer die Zahl in die Welt gesetzt hat, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Aus den zehntausenden Huren, die zur WM zum Geldverdienen kommen, sind irgendwann 40.000 Zwangsprostituierte geworden, die den aus aller Welt anreisenden Fußballtouristen als Ware angeboten werden sollen. 40.000 Frauen, die für einen Zeitraum von vier Wochen nach Deutschland eingeschleust und hier unter Zwang Sex verkaufen sollen? Niwedita Prasad, Koordinatorin der Berliner Beratungsstelle Ban Ying, die sich in der Hauptstadt seit Jahren um Opfer von Menschenhandel kümmert, hat große Zweifel an dieser Zahl und äußert dies auch deutlich: „Das ist der größte Unsinn, den ich gehört habe." Für vier Wochen bringe kein Zuhälter Frauen extra in ein Land, denn dies erfordere eine Menge Organisation. „In vier Wochen können die Frauen nicht genug Geld erwirtschaften, dass sich diese Kosten rechnen." Und - auch die Menschenhändler wüssten von der massiven Polizeipräsenz während der WM, die ihnen das Geschäft erschwere, sagt die Beraterin.







Eine andere Sichtweise hat die Organisation Solwodi, die in Deutschland zehn Beratungsstellen und sieben Schutzwohnungen für Frauenhandelsopfer unterhält. Solwodi-Gründerin Lea Ackermann rechnet mit einem massiven Anstieg von Frauenhandel und Zwangsprostitution während der Fußball-Weltmeisterschaft. Sie führt die Expo in Hannover als Beispiel an, wo nach ihren Angaben 3000 Prostituierte zusätzlich angeschafft hätten. Bei der WM gehe es sogar um zwölf Spielstätten und drei Millionen überwiegend männliche Fans aus aller Welt, die rund um die Austragungsorte ihre Camps aufschlagen.







Solwodi hat vor Monaten schon Präventionskampagnen gestartet: In Polen, der Slowakei, Ukraine, Rumänien, Russland werden Mädchen und junge Frauen gewarnt. „Was wird euch versprochen? Ein Pass, ein Job, guter Verdienst? Und was bekommt ihr? Ihr werdet verkauft, versklavt, vergewaltigt und in die Prostitution gezwungen", heißt es auf dem Faltblatt, das in acht Sprachen gedruckt ist. Vom 1. Mai bis 21. Juli wird ein WM-Notruf freigeschaltet, der rund um die Uhr besetzt ist. Als „Telefonistinnen" haben sich 20 in dieser Problematik geschulte Ordensfrauen aus sechs osteuropäischen Länder bereiterklärt. Und Lea Ackermann verbindet mit der Hotline eine kleine Hoffnung. Möglicherweise könnten auch sensibilisierte Freier bewegt werden, anzurufen und sozusagen „Frauennot zur Männersache" zu machen.







Tüten mit Weingummiherzen







Die Freier hat auch die Berliner Beratungsstelle Ban Ying im Blick. Die Kernbotschaft ihrer Kampagne lautet „Prostitution ohne Zwang und Gewalt". Die Koordinatorin Niwedita Prasad gibt unumwunden zu, dass man das Turnier und damit das Medieninteresse nutzen will, um Freier zu erreichen und vor allem zu sensibilisieren. Und da Männer am besten wissen, was Männer anspricht, hat die Stelle einer männerdominierten PR-Agentur den Auftrag erteilt. Das Resultat: In den Herrenklos von Berliner Kneipen und Restaurants hängen rund 9000 Plakate, und zwar über den Pissoirs. „Hier sind Männer unter sich und müssen mindestens zehn Sekunden stehen bleiben", verspricht sich Prasad durch diese Taktik Aufmerksamkeit.







Auf provokante und direkte Art wird auf den Plakaten an das Verantwortungsbewusstsein von Freiern appelliert: „Verantwortung kann man nicht in Zentimetern messen. Denn egal wie groß dein Schwanz ist, Du bist der Einzige, der erkennen kann, ob eine Frau zur Prostitution gezwungen wird." Statt Faltblättern - „die nimmt niemand mit aus Angst, die Ehefrau könnte das Papier entdecken" - werden Tüten mit Weingummiherzen verteilt mit dem diskreten Verweis auf die Internetseite „www.verantwortliche-freier.de". Dort können sich Männer auf Deutsch, Englisch, Russisch, Türkisch und Arabisch informieren, wie sie Zwangsprostitution erkennen und den Frauen helfen können.







Woran erkennt der Mann aber eine Zwangsprostituierte? Merkmale können sein, wenn die Frau misshandelt, eingesperrt oder permanent überwacht wird; wenn sie keinen Kunden ablehnen darf, rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss; wenn ihr der Pass abgenommen worden ist. Und was soll Mann unternehmen, wenn er ein ungutes Gefühl hat? Prasad erklärt, was er auf keinen Fall tun soll: „Der Freier soll nicht gegen den Willen der Prostituierten handeln oder ohne ihr Einverständnis Behörden einschalten. Das kann unvorhergesehene Folgen für die Frau haben."







Denn Opfer von Menschenhandel riskieren viel, wenn sie ihre Zuhälter verraten oder in einem Prozess gegen sie aussagen. Anders als in Belgien oder Italien gibt es in Deutschland keinen Abschiebeschutz für sich illegal im Land aufhaltende Huren, die in einem Verfahren gegen Menschenhändler auftreten. Wer sich für einen Prozess entscheidet, muss zunächst einmal warten. Bis zu drei Jahre mitunter. In dieser Zeit ist die „Opferzeugin mit Duldungsstatus" zur Untätigkeit verurteilt. Es ist nahezu unmöglich, eine Arbeitsstelle zu bekommen, Genehmigungen für Ausbildungsstellen oder Sprachkurse sind aussichtslos. Viele schweigen also lieber.







Mit der Kampagne hoffen die Aktivistinnen von Ban Ying deshalb, Freier für die Problematik der Frauenhandelsopfer zu sensibilisieren. In der Vergangenheit hat sich schon mal der eine oder andere beunruhigte Freier gemeldet. Meist seien dies Stammkunden, die sich in „ihre" Hure verliebt hätten und diese nun retten wollten, berichtet Prasad. Ablehnend reagiert sie auf Forderungen, Freier von Zwangsprostituierten zu bestrafen. „Wenn ich die Kunden kriminalisiere, kann ich sie nicht sensibilisieren", sagt die Koordinatorin der Berliner Stelle. Für die Mitarbeiter von Ban Ying ist ihre Kampagne ein Versuch: „Wir wissen nicht, was dabei herauskommt." Trotzdem haben sie die Hoffnung, dass die Männer, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen, genauer hinschauen.







VONEHRA / VONEHRA



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.77

Datum: Freitag, den 31. März 2006

Seite: Nr.3
 
Gewachsenes Schmuckkästchen thront über der Stadt



Im Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion wird noch am Presseraum gearbeitet - Solarenergie-Anlagen auf drei Tribünen





Wenn bei der Fußball-WM 2006 der erste Anpfiff ertönt, wollen sich nicht nur die Kicker, sondern auch die zwölf Stadien von ihrer besten Seite zeigen. DIE RHEINPFALZ nimmt die Arenen unter die Lupe. Im zwölften und letzten Teil der Serie geht es heute um das Fritz-Walter-Stadion in
<strong>Kaiserslautern </strong>.







