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Revolution in den MENA-Staaten

interessant dabei auch dass jetzt darüber berichtet wird, wie die europäischen staaten mit diversen despoten kooperieren, um ihre interessen durchzusetzen.
 
Im ZDF-Auslandsjournal gab es eine interessante Dokumentation "Armes, reiches Algerien".



Die Lage in diesen Ländern ist recht bescheiden. Korrupte Eliten, die den jeweiligen Reichtum unter sich verteilen und die von den Großkonzernen (also auch den jeweiligen Staaten) hofiert werden, soziale Spaltung, Arbeitsplatzmangel und fehlende Zukunftsperspektiven für den Großteil der Bevölkerung, der vor allem aus jungen Menschen besteht. Einzige Zukunftsperspektive ist Europa - wo ihnen der Tod auf dem Meer, die Ausbeutung als geduldete illegale Arbeitsmigranten und Abschiebeknast droht.



Das die religiösen Fanatiker oftmals die scheinbar beste Alternative zu dem miserablen status quo sind macht die Lage nicht angenehmer...



(Diesen Absatz kann man auf relativ viele Staaten vor allem in Afrika beziehen.)
 
Wobei wohl aber kurzfristig kaum Besserung eintreten wird. Nimmt man Tunesien, wo rund 15% des BIP alleine im Tourismus erwirtschaftet werden, dann ist das in jedem Fall ein harter Schlag, wenn aufgrund von Unruhen auf einmal ein paar Milliarden Dinar weniger im Land ausgegeben werden. Was auch zwangsweise Auswirkungen auf die übrigen Wirtschaftssektoren haben wird.

Wäre den Staaten zu wünschen, dass sie möglichst schnell zur Ruhe kommen, was ich aber bezweifeln möchte.
 
Man kann den Völkern jetzt wirklich nur wünschen, dass sie zur Ruhe kommen und neue vernüftige Regierung erhalten, wobei wie immer in solchen Situationen zu Befürchten ist, dass sie vom Regen in die Traufe kommen, sprich von einem Diktator zum nächsten oder zu einer sehr stark religiösen Regierung, die das Leben glaub ich nicht besser macht.
 
El Baradei in Kairo verhaftet.


Ging ja fix, ist er nicht gestern Abend erst hingeflogen? Die Verhaftung dürfte nicht gerade deeskalierend wirken.

Ideal wäre es wohl, wenn sich die Soldaten mit den Demonstranten solidarisieren würden, was aber wohl nicht geschehen wird.



Irgendwo in einem Bunker in den USA wird momentan bestimmt auch gebrainstormt ohne Ende, das gute Öl (vor allem in Algerien) darf natürlich nicht in die falschen Hände geraten...
 
Aus dem Spiegel Liveticker dazu:




[12.52] Verwirrung um den Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei: Der Fernsehsender Al-Dschasira meldet, dass er festgenommen worden ist. Wenig später präzisiert der Sender den Bericht. Dem Politiker werde von der Polizei nicht erlaubt, ein bestimmtes Gebiet in Kairo zu verlassen. Augenzeugen bestätigen das gegenüber der britischen Zeitung "Guardian".


http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,742179,00.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,742179,00.html
 
Hm... das kann die Proteste nur noch verstärken... Ausserdem legt man sich mit der Verhaftung ziemlich direkt auch mit der interantionalen Staatengemeinschaft an... El Baradei ist sehr gut vernetzt in der UNO und genießt hohes Ansehen in der westlichen Welt... wenn sich Mubarak da nicht verzockt hat...

So sehr ich mich über den Freiheitswillen und die Proteste auf der einen Seite freue bleibt eben die Frage, wohin sich diese Länder nach der "Befreiung" hin entwickeln? Demokratie im westlichen Sinne des Wortes? Kann ich bei aller Hoffnung leider nicht dran glauben...
 
Sieht nach einem Flächenbrand aus. Wenn die Menschen erstmal die Angst verloren haben, siegt die (berechtigte) Wut auf die Machthaber. Am Schluss heißt es dann leider meistens: Weg mit den alten Tyrannen, Platz für neue....
 
