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Stuttgart 21

Baden Württembergs Innenminister Heribert Rech gerade im ZDF auf Nachfrage, wie das harte Vorgehen u.a. auch gegen Kinder zu rechtfertigen sei: "Es ist das Recht der Polizei. [...] Wenn die Eltern ihre Kinder mit an die Fronten nehmen, müssen sie damit rechnen."



Da fällt einem nichts mehr ein. Jetzt drehen die sich die Sache auch wieder zurecht. Damit hat er sich wohl ein weiteres Eigentor geschossen. Marietta Slomka, die sehr gute Fragen stellte, schien auch ziemlich "verdutzt".
 
Heuchler sind das, unsere Politiker. Die Beführworter schieben die Schuld in die Schuhe der Demonstranten, die anderen in die Schuhe der Regierung und der Polizei. Warum haben die Verantwortlichen die Leute nicht einfach demonstrieren lassen? In ein paar Tagen wärs ruhig gewesen. Dann hätte man den Park absperren können und fertig. Das überteure Ding ist seit 16 Jahren in der Planung, da kommt es auf ein paar tage nicht an. Mir kommt es fast so vor, als wenn die ganze Aktion so geplant worden wäre.
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@ ph114

Ich glaub nächstes Jahr sind in BW Wahlen, das könnte für Rech und seine Kumpanen ein schlag mit der Keule werden. Auch die Frau mit dem Prinz-Eisenherz-Haarschnitt in Berlin wird das zu spüren bekommen, und ich denke, nicht zu knapp!
 
Warum haben die Verantwortlichen die Leute nicht einfach demonstrieren lassen? In ein paar Tagen wärs ruhig gewesen.


Scheinbar hatten die Herren die Schnauze voll. Ich denke auch, dass sie mit dieser Intensität an Gewalt ein Zeichen setzen und das "Volk" einschüchtern wollten.
 
Scheinbar hatten die Herren die Schnauze voll. Ich denke auch, dass sie mit dieser Intensität an Gewalt ein Zeichen setzen und das "Volk" einschüchtern wollten.


Das hat vieleicht vor ca 80 Jahren funktioniert, heutzutage ist das eher ein Eigentor, wobei das Tor mit umfällt!
 
Das hat vieleicht vor ca 80 Jahren funktioniert, heutzutage ist das eher ein Eigentor, wobei das Tor mit umfällt!


Naja, glaub' ich nur bedingt. Einerseits wird das schon den ein oder anderen "Normalbürger" einschüchtern. Andererseits denke ich natürlich auch, dass sie sich damit überhaupt keinen Gefallen getan haben. Geh' mal jetzt auf youtube, da sind schon mindestens 3-4 Seiten voll mit Videos von heute Mittag - da treibt sich mittlerweile eh die ganze Welt rum, die das Public macht und dann auch konsumiert wird.

Die Herren Politiker hatten scheinbar mehr Angst vor einer Bürgerbefragung als davor, die Demonstration so zu regeln wie heute geschehen.




Laut RobinWood hat der Mann auf dem einen Spiegel-Foto wohl sein rechtes Augenlicht verloren.


Auf diesem Weg gute Besserung an alle Verletzten und Verwundeten!
 
mal davon abgesehn dass ich euch bei einem großteil der meinungen zustimme, wie kanns aber sein dass man als

eltern so unverantwortlich is und kinder und sogar babys (kam vorhin bei den pro7-nachrichten) zu sowas mitnimmt ???

wenn eh ein polizeieinsatz angekündigt is, nehm ich doch net noch meine kinder mit... und dann jammern wenn die

auch einen mit vor den latz bekommen.. was natürlich die übertriebene gewaltanwendung der staatsmacht net recht-

fertigen soll... wasserwerfer mit tränengas versetzt, schlagstöckt, etc. auch gegen frauen und ältere... ohne worte..



vlt. wirds mal zeit das bei uns mal so abgeht, wie in frankreich.. das die politik mal sieht das man mit uns net alles machen

kann, bzw. das volk net weiter verarschen und für dumm verkaufen kann...
 
wenn eh ein polizeieinsatz angekündigt is, nehm ich doch net noch meine kinder mit... und dann jammern wenn die
auch einen mit vor den latz bekommen.


Unfreiwillig treffend auf den Punkt gebracht. Leute, passt auf eure Kinder auf, wenn die Polizei in der Nähe ist....
 
mal davon abgesehn dass ich euch bei einem großteil der meinungen zustimme, wie kanns aber sein dass man als
eltern so unverantwortlich is und kinder und sogar babys (kam vorhin bei den pro7-nachrichten) zu sowas mitnimmt ???
Viele kennen sowas einfach nicht, wer konnte schon ahnen dass das heute so eskaliert. Die zahlreichen Demos vorher waren ja friedlich.



