Unter dem Aspekt ist echt die ganze Veranstaltung einfach nur eine riesige Schweinerei.
Es fließen Millionen von Euro in die Bau- und Infrastrukturmaßnahmen, die FIFA quetscht alles an Gewinn für sich raus, was geht und hinterher hat man in Brasilien unnützen Stahlbeton und noch weniger Geld in den öffentlichen Budgets.
Ich wünsche den Protestler*innen jedenfalls viel Erfolg und gutes Gelingen beim Stören der Abläufe!
Möge danach die ganze Welt die blanken Hintern der korrupten FIFA-Paten sehen, verhöhnen und auslachen.
Wobei man da ganz klar nicht nur die FIFA kritisieren darf. Die Südafrikaner haben vor vier Jahren im Grunde das gleiche erlebt, haben aber die WM in "nur" 10 Stadien abgewickelt, das sorgt einerseits für eine höhere Auslastung der Stadien, reduziert die Investitionskosten in die Stadien und vor allem in die Infrastruktur. Vor ein paar Tagen habe ich ein Interview mit einem brasilianischen Offiziellen gelesen, in dem er zugibt, dass man rückblickend die WM lieber in 10 Stadien abgewickelt hätte. Außer Deutschland hatte auch kein Land vorher 12 Stadien. Die USA kamen 1994 noch mit 8 oder 9 Arenen aus, hatten aber auch 12 Spiele weniger. Frankreich (98), Japan/Südkorea (2002) und Südafrika (2010) haben alle die WM in 10 Stadien abgewickelt.
Bei Brasilien kann man wenigstens noch zu Gute halten, dass es ein fußballbegeistertes Land ist, einige Stadien sicherlich auch im Ligabetrieb gut ausgelastet sind und Olympia 2016 in Rio auch die Stadien in Brasilia, Belo Horizonte, Sao Paulo, Bahia und Rio mit einbezieht. Bei Katar fehlt mir immer noch jegliches Verständnis und ich kann auch keinen Sinn darin erkennen, in der Wüste einen Rasen anzulegen, damit vor 50.000 Zuschauern Fußball gespielt werden kann. Man muss sich das mal im Verhältnis vorstellen, Katar hat 1,7 Millionen Einwohner und baut gerade Stadien für 550.000 Zuschauer....
Deutliche Kritik auch von mir am DFB. Brasilien ist sicherlich kein hochentwickeltes Land aber ob man sich extra für so ein Turnier einen Rasen in ein Naturschutzgebiet bauen lassen muss, das sollte doch zu bezweifeln sein.
Die FIFA kritisiere ich nicht für die Entscheidung, die WM nach Brasilien zu vergeben. Ich kritisiere sie aber dafür, dass sie, gemeinsam mit den Sponsoren, nicht der sozialen Verantwortung nachkommen. Würden FIFA und Sponsoren in Brasilien Steuern zahlen, dann wäre sicherlich auch die öffentliche Meinung eine andere. In Brasilien spitzt sich natürlich vieles zu. Der Gegensatz zwischen Favela und glitzernder Fußball-Welt ist einfach zu extrem, wenngleich die Situation nicht großartig anders ist wie 2010 in Südafrika. Der Gipfel des Unsinns ist und bleibt aber Qatar 2022...
@pattelinho
Sehe ich nicht unbedingt so. Wenn sich Brasilien erfolgreich um WM und Olympia bewirbt, dann ist das eine tolle Sache. Man hätte es nur mit Augenmaß angehen müssen. 10 Spielorte, oder vielleicht sogar nur 9 und man hätte sich einiges an Geld gespart und hätte vor allem für die meisten Stadien auch nach der WM eine Auslastung sichergestellt.