Und da liegt der Hund begraben.....Ich glaube, dass mindestens seit 1990 garantiert 90% der Tourteilnehmer gedopt waren. Das ist doch im Radsport schon eine Art "Muss" geworden. Die, die nicht dopen, krebsen dann im hinteren Feld herum.
Ich denke, dass im Radsport nicht mehr als in anderen Sportarten gedopt wird. Hier hat man allerdings als erstes gegen gesteuert und ich würde sogar vermuten, das durch die drastische Verschärfung des Anti-Doping-Kampfes, insbesondere seit 2006 der Radsport im Vergleich zu den anderen Sportarten relativ clean ist und dass, wenn gedopt wird, dies heutzutage viel kontrollierter Erfolgen muss als noch in den Neunzigern.
Die anderen Sportarten ziehen ja langsam nach (Fußball nun nicht unbedingt), wobei es da ja schon Beschwerden bei Olympia darüber gab, von unseren Volleyballern, da dort nun auch das System gilt, wer dreimal die unangemeldete Kontrolle verpasst, der gilt als Doper mit Sperre (deswegen wurde Rasmussen aus der Tour genommen, der wurde ja auch nicht erwischt). Kann meines Erachtens nach relativ oft passieren, dass man innerhalb des Zeitraumes (die scheinen da ja ziemlich oft zu kommen) dreimal grad nicht zu Hause anzutreffen ist. Finde ich sehr hart und im Fußball würde das keiner mit sich machen lassen, da steht auch mehr Geld auf dem Spiel als in anderen Sportarten.
Noch was anderes zu Olympia, dort ist die WADA ja nicht einmal zuständig, die Dopingkontrolle erfolgt dort durch das IOC aus, was für mich ein absolutes Unding ist. Gerade die WADA hat sich durchaus in den letzten Jahren durch konsequenten Anti-Doping-Kampf ausgezeichnet, das IOC dagegen überlässt die Sanktionen in der Regel den Verbänden. Meine sogar mal gelesen zu haben, dass es da Unregelmäßigkeiten beim Öffnen der Proben gegeben habe (erst nach Druck von außen, soetwas war da mal, meine ich), was beispielsweise im Radsport oder auch ansonsten im Zuständigkeitsbereich der WADA in den letzten Jahren undenkbar gewesen wäre.
Ich bin immer noch dafür Doping, welches nicht schädlich für den Körper ist (zum Beispiel Eigenblut), zu legalisieren. Das würde den Radsport im Endeffekt nochmal glaubwürdig machen. Heute wird doch jeder Gewinner direkt verdächtigt.
Der Radsport ist meines Erachtes auch deswegen so unglaubwürdig, weil hier in Deutschland in den Medien auch teilweise höchst unsachlich darüber berichtet wird(ich sag nur "öffentlich-rechtliche"). Weder bei Rasmussen, noch bei Cantador oder Schleck ist zwingend von einem Dopingvergehen auszugehen, trotzdem wurde bei Rasmussen und Contador natürlich erheblicher Druck geschürt. Auch Andreas Klöden möchte man ja immer gerne als zwielichtig in Bezug auf Doping darstellen, obwohl es bei diesem bisher noch überhaupt keine Auffälligkeit gab.
Warum Eigenblut Doping sein soll, erschließt sich mir auch nicht, ist in der Alternativmedizin ja auch eine gängige medizinische Behandlungsform.
Die Sachlage ist doch wohl eher die das er genau weiß das er in einem Prozess kaum eine Chance gehabt hätte.
Nicht unbedingt. Die Anklage stand schon auf sehr wackeligem Fundament, bis auf ein paar Zeugenaussagen und die eine Probe von 1999 hatte man eigentlich überhaupt nichts in der Hand. Die Glaubwürdigkeit der Zeugen darf auch bezweifelt werden, da es sich bei den meisten (oder allen?) um überführte Doper handelt, die für ihre Zeugenaussagen eine geringere Sperre in Aussicht gestellt bekamen. Da könnte man dann natürlich auf der Gegenseite gut argumentieren, dass es durchaus eine Verlockung gewesen sein könnte, einfach das zu sagen, was die Anklage hören will, um selber einen Vorteil daraus zu ziehen. Und die Probe, wie gesagt die kann durchaus auch nachträglich verunreinigt/"nicht korrekt gelagert und beschädigt worden" (zweites ist Zitat von Armstrong) Also eine wirklich deutliche Sachlage gab es hier eigentlich nicht, nur Indizien, die aber nicht hieb- und stichfest waren.