Achja K21 hat gerade die Seite aktualisiert, damit alle in den Park kommen sollen.




Desaster Stuttgart 21: Geheime Akten, die dem stern vorliegen, zeigen, dass das umstrittene Riesenprojekt der Bahn außer Kontrolle ist. Sogar die Cousine der Kanzerlin protestiert - und will sich notfalls an Bäume ketten. Von Arno Luik



Züge brauchen Strom, Züge brauchen Signalanlagen, ohne die können sie nicht fahren. Bei dem Bahnprojekt Stuttgart 21 ist das in den Planungen jedoch nicht vorgesehen. Das zeigen interne, vertrauliche Dokumente, aktuelle Projektanalysen und -berichte von Deutschlands umstrittenstem Bauprojekt, die dem stern vorliegen. Danach herrschen bei den Planern Chaos und Panik. In Briefen an die DB Projektbau AG wird "das Risikopotenzial" beklagt, weil "rohbaurelavante Angaben" für die vorgesehenen Tunnelarbeiten fehlen. Intern sieht man das "Gesamtprojekt auf kritischem Weg".


Quelle: weiterlesen auf stern.de
 
Ich habe 1996 in Stuttgart gewohnt und bei der damaligen OB-Wahl (Schuster (CDU) gegen Schlauch (Grüne)) war das Hauptthema bereits S21. Schuster gewann die Wahl, die von beiden Kandidaten auf eine Volksabstimmung über Stuttgart 21, reduziert wurde. So gesehen könnte man sich auf den Punkt zurückziehen, das Ganze sei demokratisch legitimiert - nicht nur auf Bundes- oder Landesebene sondern auch durch die Bürger Stuttgarts.

Allerdings war die Finanzlage der öffentlichen Hand 1996 doch noch von anderer Qualität als heute.

Der Tiefbahnhof soll nur 8 Gleise haben, weil baulich mehr anscheinend nicht geht. Der jetzige Kopfbahnhof hat über 20 Gleise! Über Stuttgart führen kaum ICE-Linien - jedenfalls viel weniger als über den Frankfurter (Kopf-)Hauptbahnhof. Wer die Fahrzeit für die Verbindung Frankfurt-Mannheim-Stuttgart-Ulm-München reduzieren will, denn darum geht es der Bahn wohl hauptsächlich, soll einen Fernbahnhof am Flughafen errichten (dann fällt das Gezuckel über Zuffenhausen hinab in den Stuttgarter Kessel an den Hauptbahnhof im Schneckentempo weg) und eine S-Bahn-Linie ohne Zwischenhalte zwischen dem Fernverkehrsbahnhof am Flughafen und dem Nahverkehrsbahnhof in der Innenstadt bauen.

1996 war ich für Stuttgart 21 - heute bin ich dagegen. Wahlergebnisse von vor über 10 Jahren als Legitimation heranzuziehen und die heutigen Proteste als Minderheit abzutun, ist der politischen Kultur und der Bekämpfung der Politikverdrossenheit sicherlich nicht zuträglich.
 
Man muss ebenfalls beachten das sich die Kosten im Vergleich zu 1996 enorm gesteigert haben, der Bundesrechnungshof schätzt glaub über 8 Milliarden und ein renomiertes Ingenieurbüro aus München ist schon bei 12 - 18,7 Milliarden Euro.

Nicht außer acht zu lassen sind die ebenefalls hohen Sicherheitsrisiken bei einem Zug Brand im Tunnel, im Jahr 2001 konnte im Offenbacher Hbf ein Lok Führer seinen ICE noch in einen oberirdischen Bahnhof retten und bei optimalen Bedienungen dauerte die Löschung schon 5 Stunden. Die Feuerwehr schreibt, dass ein Brand im Tunnel Katastrophale folgen gehabt hätte. (Wenn jemand will kann ich mal den Link posten).

Da ich oft in Stuttgart bin stellt sich auch für mich die Frage, ist ein Durchgangsbahnhof mit 8 Gleisen kundenfreundlicher als ein Kopfbahnhof, wo oberhalb schon 16 Gleise hat. Meiner Meinung nach Nein, da bei einem Durchgangsbahnhof nicht auf den nachfolgenden Zugverkehr eingegangen werden kann (z.B. durch Verspätungen). Der Zug kann nur eine sehr knappe Zeit halten, anders wie bei einem Kopfbahnhof, wo man den ankommenden Zug noch auf ein anderes Gleis verlegen kann.



