Leserbriefe
FCK „Grundsätzlich der richtige Trainer“
Zu „FCK entlässt Markus Anfang“ (23. April):
Grundsätzlich halte ich Thorsten Lieberknecht für den richtigen Trainer am Betze. Er war auch konstant zehn Jahre in Braunschweig tätig. In zehn Jahren werden wir sehen, wie viele Trainer auf dem Betze verschlissen wurden.
Reiner Becht, Kandel
„Nicht Ihr Ernst“
Nicht Ihr Ernst, oder? Ein zweitklassiger Provinz-Verein wechselt zum x-ten mal den Trainer. Das landet bei Ihnen als Aufmacher auf Seite eins. Doch damit nicht genug. Ihr Leitartikel widmet sich diesem Thema, das wohl weltweit für Aufregung sorgt. Einfach peinlich, selbst für die RHEINPFALZ
Ralf Kirschner, Altrip
„Eigene Philosophie eingeimpft“Nach drei Niederlagen und nach nur zwei Siegen in neun Spielen. Wo kommt der FCK denn her? Noch vor drei Jahren Drittligist, vor vier Jahren auch aus der dritten fast abgestiegen, spielt man dieses Jahr um den Aufstieg in die erste mit. Das ist ein toller Erfolg! Aber nicht der Erfolg von Schuster, (Schäfer), Grammozis oder Funkel, um nur die Trainer der letzten zwei (!) Jahre vor Anfang zu nennen. Das ist der Erfolg – ja, auch von Hengen und seiner Einkaufsstrategie – aber vor allem der von Markus Anfang, der nach Siegen nicht immer alles gut und nach Niederlagen nicht alles schlecht fand und der endlich mal wieder der Mannschaft eine eigene und oft erfolgreiche Spielphilosophie einimpfte. Anfang war endlich mal wieder ein Trainer, der eine Idee hatte und der die Mannschaft erkennbar weiterentwickelte. Und damit eine unglaubliche Euphorie rund um den Betze entfachte!Bei der Diskussion, ob es für den FCK gut wäre, aufzusteigen, argumentierte ich immer, ein Aufstieg brächte deutliche Mehreinnahmen, die – auch wenn ein sofortiger Abstieg käme – langfristig Vorteile brächten. Man müsse dann nur ruhig bleiben und den Verein langsam entwickeln. Siehe Paderborn, Elversberg oder gar Heidenheim, Augsburg und vor allem Freiburg! Aber Hengen und langfristige, ruhige, besonnene Entwicklung? Niemals! Hengen war angeblich nicht mit allem, was Anfang machte, zufrieden. Dann muss er es wohl selbst machen, der Herr Hengen.
Und nun ausgerechnet Lieberknecht, den ich für einen sehr guten Trainer halte. Und für einen Typ, der auf den Betze passt. Aber bestimmt keiner, der einfach ist. Und keiner, der einem Herrn Hengen nach dem Mund redet. Ich vermute, diesmal wird nicht der Trainer entlassen. Nein, diesmal wirft der Trainer Lieberknecht „den Bettel hin“, nachdem ihm vielleicht nach einer Niederlage Herr Hengen reinredet. Was würde passieren, wenn der FCK aufsteigen würde? Immer nach drei Niederlagen ein Trainerwechsel? Und dann solche „Granaten“ wie Grammozis? Und dann? Wer will denn demnächst noch auf diesen Schleuderstuhl? Bestimmt niemand, der eine Idee entwickeln und etwas aufbauen möchte. Eher jemand, der nochmal fett absahnen möchte! Na, dann viel Spaß!
Stefan Steiner, Wachenheim
„Zeit für Wende immer knapper“(...)
