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Rassismus im spanischen Fussball

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„Ich spiele nicht weiter“



Barcelonas Star Samuel Eto’o hat in Spanien endlich eine Debatte über Rassismus ausgelöst, als er drohte, wegen übler Schmähungen den Platz zu verlassen



Von Phil Ball, San Sebastian



Es ist gerade einmal anderthalb Jahre her, dass Luis Aragones ausfallend wurde. Spaniens Nationaltrainer hatte Nationalspieler José Antonio Reyes einen ganz besonderen Gruß mit auf den Weg gegeben: Er solle seinem Mannschaftskameraden beim FC Arsenal, Starstürmer Thierry Henry, ausrichten, dass dieser „schwarze Scheiße“ sei. Einige spanische Fußball-Fans nahmen das als Aufforderung, Englands schwarze Nationalspieler bei einem Länderspiel in Madrid im November 2004 anzupöbeln.



Die Aufregung war danach groß, doch schon bald wurde es wieder stiller um das Thema Rassismus im spanischen Fußball, zumindest an der Oberfläche. Bis letzte Woche. Da beleidigten Zuschauer in Saragossa einen anderen schwarzen Starstürmer, Samuel Eto’o vom FC Barcelona. Doch der Kameruner wollte sich das nicht mehr gefallen lassen: „No juego más“ (Ich spiele nicht weiter), sagte Eto’o und marschierte in Richtung Kabine. Trainer Frank Rijkaard, als Spieler des AC Mailand einst selbst Opfer rassistischer Pöbeleien, tröstete Eto’o und überredete ihn weiterzumachen.



Eto'os Protest könnte Spaniens Fußballverband nun endlich zum Handeln zwingen. Zu lange wurde nur zugesehen. Eto’o selbst war schließlich schon in der vergangenen Saison, auch im Spiel in Saragossa, mit Affenlauten geschmäht worden. Damals konterte er mit Humor und legte für die Zuschauer eine kurze Affen-Pantomime auf. Saragossa musste 600 Euro Strafe zahlen. Getafe, Malaga und Atletico Madrid erhielten dieselbe Buße für ähnliche Vorfälle. Die Summe entspricht in etwa den Aufwendungen eines gastgebenden Vereinspräsidenten, der die Repräsentanten des Gästeklubs zum Lunch einlädt. So was schreckt niemanden ab.



Spanien ist ein wunderbares Land, in dem die Kunst der Konversation gepflegt wird. Die Spanier lieben endlose Debatten. Aber sie selbst geben als Erste zu, dass das schnelle exekutive Eingreifen nicht ihre Stärke ist. Das Versäumnis, die vier Klubs in der letzten Saison härter zu bestrafen, trug sicher maßgeblich zur neuen Affäre Saragossa bei. Denn die Klubs sahen keinen Anlass, gegen die Rassisten in ihren Reihen vorzugehen, obwohl die Übeltäter doch alle 14 Tage auf den Überwachungskameras in ihren Stadien sichtbar sind. Bei Atletico Madrid etwa wurden Balljungen sogar von den Kameras und Mikrofonen des Senders „Canal Plus“ aufgenommen, als sie die schwarzen Spieler von Espanyol Barcelona rituell beleidigten.



Auf die Nachfrage, ob diese Balljungen inzwischen Stadionverbote hätten, war die Antwort des Klubsprechers: „Welche Balljungen?“ Was will man erwarten von einem Klub, der einem harten Kern von Fans über Jahre erlaubt hat, Hakenkreuzfahnen hinter dem Tor zu entrollen?



Nach dem neuerlichen Fall Saragossa aber wird es nicht mehr so einfach, über solche Vorfälle hinwegzusehen. Schiedsrichter Esquinas Torres hatte den Mut, das Spiel schon vor Eto’os Protest zu unterbrechen und von den Gastgebern eine Stadiondurchsage zu verlangen, um die Affenlaute zu unterbinden. Die Durchsage erreichte exakt das Gegenteil. Doch durch die Eskalation und schließlich Eto’os drastischen Protest sah sich der Schiedsrichter veranlasst, alles haarklein im Spielbericht festzuhalten – ein Dokument, das den spanischen Verband in die Verantwortung nimmt.



Doch schon vor den Sportfunktionären äußerte sich der Sportminister. Jaime Lissavetzky, selbst Sohn von Immigranten, erinnerte die Liga-Verantwortlichen in einer Pressekonferenz daran, dass Spanien seinem schlechten Ruf als Land, das Rassismus toleriere, dringend ändern müsse. Allerdings hatte sich Lissavetzky selbst bis dahin auch nicht als Kämpfer gegen Rassismus im Sport hervorgetan.



Im Dezember 2005 gehörte Spanien zu den Unterzeichnern der vom Weltverband Fifa aufgelegten Initiative „Kick Racism out of Football“. Sie basiert auf drei Grundsätzen, die eigentlich Forderungen sind: 1. Die Öffentlichkeit für das Thema Rassismus und Sport zu sensibilisieren, 2. rassistische Fans anzuprangern, 3. den Druck auf Vereine zu erhöhen, damit solche Fans bestraft werden. Spanien hat keine dieser Forderungen erfüllt.