Deswegen Nein zu Stuttgart 21

Für Kopfbahnhof 21 <- interessante Seite, mit einer echten Alternative
 
Nun äußert sich auch schon die Kanzlerin in geradezu unverschämter Weise zu den Vorfällen. Auch sie betont, das die Mütter ja selbst schuld seien, wenn sie ihre Kinder mit zur Demo nehmen. Das ist doch wirklich nicht zu fassen. Gerade um die Kinder geht es doch bei der Demo. Neben diesen sind ja auch Rentner dabei...wo soll denn hier das Gewaltpotential liegen? Sind es vielleicht doch die 15-Jährigen Schüler vor denen die Polizei Angst haben muss? Vorallem stell sich mir die Frage: Erkennt ein Polizeibeamte nicht den Unterschied zwischen einem vermumten Radikalo vom schwarzen Block und einer Mutter mit ihren Kindergartenkindern?



Es ist doch völlig klar, dass diese massive Ausübung von Gewalt seitens der Regierung (und ich frage mich ob die Kanzlerin da nicht auch selbst ein Wörtchen mitgeredet hat) angeordnet wurde. Die Idee dahinter ist simpel: Massive Einschüchterung und die Annahme, dass dadurch die Leute zu Hause bleiben. Ich hoffe, dass die Menschen dort dies Durschauen und weiterhin friedlich aber bestimmt ihren Protest fortführen!



Dass es in der Republik zu einem Aufstand der Bürger kommen wird, daran glaube ich nicht. Dafür wurde uns Deutschen schon viel zu lange Protestverhalten abtrainiert. Man hat uns so lange gesagt, dass das Volk keine Macht hat, sondern die Entscheidungen von Politikern getroffen werden, welche man nicht beeinflussen kann. Wir haben das einfach verinnerlicht. Klar ist der Frust groß, aber mal ehrlich...wir vergessen doch einfach zu schnell. Manchmal sehe ich da etwas neidisch nach Frankreich. Dort wären die Straßen längst voll und die Autobahnen blockiert. Hier bei uns? Undenkbar!
 
Wenn ich mich an meine Jugend zurückerinnere ... vor über 20 jahren ... da war das noch ganz anders, da war diese Mentalität noch nicht wegtrainiert... aber du hast recht. Ich bin froh, dass die Menschen in Stuttgart/Baden-Württemberg wieder aufstehen.



Die "Rede" unserer Kazlerin war/ist wirklich unverschämt
 
Ein Wort zu den Kindern auf der Demo - ich finde es unverantwortlich, daß Eltern ihre Kinder für ihre Zwecke instrumentalisieren und mit auf eine Demo schleifen, auf welcher Auseinandersetzungen grundsätzlich möglich sind (was bei hohem Polizeiaufgebot plus hoher Demonstrantenzahl automatisch der Fall ist). Wirklich: unverantwortlich!



Nicht mißverstehen - ich finde den gestrigen Polizeieinsatz absolut unangebracht. Aber Eltern, die ihre Kinder auf sowas schleifen gehört links wie rechts eine Backpfeife verpasst bis der Putz von der Wand bröckelt.
 
Unabhängig davon, dass die Gewalt gerade gegen Kinder unentschuldbar ist:

Es gibt Orte, da haben Kinder einfach NICHTS aber auch gar nichts verloren! Ich dachte schon vor einigen Wochen, als da ein Typ in Stuttgart bei ner Demo interviewt wurde mit nem Buggy, dass das wirklich nicht sein muss! Trillerpfeifen etc. sind für so ein kleines Kind sicher auch nicht toll. Ich würde ein Kind auch nicht in die erste Reihe eines Metallica-Konzerts stellen.
 
Musste mir das Ganze Thema heute Nacht nochmal durch den Kopf gehen lassen und komme als Resultat zu folgenden Zeilen:



Die Polizei hat rechtlich einwandfrei gehandelt. Ein Bauherr hat einen genehmigten Bebauungsplan und eine wasserdichte Baugenehmigung in seiner Tasche und macht seit der heutigen Nacht von seinem Recht Gebrauch und beginnt mit den vorbereitenden Maßnahmen, um seinen Bau durchzuziehen. Das ist sein gutes Recht, denn bis er die Baugenehmigung in der Tasche hat, hat er sich durch den Bebauungsplan und die Stellung des Bauantrags ausreichend der Öffentlichkeit gestellt, ihre Bedenken gehört und diese dann durch den Entscheidungsträger abwägen lassen. Auf diesem Weg ist das Bauvorhaben Stuttgart 21 sicherlich rechtlich legitimiert und auch nicht angreifbar. Der Vorhabenträger, also hier die Deutsche Bahn, hat ein Recht darauf, diese Maßnahmen, gemäß der Baugenehmigung auch umzusetzen, ohne dass der Ablauf dabei verzögert wird, ohne dass von Außen störend auf die Maßnahme Einfluss genommen wird. Dies war und ist der Deutschen Bahn aufgrund der öffentlichen Proteste nicht möglich, also muss der Vorhabenträger die Polizei zu Rate ziehen und mit deren Hilfe die rechtlich bestätigten Maßnahmen gemäß Baugenehmigung durchzuführen.

