Ich selbst bin hetero und habe keine Probleme damit, wenn jemand homosexuell ist. Mehrere Leute in meinem Bekanntenkreis und auch in der entfernteren Verwandschaft sind schwul oder lesbisch.
Betrachtet man das ganze rein wissenschaftlich, ist Homosexualität, die es bei Tieren ja auch gibt, eine Spielart der Natur - natürlich ist sie aber nicht der Normalfall, da Tiere und Menschen ja auf Fortpflanzung ausgerichtet sind. Durch Homosexualität ist das ja nicht möglich. Warum sie von einigen jedoch als Krankheit bezeichnet wird, darüber kann man nur verständnislos den Kopf schütteln. Sie ist eine genetische Variation und gut.
Rein Gesellschaftlich gesehen sollte Homosexualität normal sein, da eine feste Minderheit homosexuell ist. Daher sollte es auch möglich sein, frei von Diskriminierung diese Homosexualität leben zu dürfen. Unser Grundgesetz garantiert das ja auch schließlich.
Dass das in vielen Fällen anders ist, und jetzt kommen wir zu meiner persönlichen Meinung, hat mehrere Ursachen:
Zum einen Radikalität und Intoleranz vieler Menschen, sei sie politisch oder auch religiös motiviert. So eine Anschauung ist verachtenswert und gehört sich nicht. Jeder soll so leben können, wie er das für richtig hält, solange er Unbeteiligte nicht beeinträchtigt.
Zum anderen liegt das in meinen Augen aber auch zum Teil an den Schwulen und Lesben selbst. Sexualität ist Privatsache und gehört zur Intimsphäre. Die Sexuelle Ausrichtung - ob Homo oder Hetero - sagt rein gar nichts über den Wert eines Menschen aus, und deswegen darf sie für die Beurteilung eines Menschen keine Rolle spielen.
Verständlicherweise kämpfen Homosexuelle für ihre Rechte, da wo sie sich benachteiligt fühlen. Das ist notwendig und richtig so.
Was mich jedoch persönlich stört, ist dieses öffentliche Geschiss, das viele Schwulen oder Lesben um die eigene Person machen. Es interessiert mich nicht, ob Georg Wowereit, Guido Westerwelle, Maren Kroymann, Georg Ücker oder sonstwer homosexuell ist. Es kommt doch bei Politikern zB gerade darauf an, ob sie jeweils ihre Arbeit ordentlich machen - was interessiert mich da ihre sexuelle Orientierung?
Und genau dieses Focussieren auf die eigene Sexualität, das dabei stattfindet, reduziert diese Öffentlichen Personen ironischerweise doch gerade nur noch auf ihre Homosexualität. Klaus Wowereit war vorher einfach der regierende Bürgermeister von Berlin. Jetzt ist er "der bekennende schwule regierende Bürgermeister von Berlin". Bei Westerwelle ist das ähnlich. Was soll das denn? Und vor allem - wen interessierts denn?
Ich behaupte ganz einfach mal, dass durch diese öffentlichen Coming outs sich rein gar nichts für die Homosexuellen in unserem Land verbessert oder ändert. Es Spielt schlicht keine Rolle.
Und ich habe auch gar kein Interesse daran, zu wissen, wer jetzt genau schwul oder lesbisch ist. Die Leute sollen das privat so für sich handhaben, wie sie glücklich sind. Ich renne auch nicht rum und binde jedem auf die Nase, ich sei hetero.
Und genau in diesem exaltierten Verhalten, die eigene Homosexualität in die Öffentlichkeit zu stellen und sie damit raus aus der Privatsphäre ans Licht zu zerren, erweist man sich aus meiner Sicht als Homosexueller einen Bärendienst, weil dadurch die eigene Sexualität zum Ereignis und zu etwas Besonderem gemacht wird. Dadurch wird dann genau das Gegenteil von dem erzielt, was erreicht werden soll.
Indem man nämlich nicht einfach unspektakulär seine Homosexualität lebt, sondern damit an die Öffentlichkeit tritt, macht man sie gerade selbst zu etwas "Unnormalem" und exponiert sich in übertriebener Art und Weise.
Und diese in meinen Augen albernen Paraden in Unterhose und Federboa tun ihr übriges dazu. Wieso gibt es eigentlich keine Heteroparade?
Dieses Übertriebene Verhalten einer Minderheit von Schwulen und Lesben wird im übrigen auch von der Mehrheit der Homosexuellen eher abgelehnt. Es gibt genug Homosexuelle, die ganz normal wie hetero-Paare auch, seit 30 Jahren monogam zusammenleben und glücklich sind. Die brauchen so einen Blödsinn nicht.
In meinen Augen ist die sexuelle Einstellung eines jeden Einzelnen dessen Privatsache und diese Privatsphäre muß geachtet und geschützt werden. In den Nachrichten oder in irgendwelchen Revolverblättchen hat sie aber nichts zu suchen. Wer sich exponiert, der muss mit einer Bandbreite von Reaktionen rechnen - auch mit solchen, mit denen er nicht einverstanden ist - solange sie vom Grundgesetz noch gedeckt sind.
Ich beurteile Menschen nach ihrem Charakter, und mir ist es gleichgültig, ob sie homo oder hetero sind.
Und genau deswegen lache ich auch mal über einen Schwulenwitz - wenn er als Witz gut ist.