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Habe ich gerade bei transfermarkt.de gefunden. Dachte dass wir mal darüber dirskutieren können:
'Jeder labert hier rein und gibt seinen Senf dazu'
23.11.2005
Von Ulrika Sickenberger
SPORT BILD: Herr Wenzel, nennen Sie uns mal einen Grund, warum der FCK nicht absteigt.
Timo Wenzel (27): Das Gespräch, das wir nach dem 0:3 bei Hertha mit Trainer Michael Henke und Herrn Jäggi (Vorstandsvorsitzender, d. Red.) hatten, macht mir Hoffnung. Das war ein reinigendes Gewitter.
Solche Aussprachen gibt es in schöner Regelmäßigkeit. Trotzdem kämpft der Klub seit Jahren gegen den Abstieg...
...was zum Teil daran liegt, daß in den vergangenen Jahren der Aderlaß in der Mannschaft einfach zu groß war. Wir haben allein 2004 Klose, Knavs, Lokvenc, Hristov und Bjelica verloren. Alles starke Persönlichkeiten. Dieser Schnitt ist nie aufgefangen worden.
Zudem wurden sieben Spieler in zwei Jahren suspendiert. Zuletzt Ciriaco Sforza.
Er hat vielleicht alles rausgehauen, was ihn gestört hat und seine Meinung gesagt. Das muß für Henke und Jäggi zu massiv gewesen sein.
Das Fazit des ehemaligen FCK-Profis Hans-Günther Neues lautet, daß in Lautern aktuell nur drei oder vier Spieler bundesligatauglich sind. Hat er Recht?
So was sollte man als Außenstehender nicht einfach sagen und kann man von außen auch schon gar nicht beurteilen. Das ist ein brutaler Hammer, daß einer, der hier selber Spieler war, so etwas raushaut. Jeder hier kann kicken, wir haben die Klasse für Platz zehn bis 14. Aber solche Aussagen sind typisch für den FCK. Jeder labert hier rein und gibt seinen Senf dazu – ob Leute von außerhalb, ob Ex-Spieler. Wissen Sie, was mich echt nervt?
Noch nicht.
Hier ist immer alles negativ. Alle reden von damals. Aber jetzt ist jetzt. Ich kann nicht immer der Vergangenheit hinterherweinen, denn da wurden die Fehler gemacht, wurde das Geld rausgeworfen. Denken Sie nur an die Gerichtsverhandlungen und die Verurteilung früherer Entscheidungsträger. Und das müssen wir jetzt ausbaden.
Sie kamen im Januar 2004 und halfen entscheidend beim Klassenerhalt mit. Danach ging es für Sie abwärts.
Ja, schon komisch. Plötzlich ist alles anders. Erst dachte ich: Hey, der FCK, das ist mein Verein, hier paßt alles. Und jetzt: Mein Selbstvertrauen hat zeitweise sehr gelitten.
So wie Ihnen geht es auch Blank, Lembi, Mettomo oder Hertzsch. Ist das ein Phänomen des FCK?
(lange Pause) Ich weiß keine Antwort. Wenn du Erfolg hast, ist es hier das beste Leben. Wenn nicht, ist es die Hölle. Dann wirst du blöd angemacht. In der Stadt und auch im Spiel. Es ist kein schönes Gefühl, wenn du beim Einwurf stehst und zwei Meter hinter dir pöbelt dich einer an oder beschimpft dich. So was belastet, auch wenn es das nicht sollte.
Trainer Kurt Jara machte Sie 2004 zum Kapitän. War es ein Fehler, das Amt anzunehmen?
Ein Fehler war, daß ich mich aus Verantwortungsgefühl für das Ganze anfangs um zu viele Sachen gekümmert habe. Darunter litt meine Leistung.
Wollten Sie die Binde abgeben?
Ja, im letzten Oktober, nach der Handy-Affäre. Da hab’ ich zu Thomas Ernst gesagt: „Ich glaub’, ich geb’ die Binde ab.“ Der sagte nur: „Ey, spinnst Du? Mach keinen Scheiß. Du ziehst das Ding jetzt durch.“
Sie mußten im Auftrag von Jara und Jäggi die Handys der Spieler einsammeln. So wollte man herausfinden, wer Infos an die Presse weiter gegeben hatte.
Richtig. Ich wollte es nicht, aber bin da eben als Kapitän ein Stück weit reingedrängt worden. Wir saßen mit dem Trainer und dem Präsidenten am Tisch und dann hieß es: „Los, wir machen das jetzt.“ Noch mal, es hieß: Wir. Aber ich bin bestimmt worden. Natürlich, und das ist typisch, kam die Sache raus, und danach stand ich in der Öffentlichkeit als Volldepp da, als der Verräter.
Was bedeutet das jetzt?