Die Frage ist ganz einfach: Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr ein Haus bauen wollt, eine Baugenehmigung in der Tasche habt und kurz vor dem "ersten Spatentisch" die Nachbarschaft euer Grundstück besetzt? Ihr würdet euch auch über die Polizei zu eurem Recht verhelfen lassen, so wie es die Deutsche Bahn gestern getan hat und ihr würdet mit Sicherheit nur sehr wenig Verständnis für die Demonstranten aufbringen, ihr würdet sie verteufeln.



Also haben Vorhabenträger und politische Entscheider in dieser Situation rechtlich sauber gehandelt, denn sie lassen sich nur zu ihrem Recht verhelfen, welches ihnen durch die Entscheidungsträger zugesprochen wurde. Strafbar machen sich diejenigen, die den Vorhabenträger hindern, seine Maßnahmen auf seinem Grund und Boden so durchzuführen, wie es ihm gemäß Baugenehmigung zusteht. Nicht der Vorhabenträger macht sich strafbar.



Jetzt aber das aus meiner Sicht große und sehr entscheidende Aber:

Wenn ihr ein Haus baut, dann seit ihr Investoren, ihr investiert euer eigenes Geld (oder das Geld eurer Bank
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). Man könnte nun auch dazu verfallen, dass die Deutsche Bahn AG ein privatwirtschaftliches Unternehmen sei und somit auch nur "ihr eigenes Geld" investieren möchte. Das ist falsch. Die Deutsche Bahn ist ein Staatsunternehmen, die Deutsche Bahn ist Eigentum des Deutschen Staates und als solches Unternehmen, sollte man seine Entscheidungen nicht nur an wirtschaftlichen Gegebenheiten, sondern auch am Bedürfnis des Volkes ausrichten. Die Ausrichtung an Volkes Willen muss klare Grenzen haben, weil sonst jeder Bürger umsonst den Nah- und Fernverkehr gratis in der 1. Klasse reisen würde und damit keinem geholfen wäre.

Bei einer solchen Entscheidung jedoch, bei der zig Milliarden an Steuergeldern verbaut werden und bei welcher der Nutzen nicht eindeutig zu erkennen ist, muss der Eigentümer der Deutschen Bahn handeln und muss seine Gesellschaft bremsen. Man kann nicht Bürgerbeteiligung und Engagement fordern und dann jeden aufkommenden Protest im Keim ersticken, schon gar nicht so gewaltsam. Das steht einerseits der Politik nicht gut, weil sie damit die Verdrossenheit der Bürger fordert und eine Beteiligung der Menschen in diesem Land am politischen Prozess entscheidenden Schaden zufügt. Davon zu sprechen, dass Kinder und Jugendliche "instrumentalisiert" werden, ist in meinen Augen ein Witz. Kein 14jähriger Junge stellt sich heute vor die Polizei, weil seine Mutter ihn nach vorne schickt und kaum eine Mutter wird ihren Sohnemann oder das Töchterlein ruhigen Gewissens vor einen Wasserwerfer dirigieren. Die Leute gehen auf die Straße, weil ihnen die Sache am Herzen liegt. Ob das jetzt die 300 Bäume sind, die zig Milliarden Steuergelder oder die aktuelle politische Lage im Land. Egal, es sind legitime Beweggründe um auf die Straße zu gehen, um zu zeigen, dass man mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist.

Wenn die Damen und Herren meinen, dass Kinder von ihren Eltern freiwillig ins Verderben geschickt werden, muss man wirklich davon ausgehen, dass die Entscheidungsträger im Stuttgarter Innenministerium einen ausgeprägten Schatten im Oberstübchen haben.



Man darf nicht vergessen, dass den Menschen ein Volksentscheid versprochen wurde, falls die Baukosten für das Projekt Stuttgart 21 signifikant steigen. Wenn die aktuelle Steigerung der Kosten nicht signifikant ist, dann weiß ich nicht, ab wann man von signifikant sprechen darf. Man kann nicht auf der einen Seite eine Bürgerentscheidung per Volksentscheid versprechen und zum Zeitpunkt der notwendigen Einlösung einen Rückzieher machen. An diesem Punkt darf sich keiner wundern, wenn es zu Protesten und Politikverdrossenheit kommt.