Von unserem Redakteur








Oliver Sperk








Es ist schon von weitem zu sehen. Es wirkt mächtig. Es scheint über
<strong>Kaiserslautern </strong>zu thronen: das Fritz-Walter-Stadion, für viele Pfälzer der Fußball-Tempel schlechthin, die Heimat des 1. FC Kaiserslautern . Von 12. bis 26. Juni rücken die Stadt in der Westpfalz und das Stadion auf dem 256 Meter hohen Betzenberg in den Blickpunkt der ganzen Fußball-Welt. In dieser Zeit steigen in dem Schritt für Schritt ausgebauten und modernisierten Schmuckkästchen fünf WM-Spiele; vier Vorrundenbegegnungen und ein Achtelfinale.







Wegen Rissbildungen in der Dachkonstruktion der Osttribüne wurde Anfang Dezember das Bundesligaspiel des FCK gegen Eintracht Frankfurt vorsichtshalber abgesagt. Diese Haarrisse werden bis zur Weltmeisterschaft vollständig beseitigt. Die derzeit noch sicherheitshalber eingezogenen Stützen in der Südtribüne zur Entlastung der Ostkurve sollen dann entfernt werden, sagt Dirk Leibfried, Pressesprecher des städtischen WM-Büros.








Bis zum ersten WM-Anstoß in
<strong>Kaiserslautern </strong>am 12. Juni, 15 Uhr, bei der Partie der Gruppe F Australien gegen Japan wird vor allem noch im Inneren der Nordtribüne gearbeitet: Dort entsteht ein neuer Presseraum mit einer Kapazität von 250 Plätzen. Um dafür Platz zu schaffen, ist die FCK-Geschäftsstelle Anfang des Jahres von der Nord- in die Westtribüne umgezogen, wo nun auch Mitarbeiter der Außenstelle Kaiserslautern des FIFA-WM-OK untergebracht sind.







Die Medienplätze auf der Nordtribüne werden von jetzt 168 auf bis zu 600 inklusive Kommentatoren-Positionen für TV und Hörfunk aufgestockt. Im zwischen Nord- und Westtribüne entstandenen Medienturm sind während der WM die Studios der Fernsehsender installiert, etwa das der ARD mit Delling/Netzer, informiert Michael Novak, Pressesprecher der Lauterer Außenstelle des FIFA-WM-OK. Im Logenturm (Nord/Ost) befinden sich während der WM FIFA-Büros.








Noch vor der WM soll auf den Dächern der Süd-, West- und Osttribüne die größte Fotovoltaikanlage in einem deutschen Stadion installiert werden. Die Anlage mit 6000 Quadratmetern Solarfläche soll Energie liefern, die den Bedarf von 200 Privathaushalten decken könnte und ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird.








Rund um die WM-Partien in
<strong>Kaiserslautern </strong>werden Teile der Innenstadt für den privaten Straßenverkehr gesperrt. Zu den Spielen im Fritz-Walter-Stadion gelangt man am einfachsten mit der Bahn; der Fußweg vom für die Weltmeisterschaft modernisierten Bahnhof beträgt weniger als eine Viertelstunde. Für die Anreise mit dem Auto stehen die Großparkplätze Schweinsdell ( Kaiserslautern -Ost/2800 Stellplätze), Industriegebiet Nord (5000) sowie die ausgewiesenen Parkflächen Einsiedlerhof/Opel (1200) und Uni (1800 Stellplätze) zur Verfügung.







SPERKO / SPERKO



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.82

Datum: Donnerstag, den 06. April 2006

Seite: Nr.11
 
fussball-magazin





Bela Rethy Kommentator der WM-Ouvertüre am 9. Juni







HAMBURG (sid). Jahrhundert-Fußballer Pele wird als Spezialgast des ZDF mehrere Fernsehauftritte bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland haben. Dies verkündete der öffentlich-rechtliche TV-Sender bei der offiziellen WM-Präsentation von ARD und ZDF in Hamburg. Regelmäßiger WM-Experte im „Zweiten" wird Franz Beckenbauer sein.







Als Live-Kommentatoren für die ARD wurden Reinhold Beckmann, der auch für das Endspiel vorgesehen ist, Steffen Simon und Gerd Gottlob vorgestellt. Bela Rethy ist der Reporter des Eröffungsspiels Deutschland gegen Costa Rica am 9. Juni in München. Außerdem werden Thomas Wark und Wolf-Dieter Poschmann vom ZDF eingesetzt.







Monika Lierhaus berichtet für die ARD aus dem deutschen Mannschaftsquartier. Beim ZDF übernimmt Michael Steinbrecher diesen Part. Waldemar Hartmann wird die Fußball-Fans nach einem langen Fernsehtag in der ARD zwischen 23.30 Uhr bis 24.00 Uhr in „Waldi"s WM-Club" empfangen. Anders als bei „Waldi und Harry" während der Olympischen Winterspiele im Februar in Turin wird Entertainer Harald Schmid diesmal jedoch nur gelegentlich als Gast auftreten.







fussball in Kürze







Lob für „Kaiser Franz". Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat gestern in Berlin Vertreter des Organisationskomitees der Weltmeisterschaft 2006 empfangen. Steinmeier bedankte sich bei „Fußball-Botschafter" Franz Beckenbauer für „seinen großartigen Einsatz" bei der so genannten Welcome-Tour. Der „Kaiser" hatte 31 Teilnehmer-Länder persönlich vor Ort eingeladen. (sid)







Baffoe berät Ghana. Der ehemlige Bundesliga-Profi Anthony Baffoe (40) ist vom ghanaischen Fußball-Verband (GFA) mit Blick auf die Teilnahme an der WM 2006 in Deutschland zum so genannten „Internationalen Berater" ernannt worden. (sid)







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WEHNERO / WEHNERO



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.82

Datum: Donnerstag, den 06. April 2006

Seite: Nr.9
 
Zu WM auch Champagner im Plastikgefäß

Kaiserslauterer Ordnungsamt und Polizei für „glasfreie" City - Gastronomie geht auf die Barrikaden



KAISERSLAUTERN (ahb). Städtisches Ordnungsamt und Polizei haben die Weichen gestellt: Die engere Innenstadt von Kaiserslautern wird während der vier Wochen der Fußball-Weltmeisterschaft „glasfreie Zone". Was bedeutet, dass im Freien nichts in Flaschen serviert werden darf und Getränke nur im Plastikgefäß ausgeschenkt werden dürfen. Eine Verordnung, die die heimische Gastronomie auf die Barrikaden treibt.





Die Erfahrungen beim Confederation-Cup sind mit ausschlaggebend für die Entscheidung der Stadt. „Insbesondere der Spielort Köln war da ein abschreckendes Beispiel", sagt Patrice Huth, Direktor des Ordnungsreferats. Huth wie auch Jürgen Schmitt, Leiter der Projektgruppe WM 2006 beim Polizeipräsidium Westpfalz, denken nicht nur an die Gefahr, die von Glas als Waffe ausgehen kann. „Ein Glas wird leicht mal weggeworfen beziehungsweise zerbricht", so ein Sprecher der Projektgruppe. Vor allem im Sommer würden in Massen herumliegende Glasscherben für Fußgänger ein hohes Verletzungsrisiko bergen.





Auch ohne städtisches Zutun sind die Kaiserslauterer „Public-Viewing-Plätze" - jene Bereiche, in denen die Spiele auf Großbildleinwand verfolgt werden können, gemäß Fifa-Auflagen glasfrei. Auf der städtischen WM-Meile sorgen Verträge zwischen der Stadt und den Beschickern dafür, dass nur aus Plastikbechern getrunken werden kann. Was bleibt, ist die heimische Gastronomie, die wie jeden Sommer Freisitze einrichtet. Für alle Gastronomen in der Kernstadt, Beispiel Schiller- und Stiftsplatz sowie Altstadt, wird während der gesamten WM ein Glasverbot angeordnet. Und für den weiteren Innenstadtbereich zumindest an den fünf Lauterer Spieltagen.