Demokratie im westlichen Sinne des Wortes? Kann ich bei aller Hoffnung leider nicht dran glauben...


Muss ja auch nicht sein. Aristoteles und Platon würden unser System wohl nicht einmal als Demokratie identifizieren können.

Allerdings legen sich die Menschen nicht nur mit ihren autoritären Unterdrückern an, sondern auch mit all denen, die diese Führer stützen (weil sie beispielsweise verlässliche und gut kontrollierbare (=korrupte) Geschäftspartner sind). Dazu kommt dann, dass die Oppositionsbewegung mit dem derzeit größten Einfluss wie in allen anderen arabischen Staaten (Saudi-Arabien, Jemen, etc.) aus der streng religiösen Ecke kommt. Die Gefahr, dass Feuer mit Feuer bekämpft wird und die Menschen mittelfristig vom Regen in die Traufe geraten, ist sehr groß.



Der Bürgerkrieg in Algerien in den 90ern wurde ja auch dadurch ausgelöst, dass Islamisten die Parlamentswahlen mit großem Vorsprung gewannen und die Machthaber diese Wahl kurzerhand nicht anerkannten. Interessanterweise ist einer der damaligen Top-Kandidaten dieser Partei erst vor kurzem aus der Haft entlassen worden, darf sich allerdings nicht mehr politisch engagieren. (Namen hab ich leider vergessen, vielleicht kann den jemand nachreichen?!)
 
Muss ja auch nicht sein. Aristoteles und Platon würden unser System wohl nicht einmal als Demokratie identifizieren können.


Für Aristoteles war der Begriff Demokratie doch negativ besetzt, oder nicht?
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@ TAin: Ich glaub nicht, dass in Tunesien der nächste Diktator folgen wird. Die Jugend dort wird wieder auf die Straße gehen, außer es gibt einen "Diktator der Jugend". Was ich nicht glaube, da er so vielen Jugendlichen (also 40% der Jugendlichen die dann seine Diktatur stützen) keinen Teil des Kuchens geben kann.



Nur mal ein Gedanke, der mir so durch den Kopf gespukt ist.
 
Muss ja auch nicht sein. Aristoteles und Platon würden unser System wohl nicht einmal als Demokratie identifizieren können.
Allerdings legen sich die Menschen nicht nur mit ihren autoritären Unterdrückern an, sondern auch mit all denen, die diese Führer stützen (weil sie beispielsweise verlässliche und gut kontrollierbare (=korrupte) Geschäftspartner sind). Dazu kommt dann, dass die Oppositionsbewegung mit dem derzeit größten Einfluss wie in allen anderen arabischen Staaten (Saudi-Arabien, Jemen, etc.) aus der streng religiösen Ecke kommt. Die Gefahr, dass Feuer mit Feuer bekämpft wird und die Menschen mittelfristig vom Regen in die Traufe geraten, ist sehr groß.



Der Bürgerkrieg in Algerien in den 90ern wurde ja auch dadurch ausgelöst, dass Islamisten die Parlamentswahlen mit großem Vorsprung gewannen und die Machthaber diese Wahl kurzerhand nicht anerkannten. Interessanterweise ist einer der damaligen Top-Kandidaten dieser Partei erst vor kurzem aus der Haft entlassen worden, darf sich allerdings nicht mehr politisch engagieren. (Namen hab ich leider vergessen, vielleicht kann den jemand nachreichen?!)


Das was damals im alten Griechenland als Demokratie bezeichnet wurde, dürfte heute eigentlich stranggenommen auch niemand als Demokratie bezeichnen. Es waren allenfalls erste Anfänge, denn wahlberechtigt war kaum jemand (ging nach Besitz), Frauen selbstverständlich schon mal gar nicht und dann gab es noch eine Unterschicht, die den Großteil der Bevölkerung ausmachte - die (ihr ahnt es) auch nicht...

Das traurige an unserer heutigen Form der Demokratie ist, dass sie eigentlich einmal (bei uns) alle 4 Jahre auf Bundesebene stattfindet. DAvor werden Versprechen gemacht, die dann nach der Wahl oftmlas nicht gehalten werden... Aber darauf will ich nicht hinaus.



