das habe ich im forum "der-betze-brennt.de" gefunden.
besser kann man die situation nicht ausdrücken.
meine meining, entweder morgen sieg, oder rekdal muss gehen.
und nun das zitat:
Ich lasse die Spiele seit 6 Jahren "gespielt sein" und ich habe Geduld ohne Ende. Ich war geradezu unglaublich optimistisch. Ich hatte Vertrauen wie verrückt. Ich habe gefühlte 100 Jahre in Ruhe abgewartet.
Ich habe auf Atze vertraut. Schließlich war er ein echter FCKler, hatte lange Jahre ehrenamtlich für den Verein gewirkt, war 3 Mal Präsident hier. Ein mit allen Wassern gewaschener, abgezockter Ex-Profi mit Stallgeruch. Sympathisch, offen, souverän. Und hatte er nicht Sforza zurück geholt und Otto, das Unglaubliche geschafft mit der Meisterschaft? Dazu der Stadionausbau, die WM nach KL geholt....Nein, ich hatte Vertrauen. Auch dann noch, als Kritik an ihm kam kam. Bis zuletzt...
Ich habe dann auch geglaubt, dass Jäggi genau der Richtige wäre, hundertprozentig. Weltläufig, ein Top-Manager mit Erfolgsgarantie, nicht so ein Exprofi des FCK. Hatte er nicht Basel aus dem Nichts nach oben geführt? Ein Mann mit Kontakten in die Wirtschaft, jahaaa, der würde den Erfolg zurück bringen, nun würde der FCK seriös und erfolgreich arbeiten, man musste ihm nur Zeit geben, geduldig sein. Und wir waren geduldig. Und ich habe auf das Geld und die versprochenen Sponsoren gewartet und gewartet und gewartet. Und warte immer noch.
Ich habe an Gerets geglaubt, ein kerniger, telegener Mann, der zum Betze passte. Harleyfahrer, nicht so eine Schwuchtel, der würde der Mannschaft Beine machen. Und brachte er nicht schon 2 Meistertitel aus 2 verschiedenen Ligen mit? Einer, der auch taktisch was drauf hatte. So einer, der würde auch in Kaiserslautern Erfolg haben, mit dem würde es aufwärts gehen. Und der brachte Spitzenspieler mit aus Finnland und Holand, echte Typen, von denen hatten wir Provinzamseln noch nie gehört. Alles, was er brauchte, war Zeit. Und nach dem ersten Jahr, wenn er den Kader selbst zusammenstellen konnte, dann würde es noch viel besser werden, wir mussten nur Geduld mit ihm haben....
Ich habe Geduld gehabt mit Jara, obwohl ich Bedenken hatte, als wir nach wenigen Spielen unten drin standen. Keine Pfiffe gegen den eigenen Trainer. Ich habe ihm verziehen, dass ihn unsere Amateur- und Jugendmannschaften einen Dreck interessierten. Ich habe ihm Zeit gegeben, seinen ermauterten Antifussball ausgehalten. Ich habe sprachlos dagestanden, als er die Kritik an ihm (als Österreicher!) damit konterte, dass er die Westkurve als rassistisch beschimpfte. Und der Präsident klatschte dazu. Und ich hatte Geduld, Geduld, Geduld.
Ich habe Henke Zeit gegeben, trotz aller Skepsis von Beginn an. Warum nicht, schließlich war doch eigentlich ER der Trainer bei Bayern gewesen und Hitzfeld hatte nur die Interviews gegeben, oder?. Ein gewiefter Taktiker also, hungrig bei seinem ersten Engagement als Chef. Der würde nicht scheitern, weil er sich das gar nicht erlauben konnte. Der besuchte auch das Grab Fritz Walters, der hatte es kapiert. Niederlage auf Niederlage, aber das musste ja irgendwann aufhören, wenn man nur Geduld hatte. Wenn die Mannschaft erst besser eingespielt wäre, dann...und Pfeifen bringt ja eh nichts, schon gar nicht gegen den eigenen Verein. Also abwarten und abwarten, bis wir Letzter waren und es zu spät war und wir nie wieder unten rauskamen.
