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Dr.BETZE

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1. FCK ZUM ANFASSEN



Ein teuflisch gutes Fest





Es war ein teuflisch gutes Fest gestern im Fritz-Walter-Stadion. 20 000 Gäste waren gekommen, um eine Woche vor dem Bundesliga-Start ihre Liebe zum 1. FCK zu demonstrieren.



Von SZ-Miarbeiter

Thomas Schäfer



Kaiserslautern. Bei Petra und Michaela stimmt alles: Die gerade gekauften FCK-Shirts stehen ihnen so ausgezeichnet wie ihr permanentes Lächeln. Die Frisuren sitzen auch, die Sonnenbrillen sowieso, die Stimmung bei den im besten Sinne fußballverrückten Zwillingen könnte nicht besser sein: Freude pur im Bauch des Fritz-Walter-Stadions. Petra und Michaela, 27 Jahre alt, kommen aus Saarwellingen, dort ist gerade Schlossfest, weshalb die vergangene Nacht doch etwas kurz war. Das Stadionfest ihres Lieblingsvereins wollten sie sich dennoch nicht entgehen lassen. „Auf gar keinen Fall, das ist sozusagen ein Pflichttermin“, meint Petra, „auch wenn ich nur eine Stunde geschlafen habe. Überpünktlich, schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn des Stadionfestes, haben Petra und Michaela gestern den Betzenberg erklommen. Mit einem ganzen Bus voll guter Laune ist der Fanclub „Wellinger Betzestürmer“ auf Deutschlands höchstem Fußballberg angekommen. Um sie endlich alle einmal aus nächster Nähe zu sehen: Jancker, Nerlinger, Amanatidis, Zandi oder Engelhardt. Die neuen „Roten Teufel“ eben, die dafür sorgen sollen, dass auf dem Betzenberg wieder schöner und erfolgreicher Fußball gespielt wird. „Ich habe keine Lust mehr auf Zittern“, gesteht Michaela, die vor allem dem hünenhaften Stürmer mit dem kahl rasierten Kopf einiges zutraut. „Jancker macht in dieser Saison 20 Tore“, glaubt Michaela, ihre Schwester ist nur leicht pessimistischer: „Mit 15 wäre ich auch zufrieden.“ Zufrieden sind Petra und Michaela eigentlich mit allen Neuzugängen: „Seit Jahren hat der FCK sich mal wieder gut verstärkt. Zuletzt wurde viel zu viel Schrott geholt.“

Petra und Michaela wissen, wovon sie reden. Denn seit sie vor nun mehr 14 Jahren zum ersten Mal die unvergleichliche „Betze“-Atmosphäre erleben durften – in der Saison 1990/91 war das, beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln – hat sie der FCK-Virus gepackt. Obwohl sie damals eigentlich wegen Weltmeister Bodo Illgner da waren. Seither findet jedenfalls kaum noch ein FCK-Heimspiel ohne die hübschen Zwillinge aus Saarwellingen statt. Auch für die kommende Runde, die am Samstag mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Nürnberg beginnt, haben sie sich Dauerkarten gesichert: Auf der Westtribüne, Block 9, bei den Treuesten der Treuen – mittendrin statt nur dabei.

Vielleicht treffen Michaela und Petra am Samstag im Edel-Fanblock des FCK ja auf Andreas, der im Grunde nicht zu übersehen ist. Wegen seiner extravaganten Frisur: Zwei Teufelshörner hat er sich wachsen lassen, hat sie natürlich rot gefärbt, nur mit Haarspray in die Höhe fixiert hatte er sie beim Stadionfest noch nicht. Am Samstag gegen Nürnberg wird das anders sein. Andreas, 34, ist FCKler durch und durch, seit er laufen kann, hält er seinem Verein die Treue. Auf die neue Saison freut er sich wie schon lange nicht mehr: „Wir haben gut eingekauft. Eine Blutauffrischung war ja auch dringend notwendig.“ Viel hält auch er von Carsten Jancker , der sich gestern allerdings vereinzelte Pfiffe anhören musste: „Das kann ich nicht verstehen. Jancker hat eine Chance verdient. Er passt von seiner Art her gut auf den Betze.“ Dass es eine schöne Saison wird, davon ist Andreas überzeugt – und nicht nur er. Auch die gut 300 Fans, die sich auf der von ihm betreuten Internet-Seite www.roteteufel.de austauschen, glauben an einen neuen, besseren FCK: „Die Stimmung ist gut wie lange nicht mehr.

Jetzt freuen sich alle, dass es endlich losgeht.“ Irgendwie hatte man nach diesen euphorischen Worten das Gefühl, dass sich seine Hörner am Samstag von selbst stellen werden – ohne Haarspray.











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quelle: BETZE-magazin
 
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