Von der Entscheidung ist zudem das im Innenhof der Stiftskirche geplante Weindorf betroffen. Es wird vom Bezirksverband Pfalz und der Pfalzwein-Werbung organisiert. Natürlich sei es kein Idealzustand, Wein in Plastikgefäßen servieren zu müssen, sagt Pfalzwein-Geschäftsführer Detlev Janik. Doch habe man von Anfang an gewusst, dass es so kommen könnte, „und wir werden das auch meistern".





Was für Trinkgefäße gilt, kommt Referatsleiter Huth zufolge auch bei Getränkeflaschen aus Glas zum Tragen. Diese dürften nicht mit in die Kernzonen gebracht werden, zudem werde der Verkauf in der City verboten. Ausnahme seien Supermärkte, was den persönlichen Bedarf der Kunden für zu Hause betreffe. „Wir müssen so verfahren, auch wenn wir die Gefahr nicht zu hundert Prozent bannen können", so Huth. Er verweist darauf, dass in Kaiserslautern im Gegensatz zu anderen WM-Städten alles auf „sehr, sehr engem Raum" zusammen liege. Und wenn etwas passiere, dann bleibe das in Erinnerung und nicht ansonsten schöne WM-Tage.





Weil die WM für Kaiserslautern eine außergewöhnliche Situation darstelle, wirbt der Ordnungsamtschef um Verständnis bei der Gastronomie. Zumal es mittlerweile Plastikbehältnisse gebe, aus denen sich auch Wein und Sekt gut trinken ließen. Huth schwebt ein System professioneller Anbieter vor, wonach jeder Gastronom ein nachmessbares Kontingent an Plastik-„Gläsern" bestellen kann. Auf diese Weise könne hinterher geprüft werden, wie viele Gefäße über welche Theke und wieder zurück gegangen seien. Der Vorteil in Huths Augen: Durch ein abschließendes Verrechnen unter den Gastronomen werde verhindert, dass einer von ihnen mehr Pfand zurückzahlen musste als er an Gefäßen ausgegeben hatte. Dass Stammgästen oder Weindorf-Besuchern kein Pfand zugemutet werden könne, lässt er nicht gelten. Kein Gastwirt sei gezwungen, Pfand zu nehmen.





All das höre sich gut an, funktionere in der Praxis erfahrungsgemäß aber nicht, hält Alf Schulz, Vorsitzender des Kreisverbands Kaiserslautern im Hotel- und Gaststättenverband Rheinhessen-Pfalz dagegen. Weder beim Pfand, noch bei „stilechten" Plastikgefäßen, bei denen es schon allein wegen des breiten Getränkeangebots Probleme gebe. Das größte Handicap sei aber, dass durch diesen Zwang jeder Gast „zum potenziellen Hooligan" abgestempelt werde. „Das kann sich kein Gastgeber erlauben", sagt Schulz, schon gar nicht, wenn „die Welt zu Gast bei Freunden" sei. Qualität und Service gingen schlichtweg verloren. Auch die räumliche Enge ist für Schulz kein Argument: „Beim Oktoberfest in München gehen mehr Menschen in die Hallen, als Kaiserslautern Einwohner hat."





Die Kaiserslauterer Gastronomen wollen nun auf einen runden Tisch hinwirken, bei dem Oberbürgermeister Deubig den Vorsitz haben soll. Ziel: die Muss- in eine Kann-Verordnung umzuwandeln. Ohnehin sei die Gastronomie bislang nicht nach ihrer Meinung gefragt worden. Einwurf







SCHLICR / SCHLICR

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Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
Marschalls „Versilberte" im Museum



HAUENSTEIN: Leihgabe des ehemaligen National-Stürmers mit emotionalem Erinnerungswert





Er ist auch heute noch einer der großen Sympathieträger: Olaf Marschall (40), Manager des 1.
<strong>FC </strong>Kaiserslautern , fand trotz der schweren Wochen beim FCK Zeit für einen Abstecher ins Deutsche Schuhmuseum Hauenstein.







„Ich komme gerne hierher, nicht zuletzt, weil ich weiß, dass das Museum derzeit eine Ausstellung im Rahmen der WM 2006 vorbereitet, was sehr lobenswert auch für den WM-Spielort
<strong>Kaiserslautern </strong>ist", meinte der sympathische Ex-Nationalspieler und FCKler mit Herzblut. Olaf Marschall, der in 176 Bundesligaspielen 60 Tore schoss und mit dem FCK Deutscher Meister und Pokalsieger wurde, übergab dem Museum für die Ausstellung „Ein Ball geht um die Welt", die auch von der RHEINPFALZ mitgesponsert wird, seine versilberten Fußballschuhe, die ihn ihn immer an seinen aktiven FCK-Abschied für immer erinnern sollten.







„Olaf Marschall Fußballgott" erzählte die Geschichte dieser für ihn so wertvollen Schuhe, denn nach seinem vorletzten Spiel gegen St. Pauli waren ihm diese Schuhe auf unerklärliche Weise abhanden gekommen. Am Samstag darauf, seinem letzten Spieltag überhaupt gegen Dortmund auf dem Betzenberg überreichten ihm seine Frau und seine Kinder diese mittlerweile echt versilberten Schuhe, die er an den berühmten Nagel hängen sollte. „Für mich hat diese Geschichte auch einen großen emotionalen familiären Erinnerungswert", meinte Marschall, und dennoch trennt er sich jetzt zeitweilig während der Ausstellungszeit im Museum vom 21. April bis 30. September 2006, wo diese „silbernen Treter" des Sympathieträgers ein richtiger Hingucker werden.








Olaf Marschall brachte außerdem ein Nationaltrikot von 1998 von der Weltmeisterschaft in Frankreich mit, als er dem deutschen Kader angehörte. Insgesamt hat Olaf 13 Mal für die deutsche Nationalmannschaft gespielt, zu DDR-Zeiten war er auch dort schon Nationalspieler gewesen. Geboren wurde Olaf Marschall in Torgau, jener historischen Stadt, wo sich Russen und Amerikaner gegen Ende des Krieges begegneten.








Zwölf Jahre spielte Olaf Marschall beim 1.
<strong>FC </strong>Kaiserslautern und es gibt keinen Fan in der Pfalz, der sich nicht auch heute noch an die Moral, den Kampfgeist und die volle Hingabe dieses Spielers dankbar erinnert. „Ich hoffe, dass diese Tugenden auch die heutige Mannschaft in den nächsten schweren Wochen beflügeln wird, um auch im Jahr der WM ganz oben zu bleiben", meinte Marschall bei seinem ersten („aber nicht letzten") Besuch in Hauenstein, der von Karlheinz Weber (Bad Dürkheim), einem Förderer des Schuhmuseums, Hauenstein ermöglicht worden war. (ys)







THIESSP / THIESSP



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pirmasenser Rundschau

Datum: Nr.83

Datum: Freitag, den 07. April 2006

Seite: Nr.18
 
Fifa lässt Staatsanwälte auf Zuverlässigkeit überprüfen



Kritik an „dreister Zumutung" bei Akkreditierung zur Fußball-WM



KAISERSLAUTERN/BERLIN (au). Das Fifa-Organisationskomitee für die Fußball-WM lässt Staatsanwälte von Polizei und Verfassungsschutz durchleuchten. Die Zweibrücker Generalstaatsanwältin Ursula Reichling bezeichnete das Verfahren zur Akkreditierung von Staatsanwälten, die während der WM in den Stadien Dienst tun, als „etwas ganz Unmögliches".





