Passend dazu und zum dem "Negativ-Berichten-Thread"
"Fanwanderung im Südwesten"
Nur weil heute mehr als 8000 Mainzer zum Pokalspiel in die Pfalz reisen, kommt der 1. FC Kaiserslautern noch in den Genuss eines gut gefüllten Fritz-Walter-Stadions
VON FRANK HELLMANN UND ANDREAS SINGLER
Erst vor zwei Wochen ist wieder ein neuer Fanklub beim FSV Mainz 05 angekommen. "Wildes Gebilde Kreuzberg 05" nennt sich der einfallsreiche Berliner Stammtisch, der jüngster Sprössling der Mainzer Fanfamilie ist. Auf der Geschäftsstelle der 05er hat der Fanklub-Beauftragte Axel Heldmeier das Gründerprotokoll geprüft und dann umgehend das Willkommensgeschenk in die Hauptstadt versandt.
Statt wie früher 25 drücken aktuell 130 Fanvereinigungen den Rheinhessen die Daumen - Tendenz bundesweit steigend. "In den vergangenen ein, zwei Jahren hat sich enorm viel getan", erklärt Heldmeier. Was auffällt: Mittlerweile rekrutiert der rheinhessische Sympathieträger seine Anhängerschaft nicht mehr nur aus dem Stadtgebiet, sondern aus dem gesamten hessischen und rheinland-pfälzischen Einzugsgebiet. Speziell aus dem des darbenden Traditionsvereins 1. FC Kaiserslautern, wofür ein Blick auf die länger und länger werdende Liste zeugt: Ob "05er-Langeeck" aus Idar-Oberstein, "Allez-hopp-Mainz" in Bad Kreuznach oder "Herzblut 05" in Alzey - der FSV Mainz 05 macht genau da mobil, wo der 1. FC Kaiserslautern über Jahrzehnte Hoheitsrechte genoss. Längst haben ganze Kneipen in der Region ihre Gesinnung geändert.
Wenn heute der FSV Mainz 05 im Achtelfinale des DFB-Pokals beim 1. FC Kaiserslautern antritt (20.30 Uhr/live ZDF), dann sorgt der Gast zum Gutteil für die Stimmung im Fritz-Walter-Stadion, das nicht ausverkauft sein wird. 34 000 der 40 000 Tickets sind verkauft - geschätzt ein Viertel davon an Mainzer.
Der FSV schießt bei jedem Anhänger fünf Euro dazu. Zugticket und Eintrittskarte kosten so zusammen keine zehn Euro - so lassen sich Massenbewegungen steuern. Doch die Subvention gilt auf Vereinsseite nur als "Dankeschön". Präsident Harald Strutz lässt keine Gelegenheit aus, das innige Verhältnis zwischen Anhängerschaft und Profiabteilung zu preisen. "Wer nach dem Training mit einem Spieler diskutieren will, kann das tun - die bleiben eine Viertelstunde lang stehen", lobt der Fanbeauftragte Frank Trautwein. Sein Problem am Bruchweg: "Es gibt zu wenig Tickets." 15 000 Dauerkarten waren an einem Tag verkauft, 2500 Tagestickets sind für Mitglieder reserviert. Karten im freien Verkauf zu ergattern, ist ein Lotteriespiel - gegen den Weiterverkauf bei Ebay geht der Verein gar gerichtlich vor.
Zustände, von denen der 1. FC Kaiserslautern so weit entfernt ist wie von der Tabellenspitze. Nur noch 23 244 Getreue gegen den VfL Wolfsburg manifestierten einen Minusrekord der jüngeren Bundesliga-Historie - der Schnitt ist auf 31 400 gesunken. Michael Novak, der FCK-Pressesprecher, kann die Panik um den Publikumsschwund nicht nachvollziehen. "Wenn wir erfolgreicher sind, kommen die Zuschauer schnell wieder." Und überhaupt: "Es gab hier früher schon Spiele mit nur 13 000, 14 000 Zuschauern." Doch das waren die vom generellen Zuschauerschwund geprägten achtziger Jahre.
Aktuell gilt: Vorstandsboss René C. Jäggi hat die unter Vorgänger Jürgen Friedrich begonnene Entfremdung nicht stoppen können. Noch immer zehrt der FCK zuvorderst von traditionellen Verwurzelungen in der Region, die allen Wirrungen widerstehen. Auch vergangene Saison strömten im Schnitt 35 000 Besucher auf den Betzenberg. Selbst in der Meistersaison 1997/98 (36 706) waren es nicht viel mehr, die Bestmarke datiert aus der Spielzeit 1998/99 (39 957).
Doch es sind weniger die bloßen Zahlen, die Besorgnis erregen, als die gefühlte Distanz - nicht umsonst mahnt Trainer Wolfgang Wolf seit Amtsantritt manisch ein Zusammenwachsen von Mannschaft und Zuschauern an. Der Ex-Pfälzer weiß: Wenn zur Rückrunde die WM-Arena endlich fertig ist und 48 500 Menschen Platz bietet, könnte ein halbleeres Stadion, in dem die bedingungslose Unterstützung fehlt, verheerende Wirkung entfachen. Ein erfolgreiches Südwest-Derby wäre da der beste Stimmungshelfer, wobei Jürgen Klopp, der Mainzer Trainer, Einspruch erhebt: "Auch für uns gibt es massenhaft Gründe, zu gewinnen. Wir wollen doch unsere Fans nicht enttäuschen."
www.fr-aktuell.de
Ja warum kommen wohl so viele? Wenn sie denn kommen...siehe
DICKES, seltsam, nicht wahr?
Und als ob unsere Jungs keine Autogramme geben beim Training. Die sollten mal ph fragen, wie oft der schon den Halfar gefragt hat, ob se mal was essen gehen wollen. Oder auch no_name, die hat doch sicher mal mitm Altintop geredet oder früher mitm Wiese.