Ich war gestern im Kinofil ,,Die Wolke" das handelt davon.......an ich kann euch sagen der Filmt geht unter die Haut!!
Insiderinfo
Packende Bestseller-Verfilmung über eine junge Liebe und den Willen zum Leben in Zeiten des Super-GAUs.
Vorbei die einstmals starke Anti-Atomkraftbewegung, fast völlig verschwunden die "Atomkraft? Nein danke!"-Sticker, wie auch die Erinnerung an die Katastrophen von Harrisburg und Tschernobyl, die Regierung diskutiert gar, den geplanten Atomausstieg zu verzögern. Da ist "Die Wolke", die Leinwandadaption von Gudrun Pausewangs 1988 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnetem Roman, der richtige Film zur richtigen Zeit. Das Individuum in seinem Ausgeliefertsein steht im Mittelpunkt, nicht die Politik wie in der Vorlage. Dieser neue Ansatz sollte ein jugendliches Publikum ansprechen. Nicht zuletzt wegen Paula Kalenberg und Franz Dinda, den Darstellern der 16jährigen Hannah und ihres zwei Jahre älteren Klassenkameraden Elmar. Zwischen Stress mit Eltern, Lehrern und Matheklausuren verspüren sie dieses seltsame Kribbeln, empfinden eine Gänsehaut beim ersten Kuss. Mitten hinein in diese zärtliche Szene schrillt die Alarmsirene. Nach einem Störfall in einem Kernkraftwerk südöstlich von Frankfurt breitet sich eine riesige todbringende Wolke aus. Letzte Chance: ein Zug in Bad Hersfeld. Chaos, Panik, Anarchie greifen um sich. 38.000 Menschen in unmittelbarer Nähe des AKWs sterben sofort, ein paar Kilometer weiter sind Tausende kontaminiert, darunter auch Hannah, die in radioaktiven Regen gerät. Und die Politiker beschwichtigen weiter.
Georg Schnitzler erzählt die Geschichte aus Perspektive der Jugendlichen, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatten und denen jetzt nur noch eine kleine Zeitspanne bleibt. Mit naiver Kraft versuchen die beiden, die sich in Hamburg wiederfinden, das Schicksal auszutricksen, es gütig zu stimmen. Gegen jegliche Ratio und mit dem Mut der Verzweiflung nehmen sie den Kampf gegen die Radioaktivität auf, die ihren Körper zerfrisst und ihre Seelen verletzbar macht. Sie nutzen das Privileg der Jugend, an das Unmögliche zu glauben, sich an jeden noch so kleinen Strohhalm zu klammern. Vom anfänglich harmlos wirkenden Teenie-Movie über das Genre Katastrophenfilm schlägt Schnitzler den Bogen zum Liebesdrama, wobei es manchmal knirscht in den Übergängen. Die Stärke liegt in der beklemmenden Gegenüberstellung von turbulenten Gefühlswelten und entvölkerten Landschaften im Sonnenschein, in Andeutungen und Details. Wenn Hannah vor dem Spiegel büschelweise Haare ausfallen, sie unter der Gleichgültigkeit der anderen leidet oder am Ende leichten Flaum auf ihrem kahlen Kopf spürt und sich gegen den Wind stemmt, ist der Film emotional beim Zuschauer angekommen. mk.