Der Artikel bei Stern dazu liest sich dann auch schon deutlich differenzierter und objektiver als der andere von mir verlinkte:
http://www.stern.de/sport/lance-armstrong-am-ende-eines-langes-weges-1883943.htmlhttp://www.stern.de/sport/lance-armstrong-am-ende-eines-langes-weges-1883943.html
2001 gab es eine positive Dopingprobe gegen Armstrong bei der Tour de Suisse. Dann gabs ominöse Zahlungen von insgesamt 120.000 Dollar an den Weltverband und er kam ungeschorren davon.
Kannst Du das beweisen? Weißt Du das sicher? Wer hatte das noch behauptet? Ach ja, Floyd Landis. Dürfte ich die Kategorie der höchst zweifelhaften Zeugen fallen, wurde ja auch tatsächlich des Dopings überführt. Daher ist dies eine haltlose Anschuldigung, für die es keine Beweise gibt.
Außerdem hat er sich jahrelang vor Großereignissen auf irgendwelchen abgelegenen unbefahrbaren Bergen vorbereitet.
Höchst ungewöhnlich für einen Radprofi. Seine unangemeldeten Dopingkontrollen hat er dabei aber nicht verpasst.
Also, du brauchst dich wirklich niht aufzuregen das dein Idol Opfer einer Verschwörung ist. Die Amis lieben und verehren ihre Helden umso toller finde ich es mit welcher Härte und Konsequenz hier vorgegangen wird.
Man muss nur aufpassen, dass man dabei keine Unschuldigen verurteilt. Im Radsport hat man hier schon das Extrem schon überschritten, einen Rasmussen hätte man nie aus der Tour nehmen dürfen und wenn Contador gesperrt wird, warum nicht der Tischtennisspieler? Warum wird Schleck des Dopings beschuldigt, obwohl es mit dem fraglichen Mittel gar keinen Sinn ergab? Klar, man muss richtig und konsequent ermitteln, allerdings darf man dabei gewisse Grenzen nicht überschreiten. Besser, man lässt einen Doper laufen, als dass man die Karriere eines Unschuldigen zerstört.
Ob Armstrong allerdings wirklich seine Titel zurückgeben muss bleibt abzuwarten da es eigentlich eine Verjährungsfrist gibt.
Allerdings.
Das nun ausgerechnet Ullrich die Titel bekommt ist natürlich ebenso lachhaft. Ullrich wird sich aber kaum darüber freuen dürfen.Genausowenig wie ein Andreas Klöden.
Niemand freut sich darüber, wenn er erster wird weil der zweite seine Titel aberkannt erhält (und dann noch ohne einen wirklichen Beweis).
http://www.radsport-news.com/sport/sportnews_77371.htmhttp://www.radsport-news.com/sport/sportnews_77371.htm
Laut dieser Meldung hat die US-Antidopingbehörde die Siege auch schon aberkannt. Meine, das hätte auch erst im Spiegel-Artikel gestanden gehabt?
Ist übrigens eine sehr differenzierte, sachliche und fundierte Seite zum Radsport mit täglich aktuellen Infos. Bei Dopingfragen werden dort auch die Sportler weder überschwänglich verteidigt noch vorverurteilt (bei welchen Medien gibt es das hier in Deutschland denn noch?), gefällt mir so ganz gut, falls sich jemand dafür interessieren sollte.
Im Moment ist übrigens gerade Vuelta, die ich deutlich schwerer als die Tour einschätzen würde (Vuelta und Giro sind ja nicht so bekannt wie die Tour de France, da bauen sie dann immer sehr viele Bergankünfte ein, meist kleine und steile zusätzlich zu den längeren auf den Königsetappen, sodass eigentlich immer was los ist). Momentan liegt Rodriguez vor Froome und Contador, scheint also relativ spannend zu sein. Eurosport müsste eigentlich live übertragen die letzte Stunde immer.