@westausbau
es wird kaum möglich sein die Jäggi Fans zu überzeugen, dass er dem Verein mehr geschadet als genutzt hat. Dafür ist er ein viel zu guter Blender. Für mich schockierend wie der AR diesem Treiben stets zusehne konnte.
Was mich betrifft, so werde ich mich zum Thema Jäggi nicht mehr äußern. Für mich ist da alles gesagt.
Ich glaube auch nicht, dass diese Diskussionen noch zu etwas führen.
Wieso ? Ich finde Deine Zusammenfassung des Dramas sehr gut, die deckt sich mit meiner zu 100%.
Ein schlechter Krimi würde sich so lesen:
Matze & Co. haben dem Patienten peim wilden Pokern durch den Tisch ins Knie geschossen und dann noch ca. fünf mal nachgeladen und immer getroffen.
Allesamt Steckschüsse in beide Arme und Beine - der Patient in akuter Lebensgefahr mit Blaulicht und Kammerflimmern auf die Intensivstaion.
Der Spezialist wird eingeflogen und betritt den Raum, er erkennt die Situation angeblich sofort - leider falsch wie sich später herausstellen wird - und erst müssen alle mal vom Tisch zurücktreten: Elektroschocks werden verteilt !
Alle sind geschockt und gelähmt, auch der Patient und seine Freunde.
Dann die Betandsaufnahme und das ernüchternde Ergebnis: Der Patient ist in Lebensgefahr - eine Not-OP muss her.
Der Spezialist macht sich an die Arbeit, amputiert erst das linke, dann das rechte Bein. Danach folgen beide Arme.
Die Steckschüsse sind damit auch beseitigt - sicher - aber schon die ersten Schwestern wundern sich, warum eigentlich alles amputiert werden musste.
Das Getuschel beginnt, wird aber vom sehr eloquenten Retter immer im Keim erstickt - er feiert sich und die Rettung des Patienten, redet gar von der Rückkehr auf europäische Bühnen und Freshmoney samt Investoren.
Der über Gebühr gesschwächte Patient fällt aber immer wieder ins Koma, wacht nur sporadisch auf, bekommt dann erst Wundbrand, dann die Pest, die Cholera, die Gicht und fällt wieder ins Koma, danach Windpocken, Krebsgeschwüre.
Immer neue Spezialisten hat der Heiler deswegen ausgegraben, immer wilder wurden seine Rettungsversuche. Nichts half aber so richtig.
Deswegen verabreichte er dem Patient Ausgliederungsplacebos und verkaufte die der zitternden Verwandtschaft als das Wundermittel und - wurde dafür wieder gefeiert.
Der Patient, der so langsam instiktiv merkt, dass es mit ihm zu Ende geht wird immer schwächer wird gar nichtmehr richtig wach.
Selbst seine vielen Freunde wollen ihn nicht mehr sehen, wenden sich massenweise von ihm ab und warten wie gelähmt nur noch auf den irgendwie erlösenden Beerdigungstermin.
Der Wunderheiler erkennt das, entlässt seinen ersten Chefchirurgen und sich selbst. Der Patient fällt wieder ins Koma und erleidet einen erneuten kurzen Herzstillstand.
Doch plötzlich kommt ein echter Freund und Retter, ein alter pfälzer Kneipparzt. Er erkennt sofort die schlimme Lage und stellt die niederschmetternde Diagnose: Ebola und Aids im Endstadium, ausgelöst durch ein altes stumpfes Metzgermesser!
Die Stimmen, dass also damit die Amputationen mehr am Sichtum schuld seien, als die schlimmen Steckschüsse, werden immer lauter.
Der Heiler packt die Angst, dass sein Ruf als Heiler in Gefahr ist, er wird immer hektischer in seinen Versuchen seinen Ruf zu retten.
Immer grotesker werden seine Ausreden und seine Bilanzen. Er überredet sich selbst doch nicht zurückzutreten und weiter den Patienten zu betreuen. Will mit einem blauen Auge davon kommen.