Ich habe an Wolf geglaubt, ein gestandener Trainer, keiner wie Henke. FCK-Urgestein, kein Schönredner. Endlich ein Pfälzer, kein Bayer aus der 2. Reihe, der würde die Zuschauer und den Verein lesen und verstehen. Ich habe ihm auch vertraut, als er die ersten Spiele verlor, als er gegen jede Vernunft auf Sforza verzichtete, habe ihm geglaubt, dass wir es in Wolfsburg richten und bin dann dort fassungslos auf der Tribüne gestanden. Aber danach zum Bus und der gerade angestiegenen Mannschaft applaudieren, man, was war ich geduldig und optimistisch. Ich habe Wolf vertraut, dass er die Jungen weiter fördert, habe geglaubt, dass er die Stürmer mit bedacht auswählt und hätte es nie für möglich gehalten, dass man einen Mann mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber in den Knochen holt. Ich habe bis zum Schluß auf Wolf vertraut, er hatte es doch in Nürnberg auch gepackt.
Ich habe auch an Schjönberg geglaubt, ihm einen Vertrauensvorschuss gegeben. FCK-Ex-Profi, immerhin, und Meister. Sympathisch, unprätenziös, volksnah. Und an Rekdal, seinen kongenialen Wikinger, ein Mann mit Grundsätzen. Ich habe Geduld gehabt mit der dilettantischen Homepage, den peinlichen Presseerklärungen, dem unsäglichen Theater bei der Trainerverpflichtung. Das würde sich schon geben, man musste Göbel nur Zeit geben. Ich habe Ruda geglaubt, dass er mit Kuntz einig sei und Jäggi geglaubt, dass Marc Wilmots kommt. Ich habe den Spielern geglaubt, dass sie können und wollen, am FCK hängen (wenigstens ein bisschen) und ich habe ohne Ende Geduld mit Ihnen gehabt. Mit den Jungen weil sie ja noch so jung waren, mit den Fußkranken, weil sie Zeit brauchten nach den Verletzungen, mit den Ausländern, weil sie sich erst einfinden mussten, auch mit den Formschwachen und Versagern, schließlich machen sie es nicht absichtlich. Und in all den Jahren bei über 100 Spielern war es ein Einziger, bei dem sich die Geduld gelohnt hat: Halil Altintop.
Ich habe in der Zeit tausende von Kilometern zurückgelegt, oft genug den Job und die Familie zurückgestellt. Ich habe jedes Mal gedacht, jetzt wird es besser, zwing Dich zur Geduld, die brauchen nur Zeit. Bloß, wenn Du im Fussball 3 Jahre brauchst, bis Du wettbewerbsfähig bist, dann bist Du tot.
Meine Geduld ist am Ende, sie hat sich nicht ausgezahlt. Scheiss auf die Geduld! Es wurde alles nur schlimmer durchs Abwarten. Wir hätten uns von Brehme, Jäggi, Jara, Henke usw. viel früher trennen sollen, dann wäre viel Schlimmes verhindert worden. Wahrscheinlich wären wir sogar im Sommer aufgestiegen, wenn wir Wolf bereits im März rausgeschmissen hätten, als klar war, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht und ein Neuer hätte noch was bewegen können. Die Politik der ruhigen Hand ist richtig, wenn es läuft. Wenn es nicht läuft, muss man handeln und im Fussball heisst das: SOFORT. In keinem Industrieunternehmen wäre ein Vorsitzender Göbel noch im Amt, der seit Jahren für Mißerfolge verantwortlich zeichnet. Weg mit ihm! Und weg mit Jaworski, der nur Geld kostet. Wir zahlen genug an Sportfive, da müssen wir nicht noch deren nichtsnutzige Marketinglehrlinge durchfüttern. Jetzt muss was passieren. Entweder zeigt sich in den nächsten 5 Spielen, dass Rekdal der erste Glücksgriff seit 7 Jahren ist oder er marschiert. Am Sonntag wissen wir vielleicht schon mehr. Ich werde dort sein.