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Zentralrat empört über "privaten Judenboykott"

Deinen Ausführungen und deinem Fazit stimme ich vollinhaltlich zu!


Merci!
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Das Problem ist doch die doppelte Staatsbürgerschaft. Ist der Junge jetzt Iraner, dann kann er nicht für Deutschland spielen oder ist er Deutscher, dann muss er auch in Israel spielen oder eben von der Nationalmannschaft ausgeschlossen werden.
 
Man sieht es doch - alle machen es sich einfach und kloppen auf Dejagah ein - ob sie richtig informiert sind oder nicht. Dass im Iran selbst eine religiöse Diktatur herrscht, ein Unrechtsregime unter einem Wahnsinnigen, der ganze Staaten von der Landkarte tilgen will, weil er ihnen die Existenzberechtigung abspricht, und Dejagahs Verwandschaft vielleicht jahrelang unterdrückt und eingesperrt wird, wenn Dejagah spielt, dass steht erstmal nicht im Raum. Zunächst ist er erst einmal Judenhasser. Aha.


Erstmal: Du hast hier meine Meinung voll getroffen.

Deiner Aussage bezüglich des Zentralrats ist nichts hinzuzufügen.

Dejagah hat laut Ohrenzeugen bei seiner ersten Äußerung von "politischen" Gründen gesprochen.

Das mag ja durchaus so sein, allerdings wusste er da noch nicht, dass später jedes Wort seiner Aussage auf die Goldwaage gelegt werden würde. Mal davon abgesehen könnte er durchaus auch Maßnahmen gegen seine im Iran lebende Familie als politischen Grund angesehen haben.




Dejagah selbst ist nur ein kleiner Fußballspieler, rhetorisch unbeholfen und ein junger, noch nicht erwachsener Mann. Aber das alles wird erst einmal hintenan gestellt. Erstmal draufhauen.
Und das ist für mich der eigentliche Skandal an der Sache. Dass über solch ein Thema nicht sachlich, erwachsen und nüchtern gesprochen werden kann, ohne diese oben genannten rhetorischen Keulen.


Genau!

Das Problem ist, dass sich führende Politiker und auch Sportfunktionäre dazu hinreissen lassen Dejagah zu verurteilen,

ohne seine Beweggründe zu kennen.

Bei einem Wolfgang Schäuble der, diesmal im Gespräch mit Friedmann, seine Aussagen netterweise ständig wiederholt und so immer wieder in die Medien bringt möchte man (traurigerweise) ja schon fast sagen, dass man von ihm nichts anders als solche Parolen erwartet hätte.

Wenn nun aber der Vizepräsident des DFB in dieselbe Kerbe schlägt, statt sich einem Theo Zwanziger azuschliessen und erstmal das persönlich Gespräch Dejagah/DFB abzuwarten, stimmt mich das schon traurig. Hier ohne genauere Kenntnis der Tatsachen eine Entschuldigung und einen Rücktritt dieses jungen Spielers zu fordern, lässt sich für mich tatsächlich nur noch als Skandal bezeichnen.
 
Nehmen wir mal an, er würde

a) seine iranische Staatsbürgerschaft aufgeben und

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gegen Israel spielen.

Wenn dann eines seiner Familienmitglieder von den Mullahs in den Knast geworfen wird, wird der "am-rechten-Rand-angelnde" Herr Schäule bestimmt keinen Finger rühren.
 
Zentralrat der Juden zeigt Verständnis für Dejagah



Erst gab es harsche Kritik, nun stimmt der Zentralrat der Juden im Fall Dejagah versöhnliche Töne an. Generalsekretär Kramer zeigt Verständnis für Länderspielabsage des 21-Jährigen. Zugleich nahm Kramer den DFB ins Visier. Dejagahs Vertreter bewahrte die DFB-Auswahl in Israel vor einer Blamage.





mehr - SPON







Der Artikel ist gut versteckt - vielleicht auch, weil er nicht wirklich sehr überzeugend klingt...
 
