palatino1
Well-Known Member
Unsolidarisch...hmm...
Ich stimme dir absolut zu, dass es mit mehreren Gewerkschaften in einem Unternehmen nicht laufen kann, denn für irgendwen ist es dann immer ungerecht. Das Unternehmen kann dann sagen: Wir handeln mit der Mehrheit einen Vertrag aus und den müssen dann alle nehmen. Natürlich handelt die Bahn dann den für sie günstigsten Vertrag aus. Wie ja jetzt geschehen. Und versucht diesen Vertrag den anderen Gewerkschaften (hier nur der GDL) "aufzuzwingen". Die GDL könnte also auch sagen, dass es unsolidarisch ist, dass die anderen schon einen Abschluss haben und die GDL nun so unter Druck steht. Vor allem der Druck der Öffentlichkeit.
Und hat die GDL sich wirklich erst die Verträge der anderen beiden angeguckt und dann gesagt: "Wir wollen mehr"... oder hat sie nicht von Anfang an gesagt: "Wir wollen xy %" (hab die Zahl nicht mehr im Kopf)?
Klar kann man ihr jetzt vorwerfen: Ja warum haben sie denn so viel gefordert? Damit ein früher Kompromiss unmöglich ist und damit sie bis zuletzt verhandeln können und einen besseren Vertrag bekommen.
Aber wäre das nicht zu viel der Mutmaßung?
31 Prozent mehr wollte die GDL. Noch ein letzter Punkt, der vielleicht klarer macht, was ich meine. Es gibt Arbeiten bei einer Firma, die richtig weh tun, wenn dort gestreikt wird. Und es gibt solche, bei denen es nicht gleich so stark ins Gewicht fällt.
Die GDL setzt ihre Stärke nun nur für die Lokführer ein. Wäre es nicht besser gewesen, wenn sie ihre Kraft für alle verwendet hätte?
Ein schönes Beispiel ist der Öffentliche Dienst. Dort könnten die Müllarbeiter doch einen eigenen Tarifvertrag verlangen. Wenn sie streiken, wird es für alle schnell eng. Anders würde es sich bei den Politessen verhalten. Die sind sicher froh, dass die Müllmänner auch für sie streiken.