Servus Leute!
Hier ist noch ein bisschen Diskussionsstoff zur Einschätzung unserer längerfristigen Perspektiven. Ich habe mir die 18 Bundesligasaisons ab 1992, also seit dem Hinzukommen der Ostvereine und der erneuten Reduktion auf achtzehn Mannschaften angesehen, und die insgesamt 30 Vereine davon unter die Lupe genommen, die sich aktuell im erweiterten Bundesligaumfeld bewegen:
Sieben Großvereine (Bayern München, Bremen, Dortmund, Leverkusen, Schalke 04, Stuttgart und Hamburg) waren über diese 18 Jahre immer dabei. Bei normalem Saisonverlauf erreichen diese Vereine vordere Platzierungen, in schlechten Jahren zumindest den Klassenerhalt. Hinzugezählt werden können aufgrund ihrer großen finanziellen Möglichkeiten drei Aufsteiger der letzten Jahre (Wolfsburg (13 Saisons), Berlin (13) und Hoffenheim (2)), wobei bei einem Verein (Berlin) die aktuelle Saison noch zu einer anderen Einstufung führen kann.
Dahinter kommen Vereine, die zwar eher als Bundesligisten angesehen werden können, für die der Abstieg jedoch eine reale Gefahr darstellt und wiederholt auch zur Realität wird. Angeführt wird diese Gruppe von zwei Vereinen (Mönchengladbach (15 Saisons) und Frankfurt (13)), die nach jeweils zwei Abstiegen den schnellen Wiederaufstieg geschafft haben. Dahinter folgen sechs Vereine (Kaiserslautern (13), Bochum (13), Köln (12), Rostock (11) und Nürnberg (10), Bielefeld (9)), bei denen in den letzten Jahren die Häufigkeit der Abstiege (Bochum, Köln, Nürnberg, Bielefeld) und die Dauer der Zweitligaaufenthalte (Kaiserslautern, Rostock) eher zugenommen haben. Dazu kommen vier Vereine, deren wiederholte Aufstiege und längere Phasen der Erstligazugehörigkeit zeigen, dass sie auch als Bundesligisten anzuerkennen sein werden (Freiburg (10), Hannover (7), Cottbus (6) und Mainz (4)).
Den Abschluss bilden Vereine, die eher als Zweitligisten anzusehen sind, für die der Aufstieg jedoch im Rahmen ihrer Möglichkeiten liegt. Drei Vereine (1860 München (10), Karlsruhe (8 ) und Duisburg (8 )) zeigen nach ihrer Erstligazugehörigkeit eher einen Abwärtstrend mit gelegentlichen Gastspielen in der Bundesliga, drei Vereine (St. Pauli (3), Düsseldorf (2) und Aachen (1)) haben nach Jahren in tieferen Spielklassen ab und zu die Bundesliga besucht, und zwei weitere Vereine (Fürth (0) und Augsburg (0)) haben Ambitionen auf einen erstmaligen Bundesligaaufstieg.
Den 1.FC Kaiserslautern würde ich unter diesen insgesamt 30 Vereinen wie folgt einsortieren:
Da nur 10 Vereine wirklich stärker als wir sind und wir uns mit den übrigen Vereinen zumindest halbwegs auf Augenhöhe befinden, halte ich die Bundesligazugehörigkeit für eine zwar ambitionierte, aber auch erreichbare Zielsetzung. Im Konkurrenzkampf mit duesen Vereinen werden wir dauerhaft nicht bestehen können und sollten uns daher auf Platzierungen hinter diesen einstellen. Die obere Tabellenhälfte dürfte nur dann erreichbar sein, wenn wir eine richtig gute Saison spielen und einige Topmannschaften schwächeln.
Von den verbleibenden 8 Erstligaplätzen würden wir gerne einen haben, und 7 blieben demnach für die übrigen Vereine. Auch wenn von diesen Vereinen einige (Mönchengladbach, Frankfurt, Köln, ...) über größeres Potential als wir verfügen, so befinden wir uns dennoch in Schlagdistanz. Unser Anspruch muss daher lauten, rund die Hälfte dieser unmittelbaren Konkurrenten hinter uns zu lassen und so den Klassenerhalt zu schaffen.
Und sollte dieses Saisonziel einmal verfehlt werden, dann darf der Abstieg nicht gleich als Katastrophe angesehen werden, nach der alles auf den Kopf gestellt werden muss. Stattdessen sollten wir ihn als ein normales sportliches Ereignis abhaken und unaufgeregt den zügigen Wiederaufstieg anstreben. Dabei kämen uns im Konkurrenzkampf mit den übrigen Zweitligisten mit Aufstiegsambitionen die besseren finanziellen Möglichkeiten eines gerade abgestiegenen Erstligisten zugute.
Kurz und gut: Ich glaube daran, dass der FCK in der Bundesliga wieder erfolgreich die Underdog-Rolle vergangener Jahrzehnte spielen kann.
Aber lasst uns jetzt erst einmal aufsteigen