Klärendes Gespräch mit Dr. Theo Zwanziger

Dejagah spielt weiter für DFB



Ashkan Dejagah steht auch weiterhin eine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft offen. Dies ist das Ergebnis eines Gespräches zwischen dem Deutsch-Iraner in Diensten des VfL Wolfsburg und DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger am Nachmittag in Frankfurt. "Er hat uns gegenüber glaubhaft versichert, dass es ihm aufgrund seiner iranischen Herkunft ausschließlich um das Wohl seiner Familie und Angehörigen ging", so Zwanziger nach der 60-minütigen Zusammenkunft.

Kann weiter für Deutschland spielen: Ashkan Dejagah hat im Gespräch mit Dr. Theo Zwanziger die Missverständnisse ausgeräumt.



An dem Gespräch hatten auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, Felix Magath, Trainer und Sportdirektor bei Dejagahs Klub VfL Wolfsburg, sowie Jörg Neubauer, der Berater des 21-Jährigen teilgenommen.



Dejagah war zum Politikum geworden, nachdem er vor zwei Wochen U21-Nationaltrainer Dieter Eilts gebeten hatte, aus persönlichen Gründen nicht für das EM-Qualifikationsspiel des DFB-Nachwuchses in Israel nominiert zu werden. Dejagah besitzt neben einem deutschen auch einen iranischen Pass, weil der Iran die Ablegung der iranischen Staatsbürgerschaft nicht anerkennt. Iranischen Bürgern ist die Einreise nach Israel aber unter harten Strafen verboten. Ein Teil von Dejagahs Familie lebt noch im Iran.



Eilts hatte der Bitte Dejagahs entsprochen, woraufhin ihm - auch bedingt durch in einigen Medien zitierte missverständliche Äußerungen des 21-Jährigen - von Seiten der Politik, namentlich durch den Berliner CDU-Politiker Friedbert Pflüger, und des Zentralrats der Juden in Deutschland durch dessen Vorsitzende Charlotte Knobloch anti-jüdische Beweggründe unterstellt wurden. Sogar sein Ausschluss aus der Nationalelf war gefordert worden.



Dejagah betonte nach dem Gespräch: "Falls ich mich irgendwann einmal missverständlich ausgedrückt haben sollte, tut mir dies Leid. Diskriminierung jeder Form ist mir fremd. Fest steht, dass ich unbedingt für Deutschland weiterspielen möchte." Laut Zwanziger wolle Dejagah im Rückspiel gegen Israel auflaufen: "Ich gehe nach dieser klaren Aussage davon aus, dass sich der Spieler zu der hohen Verantwortung und den besonderen Verpflichtungen bekennt, die ein Nationalspieler auch über den rein sportlichen Bereich hinaus hat."



Wolfsburgs Trainer Felix Magath begrüßte die Entscheidung des DFB: "Ich freue mich für Ashkan, dass er weiterhin zur deutschen U21-Nationalmannschaft gehört und das öffentliche Missverständnis der letzten Tage ausgeräumt werden konnte. Dem DFB danke ich für die Initiative zu diesem Gespräch, das in offener und angenehmer Atmosphäre verlief."



Dejagah bekam mit 16 Jahren zusätzlich zu der iranischen Staatsbürgerschaft die deutsche. Seitdem hat er für mehrere deutsche Jugend-Nationalmannschaften gespielt. Ein Angebot, auch für die iranische Nationalmannschaft zu spielen, ließ er verstreichen.



quelle: www.kicker.de
 
Man muss ja als ZR nur genug in den Medien die Trommel z.B. eines neuen breiten Antisemitismus in Deutschland rühren, um dann jegliche auch sachliche Kritik an der Politik Israels als eben solchen Antisemitismus abtun zu können. Das ist dann immer das Totschlagargument - und das wird ja auch seit Jahren so gebraucht.Für mich steckt hinter dem Ganzen eine Art System der übertriebenen Vorne-Verteidigung.
Und gerade das immernoch sensible deutsch-israelische Verhältnis eignet sich sehr gut dafür, Kritik und Einflußnahme der Bundesrepublik bei der Lösung des Nahost-Konfliktes einzudämmen oder auszuschalten.

