Abschied im Dress der Zukunft
FUSSBALL: FCK-Saisonfinale gegen Werder Bremen - Mosers Fingerzeig
KAISERSLAUTERN (zkk). Abschiedsvorstellung in neuer Kluft: Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern präsentiert heute (15.30 Uhr) die Heimtrikots für die kommende Runde. Beim Saisonfinale gegen den favorisierten, aber entthronten deutschen Meister SV Werder Bremen rechnet der FCK mit einem ausverkauften Fritz-Walter-Stadion.
Für Sieben-Spiele-Trainer Hans Werner Moser ist es - zumindest vorläufig - der Abschied von der Bundesliga-Bühne. „Ich glaube, ich habe einen ordentlichen Job gemacht, obwohl ich nur eine sehr durchwachsene Bilanz vorzuweisen habe", sagt der 39-Jährige. Nicht zur Verfügung steht Carsten Jancker, der gestern im Abschlusstraining eine Kapselprellung erlitten hat. Ciriaco Sforza ist wegen seiner Wadenprobleme nicht im Kader. Nach langer Durststrecke ist Michael Lehmann - wie schon in Mainz - auf der Bank dabei. Ein Fortschritt.
Moser hat vergeblich auf die Beförderung zum Cheftrainer gehofft, zeigt aber „auch Verständnis für die Entscheidung" für Michael Henke, dem Moser als Amateur-Coach in vollster Loyalität zuarbeiten möchte. „Der Cheftrainer muss das Gesicht der Mannschaft verändern", mahnt Moser innerbetrieblich Handlungsbedarf an. Er habe René C. Jäggi die entsprechenden Hinweise gegeben. „Hier muss einiges passieren, damit die Mannschaft wieder in die richtige Richtung geht. Es sind einige Sachen passiert, die nicht in eine Profi-Landschaft passen", deutet der Interimstrainer Probleme im Kader an, ohne öffentlich Details zu nennen.
Hans Werner Moser aber hofft gegen „einen sehr starken Gegner" auf eine engagierte, hoch motivierte FCK-Elf, die um ein Stück Rehabilitation nach der Derby-Enttäuschung von Mainz und der Heimschmach gegen die Bayern rackert. „Wir müssen um jeden einzelnen Zuschauer kämpfen", versucht Moser der Mannschaft klarzumachen.
„Wir sind froh, dass die Saison noch nicht vorbei ist, dass wir die Chance haben, unsere Fans zu versöhnen", beteuert Halil Altintop. Er wähnte einige Kollegen beim Spiel in Mainz „schon in Urlaub." „So sah zumindest die Momentaufnahme aus", sagt der kampfstarke Stürmer, der heute im neuen Trikot aufläuft, dessen Farbgebung und Schnitt ihn begeistert. „Ich freue mich schon auf die neue Saison", schwärmte der türkische Nationalstürmer strahlend. Das Heimtrikot, eine Kombination aus den Farbstoffen Bordeaux und Chili, solle den Erfolgshunger der „Roten Teufel" symbolisieren. Der Auswärts-Dress - FCK-Ausrüster Kappa nennt den hell-blauen Farbton Sky - wurde speziell auch für modebewusste junge Fans gewählt. „Das Auswärtstrikot ist bewusst modischer gewählt, wir haben uns da ein bisschen bei West Ham United und Aston Villa orientiert", verriet Thomas Reiland, beim FCK für Merchandising verantwortlich. „Die Trikots sehen super aus. Auswärts fast Baby-blau, das ist schon frech. Wenn wir da nicht Gas geben, schießen sie uns mit diesem provokanten Trikot aus dem Stadion", orakelte Halil Altintop lachend.
Bei Werder Bremen begann seine Bundesliga-Karriere, gegen Werder Bremen wird Hany Ramzy (36) heute vom FCK verabschiedet. „Der Kreis schließt sich. Es waren sieben gute Jahre in Kaiserslautern, die ersten waren in einer starken Mannschaft auch erfolgreich. Wir haben stark in der Champions League gespielt, waren im UEFA-Cup im Halbfinale. Bremen, da war ich jung und erfolgreich", bilanziert der ägyptische Rekord-Nationalspieler. Ein Kreuzbandriss im ersten Saisonspiel 2003/2004 - sein letzter Einsatz in der Eliteliga. „Schade, ich hätte mich gerne auf dem Platz verabschiedet", bedauert Ramzy, dass ihm kein Comeback vergönnt war: „Ich fühle mich fit, ich will noch ein Jahr spielen. Ich bin noch Spieler. Das ist der schönste Beruf auf der Welt."
So spielen sie:
1. FC Kaiserslautern: Ernst - Lembi, Hertzsch, Mettomo, Tchato - Riedl, Engelhardt, Kosowski - Zandi - Amanatidis, Altintop - Ersatz: Macho, Nurmela, Wenzel, Lehmann, Gjasula, Seitz, Mikic - Es fehlen: Blank (Zerrung), Jancker (Kapselprellung), Sforza (Wadenprobleme), Wiese (Kreuzbandriss)
Werder Bremen: Reinke - Stalteri, Ismael, Pasanen, Schulz - Ernst, Baumann, Borowski - Micoud - Klose, Klasnic - Es fehlen: Davala (Syndesmosebandanriss), Jensen (Bänderriss), Magnin (gesperrt)
Schiedsrichter: Wack (Biberbach).
Vorrunde: 1:1.
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