Mir gehen gerade folgende Gedanken durch den Kopf:
Beim Aufstieg 2010 sprach Stefan Kuntz von 4 Jahren, die wir zur endgültigen finanziellen Konsolidierung in der Bundesliga spielen müssten um wieder auf die schwarze Null zu kommen und handlungsfähig zu werden. 2011 wurde davon gesprochen, dass es aufgrund des positiven Abschneidens im Pokal, der hohen Zuschauerzahlen und der guten Endplatzierung insgesamt nur 3 Jahre wären. In dieser Saison liegt der Zuschauerschnitt wieder deutlich oberhalb der Kalkulation. Also wo stehen wir jetzt?
Eine Modernisierung des Fröhnerhofs als Voraussetzung für eine gute Jugendarbeit wurde im letzten Jahr noch aufgeschoben mit der Begründung, dass momentan andere Arbeiten wesentlich mehr drängen würden. Voraussichtlich steht uns ein Jahr in Liga 2 ins Haus. Welche Priorität hat der Fröhnerhof jetzt noch?
Ganz einfach, der Fröhnerhof wird weiterhin hinten an stehen für mich noch mindestens 5 Jahre (nämlich bis die Talsohle durchschritten ist und man wieder aufsteigt + sich dann wieder finanziell konsolidiert). Alles andere wäre ein Wunder.
Der FCK war in den letzten Jahrzehnten alles andere als ein Verein der Jugendspieler am Stück herausgebracht hat, die, aus welchen Gründen auch immer, dauerhaft auch nur solides Erstliganiveau erreicht haben. Zumindest kann ich mich an wenige in den letzten 10 Jahren erinnern außer den Torhütern. Eigene junge Talente in den Profifußball zu führen war bis auf das aus der Not geborene 1 1/2 Jahr um Schönheim einfach kein bestimmender Teil unserer Vereinsphilosophie (gibt da aber noch andere Beispiele bei denen da lange geschlafen wurde: HSV z.B. obwohls da in den letzten Jahren etwas besser wird). Zudem sind es noch 2 Paar Schuhe gute Jugendarbeit zu elisten und auch maßgeblich davon zu profitieren. 1860 hat gerade in den letzten Jahren extrem gute Spieler hervorgebracht (benderzwillinge, Gebhardt, Leitner und Aigner sind auf dem Sprung etc.), der Ertrag fällt eher gering aus. Ebenso bei zwei anderen "Jugendgroßmächten" Hertha und VfB Stuttgart. Wie viele Talentierte haben die gehen lassen? Mir fallen da bestimmt 10 ein...
Insgesamt gilt aber die Regel, je schlechter die Situation um den Gesamtverein, desto schwerer auch die Früchte der Jugendarbeit zu ernten (s. 1860 -> die mussten oft für kleines Geld verkaufen). Für mich ist das eines der bittersten Themen bei diesem Abstieg, denn ich hate wirklich gehofft, dass wir mit 2-3 jahren Buli mehr da etwas aufschließen können. Allerdings kommt der Abstieg in der Hinsicht zur absoluten Unzeit, denn mit Ausnahme der letztjährigen A-Jugend (wo sind die eigentlich alle?) hat sich unsere Situation in der jugend, wenn man die reinen Ergebnisse betrchtet über die letzten 5 Jahre eher verschlimmert. Die B-Jugend spielt nicht mehr Bundesliga und schafft wohl den Wiederaufstieg nicht, die A-Jugend wird wohl den gelichen Gang antreten müssen. Hoffnung für die nächsten Jahre macht mir persönlich das wenig, dazu gibt es zu viel Konkurrenz in der Nähe. Selbst Saarbrücken ist da ähnlich aufgestellt und warum sollten dann unbedingt starke Junioren zum FCK kommen, der auch nocht gerade dafür bekannt ist Jungprofis am Fließband zu produzieren?
Auf die Karte Jugendarbeit können wir so schnell wohl noch nicht setzen, auch wenn sie meiner Meinung nach schon vielen Vereinen in Not gute Dienste geleistet hat. (Dortmund jetzt gerade, Stuttgart zur Zeit der "jungen Wilden" um Tiffert, Kuranyi, Tasci etc.) Das ist ganz, ganz bitter. Vielleicht langfristig die größte Tragödie beim Abstieg. Jüngst waren die Aufgebote der Jugendnationalmannschaften im kicker von U-15 aufwärts von über 10 nominierten kam einer vom FCK (Zellner), ebenso viele aus Genua, Chemnitz, Leibzig und Magdeburg... Aber ich lass mich da auch gern vom Gegenteil überzeugen. Vllt kickt ja in der D-Jugend der neue Götze...