Und wenn es z.B. der Stärkung der Position Israels im Nahostkonflikt nutzt, werden bei passender Gelegenheit eben wieder die genannten Totschlagargumente ausgepackt, um etwaige sachliche Kritiker ruhigzustellen. Denn wenn ich als Staat Israel dadurch indirekt erreichen kann, dass bei meinen Handlungen im Vergleich zu anderen mit zweierlei Maß gemessen wird, dann habe ich schon was ich wollte.


Die Kritk des Zentralrat der in Deutschland lebenden Juden an der Einstellung eines U21-Fußball-Nationalspielers soll dazu dienen Israel im Nahostkonflikt in ein helleres Licht zu rücken?



Aus meiner Sicht ist das logisch nicht zu verknüpfen.

Mit einer solchen Verknüpfung macht man wohl eher ein nicht zu beherrschendes antisemitisches Fass auf, als dass man ein Fußballthema diskutiert.
 
Die Kritk des Zentralrat der in Deutschland lebenden Juden an der Einstellung eines U21-Fußball-Nationalspielers soll dazu dienen Israel im Nahostkonflikt in ein helleres Licht zu rücken?


Aus meiner Sicht ist das logisch nicht zu verknüpfen.

Mit einer solchen Verknüpfung macht man wohl eher ein nicht zu beherrschendes antisemitisches Fass auf, als dass man ein Fußballthema diskutiert.


Dann würde ich dich bitten, etwas genauer zu lesen, denn das hier ist der ganze Abschnitt, den du hier teilweise zerpflückt, aus dem Zusammenhang gerissen und zitiert hast:



"Ist zwar nur Spekulation meinerseits, aber vielleicht will der ZR gerade auch ein bißchen, dass Leute als Reaktion darauf dumpfe Parolen verbreiten. Denn überleg mal, was sich damit im außenpolitischen Gefüge alles anstellen läßt. Man muss ja als ZR nur genug in den Medien die Trommel z.B. eines neuen breiten Antisemitismus in Deutschland rühren, um dann jegliche auch sachliche Kritik an der Politik Israels als eben solchen Antisemitismus abtun zu können. Das ist dann immer das Totschlagargument - und das wird ja auch seit Jahren so gebraucht.Für mich steckt hinter dem Ganzen eine Art System der übertriebenen Vorne-Verteidigung.

Und gerade das immernoch sensible deutsch-israelische Verhältnis eignet sich sehr gut dafür, Kritik und Einflußnahme der Bundesrepublik bei der Lösung des Nahost-Konfliktes einzudämmen oder auszuschalten.



Ich denke, dass da im Hinterstübchen ganz simpel auch einfach Politik gemacht wird, und Politik machen bedeutet schließlich zu allererst einmal die Durchsetzung eigener Interessen."



Und so geht mein Text weiter, nachdem du mit dem Zitat geendet hast:



"Und wer bitteschön exponiert sich denn gerne zu solch einem sensiblen Thema? Jeder, der im öffentlichen Leben steht, hat doch Angst, in eine antisemitische Ecke gestellt zu werden, denn in solchen Diskussionen muss man wirklich jedes Wort genau überlegen, bevor man es ausspricht. Nicht nur, weil es der Sensibilität des Themas angemessen ist, sondern weil man mit Argusaugen und -Ohren bei seinen Äußerungen beobachtet wird. Und ein nettes Skandälchen ist im Zweifelsfall immer ein gefundenes Fressen für die Medien.

