Zitat
Die Vereinten Nationen haben sich bei ihrer Klimaarbeit meines Erachtens von vorneherein ein falsches Ziel gesetzt. Sie haben sich vor der wirklich schwer zu erreichenden globalen Preisintervention bei fossilen Brennstoffen gedrückt und haben sich die Selbstverpflichtung der einzelnen Staaten in Sachen Einhaltung bestimmter Grenzwert beim CO2 Ausstoß zum Ziel gesetzt. Das aber ist nicht nur eine politisch-taktisch falsche Entscheidung, sondern auch ökonomisch unsinnig. Die Einsparung von fossiler Energie ist nämlich genau dann für den Einzelnen (und auch für ein einzelnes Land) sinnvoll, wenn er oder sie erwarten kann, dass das alle tun. Warum sollte ein Land die Kosten der Umstellung von Öl und Kohle auf erneuerbare Energien tragen, wenn es zu vermuten ist, dass bei unveränderten Preisen für diese fossilen Rohstoffe andere Länder das genau nicht tun. Es wird ja sogar so sein, dass der Rohstoff billiger wird, wenn ein Land sparsam damit umgeht, also weniger verbraucht. Das ist ein unmittelbarer Anreiz für die anderen, mehr davon zu verbrauchen.
Was erstaunlicherweise kaum verstanden wird: Es gibt einen Markt für alle diese Rohstoffe und Aufgabe des Marktes ist es nun mal, alles, was an Angebot an diesen Markt kommt (also alle fossilen Rohstoffe, die aus der Erde geholt werden), auch zu verkaufen (den Markt zu räumen, nennt man das). Das aber schließt genau das Verhalten als vernünftig aus, was wir unseren Verbrauchern einzuhämmern versuchen. Wenn bei flexiblen Marktpreisen eine Gruppe von Verbrauchern aus Einsicht und Überzeugung auf den Verbrauch fossiler Rohstoffe verzichtet, sorgt der globale Markt sofort dafür, dass woanders mehr verbraucht wird. Die Überzeugungstäter strengen sich an, ohne je Erfolg haben zu können. Wenn in Europa die Glühlampen ausgewechselt werden, um Strom zu sparen, ist das genau so ein reiner Placebo-Effekt wie die Versuche, das Autofahren in Europa umwelt- und klimafreundlicher zu machen.