Ich bin ja noch nicht mal der Meinung, dass Demokratie für alle Völker und Kulturen das beste ist. Wenn die Mentalität bestimmter Völker über Jahrhunderte anders geprägt war, kann das allerhöchstens dazu führen, dass die Gutgläubigkeit des Volkes missbraucht wird. Andererseits: Was ist die Alternative? Diktatur? Oligarchie? Zu große Gefahr des Machtmissbrauchs. Ansonsten fallen mir keine ernstgemeinten "funktionierenden" Staatsformen mehr ein... (Kommunismus zähle ich eher Richtung Diktatur, weil hierbei - in der Realität - der Alleinherrscher durch "Die" Partei ersetzt wird...)



Den Top-Kanditaten aus Algerien weiß ich auch nicht auswendig - bin grad zu faul in Wikipedia nachzulesen
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Hm, bei Wikipedia find ich den Namen nicht. Aber die Partei, die 1991 die Wahlen gewann und daraufhin vom Militär bekämpft wurde heißt FIS. Die Opposition in Algerien ist generell sehr breit gestreut, aber auch die Islamisten lassen sich nicht als homogene Einheit betrachten. Die radikalste Gruppierung ist die GIS die inzwischen selbst innerhalb der FIS auf Ablehnung stößt. Alles in allem also eine sehr unübersichtliche Situation im Maghreb, aber derzeit scheinen die arrivierten Machthaber noch alle Fäden in den Händen zu halten.





Zu Demokratie: Aristoteles und Platon, die beide keine Freunde der Demokratie waren, sind natürlich mies gewählte Beispiele von mir gewesen. Ich wollte nur ausdrücken, dass ich den Begriff Demokratie in Bezug auf unsere westlichen Staatssysteme für fragwürdig halte und nicht denke, dass dies (unser politisches Ordnungssystem) der Weisheit letzter Schluss ist. Aber über Demokratietheorien können wir gerne auch separat diskutieren.
 
Auf Twitter geht das Gerücht um Mubarak sei geflohen!



Spon schreibt:

[18.58] Vor zwei Stunden wurde bekannt gegeben, dass der ägyptische Präsident sich zu den Unruhen in seinem Land äußern will. Doch Husni Mubarak hat sich bislang noch nicht an das Volk gewandt, das sich gegen ihn erhebt. Wann er ein Statement abgeben will, ist unklar.





Die Demonstranten weichen trotz einer Ausgangssperre nicht von den Straßen. Ärzte sprechen von 870 Verletzten. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.







Hier passiert Geschichte! Live!



Man hab ich Gänsehaut! Wird Mubarak gestürzt, dass ist der Mauerfall für Ägypten!!!







EDIT via Twitter:

Just received 1st message with call for demonstration in Khartoum, inspired by those in Egypt and Tunesia..
 
hoffentlich lassen die Spinner das ägyptische Museum und die Pyramiden in Ruhe...


Die Armee hat Feuer gelöscht, bevor diese aufs Museum übergreifen konnten.

Warum sollte jemand die Pyramiden kaputt machen?? Die stehen im Nirgendwo.
 
Vor allem könnte Ägypten einen Dominoeffekt auslösen ... Ägypten war eigentlich immer relativ stabil und hat politische Ruhe ausgestrahlt ... Wahnsinn.
 
Hoffe nicht, dass Ägypten zum geduldeten Hamas-Rückzugsgebiet wird, wenn Mubarak weg ist. Sonst könnte es zum finalen Showdown um Israel kommen.
 
Vor allem könnte Ägypten einen Dominoeffekt auslösen ... Ägypten war eigentlich immer relativ stabil und hat politische Ruhe ausgestrahlt ... Wahnsinn.


hab mich vorhin bei den bildern aus ägypten und den berichten

von den anderen betroffenen ländern gefragt, ob es diesen dominoeffekt

ende der 80er jahre schon gegeben hätte, als die menschen der

ehemaligen DDR auf die strasse gingen und sich wehrten, wenn es damals schon das

internet gegeben hätte, wie wir es heute haben.



bin jedenfalls gespannt wie es weitergeht und hoffe, dass es nicht noch mehr todesopfer

gibt, wie vorhin vermeldet.
 
hab mich vorhin bei den bildern aus ägypten und den berichten
von den anderen betroffenen ländern gefragt, ob es diesen dominoeffekt

ende der 80er jahre schon gegeben hätte, als die menschen der

ehemaligen DDR auf die strasse gingen und sich wehrten, wenn es damals schon das

internet gegeben hätte, wie wir es heute haben.



bin jedenfalls gespannt wie es weitergeht und hoffe, dass es nicht noch mehr todesopfer

gibt, wie vorhin vermeldet.


