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Von christine kamm
Zweitligist FSV Mainz 05 ist - trotz der ersten Saisonniederlage - der absolute Top-Favorit für den Aufstieg in die Bundesliga.
Dumm gelaufen. Im wahren Sinne der Worte hat der FSV Mainz 05 am Montagabend drei Punkte in Aachen liegen lassen, drei Punkte praktisch hergeschenkt. Am Tivoli legten die meisten Männer in den schwarz-gelb-gestreiften Trikots läuferisch eine Riesenleistung hin gegen Mainzer, die im entscheidenden Moment auf dem Hosenboden landeten.
In der ersten Halbzeit hatte der eine oder andere „Nullfünfer' die falschen Stollen an den Stiefeln. Und damit eine Aktie an der ersten Saison-Niederlage des Aufstiegsanwärters. Sie haben ja nicht viel Verantwortung, ärgerte sich Trainer Jörn Andersen, über die Profis, aber für das richtige Material am Fuß hat schon jeder selbst zu sorgen. Auch deshalb machen sich die Spieler ja vorher warm.
Die Schlappen alleine waren"s aber nicht. Trainer Jörn Andersen brachte die Niederlage auf die schlichte Formel: Schuhe, Einstellung, Taktik. Die ersten beiden Gründe gingen auf die Kappe der Spieler, taktisch hatte er selbst einen Anteil. Jedenfalls gestand er ganz offenherzig ein, für den nach seiner Fuß-Operation fehlenden Chadli Amri im Mittelfeld nicht die beste Lösung gefunden zu haben. Stürmer Srdjan Baljak war im linken Mittelfeld nicht wirklich effektiv (allerdings auch nicht schlechter als andere). „Ich hatte gehofft, dass er mehr macht über seine Seite. Er ist kein Mittelfeldspieler, das habe ich jetzt auch eingesehen', gestand der Trainer.
Es bleibt festzuhalten, dass Mainz 05 nach der Länderspielpause Probleme hatte, an die bisherigen Leistungen anzuknüpfen. Alemannia Aachen hatte in den zwei Wochen sehr gut arbeiten können und schnelle Passfolgen trainiert. Das war am Montag zu sehen.
Bei den Rheinhessen hatte ein sehr reduzierter Trainingsbetrieb stattgefunden. Vor allem dafür gab es eine Quittung. Die Niederlage ändert aber nichts an einem sehr guten Saisonstart unter dem neuen Trainer. Die Mainzer haben es geschafft, sich in der Spitzengruppe einzunisten. Von allen Aufstiegs-Kandidaten sind sie diejenigen, die am meisten von dem, was sie versprochen haben, auch hielten. Beim 1. FC Nürnberg und bei 1860 München sind sie gerade mal so weit, dass sie hoffen dürfen, doch noch Fahrt aufnehmen zu können.
Mainz 05 hat den sehr starken Kader durch Bancé noch verstärkt. Der junge Niko Bungert ist ein guter Ersatz für den für viel Geld nach Dortmund verkauften Subotic.
KONZOKH
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Weinstraße
Ausgabe: Nr.247
Datum: Mittwoch, den 22. Oktober 2008
Seite: Nr.8
"Deep-Link"-Referenznummer: '4198217'
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