Wenn Volkes Wille nicht gefragt ist, dann soll man es sagen. Dann kürt man in ein paar Wochen einen König (ich stelle mich zur Verfügung) und man spart sich damit auch die Kosten zukünftiger Wahlen.



Wie gesagt, ich habe für den Staat oftmals vollstes Verständnis, ich verstehe und akzeptiere, dass Veränderungen am Sozialsystem notwendig sind und diese leider oftmals zu Lasten der Beitragszahler gehen. Ich verstehe, dass sich der Staat hier gegen seine Bürger durchsetzen muss, weil er ansonsten notwendige Reformen nicht durchsetzen kann. Ich verstehe, dass der Staat in einem Interessenskonflikt ist und sich an Aktionen (Griechenland-Hilfe, Auslandseinsätze der Bundeswehr) beteiligen muss, die dem Bürger nicht in den Kram passen, die er aber im Sinne der Staatengemeinschaften mittragen muss.

Ich verstehe sogar, zumindes in Ansätzen, dass ein Statt in eine bankrotte Bank weit über 100 Milliarden € investiert, um die systemrelevante Funktion der Bank aufrecht zu erhalten und nicht einen weiteren Crash in der Wirtschaft herbeizuführen.

Ich verstehe aber nicht, dass der Staat bei Themen, deren Durchführung absolut nicht systemrelevant sind und die den Steuerzahler, bzw. den Staatshaushalt massiv belasten so stur ist, dass er überhaupt nicht auf den Wunsch der Mehrheit der Wählerinnen und Wähler eingeht. Ob es jetzt der Bau von Stuttgart21 oder der Ausstieg aus dem Ausstieg der Kernenergie ist. Das sind zwei Themen die nicht "systemrelevant" für die Erhaltung unseres Staates sind, die nicht unbedingt sein müssen und die noch dazu von einem Großteil der Bevölkerung abgelehnt werden. Warum also sieht der Staat keine Möglichkeit, hier auf die Bürgerrinnen und Bürger zuzugehen und zu zeigen, dass man ehrlich am Wunsch und Willen der Bevölkerung interessiert ist? Es würde keinem sichtbare Schmerzen zufügen, man müsste vielleicht auf sein eigenes Prestige-Projekt verzichten aber könnte dafür wenigstens erhobenen Hauptes durch die Straße spazieren.



Und es ist doch absolut verständlich, dass ein Bürger es irgendwann nicht mehr versteht, wenn für den Unterhalt der Straßen, der Schulen und öffentlichen Einrichtungen kein Geld vorhanden ist, aber ein einziges Bauprojekt Investitionsmittel in Milliardenhöhe bündelt. Da auch mal auf die Straße zu gehen, das ist doch mehr als verständlich und des Bürgers gutes Recht. Ein Recht, das man mit einem Gewalteinsatz der Ordnungsmacht auch nicht wegdiskutieren kann und soll. Hier muss der Staat und das Land einfach Fingerspitzengefühl zeigen und der Bauherr muss sich zur Not etwas vertagen. Es braucht doch keiner glauben, dass die Deutsche Bahn mit dem gestrigen Tag einen Imagegewinn verbuchen konnte.
 
Ich würde ein Kind auch nicht in die erste Reihe eines Metallica-Konzerts stellen.
Dann wird dein Kind halt ein Popper!

Generell mal meine Meinung zu dem was z.B. der Andreas gesagt hat: Wir sind hier in Deutschland, nicht in Thailand oder irgendeiner Bananenrepublik. Wenn man sein Baby zu einer friedlichen Demonstration mitnehmen will und vor hat sich friedlich zu verhalten sollte das nach meinem Rechtsempfinden (nicht Vernunft, bin selbst eher vorsichtig) in DEUTSCHLAND ja wohl machbar sein. Der Grund warum es nicht geht ist klar: Hooligans in Uniform.
 
Vorallem bin ich mir ziemlich sicher, dass die Mütter mit Kindern nicht gerade im Mosh-Pit waren, sondern eher etwas außerhalb standen. Es gab ja auch in den 80gern ähnlich friedliche Demos vor AKWs bei denen Kindern mit dabei waren.
 
Wir sind hier in Deutschland, nicht in Thailand oder irgendeiner Bananenrepublik. Wenn man sein Baby zu einer friedlichen Demonstration mitnehmen will und vor hat sich friedlich zu verhalten sollte das nach meinem Rechtsempfinden (nicht Vernunft, bin selbst eher vorsichtig) in DEUTSCHLAND ja wohl machbar sein.