Also halten sich viele, die gute und sachliche, konstruktive kritische Argumente und Beiträge hätten in einem solchen eher Fall zurück. Denn haftet dir einmal der Makel "antisemitisch" an, stehst du in der braunen Ecke - ob du dort hingehörst oder nicht."



Das beweist, dass ich hier gerade KEIN antisemitisches Fass aufmache, sondern nur mögliche politische Zusammenhänge zwischen bestimmten Handlungen zu beleuchten versuche.

Mich jetzt in eine antisemitische Ecke zu stellen, finde ich weder sachlich und fair, noch wird es dem ganzen Beitrag gerecht, den ich geschrieben habe.

Also die Bitte meinerseits: Nicht Textpassagen aus dem Zusammenhang reißen, die zur eigenen Argumentation passen, sondern den Beitrag als ganzes bewerten. Eine andere Diskussionsweise ist nämlich unsauber.
 
Das beweist, dass ich hier gerade KEIN antisemitisches Fass aufmache, sondern nur mögliche politische Zusammenhänge zwischen bestimmten Handlungen zu beleuchten versuche.
Mich jetzt in eine antisemitische Ecke zu stellen, finde ich nicht gerade sachlich und fair.


Das ist das, was Eva Hermann meinte:

Versuch, über solche Themen zu reden und schon sitzt du in der rechten Ecke.
 
Dann würde ich dich bitten, etwas genauer zu lesen, denn das hier ist der ganze Abschnitt, den du hier teilweise zerpflückt, aus dem Zusammenhang gerissen und zitiert hast:


"siehe seite 9 unterster Beitrag"



Das beweist, dass ich hier gerade KEIN antisemitisches Fass aufmache, sondern nur mögliche politische Zusammenhänge zwischen bestimmten Handlungen zu beleuchten versuche.

Mich jetzt in eine antisemitische Ecke zu stellen, finde ich weder sachlich und fair, noch wird es dem ganzen Beitrag gerecht, den ich geschrieben habe.

Also die Bitte meinerseits: Nicht Textpassagen aus dem Zusammenhang reißen, die zur eigenen Argumentation passen, sondern den Beitrag als ganzes bewerten. Eine andere Diskussionsweise ist nämlich unsauber.


hoffe dies ist sauber.



Du hast mir nicht widersprochen als ich schrieb:

"Die Kritk des Zentralrat der in Deutschland lebenden Juden an der Einstellung eines U21-Fußball-Nationalspielers soll dazu dienen Israel im Nahostkonflikt in ein helleres Licht zu rücken?"

denn das hast du geschrieben.

Du bezeichnest das als Spekulation, ich als naiven Quatsch.

Und indem man solche Gedankenhäuser rund um "jüdische Hinterlist" baut, macht man, wie ich finde, ein antisemitisches Fass auf.
 
hoffe dies ist sauber.


Du hast mir nicht widersprochen als ich schrieb:

"Die Kritk des Zentralrat der in Deutschland lebenden Juden an der Einstellung eines U21-Fußball-Nationalspielers soll dazu dienen Israel im Nahostkonflikt in ein helleres Licht zu rücken?"

denn das hast du geschrieben.

Du bezeichnest das als Spekulation, ich als naiven Quatsch.

Und indem man solche Gedankenhäuser rund um "jüdische Hinterlist" baut, macht man, wie ich finde, ein antisemitisches Fass auf.


1.) Den Begriff "jüdische Hinterlist" habe ich niemals verwendet und dieser Ausdruck würde mir auch nie über die Lippen kommen. Ich habe mir bei meinem Beitrag große Mühe gegeben, objektiv und kritisch, und nicht tendenziös zu sein. Wenn du mir in diesem Zusammenhang nun solche Begriffe in den Mund legst, frage ich mich ernsthaft, ob du mich absichtlich falsch verstehst.



2.) Zu dieser Aussage:

"Die Kritk des Zentralrat der in Deutschland lebenden Juden an der Einstellung eines U21-Fußball-Nationalspielers soll dazu dienen Israel im Nahostkonflikt in ein helleres Licht zu rücken?"