Hintergrund ist das Sicherheitskonzept, das das Bundesinnenministerium in Absprache mit dem Weltfußballverband verabredet hat. Um ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu gewährleisten würden alle Personen, die in den Sicherheitsbereich der Stadien kommen, auf ihre Zuverlässigkeit überprüft, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Dabei müssten alle gleich behandelt werden.








Der Leitende Oberstaatsanwalt Bleh am WM-Spielort Kaiserslautern nannte es dagegen „eine dreiste Zumutung". Es sei absurd, dass die Justiz „sich der Zustimmung dieses privaten Vereins (der Fifa) zu hoheitlicher Tätigkeit versichern soll", sagte er der RHEINPFALZ. Bleh kritisierte zudem, dass bei der WM die Bevölkerung - und nun sogar die Justiz - unter Generalverdacht genommen werde. Dies sei „ein weiterer Schritt zum Überwachungsstaat". In Kaiserslautern werden fünf Zweierteams von Staatsanwälten eingesetzt. Jeweils einer sitzt im Stadion, um bei strafbaren Handlungen sofort Ermittlungen einleiten zu können. Acht der Staatsanwälte haben Bleh zufolge - trotz Bedenken - in die Überprüfung eingewilligt, zwei haben sie verweigert.








Sie werden trotzdem nicht aus dem Dienstplan genommen. Generalstaatsanwältin Reichling sagte der RHEINPFALZ, es gebe Mittel, um „uns mit Macht durchzusetzen, wenn etwas Akutes passiert". Sie teilt die Bedenken Blehs gegen die Akkreditierung. Zwar habe sie bei der Justiz-Sicherheitskonferenz Ende Februar in München davon erfahren, dass für alle Personen im Sicherheitsbereich eine Akkreditierung vorgesehen ist, doch sei sie nicht auf die Idee gekommen, dass dies auch Staatsanwälte betreffe. Aus pragmatischen Gründen habe sie sich nicht dagegen gewehrt: „Wir haben wenig Chancen, das Konzept jetzt noch umzukrempeln."








Das rheinland-pfälzische Justizministerium wollte den Akkreditierungszwang für Staatsanwälte nicht kommentieren. „Das ist einzig und allein Sache der Staatsanwaltschaften", sagte der Sprecher des Ministeriums.








Kommentar Seite 2








LAUERM / LAUERM



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.83

Datum: Freitag, den 07. April 2006

Seite: Nr.1
 
KOMMENTAR



Im WM-Taumel



Von Monika Lauer





Man mag es nicht glauben: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft werden Staatsanwälte gleichgestellt mit Würstchenverkäufern. Die einen versehen im Sinn einer friedlichen und sicheren WM in den Stadien hoheitliche Aufgaben. Die anderen wollen Geld verdienen. Die einen sind Repräsentanten der Justiz, die anderen des Kommerz. Vor der internationalen Fußballorganisation Fifa aber sind sie gleich, werden alle gleich gemacht.








Da müssen sich Staatsanwälte von Polizei und Verfassungsschutz durchleuchten lassen, ob sich unter ihrer Robe vielleicht ein Verbrecher oder gar ein Extremist verbirgt. Nicht von Staats wegen. Vielmehr machen sich der Staat und seine Sicherheitskräfte kritiklos zum Büttel der Fifa. Sie nimmt sich heraus zu entscheiden, wer im Dienst der öffentlichen Sicherheit zuverlässig genug ist, um ein WM-Stadion zu betreten. Das ist absurd.








Bedenklich aber ist, dass das Bundesinnenministerium, das federführend für das WM-Sicherheitskonzept verantwortlich ist, dass kein Landesjustizministerium, dem die Staatsanwälte unterstellt sind, auf die Bremse getreten und die unmäßigen Wünsche der Fifa-Funktionäre gestoppt hat. Offenbar hat die WM-Euphorie einigen Amtsträgern den Verstand vernebelt.








Die Sturheit, mit der das Innenministerium in Berlin argumentiert, dass selbst Nationalspieler überprüft würden, bestätigt den dringenden Verdacht, dass im WM-Taumel endgültig die Relationen durcheinander geraten sind.








Dass die Fifa Staatsanwälte überprüfen lässt, ist ein Skandal.








LAUERM / LAUERM



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Bad Dürkheimer Zeitung

Datum: Nr.83

Datum: Freitag, den 07. April 2006

Seite: Nr.2
 
Weltmeister im Riesenformat



KAISERSLAUTERN: Fußballidole verdecken marode Hausfassaden





Während der WM werden riesige Poster in Kaiserslautern aufgehängt, die hauptsächlich 54er Weltmeister des
<strong>FCK </strong>vor einem künstlerischen Hintergrund zeigen. Die so genannten Blow ups sollen an exponierten Stellen in der Stadt zu sehen sein, aber auch unschöne Fassaden verkleiden.







Das Projekt trägt den Namen „WM-Galerie Kaiserslautern". Vorwiegend an Hausfassaden, die an den Zufahrtsstraßen zum Stadion und an der WM-Meile liegen, werden die Poster aufgehängt. Das WM-Büro der Stadt hat zwölf bis 15 Standorte ausgewählt. Die Poster sollen nach den Worten von WM-Koordinator Erwin Saile der Welt sichtbar machen, dass der Fußball in Kaiserslautern zu Hause ist. Man habe sich bei den Porträts auf 54er Weltmeister des
<strong>FCK </strong>konzentriert, allen voran Fritz-Walter, dazu kämen noch „Ergänzungsspieler" wie Hans-Peter Briegel, Andreas Brehme oder Miroslav Klose. Die riesigen Poster zeigten die Spieler vor einem künstlerisch gestalteten Hintergrund, die Plakate tragen den Schriftzug „Football is coming home", übersetzt „Der Fußball kommt nach Hause", der auch in Pfälzisch auf den Leinwänden stehen wird: „de Fußball kummt häm". Die Poster sind 80 bis 1000 Quadratmeter groß. Das Projekt wird zum größten Teil von der Nationalen DFB-Kulturstiftung finanziert, die für die Organisation und Betreuung des offiziellen Kunst- und Kulturprogramms zur WM zuständig ist. Die Stiftung fördert Kunst- und Kulturprojekte mit einem Fußballbezug. Sie steuert 200.000 Euro für die „WM-Galerie Kaiserslautern" bei und übernimmt damit zwei Drittel der Kosten. Als Sponsor wurde Oddset gewonnen, so dass nur noch ein Anteil von 20 Prozent der Kosten bei der Stadt verbleibt.







Der WM-Koordinator hat nur ein Problem. Er will unbedingt das Gebäude Ecke Logen- und Richard-Wagner-Straße, in dem früher das Hotel Post war, mit zwei großen Blow ups verhüllen. Das Gebäude habe eine exponierte Lage, es sei vom Bahnhof aus schon zu sehen und in einem Zustand, dass es verhüllt werden müsse. Das Haus stehe zum Abriss an, betont Saile, der Denkmalschutz zögere jedoch.








