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Werner Berndt wird 80 - RP-Artikel

Teufelsanbeterin

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Sportgeschichte(n)

Fritz Walter bekam ihn von Herberger empfohlen

FUSSBALL: Werner Berndt bestritt als Torhüter fast 300 Partien für den FCK und den VfR - Gestern 80. Geburtstag



Von unserem Mitarbeiter





Torben Müller





Von 1946 bis 1960 war Werner Berndt in fast 300 Partien der Oberliga am Ball, also in der damals höchsten deutschen Fußballspielklasse. Als Torhüter des 1. FC Kaiserslautern und des VfR Kaiserslautern verlief seine Karriere runder als es das Spielgerät zu dieser Zeit oftmals war. Das oder besser gesagt der „Runde" erlangte am gestrigen Dienstag wieder eine Bedeutung im Leben des Werner Berndt: Der „Spritzer", so sein Spitzname zu aktiven Kickerzeiten, feierte seinen 80. Geburtstag.





Einen gewaltigen Anteil an Berndts großartiger Torwartkarriere hatte der „Chef": Sepp Herberger höchstpersönlich. Der empfahl nämlich im Frühjahr 1947 dem damaligen FCK-Spielertrainer Fritz Walter, die vakante Torwartposition mit dem seinerzeit 19-Jährigen gelernten Linksaußen zu besetzen. Und dass Werner Berndt sich irgendwann für die Karriere im Fußballtor entscheiden würde, war eigentlich vorhersehbar: Als Junge hatte er einst stolz die Rolle des Kofferträgers seines großen Vorbildes, der Lauterer Torhüterlegende Ernst „Schnaz" Gebhard, übernommen. „Dafür versorgte mich mein Idol fortwährend mit Bienenstich", erinnert sich Berndt.





Dennoch lautete seine Aufgabe in jungen Jahren beim FCK lange Zeit, Tore zu erzielen, statt sie zu verhindern. Sein Debüt als Keeper gab Werner Berndt am 11. März 1947 beim 6:0-Erfolg in der Zonenmeisterschaft gegen den Regionalrivalen 1. FC Saarbrücken - und legte mit einer überzeugenden Leistung den Grundstein für eine Karriere als Torsteher. Dennoch verpflichtete der Verein etwa ein Jahr später zwei neue Torhüter. Berndt verlor seinen Stammplatz. 1949 wechselte er auf Anraten Fritz Walters innerhalb der Stadtgrenzen zum VfR. Dort gelang mit Fritz Walter als Trainer der Aufstieg in die Oberliga Südwest. Fritz Walter verdankt er auch seinen Spitznamen: Wegen seiner Spritzigkeit taufte ihn der ehemalige Teamkollege und Trainer „Spritzer". Für die Erbsenberger absolvierte Berndt dann über 500 Spiele, ehe er im Alter von 35 Jahren vom aktiven Fußball zurücktrat. In den gesamten 50er Jahren fehlte er in keiner einzigen Partie der Oberliga und Zweiten Liga Südwest.





In der AH zurück in den Sturm





Für die nächsten zwei Jahrzehnte sollte er die Fußballschuhe für die Alten Herren der Blau-Weißen schnüren und damit die Anzahl der Gesamteinsätze für die Lauterer Rasenspieler auf weit jenseits der 1000 schrauben. Im AH-Team hieß es für Berndt zurück zu den Wurzeln: Er legte die Torwarthandschuhe beiseite und tauschte das Vorhaben, Tore zu verhindern, wieder mit dem unbedingten Willen, möglichst viele davon zu erzielen. In die neue alte Rolle fand er sich schnell ein. Im Juni 1981 wurde er offiziell verabschiedet, half den ehemaligen Teamgefährten danach einige Male aus.





In der Folge widmete sich Berndt ganz dem Tennissport. Er leitete viele Jahre die Tennisabteilung des VfR Kaiserslautern, für den er zuvor schon mehrere Ämter bekleidet hatte, darunter das des zweiten Vorsitzenden. Noch im Alter von 60 Jahren maß sich das heutige Ehrenmitglied der Rasenspieler in den Medenrunden erfolgreich mit Jüngeren.





Höchstleistungen im Verborgenen





Seine große Leidenschaft musste er zwar vor gut einem Jahr nach einem Muskelfaserriss aufgeben. Der körperlichen Betätigung möchte er als Vollblutsportler jedoch noch lange nicht den Rücken kehren. Täglich hält er sich mit Radfahren auf dem Hometrainer fit. Und dann gibt es da noch Höchstleistungen, die es gelegentlich zu erbringen gilt, die aber naturgemäß nicht mehr im Rampenlicht stattfinden: „Vergangene Woche durfte ich mir meine Sprintfähigkeiten unter Beweis stellen", erzählt Berndt lachend. „In der Sparkasse hatte ich meinen Regenschirm vergessen. Auf dem Rückweg sah ich in einiger Entfernung eine Frau mit zwei Schirmen, und einer davon war definitiv meiner. Ich musste zu einem Spurt ansetzen, um die Dame noch zu erreichen." Werner Berndt erfreut sich eben nicht nur bester Gesundheit - „mit kleineren Mängeln", wie er selbst sagt -, sondern befindet sich noch immer in Topform. Und seinen Regenschirm, den hat er natürlich auch zurückbekommen.







GALLS



Quelle:

Verlag: DIE RHEINPFALZ
 
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