Vier Stunden nach dem Saragossa-Spiel wurde der Klub vom Verband mit einer Strafe von 9000 Euro belegt. Die Presse spendete Beifall, die Sache schien erst mal erledigt. Doch am nächsten Tag nannte Samuel Eto’o die Strafe „zu niedrig“ und forderte eine Platzsperre von einem Jahr für das Stadion von Real Saragossa. Das mag etwas übertrieben klingen, doch es scheint in diesem Fall die Gefühle wiederzugeben, die viele Spanier nach diesem Zwischenfall hatten: Genug ist genug.



Doch statt die immer noch überaus glimpfliche Strafe zu akzeptieren und sich endlich daranzumachen, auf rassistische Fans einzuwirken, kündigte Saragossa an, beim Verband Widerspruch einzulegen und notfalls vor ein Zivilgericht zu ziehen. Der Klub fühlt sich ungerecht behandelt, weil an ihm nun ein Exempel statuiert werden solle. Tage nach dem Vorfall veröffentlichte Real Saragossa schließlich ein Statement, in dem sich der Klub von den rassistischen Gesängen gegen Eto’o distanzierte – das war wieder einmal zu wenig und zu spät.



Der Autor ist Brite, lebt in Spanien und hat das Buch „Morbo. The Story of Spanish Football“ (When Saturday Comes Books) verfasst. Den Text hat Markus Hesselmann aus dem Englischen übersetzt.
 
„Ich spiele nicht weiter“


Da beleidigten Zuschauer in Saragossa einen anderen schwarzen Starstürmer, Samuel Eto’o vom FC Barcelona. Doch der Kameruner wollte sich das nicht mehr gefallen lassen: „No juego más“ (Ich spiele nicht weiter), sagte Eto’o und marschierte in Richtung Kabine. Trainer Frank Rijkaard, als Spieler des AC Mailand einst selbst Opfer rassistischer Pöbeleien, tröstete Eto’o und überredete ihn weiterzumachen.



Schiedsrichter Esquinas Torres hatte den Mut, das Spiel schon vor Eto’os Protest zu unterbrechen und von den Gastgebern eine Stadiondurchsage zu verlangen, um die Affenlaute zu unterbinden. Die Durchsage erreichte exakt das Gegenteil. Doch durch die Eskalation und schließlich Eto’os drastischen Protest sah sich der Schiedsrichter veranlasst, alles haarklein im Spielbericht festzuhalten – ein Dokument, das den spanischen Verband in die Verantwortung nimmt.




Ich finde es schade das Frank Rijkaard den Eto`o scheinbar überredet hat. Lieber hätte ich gesehen, dass die anderen 10 Spieler auch das Spielfeld verlassen.



Der Schiedsrichter hat es genau richtig gemacht, sowas finde ich klasse.



@ himmel:

Häää? Wie passt das denn zu diesem Thema?
 
Echt scheiße sowas...das müsste normal auch ne Platzsperre geben!

@jonny er meint wohl das uns deutschen immer nachgesagt wird,dass wir rassistisch sind.ist zwar schon was her aber trotzdem...Zum Glück gibts in der BULI sowas nicht!!!
 
@jonny er meint wohl das uns deutschen immer nachgesagt wird,dass wir rassistisch sind.ist zwar schon was her aber trotzdem...Zum Glück gibts in der BULI sowas nicht!!!


Naja in der zweiten Liga gibt es sowas ja auch hin und wieder...einige Dresdener Fans sind dafür ja berüchtigt.



Manchmal glaube ich, dass solche Leute nicht wegen dem Fussball kommen, sondern weil sie in der Fanmasse keine kleinen, schüchternen Wi***** (sorry, aber ich konnte das nicht anders schreiben, ich finde alleine sind solche Menschen ganz klein und bekommen die Klappe nicht auf, aber wenn sie in einer Gruppe sind, fühlen sie sich stark und reißen das Maul auf und werden aggressiv) mehr sind, die nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Traurig sowas.
 
Naja in der zweiten Liga gibt es sowas ja auch hin und wieder...einige Dresdener Fans sind dafür ja berüchtigt.


Manchmal glaube ich, dass solche Leute nicht wegen dem Fussball kommen, sondern weil sie in der Fanmasse keine kleinen, schüchternen Wi***** (sorry, aber ich konnte das nicht anders schreiben, ich finde alleine sind solche Menschen ganz klein und bekommen die Klappe nicht auf, aber wenn sie in einer Gruppe sind, fühlen sie sich stark und reißen das Maul auf und werden aggressiv) mehr sind, die nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Traurig sowas.
Stimmt..Nur wars von den Dresdenern doch gegen Cottbus gerichtet oder wie war das? Das sind so leute die sich nur in gruppen stark fühlen und meinen andere dann fertig machen zu können..Eben wie die nazis:?
 
stellt euch einmal die Situation vor, wenn solche rassistischen Äußerungen aus einer Fankurve im deutschen Profi- oder Amateurfußball verständlich erschallen...