Schlecht ist eigentlich die Art und Weise, wie die Roten Teufel eine bisher sehr gute Saison mit einer guten Platzierung verspielen. Meines Erachtens geht diese Niederlage voll auf Trainer Markus Anfang. Warum hatte er die Startelf so verändert in Braunschweig? Kleinhansl, Zimmer, Yokota und Kaloc auf der Bank, obwohl sie gegen Nürnberg laut Trainer-Aussage gut spielten. Mittlerweile rumorte es im Verein um Trainer Anfang, der nun von Torsten Lieberknecht abgelöst wurde.Obwohl ich ein optimistischer Mensch bin, muss ich jetzt erkennen, dieses FCK-Team gehört nicht in die 1. Liga. Nach dieser erneuten Niederlage belegt der FCK nun den siebten Tabellenplatz, und der Abstand zu den Aufstiegsrängen wächst weiter . Die Leistung in Braunschweig dürfte den Verantwortlichen und Fans gleichermaßen nicht gefallen haben. Die Offensive blieb weitestgehend harmlos, die Defensive war offen für individuelle Fehler. Die Zeit für eine Trendwende wird immer knapper, wenn der FCK in dieser Saison noch einmal oben angreifen will.
Helmut Kilb, Pirmasens
„Spieglein, Spieglein an der Wand“
Thomas Hengen steht nach der Entlassung von Markus Anfang als sechsten Trainer innerhalb seiner kurzen Amtszeit von vier Jahren vor dem Spiegel und sagt: „Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist der beste Geschäftsführer im deutschen Fußballland?“ Da antwortet der Spiegel: „Geh mal zur Seite – ich sehe nichts!“
Ulrich Zwingmann, Böhl-Iggelheim
„Stallgeruch schießt keine Tore“
Welcher Verein möchte der FCK sein? Eine Skandalnudel, die in jeder Saison zwei oder drei Trainer verschleißt, oder ein Verein, der seine wirtschaftlichen Grenzen kennt und kontinuierliche Aufbauarbeit leistet? Würde man dem Beispiel Freiburg folgen und sich als Ausbildungsverein begreifen, sollte man die Nachwuchsarbeit intensivieren und die Ziele von Herrn Anfang unterstützen, Spieler besser zu machen. Aber dazu braucht es Zeit, die angeblich der Traditionsverein FCK nicht hat.Nun versucht man es mit Herrn Lieberknecht mit Betze-Stallgeruch. Aber Stallgeruch schießt keine Tore. Sollte der Aufstieg wider Erwarten diese oder nächste Saison gelingen, dann müssten aber die Investoren, die schnelle Rendite sehen wollen, tief in die Tasche greifen, um einen Spielerkader zusammenzustellen, der erstligatauglich ist. Eine Fahrstuhltruppe, die 25 bis 30 Punkte erkämpft, absteigt und dann notgedrungen ausgetauscht wird, ist aus meiner Sicht eine schlechte Perspektive.
Werner Feth, Königsbach
„Fußball ist nun mal Ergebnissport“
Wenn man schon in den Medien Tage zuvor hört, dass Schalke 04 an Markus Anfang interessiert sei, ihn für die nächste Saison gegebenenfalls mit einer Ausstiegsklausel zu verpflichten und man Schalke noch als direkten Gegner hat und somit versucht wird, Unruhe zu verbreiten, ist es meiner Meinung nach richtig, Herrn Anfang von seinen Aufgaben zu entbinden, um in Ruhe weiterarbeiten zu können.Jetzt hat Torsten Lieberknecht die Chance, die Mannschaft kennenzulernen und kann in Ruhe bei der Kaderzusammenstellung für die nächste Saison mitplanen. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport, und man hat in den letzten vier Spielen dreimal verloren, steht dennoch absolut – für unsere aktuellen Verhältnisse – im Soll. Wer diese Saison den Aufstieg der ersten Mannschaft erwartet, dem ist anscheinend nicht bewusst, dass man innerhalb einer Woche kein Haus bauen kann, man Schritt für Schritt weiter an einem Konzept arbeiten muss und man sich erinnern sollte, wo der FCK vor fünf Jahren stand. Wenn ich an Herrn Lieberknechts Zeit in Braunschweig denke, wo er damals von der Regionalliga bis in die 1. Liga aufstieg, ist er nicht verkehrt, zumal er aus der Region stammt. Dennoch hätte ich mit Herrn Anfang diese Saison zu Ende gespielt, wenn der FCK nicht noch gegen Schalke gespielt hätte und dieses Thema Schalke-Anfang begonnen hätte.
Martin Kopf, Bellheim
Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 97 Samstag, den 26. April 2025