Seitdem werden alle meine Fehler aufgelistet. Bei jedem Gegentor heißt es: Der Wenzel ist schuld oder zumindest mit schuld. Aber es sind immer elf, die spielen, nicht nur der Wenzel. Und wenn ich jetzt für die 30 Gegentore verantwortlich sein soll, obwohl ich kaum gespielt habe, dann ist das mehr als lächerlich.
Es sieht nicht so aus, daß Sie mit Ex-Trainer Michael Henke auf einer Wellenlänge lagen.
Als er kam, habe ich trainiert wie ein Bekloppter. Ich wollte den Neuanfang. Dann hat er mir erklärt, Marco Engelhardt zum Kapitän zu machen. Okay, habe ich akzeptiert, kein Problem.
Fühlen Sie sich demontiert?
Andere fragen mich schon: „Hey, was ist da los. Du hast in Stuttgart unter Felix Magath in der Champions League gegen Top-Gegner gespielt. Du hast doch gezeigt, daß Du es kannst.“ Und ich werde beweisen, daß ich nicht alles verlernt habe. Wenn ein Verein kommt, bin ich im Winter weg.
Wie sehr hat Ihr Ruf durch die FCK-Zeit gelitten?
Möglich, daß er gelitten hat. Aber wenn ich wieder mein Selbstvertrauen habe und meine normale Leistung bringe, dann muß ich mich vor niemandem verstecken.
Was haben Sie beim FCK gelernt?
Hinter mir liegt ein Drecksjahr, in dem ich gelernt habe, daß die Welt teilweise sehr böse sein kann. Aber das hat mich härter gemacht. Ich weiß jetzt: Schlimmer und noch negativer als dieses Jahr kann es nicht mehr werden.
Finde es lächerlich dass Herr Wenzel sich hier hin stellt wie ein Opfer. Er hat in dieser Saison nix, aber auch gar nix gebracht. Er weint nur rum und träumt von seiner CL Zeit beim VFB. Ohne Hleb, Kuranyi... hätte der VFB dort nie gespielt. Und er durfte ab und zu mal mitspielen. Er hat im ersten halben Jahr hier entscheidend mit zum Klassenerhalt beigetragen. Aber seitdem kam nix mehr.
Und Spieler die im Winter weg wollen, auf die kann man verzichten. Bis zum Winter zu den Amateuren und dafür einen Amateur in den Profikader holen. Wer jetzt nur an einen Abgang im Winter denkt, hat in der jetztigen Situation nix mehr im Kader zu suchen. Meine Meinung.
'Jeder labert hier rein und gibt seinen Senf dazu'
23.11.2005
Von Ulrika Sickenberger
SPORT BILD: Herr Wenzel, nennen Sie uns mal einen Grund, warum der FCK nicht absteigt.
Timo Wenzel (27): Das Gespräch, das wir nach dem 0:3 bei Hertha mit Trainer Michael Henke und Herrn Jäggi (Vorstandsvorsitzender, d. Red.) hatten, macht mir Hoffnung. Das war ein reinigendes Gewitter.
Solche Aussprachen gibt es in schöner Regelmäßigkeit. Trotzdem kämpft der Klub seit Jahren gegen den Abstieg...
...was zum Teil daran liegt, daß in den vergangenen Jahren der Aderlaß in der Mannschaft einfach zu groß war. Wir haben allein 2004 Klose, Knavs, Lokvenc, Hristov und Bjelica verloren. Alles starke Persönlichkeiten. Dieser Schnitt ist nie aufgefangen worden.
Zudem wurden sieben Spieler in zwei Jahren suspendiert. Zuletzt Ciriaco Sforza.
Er hat vielleicht alles rausgehauen, was ihn gestört hat und seine Meinung gesagt. Das muß für Henke und Jäggi zu massiv gewesen sein.
Das Fazit des ehemaligen FCK-Profis Hans-Günther Neues lautet, daß in Lautern aktuell nur drei oder vier Spieler bundesligatauglich sind. Hat er Recht?
So was sollte man als Außenstehender nicht einfach sagen und kann man von außen auch schon gar nicht beurteilen. Das ist ein brutaler Hammer, daß einer, der hier selber Spieler war, so etwas raushaut. Jeder hier kann kicken, wir haben die Klasse für Platz zehn bis 14. Aber solche Aussagen sind typisch für den FCK. Jeder labert hier rein und gibt seinen Senf dazu – ob Leute von außerhalb, ob Ex-Spieler. Wissen Sie, was mich echt nervt?
Noch nicht.
Hier ist immer alles negativ. Alle reden von damals. Aber jetzt ist jetzt. Ich kann nicht immer der Vergangenheit hinterherweinen, denn da wurden die Fehler gemacht, wurde das Geld rausgeworfen. Denken Sie nur an die Gerichtsverhandlungen und die Verurteilung früherer Entscheidungsträger. Und das müssen wir jetzt ausbaden.