Und ich finde es geht hier eindeutig um die Vernunft, bzw. um die Verantwortung der Eltern ihren Kindern gegenüber. Um strowbowses Beispiel aufzugreifen - rechtlich ist es auch ok, ein Baby mit aufs Metallica-Konzert zu schleifen...




Vorallem bin ich mir ziemlich sicher, dass die Mütter mit Kindern nicht gerade im Mosh-Pit waren, sondern eher etwas außerhalb standen. Es gab ja auch in den 80gern ähnlich friedliche Demos vor AKWs bei denen Kindern mit dabei waren.


Nochmal, eine Veranstaltung mit hohem Polizeiaufgebot plus hoher Demonstrantenzahl ist ein Ereignis, bei dem Übergriffe jederzeit möglich sind, egal ob diese nun durch übermotivierte Polizisten oder durch vermummte Demonstranten ausgelöst werden. Wenn Kinder auf Demonstrationen verletzt werden sind, neben der Schuld der Auslöser der Krawalle, die Eltern der Kinder in meinen Augen ihrer Fürsorgepflicht nicht nachgekommen.
 
Und ich finde es geht hier eindeutig um die Vernunft, bzw. um die Verantwortung der Eltern ihren Kindern gegenüber. Um strowbowses Beispiel aufzugreifen - rechtlich ist es auch ok, ein Baby mit aufs Metallica-Konzert zu schleifen...


Würdest du dein Kind mit in ein Fußball-Stadion nehmen?

Es kommt doch immer darauf an, wie man sich verhält. Wenn man sich in die West stellt, würde ich auch von verantwortungslos sprechen, wenn man mit dem Kind im Familienblock steht, kann davon doch kaum die Rede sein. Ich habe auch kein Bild gesehen, bei denen die Mütter mit Kinderwagen vor dem Wasserwerfer herumspazieren...Man stellt sich abseits des Pulks und gut ist. Wenn jeder junge Vater, jede junge Mutter nicht mehr auf die Straße gehen dürfen, dann gute Nacht!
 
Man muss aber doch den Verantwortlichen auch zeigen um wen es geht: Die Kinder, die unter den Mehrkosten leiden müssen- und auch diese ganzen alten Bäume im Park nicht mehr sehen werden. Weiso sollte man da nicht abseits in einer Gruppe mit anderen Eltern friedlich demonstrieren können?
 
Es kommt doch immer darauf an, wie man sich verhält. Wenn man sich in die West stellt, würde ich auch von verantwortungslos sprechen, wenn man mit dem Kind im Familienblock steht, kann davon doch kaum die Rede sein. Ich habe auch kein Bild gesehen, bei denen die Mütter mit Kinderwagen vor dem Wasserwerfer herumspazieren...Man stellt sich abseits des Pulks und gut ist. Wenn jeder junge Vater, jede junge Mutter nicht mehr auf die Straße gehen dürfen, dann gute Nacht!


Ich glaube es geht hier darum, ob man im Rahmen der Umstände Gefahr für sein Kind erwarten muß oder nicht. Um Dein Beispiel aufzugreifen, im Familienblock ist das Gefahrenpotential wohl eher niedrig. Bei einer Demonstration mit den genannten Rahmenbedingungen (Polizeiaufgebot, Demonstrantenzahl) ist die Gefahr eher hoch, wie Beispiele anderer Demonstrationen in der Vergangenheit auch gezeigt haben.




Man muss aber doch den Verantwortlichen auch zeigen um wen es geht: Die Kinder, die unter den Mehrkosten leiden müssen- und auch diese ganzen alten Bäume im Park nicht mehr sehen werden. Weiso sollte man da nicht abseits in einer Gruppe mit anderen Eltern friedlich demonstrieren können?


Ich sehe hier eine reine Instrumentalisierung der Kinder für die Zwecke der Eltern. Gestern gab es wohl auch eine Demo pro Stuttgart 21 mit rund 1000 Teilnehmern - vielleicht würde der spätere Erwachsene eher dort mitgehen wollen, weil er später davon profitiert? Man weiß es nicht. Und solange man es nicht weiß ist eine Mitnahme von Kindern auf diese Demo eine Instrumentalisierung der Kinder.
 
