München / Stuttgart - Paukenschlag beim VfB Stuttgart. Trainer Matthias Sammer muss gehen.
"Wir hatten nach der unbefriedigend verlaufenen Saison das Gefühl, klar Schiff machen zu müssen. Wir wollen einen Neustart", sagte VfB-Boss Erwin Staudt.
Vorbeugende Maßnahme
Staudt weiter: "Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Gemeinsam mit Matthias Sammer sind wir aber zu der Erkenntnis gekommen, dass dieser Schritt richtig war."
Es war in gewisser Hinsicht eine vorbeugende Maßnahme. "Wir wollten nicht das Risiko eingehen, dass im Falle eines schlechten Starts in die neue Spielzeit gleich der Druck auf alle Beteiligten wieder wächst", sagte Staudt.
Die Trennung sei nach einem Gespräch zwischen Staudt und Sammer am Freitagmorgen im "gegenseitigen Einvernehmen" erfolgt.
Noch kein Nachfolger
Zuvor hatte Staudt Gespräche mit den Spielern geführt. Bei einigen besaß Sammer offenbar keine Rückendeckung mehr. Der Vertrag des Trainers in Stuttgart läuft eigentlich noch bis 2007. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
"Wir haben natürlich unsere Vorstellungen von Kandidaten und denken, dass wir spätestens bis zum Trainingsauftakt am 27. Juni einen neuen Trainer präsentieren werden", sagte Staudt.
Keine Überraschung
Eine echte Überraschung ist der Schritt nicht. Sammers Demission hatte sich in den vergangenen Tagen angedeutet.
Nach mehreren Sitzungen des Aufsichtsrats mit der Vereinsführung und der sportlichen Leitung hatte es kein Treuebekenntnis für den Trainer gegeben. Das werteten die lokalen Medien bereits als gefährliches Zeichen.
Sammer konnte Aufsichtsrat und Klubführung offensichtlich nicht von einer Besserung in der nächsten Saison überzeugen. "Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren. Ich wehre mich dagegen, die ganze Saison an vier, fünf schlechten Spielen zum Saisonabschluss festzumachen und damit alles in Frage zustellen", sagte Sammer vor wenigen Tagen.
Was wird aus Kuranyi und Co.?
Tatsache ist aber, dass der VfB in eben jenen vier, fünf schlechten Spielen einen finanziell lukrativen Abschluss verpasst hat. Und der Frust über den verschenkten Champions-League-Platz sitzt beim VfB nach wie vor tief.
Nun schließt sich die Frage an, was aus Kevin Kuranyi, Alexander Hleb und Fernando Meira wird. Alle drei hatten mehr oder weniger große Schwierigkeiten mit dem Coach. Wechselgerüchte kursieren seit längerem.
Womöglich denkt nun aber der eine oder andere um. Nach dem Motto: Neuer Trainer, neue Perspektive.
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