Diesen Zusammenhang habe ich so nicht hergestellt. Das ist eine verkürzte Darstellung, die dem, was ich geschrieben habe, nicht gerecht wird.

Ich habe nur am Beispiel Dejagah aufzuzeigen versucht, dass der Zentralrat der Juden genauso ein Verband zur Interessenvertretung ist, wie es z.B. Gewerkschaften, Arbeitgeber- oder Industrieverbände, die EKD u.a. sind. Interessenvertretung bedeutet Politik. Interessenverbände jeder Art sind in Deutschland gang und gäbe und versuchen, durch Artikulation ihrer Ansichten, oder Kritik an sich in der Öffentlichkeit abspielender Vorgänge oder an Regierungshandlungen usw. ihre Interessen deutlich zu machen und - wo es möglich ist - durchzusetzen.

Der Zentralrat bildet da selbstverständlicherweise keine Ausnahme und hat z.B. im vorliegenden Fall Dejagah seine Ansicht etwas überdeutlich geäußert, um auf die allgemeine Problematik des Antisemitismus aufmerksam zu machen. Wie uns allen bekannt ist, ist man mittlerweile in Person von Charlotte Knobloch etwas zurückgerudert, und hat Dejagah keine politischen Absichten mehr unterstellt, sondern versteht, dass er mit seiner Weigerung seine Familie in Teheran vor den Schergen von Ahmadinedschad schützen wollte. Eine erfreuliche Entwicklung, die zeigt, dass man sich sachlichen Agrumenten im Zentralrat nicht verschließt, sondern auch bereit ist, einzusehen, wenn man etwas über sein Ziel hinausgeschossen ist und voreilig war.



Im Bezug auf Israel habe ich lediglich darzustellen versucht, dass der Zentralrat, und auch der Staat Israel in meinen Augen den Fehler machen, Religion und Volkszugehörigkeit zu vermischen (selbstverständlich aufgrund der schlimmen Erfahrungen der Vergangenheit), und darauf aufbauend eine sachliche und objektive Lösung des Nahostkonfliktes, die wir uns alle wünschen, leider fraglich erscheint. Und das in diesem Zusammenhang sicherlich auch Politik - also auch Interessenvertretung - betrieben wird. Diese Vermischung ist in meinen Augen auch daran zu erkennen, dass sich der Zentralrat der Juden in Deutschland zu einem Thema äußert, dass mit Ashkan Dejagah und Israel zu tun hat. Der Zentralrat der Juden in Deutschland vertritt, genau wie z.B. die EKD die Interessen der Protestanten wahrnimmt, die Interessen derjenigen Deutschen, die jüdischen Glaubens sind. Das er auch die Interessen Israels vertritt, ist mir neu, denn dafür ist eigentlich die Israelische Botschaft in Berlin als diplomatische Vertretung zuständig.

Um diese oben genannte Ausdrucks-Vermischungs-Problematik noch an einem weitern Beispiel deutlich zu machen, äußere ich einmal, wie das in meinen Augen ist:

Für mich ist jemand, der aus Israel kommt, Israeli, und zwar zuerst Israeli, und danach eben Jude, Moslem, Christ oder sonst etwas.

Genauso wie bei uns. Wer aus Deutschland kommt ist Deutscher, dann Schwabe, Berliner oder Pfälzer, und dann, ganz am Schluß, meinetwegen Protestant, Jude oder Katholik. Die Religionszugehörigkeit spielt für mich stets eine untergeordnete Rolle, ich beurteile Menschen nicht danach, welcher Religion sie angehören. Denn fängt man damit an, definiert man sie über die Religion, und das ist dann genauso falsch, wie jemanden allein über seine Hautfarbe oder sonstwas zu beurteilen.