Sie kamen im Januar 2004 und halfen entscheidend beim Klassenerhalt mit. Danach ging es für Sie abwärts.
Ja, schon komisch. Plötzlich ist alles anders. Erst dachte ich: Hey, der FCK, das ist mein Verein, hier paßt alles. Und jetzt: Mein Selbstvertrauen hat zeitweise sehr gelitten.
So wie Ihnen geht es auch Blank, Lembi, Mettomo oder Hertzsch. Ist das ein Phänomen des FCK?
(lange Pause) Ich weiß keine Antwort. Wenn du Erfolg hast, ist es hier das beste Leben. Wenn nicht, ist es die Hölle. Dann wirst du blöd angemacht. In der Stadt und auch im Spiel. Es ist kein schönes Gefühl, wenn du beim Einwurf stehst und zwei Meter hinter dir pöbelt dich einer an oder beschimpft dich. So was belastet, auch wenn es das nicht sollte.
Trainer Kurt Jara machte Sie 2004 zum Kapitän. War es ein Fehler, das Amt anzunehmen?
Ein Fehler war, daß ich mich aus Verantwortungsgefühl für das Ganze anfangs um zu viele Sachen gekümmert habe. Darunter litt meine Leistung.
Wollten Sie die Binde abgeben?
Ja, im letzten Oktober, nach der Handy-Affäre. Da hab’ ich zu Thomas Ernst gesagt: „Ich glaub’, ich geb’ die Binde ab.“ Der sagte nur: „Ey, spinnst Du? Mach keinen Scheiß. Du ziehst das Ding jetzt durch.“
Sie mußten im Auftrag von Jara und Jäggi die Handys der Spieler einsammeln. So wollte man herausfinden, wer Infos an die Presse weiter gegeben hatte.
Richtig. Ich wollte es nicht, aber bin da eben als Kapitän ein Stück weit reingedrängt worden. Wir saßen mit dem Trainer und dem Präsidenten am Tisch und dann hieß es: „Los, wir machen das jetzt.“ Noch mal, es hieß: Wir. Aber ich bin bestimmt worden. Natürlich, und das ist typisch, kam die Sache raus, und danach stand ich in der Öffentlichkeit als Volldepp da, als der Verräter.
Was bedeutet das jetzt?
Seitdem werden alle meine Fehler aufgelistet. Bei jedem Gegentor heißt es: Der Wenzel ist schuld oder zumindest mit schuld. Aber es sind immer elf, die spielen, nicht nur der Wenzel. Und wenn ich jetzt für die 30 Gegentore verantwortlich sein soll, obwohl ich kaum gespielt habe, dann ist das mehr als lächerlich.
Es sieht nicht so aus, daß Sie mit Ex-Trainer Michael Henke auf einer Wellenlänge lagen.
Als er kam, habe ich trainiert wie ein Bekloppter. Ich wollte den Neuanfang. Dann hat er mir erklärt, Marco Engelhardt zum Kapitän zu machen. Okay, habe ich akzeptiert, kein Problem.
Fühlen Sie sich demontiert?
Andere fragen mich schon: „Hey, was ist da los. Du hast in Stuttgart unter Felix Magath in der Champions League gegen Top-Gegner gespielt. Du hast doch gezeigt, daß Du es kannst.“ Und ich werde beweisen, daß ich nicht alles verlernt habe. Wenn ein Verein kommt, bin ich im Winter weg.
Wie sehr hat Ihr Ruf durch die FCK-Zeit gelitten?
Möglich, daß er gelitten hat. Aber wenn ich wieder mein Selbstvertrauen habe und meine normale Leistung bringe, dann muß ich mich vor niemandem verstecken.
Was haben Sie beim FCK gelernt?
Hinter mir liegt ein Drecksjahr, in dem ich gelernt habe, daß die Welt teilweise sehr böse sein kann. Aber das hat mich härter gemacht. Ich weiß jetzt: Schlimmer und noch negativer als dieses Jahr kann es nicht mehr werden.
Finde es lächerlich dass Herr Wenzel sich hier hin stellt wie ein Opfer. Er hat in dieser Saison nix, aber auch gar nix gebracht. Er weint nur rum und träumt von seiner CL Zeit beim VFB. Ohne Hleb, Kuranyi... hätte der VFB dort nie gespielt. Und er durfte ab und zu mal mitspielen. Er hat im ersten halben Jahr hier entscheidend mit zum Klassenerhalt beigetragen. Aber seitdem kam nix mehr.
Und Spieler die im Winter weg wollen, auf die kann man verzichten. Bis zum Winter zu den Amateuren und dafür einen Amateur in den Profikader holen. Wer jetzt nur an einen Abgang im Winter denkt, hat in der jetztigen Situation nix mehr im Kader zu suchen. Meine Meinung.