Das bestätigt Hans-Peter Frohberger, Direktor des Referats Stadtentwicklung, bei dem der Denkmalschutz angesiedelt ist. Frohberger sagte auf Anfrage der RHEINPFALZ, das Team, das die Standorte für die Poster aussuche, habe sich auf das frühere Hotel Post verständigt. Frohberger teilt diese Auffassung, ein Poster sei dort sinnvoll, weil man das heruntergekommene Gebäude bei der WM nicht präsentieren könne. Die untere Denkmalschutzbehörde zögert laut Frohberger noch mit der Zustimmung, weil es in der Nachbarschaft eine denkmalgeschützte Zone gebe. Die Denkmalschützer überlegten, ob die riesigen Poster mit den Baudenkmälern in Einklang zu bringen seien. (dür)








WIRTHK / WIRTHK



Quelle:

Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Zweibrücker Rundschau

Datum: Nr.86

Datum: Dienstag, den 11. April 2006

Seite: Nr.19
 
die reportage



„Da war der Fritz Walter auf dem Klo"



Bahntag zur WM mit dem 1954er Weltmeisterzug - Beim Anblick des VT 08 kommt die Freude zurück





Von unserer Mitarbeiterin








Irene Nehls








Großer Bahnhof für den Weltfußballverband FIFA, Goleo und Co. Auf dem Bahnhofsvorplatz feiern sie, als wäre die Weltmeisterschaft schon gewonnen. Dabei wirft sie nur ihre Schatten voraus.








Ein Bahntag zur WM unter dem Motto „Wir sind am Ball" bietet Infos, Spaß und Spiel satt. Dazu gehört der Weltmeisterzug VT 08, der soeben auf Gleis I eingefahren ist. Im gemütlichen Speisewagen erklingt die Schlagermusik von damals. „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen, bleib nicht so lange fort" und „Bei mir zu Haus da blüht für dich ein schöner Garten". In den gepolsterten Abteilen riecht es nach Vergangenheit. Die Illusion ist perfekt.








Draußen auf dem Platz kommen lebende Legenden zu Wort. Horst Eckel, Weltmeister von 1954, beschwört die alten Tugenden. „Wenn es den Spielern gelingt, eine Mannschaft zu werden - so wie wir damals -, dann könnten sie es bis ins Endspiel schafften", meint Horst Eckel. Das Publikum applaudiert. Moderator Dieter Kürten hakt weiter nach. „Wie sieht die richtige Vorbereitung aus? Sind Trainingscamps wichtig? Soll die Familie mit?" Eckel erinnert sich an die alten Zeiten. „Der Herberger hat gesagt ,wir wollen Fußball spielen, alles andere kommt später"".








Die anderen Gäste auf dem Podium, WM-Koordinator Erwin Saile und Bahnhofsmanager Armin Wagner, trauen der Deutschen Nationalmannschaft immerhin den Vorstoß ins Viertelfinale zu. Oberbürgermeister Bernhard Deubig setzt auf Sieg für das deutsche Team und drückt nebenbei dem
<strong>FCK </strong>beide Daumen. Dazu passt die Siegeshymne von Sängerin Diana Sorbello. „Ja wir schwenken die Fahnen schwarz-rot-gold, ja wir gewinnen zusammen schwarz-rot-gold".







Drinnen in der historischen Eisenbahn legt Lokführer Carsten Begemann mal kurz seine historische Schärpe ab. Im Alltag steuert der 36-Jährige aus Hannover ICEs der neuesten Generation. Den historischen Weltmeisterzug betreut er in seiner Freizeit, wobei er „diesen Kick" nicht missen möchte. Der VT 08 sei ein Stück technischer Eisenbahngeschichte und Sportgeschichte zugleich, versichert Begemann.








Draußen auf dem Guimares-Platz lädt eine Revue das Publikum zur Zeitreise ein. Elf Profitänzer zeigen nicht nur die Weltmeister-Trikots von 1954 bis 2006, sondern auch die Bahnuniformen im Wandel der Zeiten.








Drinnen auf Gleis I will der kleine Christoph nochmal in den Zug. Der Vierjährige ist ebenso fasziniert wie seine Eltern. „Da war der Fritz Walter auf dem Klo", erklärt Mama Annette Conrad dem Jungen. Zu dritt erobern die Conrads den VT 08, das schützende Refugium für die heimkehrenden Nationalspieler. Platz nehmen im urigen Speisewagen wie einst Walters Fritz, stehen am Tresen wie Rahns Helmut. Johannes Eckert aus Hochspeyer war damals selbst dabei. Als 16-Jähriger hat er das „Wunder von Bern" am Fernseher mit erlebt. „Die Freude kommt zurück", strahlt er beim Anblick des Zuges.








Wie schade, dass draußen auch echtes Fritz-WalterWetter herrscht! Esad Bikic, Frontmann der Band „Soulgarden", beschwört das Durchhaltevermögen des Publikums und verspricht „unglaubliche Soul-Acts". Durchhaltevermögen auf dem Platz zeigt vor allem die Jugend. Kai Herden, Stürmer des TuS Mechtersheim, versucht es heute mit Kunst. Auf das weiße Bahn-T-Shirt hat er gerade die deutsche Flagge gezaubert. Danach will der Elfjährige das volle Programm mitnehmen: Torwandschießen und Tischfußball, Sport-Quiz und Speed-Kick. Und danach ein Fototermin mit Goleo.








Für die Allerkleinsten ist statt Bobby-Car „Bobby-Bahn" fahren angesagt. Halbstarke lädt Moderator Peter Illmann zum Aufpumpwettbewerb ein, Erwachsene zum Computerspiel und Quiz. Auf die Gewinner warten attraktive Preise wie Eintrittskarten zu WM-Spielen oder Bahncards.








Die Deutsche Bahn zeigt sich von ihrer besten Seite: Als Partner der zwölf WM-Standorte und offizieller Logistik-Dienstleister. Dann, am Ende des Tages, präsentiert sie sich nostalgisch. Carsten Begemann legt seine Schärpe um und steuert seinen VT 08 heim nach Stuttgart.








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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.90

Datum: Dienstag, den 18. April 2006

Seite: Nr.18
 
Freundlicher Start für die Bettenbörse



Aktionsstand am Ostersamstag in der City - <strong>WM </strong>-Oma Elsa rührt die Werbetrommel



Einen freundlichen Start legten am Samstag die „Aktien" der privaten Lauterer „Bettenbörse" zur Fußball-Weltmeisterschaft hin. „Ich bin begeistert, wie freundlich die Kaiserslauterer die Aktion aufnehmen", kommentierte <strong>WM </strong>-Koordinator Erwin Saile den Erfolg der Werbung um private Unterkünfte zur WM .





An der Stiftskirche, auf der Achse zwischen Wochenmarkt und Geschäftsstraßen und damit an prominenter Stelle in der Lauterer Innenstadt, hatte das
<strong>WM </strong>-Büro zur besten Einkaufszeit am Ostersamstag für zwei Stunden seinen Aktionsstand - beziehungsweise sein Bett aufgeschlagen.







Dekoriert mit Kissen, deren Hüllen das Arbeits- und Sozialpädagogische Zentrum als Flaggen der in Lautern spielenden Nationen gestaltet hat, war das
<strong>WM </strong>-Bett nicht zu übersehen. Obendrein förderten 1500 bunte Ostereier, die Mitarbeiter des WM -Büros freigiebig anboten, das Interesse eiliger Passanten.







Im Verein mit dem städtischen
<strong>WM </strong>-Koordinator und Tourismus-Chefin Julia Bickmann informierte WM -Oma Elsa die Lauterer, worum es geht: Wer meint, dass er geeignete Räumlichkeiten für einen Übernachtungsgast zur Verfügung stellen kann, meldet sich bei der Tourist-Info an. Die besichtigt die Räumlichkeiten, fotografiert sie und stellt sie samt Beschreibung und Preisvorstellung ins Internet. Bis auf die Abrechnung läuft danach alles weitere über die Tourist-Info.