Den Dominoeffekt hat es gegeben. Der erste Stein der fiel war Polen, dann ging es ersteinmal nicht weiter. Dann kam Gorbatschow und danach die DDR. Das war der zweite Dominostein. Und alles was im ehemaligen Ostblock folgte.
 
Hm, nach längerem Einlesen in die Thematik relativiere ich meine Sorgen vor einem zu hohen Einfluss von Islamisten. Es bleibt halt abzuwarten, wie die Institutionalisierung der neuen Lage aussehen wird, aber in Tunesien gibt es ein (relativ) starkes säkulares Bürgertum, in Ägypten kämpfen muslimische und christliche (koptische) Jugendliche Seite an Seite sowohl gegen Mubarak, als auch gegen die Diskriminierung der Kopten und in Algerien steht die stärkste islamistische Partei (FIS) für einen friedlichen Weg und einen modernen, gemäßigten Islam.





Zu Ägypten ein sehr lesenswerter Artikel:



Arabischer Frühling

<span>Willkommen in der neuen Welt</span>



Seit 20 Jahren berichtet unser Korrespondent aus Ägypten. Aber was jetzt passiert, davon hätte er noch nicht einmal zu träumen gewagt.




VON KARIM EL-GAWHARY




(...)Sie hatten ihm sogar vorgeworfen einen muslimisch-christlichen Zwist zu schüren, um mit dieser Ablenkungsstrategie sich selbst an der Macht zu halten. Damals, als die Jugendlichen mit selbst gemachten Plakaten mit Halbmond, Sichel und Kreuz, "Nieder mit Mubarak" riefen, hätte man vielleicht schon ahnen können, was nur drei Wochen später geschehen wird.(...)


Mehr...(taz)
 
Hoffe nicht, dass Ägypten zum geduldeten Hamas-Rückzugsgebiet wird, wenn Mubarak weg ist. Sonst könnte es zum finalen Showdown um Israel kommen.


Aber eines ist sicher, die politische Landschaft der arabischen Welt wird bunter. Und auch die Islamisten werden dort ihren Platz finden, wenngleich sie sicher nicht im säkularen Tunesien und wahrscheinlich auch in Ägypten nicht den größten Platz einnehmen werden. Es entsteht eine völlig neue politische Pluralität. Jenseits des Diktators und der Moschee.



http://taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/willkommen-in-der-neuen-welt/http://taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/willkommen-in-der-neuen-welt/



Nach über 30 Jahren erheben sich die Menschen gegen Gewalt- und Unterdrückungsherrscher. Ich denke, dass sollte ein Argument gegen diese Ängste vor Islamisten sein. Ich glaub die wollen Frieden und Chancen, statt Islamismus und neue Unfreiheit.
 
SWR-Eilmeldung

Nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens ist die ägyptische Regierung in Kairo zurückgetreten. Sie folgte damit einer Aufforderung von Präsident Mubarak.
 
Die Muslimbrüder haben den Vorschla gemacht, dass El Baradei mit Mubarak verhandelt!!!



tagesschau von heute





Das ist der Hammer!
 
Ist ja nicht wirklich viel passiert und das bei soner Demonstration/Rebellion einige sich selbst bereichern wolln ist ja ganz normal.



Komisch is vorallem der Part von wegen die Sicherheitskräfte wären dafür verantwortlich und sie hätten sich die Polizeijacken ausgezogen. Soll das darauf hindeuten das sie auf Befehl von oben gehandelt haben oder soll es darauf hindeuten das sie sich den Demonstranten angeschlossen haben?
 
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