Ich glaube es geht hier darum, ob man im Rahmen der Umstände Gefahr für sein Kind erwarten muß oder nicht. Um Dein Beispiel aufzugreifen, im Familienblock ist das Gefahrenpotential wohl eher niedrig. Bei einer Demonstration mit den genannten Rahmenbedingungen (Polizeiaufgebot, Demonstrantenzahl) ist die Gefahr eher hoch, wie Beispiele anderer Demonstrationen in der Vergangenheit auch gezeigt haben.
Weiß nicht auf welchen Demonstrationen du so warst aber bisher ist mir von Stuttgart21 noch keine Demo bekannt, die mit großen Exzessen geendet hätte und auf denen es zu großen Angriffen gekommen wäre. Auch war der Polizeieinsatz vorher nicht angekündigt gewesen und es ist für mich auch nicht davon auszugehen, dass ausgerechnet während einer Schülerdemo die Polizei große Geschütze auffahren muss...




Ich sehe hier eine reine Instrumentalisierung der Kinder für die Zwecke der Eltern. Gestern gab es wohl auch eine Demo pro Stuttgart 21 mit rund 1000 Teilnehmern - vielleicht würde der spätere Erwachsene eher dort mitgehen wollen, weil er später davon profitiert? Man weiß es nicht. Und solange man es nicht weiß ist eine Mitnahme von Kindern auf diese Demo eine Instrumentalisierung der Kinder.
Das kannst du mir nicht erzählen. Welcher Jugendliche im Alter von 14 Jahren aufwärts lässt sich denn heute noch für so eine Aktion durch seine Eltern instrumentalisieren. Entweder er hat mit der Sache etwas zu tun oder er geht nicht mit.

Sicherlich werden Kleinkinder und jüngere Kindere von ihren Eltern "mitgeschleift" ob das eine Instrumentalisierung ist, würde ich dennoch bestreiten. Wenn da ein Vater, eine Mutter abends bei einem Marsch durch die Stadt teilnehmen, und ihren Sprössling im Kinderwagen mitnehmen, dann sehe ich das in keinster Weise als Instrumentalisierung. Wenn der 8 Monate alte Sprössling ein "Gegen Stuttgart 21" Sabberlätzchen anhat, kann man sicherlich von Instrumentalisierung sprechen.
 
Meiner Meinung nach setzt man ein falsches Zeichen an die Kinder wenn man sich nicht mehr vor die Tür traut um seine Meinung geltend zu machen. Stell dir mal vor in der DDR wären alle mit Kindern zu Hause geblieben, die Mauer würde immer noch stehn!

Überspitzt: Ich lass meine Kinder immer allein zu haus wenn ich demonstrieren geh. Leider darf ich sie nicht verdreschen aber seit gestern scheint mir ich kann die Polizei rufen, die erledigen das dann.

Die Frage ist doch, ob wir heute schon Zustände wie in der DDR haben?
 
Ich glaube es geht hier darum, ob man im Rahmen der Umstände Gefahr für sein Kind erwarten muß oder nicht. Um Dein Beispiel aufzugreifen, im Familienblock ist das Gefahrenpotential wohl eher niedrig. Bei einer Demonstration mit den genannten Rahmenbedingungen (Polizeiaufgebot, Demonstrantenzahl) ist die Gefahr eher hoch, wie Beispiele anderer Demonstrationen in der Vergangenheit auch gezeigt haben.






Ich sehe hier eine reine Instrumentalisierung der Kinder für die Zwecke der Eltern. Gestern gab es wohl auch eine Demo pro Stuttgart 21 mit rund 1000 Teilnehmern - vielleicht würde der spätere Erwachsene eher dort mitgehen wollen, weil er später davon profitiert? Man weiß es nicht. Und solange man es nicht weiß ist eine Mitnahme von Kindern auf diese Demo eine Instrumentalisierung der Kinder.




Geht es hier nicht viel mehr auch darum, den Kindern und Jugendlichen ein Stück Demokratie näher zu bringen.



Grundrechte wie Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, etc. - sind die nicht höher zu bewerten als ein milliardenschweres Prestigeprojekt "Stuttgart 21"?



Bisher liefen die Demonstrationen aus meiner Sicht absolut friedlich. Die Reaktion von Seiten der Polizei des vergangenen Tages sind für absolut unverhältnismäßig. Die "Gewalt" einer Sitzblockade mit der Gewalt des Einsatzes von Pfefferspray, Schlagstöcken und Wasserwerfern gleich zu setzen zeugt für mich von einem großen Maß an fehlendem Gespür für die Situation und Sensibilität im Umgang mit ündigen Bürgern. Hier waren keine Gewalttäter zu verbringen!



Ich neige im Normalfall auch dazu einmal geschlossene Entscheidungen durch zu ziehen, und nur bei gravierenden Einflüssen Änderungen herbei zu führen, aber genau das ist mit den in der letzten Zeit an die Öffentlichkeit gebrachten Erkenntnise geschehen.