„Ein Gastgeber ist für die
<strong>WM </strong>schon ausgebucht", berichtete Julia Bickmann. Nach einer knappen Stunden hätten sich außerdem etwa zwölf neue Interessenten angemeldet. Inter-esse am so genannten Home-stay-Programm hätten insbesondere Gäste aus Australien, den USA und Japan. So habe sich aus Australien beispielsweise ein Opa gemeldet, der mit seinem Enkel komme und ein Privatzimmer suche.







„Ich möchte, dass die Besucher in Lautern wirklich zu Gast bei Freunden sind", erklärte ein Mann, der erst einmal für die erste Begegnung das ehemalige Zimmer seiner Tochter zur Verfügung gestellt hat. Danach werde man weitersehen. Das Zimmer liege nicht in einem abgeschlossenen Bereich, man müsse erst sehen, wie das funktioniere. Ein japanischer Gast wäre ihm aus durchaus eigennützigen Gründen recht, räumte der Lauterer ein, im Herbst wollten er und seine Frau nach Tokio fahren. (krh)








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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.90

Datum: Dienstag, den 18. April 2006

Seite: Nr.18
 
Eigentlich macht sie sich nicht viel aus Fußball



Aida Rivas de Meuler kommt aus Paraguay, lebt in Kaiserslautern und stellt bei Workshops ihr Heimatland vor





Die WM kommt nach Kaiserslautern. Japan, USA, Italien, Spanien, Paraguay, Australien, Trinidad/Tobago und Saudi -Arabien tragen je ein Spiel im Fritz-Walter-Stadion aus. Das bedeutet Heimspiel für die Fußballfans aus diesen Ländern, die in Kaiserslautern leben. Heimspiel heißt deshalb unsere Serie auf der lokalen WM-Seite. Sie geht den Fußbalträumen nach, die Fans aus den acht Nationen in Kaiserslautern hegen.








Von unserem Redaktionmitglied Andreas Sebald








„Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt." So sang es die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Vorfeld der WM 1974. Damals wie heute findet das Turnier in Deutschland statt. Aida Rivas de Meuler kommt aus Paraguay, lebt in Kaiserslautern und macht sich eigentlich gar nichts aus Fußball. Trotzdem ist sie als Volunteer, als freiwillige Helferin dabei, wenn in Kaiserslautern zwei Wochen lang der WM-Ball im Fritz-Walter-Stadion rollen wird. „Ich habe mich beworben, ohne zu wissen, dass Paraguay hier spielen wird", erzählt die Südamerikanerin, die seit 18 Jahren in Deutschland lebt.








Nun werden durch die Auslosung - Paraguay trifft am 20. Juni in Kaiserslautern auf Trinidad und Tobago - doch einige Fans aus Meulers Heimatland in die Pfalz kommen. Für die wirbt die 50-Jährige für Verständnis. „Paraguayer sind zunächst zurückhaltend, feiern aber gerne und sind dann auch laut", sagt sie. Dazu brauche es nicht viel. „Sie brauchen nur eine Gitarre und ein paar Leute, die mitmachen." Für ihr Heimatland sei die Qualifikation zum größten Fußballturnier der Welt immer schwer. Die Konkurrenz in Südamerika ist groß. Brasilien, Argentinien, Uruguay, Peru und Chile seien alles starke Gegner.








Allerdings mache sie sich ja nichts aus Fußball. Was ihr aber an Fußball-Begeisterung fehlt, macht ihr Mann doppelt wett. Er war viele Jahre Jugendbetreuer beim
<strong>FCK </strong>, reiste mit den Nachwuchskickern durch ganz Deutschland und halb Europa. Ein rotes Kissen voll mit Vereinsnadeln in der Vitrine und das Bücherregal mit Bildbänden zu WM- und EM-Turnieren gehören demnach ihrer besseren Hälfte. „Ich wollte eher mein Land repräsentieren", sagt die gelernte Architektin, die bei den Workshops zur WM das südamerikanische Land vorstellt und Fragen zu ihrem Heimatland beantwortet. „Übers Land und die Leute, über die Religion." Da gebe es nämlich einige Vorurteile. Es werde sehr oft im Zusammenhang mit Paraguay ausschließlich über Korruption berichtet. „Die gibt es aber nicht nur dort", sagt sie.







Welche Aufgabe die 50-Jährige, die an der Kreisvolkshochschule auch Spanischkurse gibt, während des Turniers haben wird, steht noch nicht fest. Auch wenn sie sich eigentlich nicht so viel aus Fußball macht, wäre sie gerne im Stadion mit dabei. Obwohl das Spiel gegen Trinidad und Tobago, das dritte Gruppenspiel Paraguays, auch der letzte Auftritt ihres Landes im Stadion sein könnte. „Schweden und England, die europäischen Teams in der Gruppe, sind schon stark." Stark sei auch das Engagement Kaiserslauterns im Vorfeld des Turniers. Das könne sich positiv auf die Stimmung während der Spiele auswirken. „Von der Atmosphäre her ist es in einer kleinen Stadt wohl besser", sagt sie. Paraguay spielt außerdem noch in Frankfurt und Berlin. Das Interesse der Medien Paraguays an Kaiserslautern sei da. So fragte ein Privatfernseh-Sender bei Meuler wegen eines Interviews an. „Ich bin, glaube ich, die einzige Paraguayerin in Kaiserslautern." Und was würde sie ihrer Heimat in Kaiserslautern ans Herz legen? Die vielen Kirchen, die Universität und den Pfälzerwald. „Die Landschaft sieht völlig anders aus als in Paraguay", sagt sie.








Meuler selbst ist vor 18 Jahren nach Deutschland gekommen. Ihren Mann aus der Pfalz, mit dem sie auch eine Tochter hat, hat sie in Paraguay kennen gelernt. Einige Jahre zuvor war sie auch schon in Deutschland und Europa gewesen. „Zehn Länder habe ich damals bereist', erzählt sie. Auf dem Weg von Frankfurt nach Paris habe sie damals auch schon einmal Kaiserslautern passiert. „Damals wusste ich aber noch nicht, dass ich hier einmal wohnen werde', sagt sie lächelnd. Nach einiger Eingewöhnungszeit gefällt es ihr ganz gut in Deutschlands kleinster WM-Stadt.








Ob das Team ihres Heimatlandes allerdings das Achtelfinale erreicht und dann möglicherweise sogar ein zweites Mal in Kaiserslautern spielt, kann sie nicht sagen. „1986 ist Paraguay im Achtelfinale knapp an England gescheitert", erzählt sie. Aber eigentlich macht sie sich ja nicht viel aus Fußball. Steckbrief








SEBALDA / SEBALDA



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.92

Datum: Donnerstag, den 20. April 2006

Seite: Nr.15
 
Fritz und Ottmar Walter am „Max und Moritz"

In der Stadt sind die ersten riesigen Plakate für die WM aufgehängt, die hauptsächlich 54er Weltmeister des FCK vor einem künstlerischen Hintergrund zeigen. Die ersten beiden so genannten Blow ups hängen an den Hochhäusern „Max und Moritz" in der Mainzer Straße, die gerade saniert werden. Sie zeigen die Gebrüder Fritz und Ottmar Walter, 54er Weltmeister des FCK . In großen Lettern steht auf den Postern: „Der Fußball kommt nach Hause', in Pfälzisch „De Fußball kummt häm', in Englisch „Football is coming home". Wie berichtet sollen die Plakate an exponierten Stellen in der Stadt zu sehen sein, aber auch unschöne Fassaden verkleiden. Das Projekt trägt den Namen „WM-Galerie Kaiserslautern' und soll zeigen, dass der Fußball hier zu Hause ist. Das WM-Büro der Stadt hat zwölf bis 15 Standorte für die riesigen Poster ausgewählt. (dür) -FOTO: VIEW



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Publikation: DIE RHEINPFALZ
 
Wissenschaft und Weltmeisterschaft



Studium integrale bietet Vorträge zum Fußball-Ereignis an - Einführung am 12. Mai



Was hat die Fußballweltmeisterschaft 2006 mit der Wissenschaft zu tun? Antworten auf die Frage geben Fachvorträge und Praxisprojekte, zu denen das Studium integrale im Mai Studierende, Universitätsangehörige und Gasthörer an die Technische Universität Kaiserslautern einlädt.





