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Telenovela "schmetterlinge Im Bauch"

Klingenstädter

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TELENOVELA "SCHMETTERLINGE IM BAUCH"



Sag Ja zum Trash



Von Peter Luley



Eine Braut flieht von der eigenen Hochzeit - finden Sie langweilig? Als Idee verbraucht? Hätten Sie's mal den Machern von Sat.1 erzählt: Die starteten mit der Idee am Montag eine ganze Serie.



Hochzeiten sind naturgemäß eine beliebte Zutat im Kitsch-gewohnten Telenovela-Genre; meist künden sie von der glücklichen Zusammenführung der Aschenputtel-Heldin mit ihrem Traumprinzen und stehen am Ende der Serie. So gesehen betritt "Schmetterlinge im Bauch", die heute startende Sat.1-Unternehmung auf dem Feld industriell gefertigter TV-Ware, Neuland: Hier geht's mit einer Eheschließung los - wenn auch mit einer geplatzten.



"Heute war der schlimmste Tag meines Lebens, dabei war alles so perfekt, die große Liebe", barmt zu Beginn die verhinderte Braut Nelly. Fünf Minuten vor der Trauung hat sie ihren Auserwählten in flagranti mit einer anderen ertappt. Nun spricht sie zu uns aus ihrem Auto, mit dem sie von der Zeremonie geflohen ist.



Wer sich über eine derartige Hauruck-Dramaturgie wundert, kommt in der Folge aus dem Staunen nicht mehr raus. Alsbald erscheint der Protagonistin ihr engelsgleiches Ebenbild, spricht ihr Mut zu - und bringt die Reisekauffrau aus Bielefeld auf die Idee, doch in Berlin ihr Glück zu suchen. Noch im Brautkleid fährt sie los - um damit unter anderem in einer Raststätten-Toilette, auf einem Flughafenrollfeld, in einer Polizeiwache und beim Bewerbungsgespräch bei einer Luxus-Airline aufzutreten. Tatsächlich gelingt dem 60-minütigen Pilotfilm das Kunststück, sie bis kurz vor Schluss den weißen Fummel tragen zu lassen. Warum aus lästigen Plausibilitäts-Erwägungen eine solche Chance verschenken, mögen sich die Skript-Autoren gedacht haben.



Dramaturgie? Wie?



Leider beschränkt sich die Originalität der selbstverständlich kürzelfähigen Serie ("SiB") auf derlei Unglaublichkeiten - es sei denn, man folgt den Worten des Sat.1-Geschäftsführers Roger Schawinski und betrachtet es als Innovation, dass noch eine zweite Hauptfigur eingeführt wird. Während Nelly in die Hauptstadt fährt, durchleidet dort auch der knuffige Möbeldesigner Nils eine scheiternde Zeremonie: Just als er seiner Freundin die mit Verlobungsringen bestückten Champagnergläser kredenzen will, klingeln seine Schwestern an der Loft-Tür. Die zwei Teenager, die seit dem Tod der Eltern bei ihrer Tante lebten, halten es dort nicht mehr aus und wollen nun beim großen Bruder unterschlüpfen.



Auf dessen Beziehung wirkt sich das genauso negativ aus wie der Umstand, dass Nelly bald im Nachbarhaus einzieht: Nach Wunsch der Serienmacher sollen die beiden sich zum Pärchen à la "Harry und Sally" entwickeln, das sich via Fenster zum Hof ständig sieht, bald alles voneinander weiß, aber sein Füreinanderbestimmtsein nicht erkennt.



Große Vergleiche - das Staunen des Betrachters indes speist sich eher aus dem Dilettantismus der Produktion. Alle Untugenden des Genres hat man berücksichtigt: Holzschnitt-Charaktere, redundante Dialoge ("Wir wollen viel lieber hier in Berlin leben" - "Ach, ihr wollt viel lieber hier in Berlin leben!"), dazu eine schwülstige Rock-Pop-Soundsoße. Zur Einführung weiterer Mitstreiter um Nellys Gunst - der Chef der Airline und sein jüngerer Bruder vergucken sich in sie - werden dramaturgisch feinsinnige Mittel wie zufälliges Zusammenprallen eingesetzt.



Ware Liebe für die Quote



Sicher die geringste Schuld an dem Desaster, dessen schräger Retro-Look nur unfreiwillig komisch ist, tragen die Darsteller: Die "In aller Freundschaft"-erprobte Alissa Jung und der "GZSZ"-gestählte Raphaël Vogt agieren im Rahmen des Möglichen. Deutlich spannender als die Frage, ob und wann Nelly in Nils ihren Mr. Right erkennt, ist letztlich sowieso die Reaktion des Publikums: Sat.1 braucht dringend ein neues Quoten-Zugpferd.



"Verliebt in Berlin", die Erfolgsserie mit Alexandra Neldel als Brillen- und Zahnspangenhäschen Lisa Plenske, geht am 1. September unwiderruflich zu Ende; ob das identisch betitelte Nachfolgeprojekt, das das Auftauchen ihres Halbbruders bemüht, in ähnlicher Weise punkten kann, ist zweifelhaft. Zudem holte sich der Schwestersender ProSieben jüngst mit "Lotta in Love" eine blutige Nase. Außerdem ist auch die Konkurrenz mit Herzschmerz am Start: RTL geht mit der Daily-Soap "Alles was zählt" in Serie. Deren Hauptdarstellerin, die Ex-Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko, bringt immerhin ein gewisses "Bild"-Schlagzeilenpotenzial mit.



Ob die Sat.1-Macher mit ihrem trashigen Unterhaltungskonzept, das im Showbereich auch "beliebte Brettspiel-Klassiker" mit Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder bereithält, Erfolg haben, hängt also wieder mal an einer Frage: Schaltet das für die Quotenermittlung relevante Grüppchen Menschen alle Ansprüche an Dramaturgie und Design aus - oder lieber doch den Fernseher?
 
Ich bin froh das die Lisa fertig ist,w enn mann da einmal mit anfängt guckt mann den Rotz doch immer wieder...
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Naja ich werde stark sein und net anfangen zu gucken...
 
Die ganze Telenovela sch.... geht mir so was von auf den Sack!

Überall wo man hinschaltet Telenovela........ do wird mer doch verückt!

Aber ich muss gestehen Lisa Plenske han ach manchmal geguckt.....schäm
 
Telenovela...das Unwort des Jahres. Wer lässt sowas bitte auf die Menschheit los? Als ob das Fernsehprogramm durch Talkshows, Reality Soaps und Richtersendungen nicht genug gestraft wäre, nein die Telenovelas geben einem doch echt den Rest.



Und doch gibts immer wieder Leute, die es gucken.
 
Was ich an den "Telenovelas" so seltsam finde, ist, dass es einfach die spanische Übersetzung für "Fernsehserie" ist.

Nicht mehr, nicht weniger.



Ich hab eh keine Zeit um viel fernzusehen und so einen Schrott habe ich mir noch nie angetan - dazu ist mir meine Zeit einfach zu schade.
 
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