Ein Projekt durch zu ziehen ist das eine - es aber mit (Staats-)Gewalt gegen eine große Zahl von Projektgegner zu tun, ist für mich mehr als fraglich, und in der gewählten Form absolut nicht vertretbar.
 
Die "Gewalt" einer Sitzblockade mit der Gewalt des Einsatzes von Pfefferspray, Schlagstöcken und Wasserwerfern gleich zu setzen zeugt für mich von einem großen Maß an fehlendem Gespür für die Situation und Sensibilität im Umgang mit ündigen Bürgern.


Dazu zwei Anmerkungen (Zitat aus der Sueddeutschen):

1. "Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) geht mit einem Teil der Demonstranten hart ins Gericht. Dem Nachrichtenmagazin Focus sagte Mappus, dass es "einen nicht unerheblichen Teil von Berufsdemonstranten" gebe, die der Polizei das Leben schwer machten."

-Wer kann mir sagen was so ein Berufsdemonstrant monatlich verdient und wo bewirbt man sich für den Job? Waren die Demonstranten etwa Ein-Euro-Jobber?

2."Ein 19-Jähriger soll versucht haben, zwei Polizisten gegen einen anfahrenden Bus zu drücken."

-Ja klar...
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Weiß nicht auf welchen Demonstrationen du so warst aber bisher ist mir von Stuttgart21 noch keine Demo bekannt, die mit großen Exzessen geendet hätte und auf denen es zu großen Angriffen gekommen wäre. Auch war der Polizeieinsatz vorher nicht angekündigt gewesen und es ist für mich auch nicht davon auszugehen, dass ausgerechnet während einer Schülerdemo die Polizei große Geschütze auffahren muss...
Es geht hier nach wie vor um das aus Polizeiaufgebot und Demonstrantenzahl abzuleitende Gefahrenpotential. Auch wenn der Polizeieinsatz nicht angekündigt war - wenn ich als Elternteil hundertschaften der Polizei, Wasserwerfer und vermummte Demonstranten sehe bringe ich meine Kinder nach Hause. Nicht weil ich vor der Obrigkeit kapituliere, sondern um die Sicherheit meiner Kinder zu gewährleisten. Vielleicht ist eine Oma da die auf sie aufpassen kann während ich wieder auf die Demo gehe?




Sicherlich werden Kleinkinder und jüngere Kindere von ihren Eltern "mitgeschleift" ob das eine Instrumentalisierung ist, würde ich dennoch bestreiten.


Sehe ich schon so, da Kleinkinder und jüngere Kinder noch keine eigene Meinung zum Sachverhalt haben können.




Meiner Meinung nach setzt man ein falsches Zeichen an die Kinder wenn man sich nicht mehr vor die Tür traut um seine Meinung geltend zu machen. Stell dir mal vor in der DDR wären alle mit Kindern zu Hause geblieben, die Mauer würde immer noch stehn!


Den Ansatz finde ich zu theoretisch. Praktisch stehen da Hunterschaften, Wasserwerfer und vermummte Personen. Gefahrenpotential pur!




Geht es hier nicht viel mehr auch darum, den Kindern und Jugendlichen ein Stück Demokratie näher zu bringen.


Wie man Kleinkinder der Demokratie näher bringen kann wenn man sie körperlichen Gefahren aussetzt erschließt sich mir nicht.




Ein Projekt durch zu ziehen ist das eine - es aber mit (Staats-)Gewalt gegen eine große Zahl von Projektgegner zu tun, ist für mich mehr als fraglich, und in der gewählten Form absolut nicht vertretbar.


Das sehe ich auch so.
 
Nunja Fakt ist ja scheinbar, dass es gestern nicht einen einzigen verletzten Ordnungshüter gegeben hat, was an sich verwunderlich ist, für eine derart "gewalttätige Demonstration" und dass die Beamten mit Gegenständen angegriffen wurden, wobei aus mehreren Pflastersteinen letztlich einige Kastanien wurden.
 
Nunja Fakt ist ja scheinbar, dass es gestern nicht einen einzigen verletzten Ordnungshüter gegeben hat, was an sich verwunderlich ist, für eine derart "gewalttätige Demonstration" und dass die Beamten mit Gegenständen angegriffen wurden, wobei aus mehreren Pflastersteinen letztlich einige Kastanien wurden.


Das die Polizei gestern höchstwahrscheinlich unverantwortlich gehandelt hat nehme ich auch an, darum geht es mir aber nicht. Mein Anliegen allein ist die Fürsorgepflicht und Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern.
 
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