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Kannibalismus in der Pfalz
Menschen wurden wie Schlachtvieh zerlegt
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Quelle: Welt Online
Menschen wurden wie Schlachtvieh zerlegt
Eine Analyse von Funden in einem 7000 Jahre alten Grab im pfälzischen Herxheim sorgt unter Archäologen für Aufregung: Knochen von Männern, Frauen und Kindern sollen Merkmale aufweisen wie sie bei der Zurichtung von Schlachtvieh auftreten. Damit scheint sicher: In der Pfalz wurden Menschen gegessen.
Nach den Auswertungen der jüngsten Grabungen scheint fast sicher: In Herxheim bei Landau in der Pfalz aßen Menschen vor 7000 Jahren Menschen. Doch wir dürfen nicht der Vorstellung verfallen, hier wären wilde Menschenfresser am Werk gewesen, sagt Andrea Zeeb-Lanz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in Speyer: „Leider gibt es im Deutschen nur den Ausdruck ‚Kannibalismus', aber darum handelt es sich nicht wirklich. Nach allem, was wir wissen, war es vermutlich ein rituelles Verspeisen. Und das ist der eigentlich interessante Punkt. In der Siedlung beim heutigen Herxheim fanden außergewöhnliche Rituale statt."
Welchem Zweck diese Rituale dienten, ist noch völlig unklar. Offensichtlich aber gehörte das Schlachten von Menschen dazu. „Mittlerweile wissen wir genau, dass Menschen nach einer festgelegten Prozedur auseinandergenommen wurden“, sagt Zeeb-Lanz. „Zuerst wurden Arme und Beine abgetrennt, und beim Zerlegen des Oberkörpers wurden die Rippen direkt an der Wirbelsäule abgeschnitten. All das entspricht der Zurichtung von Schlachtvieh."
Noch vor drei Jahren hatten die Forscher die Möglichkeit von Kannibalismus als unwahrscheinlichste Variante ganz hintangestellt. Vermutet wurde, dass kriegerische Auseinandersetzungen zu den ungewöhnlich reichhaltigen Anhäufungen von menschlichen Knochen geführt haben könnten oder eine schwere Hungersnot, in deren Verlauf Menschen keine andere Möglichkeit mehr sahen, als sich gegenseitig aufzuessen. „Beide Möglichkeiten können wir heute ausschließen“, sagt Zeeb-Lanz.
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Quelle: Welt Online