... da würde sich die ausländische Presse mit Sicherheit noch mehr drauf stürzen, also jetzt andere über die spanischen Ausschreitungen. Und ich will das jetzt hier nicht ins lächerliche ziehen, aber ich könnte mir dann den Spruch "wir sind papst" von diesem Schmierblatt auch umgedreht denken!!



naja... so viel zu dem Thema: jetzt mal zu Eto'o:



es ist insgesamt ein Armutszeugnis für die spanischen Fans, wenn die mit solchen Äußerungen ein schönes Fußballspiel kaputt machen. Und Jonny sagt eigentlich schon alles ziemlich deutlich - die ganze Mannschaft hätte ein Zeichen gegen den Rassismus setzen sollen und geschlossen vom Platz gehen sollen. Der Schiedsrichter hat wirklich schon sehr gut reagiert, finde ich. Nun weiß ich leider nicht, wie weit man als Schiedsrichter in einer solchen Situation gehen darf - vielleicht kann man ja so ein Spiel dann abbrechen!

eine weitere gute Aktion wäre gewesen, wenn die polizei da mal richtig eingeschritten wäre... egal wie - exempel statuieren und einen nach dem anderen dieser verrückten aus der kurve raus und eingesperrt! und zur not das ganze Stadion räumen - würde ja dann einen Spielabbruch vorraussetzen.



Bin mal gespannt wie der spanische Fußballverband da jetzt einschreiten wird - was kann er denn machen??? Es schreibt sich ja kein rassistischer "Fan" auf die Stirn: "ich bin rassistisch", dementsprechend kann man doch vor dem Spiel auch nur sehr schwer "Fans" aussortieren.

Eine ziemlich harte Möglichkeit wäre alle Spiele des Vereins unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen bzw. die Fans einfach auszuschließen. Nur irgendwie muss gehandelt werden.



Das bringt mich zu einer Frage - was würdet ihr machen, wenn in der Westkurve einer anfängt schwarze Spieler - egal ob von uns oder von den anderen - anfängt mit rassistischen äußerungen zu belegen? Würdet ihr es dulden und nichts machen, oder gar mitmachen??? Diesen Deppen dann richtig zusammenzuscheissen und vielleicht sogar die Ordner zu alamieren, wird ja wohl kaum einer, oder??? Aber so ingesamt würde mich das mal interessieren.
 
Stimmt..Nur wars von den Dresdenern doch gegen Cottbus gerichtet oder wie war das? Das sind so leute die sich nur in gruppen stark fühlen und meinen andere dann fertig machen zu können..Eben wie die nazis:?


Einige Dresdener sind ja schon öfters auffällig geworden.



Bitte nicht "die Dresdener" schreiben, da gibt es ja auch viele Vernünftige.
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@ 1989:

Denk mal ich würde zu den Ordnern gehen. Wobei es auch drauf ankommt, ob man alleine da steht oder mit Freunden und wie der Kerl aussieht. Ich bin nun nicht der kräftigste und wenn da ein 85 Kilo Kerl stehen würde...naja...
 
Ich finde es schade das Frank Rijkaard den Eto`o scheinbar überredet hat. Lieber hätte ich gesehen, dass die anderen 10 Spieler auch das Spielfeld verlassen.


schön, dann hätte der Gegner das Spiel mit 2:0 gewonnen. Für Barcelona gehts um die Meisterschaft. Natürlich wär es schön wenn die Mitspieler so ein Zeichen setzen, aber das ist nicht machbar im Fußballgeschäft.



Wenn so was bei uns vorkommen würde, wärst du auch dagegen, dass die Mannschaft vom Platz geht und das Spiel deswegen verliert und nachher absteigt.
 
Einige Dresdener sind ja schon öfters auffällig geworden.


Bitte nicht "die Dresdener" schreiben, da gibt es ja auch viele Vernünftige.
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War jetzt auf die Dresdener bezogen die damals im Stadion waren..Mir sind die davor aber jetzt auch nur selten aufgefallen zumindest erinner ich mich nicht mehr richtig dran.
 
schön, dann hätte der Gegner das Spiel mit 2:0 gewonnen. Für Barcelona gehts um die Meisterschaft. Natürlich wär es schön wenn die Mitspieler so ein Zeichen setzen, aber das ist nicht machbar im Fußballgeschäft.


Wenn so was bei uns vorkommen würde, wärst du auch dagegen, dass die Mannschaft vom Platz geht und das Spiel deswegen verliert und nachher absteigt.




Absteigen und 10 Punkte Vorsprung auf den Zweiten ist aber ein kleiner Unterschied.



Aber ich gebe zu, dass es natürlich ein Ideal war, was ich oben gepostet habe. Dennoch glaube ich kaum, dass der spanische Verband das Spiel dann mit 2:0 gg Barca gewertet hätte.



Dennoch kann man kaum erwarten, dass 10 Mitspieler auch den Platz verlassen, da hast du Recht.
 
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