Unter dem Thema „Flach spielen, hoch gewinnen - WM und Wissenschaft" werden renommierte Referenten über interdisziplinäre Fassetten des Großevents zu Wort kommen. Die Einführung zu den Themen ist auf Freitag, 12. Mai, 14 Uhr, in Gebäude 48, Raum 208, terminiert. Ab 14.15 Uhr werden Norbert Schied und Michael Lameli vom Fifa-WM-Organisationskomitee Kaiserslautern über den „Status Quo der Vorbereitungen des WM-OK in Kaiserslautern" berichten.








Professor Walter Ruda, Fachbereich Betriebswirtschaft der Fachhochschule Kaiserslautern und Aufsichtsratsmitglied des 1.
<strong>FCK </strong>, informiert über „Ausgewählte Aspekte der Finanzierung und des Marketing bei der Fußball-WM". Spannend wird es, wenn Professorin Christiane Ziegler (Physik) dem Thema „Um die Ecke gebracht - Die Physik der Bananenflanke" auf die Spur kommt. Professor Andreas Dengel, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), erklärt, wie künstliche Intelligenz während der WM bei der Navigation helfen kann.







Fortgesetzt wird die Reihe am Samstag, 13. Mai, ab 9 Uhr, Gebäude 57, in der Rotunde. Den Auftakt macht Professorin Gabi Troeger-Weiß vom Fachbereich Architektur, Raum- und Umweltplanung und Bauingenieurwesen (Arubi) mit „WM 2006 - Top oder Flop für Stadt und Region Kaiserslautern?". Professor Horst Hammacher (Mathematik) geht dem Aspekt nach, wie sicher und schnell Besucher aus Stadien evakuiert werden können. Über „Verkehrslenkungs- und Managementmaßnahmen während der WM" berichten Professor Hartmut Topp und Stephan Bogusch (Arubi). „Nutzen und Akzeptanz von Verkehrsleitsystemen" beleuchtet Juniorprofessorin Annette Spellberger (Arubi).








Die Reihe richtet sich an Studierende aller Fachbereiche und Interessierte außerhalb der Hochschule. Aktuelle Informationen bietet das Internet unter
www.uni-kl.de/MISP.







Weitere Themen im Studium integrale im Sommersemester sind Forschungsschwerpunkte der TU aus den Bereichen Physik, Elektrotechnik und Maschinenbau und Verfahrenstechnik, gewidmet. Beispielsweise erfahren Gasthörer wie intelligente, unsichtbare Rechner das Leben verändern, wie moderne Werkstoffe die Verkehrstechnik beeinflussen oder Wissenswertes über Materialien für Mikro- und Nanostrukturen. Darüber hinaus bietet das Studium integrale vielfältige Veranstaltungen aus Natur, Kunst und Musik an. Informationen unter
www.uni-kl.de/siz. (jsw)







GIESM / GIESM



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.97

Datum: Mittwoch, den 26. April 2006

Seite: Nr.14
 
Im Blickpunkt



Die besten Seiten der Pfalz



RHEINPFALZ-Leser geben Tipps für WM-Touristen





Was sollten sich die Touristen, die im Juni zur Fußballweltmeisterschaft nach Kaiserslautern und in die Region kommen, in der Pfalz - neben der WM-Stadt - auf jeden Fall noch anschauen? Was sind die fünf Sehenswürdigkeiten, die unbedingt zum Besuchsprogramm der Pfalz-Touristen gehören müssen? Die Antwort darauf können die RHEINPFALZ-Leser jetzt mit der heutigen Stimmzettel-Aktion geben.








30 Ziele in der Pfalz hat die Südwest-Redaktion zusammengestellt. Unsere Bitte an die RHEINPFALZ-Leser: Kreuzen Sie die fünf Sehenswürdigkeiten an, die Sie den WM-Gästen zur Besichtigung empfehlen. Das Ergebnis dieser Abstimmung werden wir in der WM-Beilage der RHEINPFALZ vorstellen, die am 24. Mai erscheinen wird.








Zu den fünf WM-Begegnungen in Kaiserslautern werden jeweils rund 100.000 Besucher im und außerhalb des
<strong>Fritz </strong>- Walter -Stadions erwartet. Diese Prognose basiert auf Erfahrungen, die bei der Fußball-Europameisterschaft vor zwei Jahren in Portugal gemacht wurden.







Die Landesregierung ist optimistisch: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 biete für die Förderung des Tourismus in Rheinland-Pfalz hervorragende Perspektiven. Dabei könne das Land nicht nur durch den Austragungsort Kaiserslautern, sondern auch von den nahe gelegenen Spielstätten Stuttgart, Frankfurt und Köln profitieren. Rheinland-Pfalz liege verkehrsgünstig zwischen diesen Austragungsorten, und es sei davon auszugehen, dass viele Besucher der Spiele ihren Aufenthaltsort zentral zwischen den Spielorten wählten. Das Ziel der Landesregierung: „Wir wollen Gäste, insbesondere aus dem Ausland, nicht nur für die Zeit der WM für Rheinland-Pfalz als Urlaubsland begeistern, sondern sie als Stammgäste gewinnen."








In Kaiserslautern und der Pfalz werden vor allem die Fans der Teams von Australien, Japan, Italien, USA, Spanien, Paraguay, Trinidad/Tobago und Saudi-Arabien zu den vier Vorrundenspielen erwartet. Vor allem diesen WM-Besuchern gilt es, die besten Seiten der Pfalz zu zeigen. Also: Welche fünf Pfalz-Attraktionen gehören unbedingt auf das Reiseprogramm der Gäste? Wählen Sie unter den 30 Vorschlägen aus, die Stimmzettel sollten bis zum 5. Mai bei uns sein.








Das können Sie gewinnen








Unter allen Einsendern verlosen wir zwei kulinarische Pfalz-Kisten mit Leckereien aus der Region sowie 20 Exemplare des RHEINPFALZ-Buches „Der Mythos von Bern und seine Pfälzer Fußballweltmeister". Unsere Anschrift: RHEINPFALZ, Südwest-Redaktion, Amtsstraße 5-11, 67059 Ludwigshafen. (swz)








SCHLICR / SCHLICR



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Donnersberger Rundschau

Datum: Nr.99

Datum: Freitag, den 28. April 2006

Seite: Nr.12
 
„Beeindruckend" lautet das Wort des Tages



Internationale Presse besichtigt Kaiserslautern und sein Stadion - Sepp Maier zusätzliches „Bonbon"





In diesen Tagen geben sich internationale Medien in Kaiserslautern die Türklinke in die Hand. Gestern war die Journalistenvereinigung Interregionale Presse (IPI) mit Vertretern aus Luxemburg, Frankreich und dem Saarland zu Gast.








