Kampfansagen und Durchhalteparolen
Vier Bundesliga-Klubs kämpfen gegen den dritten Abstiegsplatz. Sport1.de schildert die Situation und wagt eine Prognose.
München - "Das war erneut ein dreckiger Punkt." Christian Heidel, Manager des FSV Mainz 05, sprach nach dem nutzlosen 0:0 bei der ebenso noch abstiegsgefährdeten Frankfurter Eintracht das aus, was andere nur dachten.
Vier Spieltage vor Ende der Bundesliga-Saison ist bei vier Klubs im Kampf gegen den Marsch in die Zweite Liga die Hektik ausgebrochen. Einige der abstiegsbedrohten Vereine stehen sich noch in direkten Duellen gegenüber.
Duisburg und Köln ohne Chance
Schlusslicht MSV Duisburg (23 Punkte) und der Vorletzte 1. FC Köln (24) sind schon so gut wie abgestiegen. Doch es wird noch einen Verein erwischen. Wer wird es sein?
Sport1.de analysiert die Situation der Abstiegskandidaten und stellt eine Prognose.
Eintracht Frankfurt (13., 31 Punkte):
Restprogramm:
VfB Stuttgart (A)
1. FC Kaiserslautern (H)
Borussia Dortmund (A)
Bor. Mönchengladbach (H)
Eintracht-Coach Friedhelm Funkel konnte mit dem Punkt gegen den direkten Kontrahenten "gut leben". Den Hessen fehlten fünf Stammspieler. Vorstands-Chef Heribert Bruchhagen hat bei einem kompletten Team "keine Bedenken, dass die Klasse erhalten wird".
Und Torjäger Ioannis Amanatidis hat ein einfachen Rezept: "Jetzt müssen wir unser nächstes Heimspiel gegen Kaiserslautern gewinnen. Dann ist alles klar."
Situation: Die Frankfurter haben die beste Ausgangsposition, da sie außer gegen den FCK nur gegen Teams spielen müssen, die nach oben nichts mehr ausrichten können und nach unten abgesichert sind.
Sport1.de-Prognose: Die Eintracht, die die größte Substanz besitzt, bleibt in der Bundesliga.
Mainz 05 (14., 30 Punkte):
Restprogramm:
FC Bayern (H)
VfL Wolfsburg (A)
FC Schalke 04 (H)
MSV Duisburg (A)
FSV-Trainer Jürgen Klopp beschwört die Strategie der kleinen Schritte: "Wir sind nicht undankbar. Wir sind zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor geblieben und nähern und Punkt für Punkt der Berechtigung, auch in der nächsten Saison in der obersten Liga spielen zu dürfen."
Christof Babatz sieht auch für die dicken Brocken am heimischen Bruchweg keine Probleme: "Warum sollten wir nicht den FC Bayern und die Schalker schlagen?"
Situation: Die Mainzer haben von den vier Klubs das schwerste Restprogramm. Dazu kommen noch die Spiele bei den "Kellerkindern" VfL Wolfsburg und MSV Duisburg. Für die "Wölfe" geht's am 32. Spieltag um die Wurst.
Sport1.de-Prognose: Der Karnevals-Klub schafft, wenn auch nur knapp, den Klassenerhalt.
VfL Wolfsburg (15., 30 Punkte):
Restprogramm:
Arminia Bielefeld (A)
FSV Mainz 05 (H)
VfB Stuttgart (A)
1. FC Kaiserslautern (H)
VfL-Coach Klaus Augenthaler, der schon Bayer Leverkusen vor dem Abstieg bewahrte, ist nach dem 1:1 gegen Werder Bremen Optimist: "Wenn wir die nächsten vier Spiele genauso angehen wie gegen Bremen, mache ich mir keine Sorgen."
Stefan Schnoor ist ebenso zuversichtlich: "Ich bin noch nie abgestiegen und werden es auch diesmal nicht tun. Wir werden schon vorher alles klar machen. Nächste Woche gibt's einen Dreier."
Situation: Die Wolfsburger haben zwei der drei direkten Konkurrenten zu Hause und können mit zwei Siegen den Sack zu machen.
Allerdings: Der VfL hat in der Vergangenheit nie gegen den Abstieg kämpfen müssen und damit fehlt der Mannschaft die nötige Erfahrung. Große Worte sind das eine, große Taten das andere.
Sport1.de-Prognose: Trotz der Bedenken wird sich Wolfsburg bei dem leichtesten Restprogramm retten.
1. FC Kaiserslautern (16., 27 Punkte):
Restprogramm:
Hannover 96 (H)
Eintracht Frankfurt (A)
FC Bayern (H)
VfL Wolfsburg (A)
FCK-Trainer Wolfgang Wolf lamentierte nach dem 2:3 in Nürnberg: "Das ist bitter, wir hätten gewinnen müssen." Doch der Wolf wäre nicht Wolf, wenn er die Flinte ins Korn schmeißen würde: "Auf die Leistung gegen den Club können wir aufbauen, dann haben wir noch eine Chance."
Vorstandsboss Rene C. Jäggi hat aber schon vorgesorgt: "Die Lizenz für die Zweite Liga ist schon geklärt."
Situation: Der FCK mit vielen jungen Leuten muss zu den direkten Konkurrenten nach Frankfurt und Wolfsburg. Dazu kommt am 33. Spieltag der um den Titel kämpfende FC Bayern auf den Betzenberg.
Sport1.de-Prognose: Die Lauterer Fans werden die "Roten Teufel" künftig in der Zweiten Liga nach Aue und Burghausen begleiten müssen.
Wolfgang Kleine