Und in diesem Zusammenhang habe ich den Ausdruck gebracht "Israel muss erwachsen werden". Damit war gemeint, die dort verbreitete Eigendefinition der Staatsangehörigkeit über die Religion, also die Zugehörigkeit zum Judentum, muss aufhören, da sonst ein sachlicher, nüchterner und abstrakter Umgang mit dem Nahost-Problem, und damit dessen Lösung, in weite Ferne rückt.



Das war die Intention meiner Darstellung. Ich habe mich sehr bemüht, objektiv und sachlich zu sein. Ich hoffe, das ist jetzt klarer geworden. Wer mir nun noch Antisemitismus unterstellt, den bezeichne ich als böswillig.
 
@onkelhelmut:

Was du als System der "Vorne-Verteidigung" beschrieben hast, liest sich für mich so:



Der Zentralrat der Juden nutzt die moralische Verantwortung der Deutschen für den Holocaust aus, indem er vorschnell deutschen Kritikern Israels Antisemitismus unterstellt um sie mundtod zu machen. Motto: "Wer Israel kritisiert sympathisiert insgeheim mit den Nazis"



Oder wie du das geschrieben hast:

"Und gerade das immernoch sensible deutsch-israelische Verhältnis eignet sich sehr gut dafür, Kritik und Einflußnahme der Bundesrepublik bei der Lösung des Nahost-Konfliktes einzudämmen oder auszuschalten."



Auch wenn dies verkürzt ist, bleibt dies das Résumé (auch du hast dies durch die Wahl deiner Absätze als Zwischenrésumé eingefügt!!).



Diese "Totschlagargumente" so auszunutzen ist für mich hinterlistig. Von Juden ausgeführt wäre das dann "jüdische Hinterlist".



Dich habe ich nicht als Antisemit bezeichnet, wenn du das anders wahr genommen hast, entschuldige ich mich dafür.
 
Also ich denke die Mehrheit der Deutschen hat diesen Eindruck vom Zentralrat....ohne wirklich rechtes Gedankengut zu haben oder diese Richtung zu tolerieren.

Sie haben auf die Dauer der Zeit zuoft den Bogen überspannt um ihren Willen durchzusetzen.
 
Wenn ein Nationalspieler Israels sich weigern würde, ein Länderspiel in Deutschland zu absolvieren, weil seine Großeltern z.B. in Auschwitz umgekommen sind, wäre das für alle ein nachvollziehbarer Grund. Man muss sich nicht mit Dejagah gemein machen und seine Beweggründe bis ins Detail teilen. Ich finde die Politik Irans selbst sehr daneben.


Jedoch hat jeder ein Recht auf seine freie, persönliche Willensentscheidung. Diese hat man zu respektieren. Daher halte ich die Äußerungen des Zentralrates für übertrieben. Man hat - und da stimme ich mit TAin überein - da wohl einen willkommenen Anlaß gesehen, ein Politikum daraus zu machen. Sowas ist in meinen Augen unsauber und nicht statthaft. Und die Einmischung in innere Angelegenheiten des DFB halte ich schlichtweg für eine Unverschämtheit.



Wenn Dejagah dort nicht spielen will, weil er sich in dem Land als Feind fühlt, dann hat man das zu respektieren.



Nehmen wir mich als privates Beispiel: Ich würde z.B. momentan weder eine Reise in den Iran, noch nach Israel machen, weil ich mit der jeweiligen politischen Lage, bzw. mit der Art und Weise, wie Politik gemacht und gehandelt wird, nicht einverstanden bin.

Bin ich jetzt deswegen Antisemit oder prinzipieller Iran-Feind?



Nein.



Ich finde daher solche Diskussionen unangebracht. Außerdem wäre dem Zentralrat der Juden in Deutschland meiner Meinung nach prinzipiell einmal anzuraten, sich in solchen Fragen etwas diplomatischer und zurückhaltender zu äußern. Der Ton macht nämlich die Musik.


Besser hätte ich es nicht formulieren können!
 
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