Von unserer Redakteurin








Anke Herbert








„Mulhouse ist in etwa so groß wie Kaiserslautern. Also werde ich darüber berichten, wie es wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft bei uns wäre." Stoff dafür hat Adrien Dentz, Wirtschaftsjournalist der Zeitung „l"Alsace" in Mühlhausen, gestern gesammelt. Erstmals war er in Kaiserslautern und im Fritz-Walter-Stadion: „Es ist unglaublich beeindruckend." Das Stadion des „Viertligisten" Mulhouse fasse gerade mal 20.000 Zuschauer, „zum letzten Mal voll war es 1986, als der Papst zu Gast war ..."








Beeindruckend ist ein Begriff, den auch seine IPI-Kollegen wählen, als sie erstmals den Fuß ins Stadion setzen. Wie Dentz wollen sie zu Hause berichten, dass echte WM-Atmosphäre gar nicht weit weg erlebt werden kann - in Kaiserslautern. Mit gespannter Erwartung kommt IPI-Präsident Georges Wagner-Jourdain von „Eurotexte" in Lothringen. Sein Herz schlägt seit 1954 für den
<strong>FCK </strong>- als er als Siebenjähriger während des Berner WM-Endspiels durch Saarbrücken lief und die Tor-Schreie des Reporters hörte. Jetzt drückt er die Daumen, dass die Großbaustelle rechtzeitig fertig wird.







„Wir verfolgen die Bundesliga intensiv und hoffen, dass der 1.
<strong>FCK </strong>erstklassig bleibt", erzählt Jean-Claude Wolff von „Radio 100,7" in Luxemburg. Es ist sein zweiter Besuch in Kaiserslautern. „Eine gemütliche Stadt, die heutige Einladung hat mich sehr gereizt." Beeindruckend finden die Gäste aus den Grenzregionen aber auch die Kosten des Stadion-Ausbaus. „75 Millionen Euro, nicht Mark", muss der städtische WM-Koordinator Erwin Saile einer gewissen Ungläubigkeit entgegenwirken. Derweil hält wenige Meter entfernt der leibhaftige Sepp Maier als Gast der gestrigen Veranstaltung einer Baufirma im Fritz-Walter-Stadion die „Elfmeter" von Fußball-Knirpsen.







Von ganz anderen Dingen als dem Fußball-Promi Maier ist hingegen Yoshihiko Saito, Deutschland-Korrespondent der japanischen Zeitung „Mainichi", überrascht. Während die interregionale Presse zu Mittag isst, macht er einen Abstecher in den Japanischen Garten. „Dass er so authentisch ist, hätte ich nie erwartet." Ebenso wenig allerdings auch ein so großes Stadion, „wo Kaiserslautern doch nur 100.000 Einwohner hat", und die in japanisch gehaltene Visitenkarte des Oberbürgermeisters.








Überrascht wurde gestern zudem das städtische WM-Büro. Allerdings nicht positiv. Denn laut jüngster Fifa-Anordnung muss auch während der Spiele um 15 Uhr das Flutlicht brennen. Geschätzte Kosten je Stunde: 1400 Euro. Vom Umweltmotto „Green Goal" mal ganz zu schwiegen.








KELLERC / KELLERC



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Ludwigshafener Rundschau

Datum: Nr.102

Datum: Mittwoch, den 03. Mai 2006

Seite: Nr.14
 
Im Zeichen der Fußball-WM



Programm für Studenten





Im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft stehen die Programme der Evangelischen Studierendengemeinde (esg) und der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) im Sommersemester 2006. Unter dem Motto „Wir holen den Titel" hat Studierendenpfarrer Eckart Stief Veranstaltungen rund um das Leder zusammengestellt. Kirchenrat i. R. Udo Sopp, Expräsident des 1.
<strong>FCK </strong>, wird am Donnerstag, 1. Juni, 19.30 Uhr, in den Räumen der esg, Herrmann-Hesse-Straße 50, über Sport und Religion und über sein Kapitel in der Vereinsgeschichte sprechen. Am Sonntag, 11. Juni, wird der ehemalige FCK -Präsident Norbert Thines als Gastprediger im Universitätsgottesdienst in der Pauluskirche predigen. Am Montag, 10. Juli, ist ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Gustav Herzog über die Nachhaltigkeit der Fußball-WM für die Region.







Pastoralreferent Martin Wolf, der Leiter der KHG, nimmt die WM zum Anlass, die Frage nach der Heimat zu stellen. „Junge Menschen aus der ganzen Welt kommen an die Technische Universität und die Fachhochschule, um hier zu studieren. Ist man da zu Hause, wo man gerade lebt, wo Freunde oder Familien leben, oder dort, wo man sich wohl fühlt?" Ein Gesprächsabend zum Semesterthema „Wohnst du noch oder lebst du schon?" findet am Mittwoch, 10. Mai, 21 Uhr, in den Räumen der KHG, Villenstraße 8, statt. Vom 9. bis 18. Juni und vom 26. Juni bis 1. Juli zeigt die KHG die Übertragung der Fußballspiele auf einer Großleinwand in ihrem Haus. In der restlichen Zeit findet die Übertragung in der esg statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.uni-kl.de/esg und www.uni-kl.de/KHG. (jsw)







MUELLEH / MUELLEH



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Publikation: DIE RHEINPFALZ

Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung

Datum: Nr.102

Datum: Mittwoch, den 03. Mai 2006

Seite: Nr.14
 
Das mit dem Flutlicht bei den Nachmittagsspielen steht auch heute im Betze-Magazin. Das ist ja wohl der Hammer. Mich haben die Schatten bei einem Fußballspiel nie gestört. Vielleicht baut die FIFA für die WM 2010 komplett abgedunkelte Stadien, in denen dann in reinem Kunstlicht gespielt werden kann.
 
Naja für Fernsehzuschauer ist es nunmal teilweise schon sehr störend, wenn manche Stellen des Feldes extrem hell sind und manche dann noch dunkler.



Das ist halt das Problem bei Fernsehkameras, da diese sich nicht so gut und flexibel auf Helligkeits-Unterschiede einstellen kann. Klar lässt sich die Helligkeit regulieren, aber das ist auch keine optimale Lösung.



Grade bei nem WM-Spiel, wo hunderte Millionen zuschauen werden, sollte man sich zumindest in dieser Hinsicht nicht lumpen lassen, und wenn's hilft, ist doch ok. Finde da hat die FIFA schon viel schlimmere Dinge erlassen ...
 
... Grade bei nem WM-Spiel, wo hunderte Millionen zuschauen werden, sollte man sich zumindest in dieser Hinsicht nicht lumpen lassen, und wenn's hilft, ist doch ok. Finde da hat die FIFA schon viel schlimmere Dinge erlassen ...


zum beispiel das das toilettenpapier vierlagig sein zu hat...
 
Hat es das ? Wenn ja ... für die Fans tut die FIFA halt alles ... hahahaha
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Hat man übrigens grad schön z.B. beim Spiel 1860 - Saarbrücken gesehn ... die Augen und Kameras brauchen einfach ne gewisse Zeit, um sich an die anderen Lichtverhältnisse, wenn ein Spieler in den Schatten läuft, zu gewöhnen. Ergo sieht man erstmal nix, und wenn dieser Effekt durch das Einschalten des Flutlichtes spürbar verringert werden kann find ich das absolut vertretbar.
 
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