Er behauptet unentwegt, dass die Amputationen notwendig waren und die Perspektive noch ein oder zwei Jahre mit Ebola und Aids zu leben doch auch toll seien. Die Steckschüsse im Bein, die seien eigentlich tödlich gewesen.
Aber immer mehr Stimmen werden laut, die behaupten ja die Steckschüsse waren schlimm, aber auf jedenfall zu überleben, auch ohne die schlimmen Amputationen - die waren medizinisch sinnlos und deswegen auch die vielen der später befragten falschen Spezialisten.
Der Kneipparzt fertigt unterdessen nimmer müde, todesmutig und heldenhaft die heilende Medizin und verabreicht dem Patienten den Wunderschluck aus dem ewigen Jungbrunnen.
Er passt Protesen für Arme und Beine an und siehe da - das Wunder passiert - der Patient läuft plötzlich wieder. Die Freunde kommen zurück, können das Glück kaum fassen und versuchen alles mögliche ein Happy End zu bekommen. Doch dann kommt das harte Leben, der Patient verpasst das rettende Ufer um Haaresbreite und fällt wieder ins Koma.
Bittere Tränen bei allen Freunden, aber so grotesk das klingt auch ein Fünckchen Hoffnung, dass der Patient Ebola und Aids besiegen kann.
Nun wird es dem Wunderheiler zu bunt, er kämpft verzweifelt um seinen Ruf, er lässt verkünden, dass ein Leben auf der Intensivstation im Keller des Hauses auch schön sei und dass man sich an alles nur gewöhnen müsse.
Die Schwestern tuscheln aber nicht nur mehr hinter seinem Rücken, danach gefragt geben sie offen und ungeniert zu, dass die Amputationen falsch waren und dass sie den Verdacht haben, dass der Heiler irgendwas falsch gemacht habe.
Der Kneiparzt widerspricht der Darstellung des Heilers öffentlich, es kommt zum Fernrededuell.
Jetzt kommt das (fiktive) Finale: die Tür geht auf und Stefan Derrick betritt den Raum.
Bei ihm ist Harry, er hat den Block gezückt und der finster drein schauende Derrick fängt gleich mit der Befragung des Heilers an.
Der ist fast außer sich vor Wut und schimpft die ganze Zeit über "die Scharlatane" und faselt wirres Zeug von positiven persönlichen Bilanzen und das nur das zähle, was unterm Strich herauskäme. Er gibt ein erbärmliches Bild ab, er fordert zudem unentwegt einen Spiegel, in den er morgens immer noch schauen könne.
Dann wird es Derrick zu bunt und er formuliert die alles entscheidende Frage: Herr Heiler, was sind sie eigentlich von Beruf ?
Die Antwort kommt wie aus dem Gewehr geschossen: Metzger ! Warum die dumme Frage ?
Der Fall ist gelöst, Harry fährt den Wagen vor und notiert in seinen Block:
die Schwestern hatten richtig gelegen, die Amputationen waren nicht nötig - es sei denn man wollte pfälzer Saumagen aus dem Patieten machen !
Aber genau das wollte der Heiler von Anfang an, denn nur das konnte er - mit Humanmedizin hatte das aber alles nichts zu tun - leider.
Die Kamera macht einen Schwenk und man sieht den schwerkranken Patienten im Rollstuhl unter dem Sauerstoffzelt sitzen. Immer bei ihm der treue alte Kneipparzt und auch wieder seine Freunde. Sie stehen gemeinsam auf dem Trainigsplatz, der Patient will wieder trainieren und hat nur ein Ziel: er will Weltmeister und Championsleaguesieger werden - die Zuschauer schüttelt es jetzt vor Mitleid, keiner der Freunde traut sich ihm die harte Wahrheit zu sagen: Der Patient hat nur eine einzige Chance, nämlich trotz Aids und Ebola innerhalb eines Monats so auf die Beine zu kommen, dass er dann gleich beim Marathonlauf Favorit ist.
Die Hoffnung stirbt zuletzt - Wunder gibt es immer wieder !
-ENDE-
PS: Natürlich alles frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen oder 2. Liga Vereien ist purer Zufall !