Klingenstädter
Well-Known Member
TV-Thema vom 05.11.2006
Mut und Zivilcourage - Die Quelle der Tapferkeit
Für Fritz Frankenfeld und die 148 Passagiere an Bord geht es um alles. Der Urlaubsflieger ist auf dem Weg von Mallorca nach Berlin, als ein Mann das Cockpit stürmt und den Piloten angreift. Das Flugzeug geht in einen steilen Sinkflug. Über Bordfunk ruft Pilot Heinz-Dieter Kallbach um Hilfe: "Hilfe, starke Männer ins Cockpit!" Während andere Passagiere zögern und abwarten, steht Frankenfeld auf und geht in Richtung Pilotenkabine. Trotz des Sturzflugs der Maschine gelangt er bis zur Tür und hört Kampflärm. Mit seinen Fäusten schlägt er gegen die solide Verkleidung, plötzlich springt die Tür auf. "Ich hab in die Augen vom Piloten ... geguckt. Und als ich die gesehen habe, wusste ich sofort: Hier geht es um Leben und Tod und ich muss handeln.“
Was treibt die Tapferen?
Bei Gefahr empfängt unser Gehirn Warnsignale. Die Amygdala, das kleine Angstzentrum, signalisiert unserem Körper: Handeln. Nervenimpulse werden durch das Rückenmark an die Nebennieren geschickt. Die schütten Adrenalin aus. Das Stresshormon versetzt unseren Körper in Alarmbereitschaft. Der Effekt: In den Lungen gehen die Bronchien auf, so dass wir mehr Luft einatmen. Gleichzeitig fängt das Herz an, schneller zu schlagen. So wird sauerstoffreiches Blut zu den Muskeln transportiert. Sie sind nun einsatzbereit und warten auf unser Kommando: Angreifen oder Fliehen.
Wann schauen wir weg, wann greifen wir ein? Wissenschaftler versuchten Antworten auf diese Fragen zu finden. Sie wollten ein menschliches Phänomen begreifen: Die feige Seite in uns, die uns in brenzligen Situationen am Eingreifen hindert. In Testreihen belegten sie eindeutig, dass Erfahrungen uns mehr prägen als alle klugen Ratschläge und Tipps. Wer einmal erfolgreich eingegriffen hat, wird dies wieder tun. Wer für seinen Mut bezahlen musste, wird zurückhaltender. Kinder verfügen nicht über den Erfahrungsschatz der Älteren, sie handeln intuitiv - und helfen viel öfter.
Einmal ein Superheld sein
Kinder orientieren sich an Vorbildern - entweder den Eltern oder heroischen Figuren aus Büchern oder Filmen. Bei Erwachsenen kommt ein weiteres Phänomen hinzu: Je mehr potenzielle Helfer vor Ort sind, desto geringer ist der Anntrieb des Einzelnen, auch tatsächlich einzugreifen. Einer muss den Teufelskreis durchbrechen, dann helfen plötzlich alle. Frankenfeld war dieser Eine. Zusammen mit dem Piloten und weiteren Passagieren überwältigt er den Mann, und die Maschine konnte sicher in Berlin aufsetzen.
Quelle: welt der wunder
Mut und Zivilcourage - Die Quelle der Tapferkeit
Für Fritz Frankenfeld und die 148 Passagiere an Bord geht es um alles. Der Urlaubsflieger ist auf dem Weg von Mallorca nach Berlin, als ein Mann das Cockpit stürmt und den Piloten angreift. Das Flugzeug geht in einen steilen Sinkflug. Über Bordfunk ruft Pilot Heinz-Dieter Kallbach um Hilfe: "Hilfe, starke Männer ins Cockpit!" Während andere Passagiere zögern und abwarten, steht Frankenfeld auf und geht in Richtung Pilotenkabine. Trotz des Sturzflugs der Maschine gelangt er bis zur Tür und hört Kampflärm. Mit seinen Fäusten schlägt er gegen die solide Verkleidung, plötzlich springt die Tür auf. "Ich hab in die Augen vom Piloten ... geguckt. Und als ich die gesehen habe, wusste ich sofort: Hier geht es um Leben und Tod und ich muss handeln.“
Was treibt die Tapferen?
Bei Gefahr empfängt unser Gehirn Warnsignale. Die Amygdala, das kleine Angstzentrum, signalisiert unserem Körper: Handeln. Nervenimpulse werden durch das Rückenmark an die Nebennieren geschickt. Die schütten Adrenalin aus. Das Stresshormon versetzt unseren Körper in Alarmbereitschaft. Der Effekt: In den Lungen gehen die Bronchien auf, so dass wir mehr Luft einatmen. Gleichzeitig fängt das Herz an, schneller zu schlagen. So wird sauerstoffreiches Blut zu den Muskeln transportiert. Sie sind nun einsatzbereit und warten auf unser Kommando: Angreifen oder Fliehen.
Wann schauen wir weg, wann greifen wir ein? Wissenschaftler versuchten Antworten auf diese Fragen zu finden. Sie wollten ein menschliches Phänomen begreifen: Die feige Seite in uns, die uns in brenzligen Situationen am Eingreifen hindert. In Testreihen belegten sie eindeutig, dass Erfahrungen uns mehr prägen als alle klugen Ratschläge und Tipps. Wer einmal erfolgreich eingegriffen hat, wird dies wieder tun. Wer für seinen Mut bezahlen musste, wird zurückhaltender. Kinder verfügen nicht über den Erfahrungsschatz der Älteren, sie handeln intuitiv - und helfen viel öfter.
Einmal ein Superheld sein
Kinder orientieren sich an Vorbildern - entweder den Eltern oder heroischen Figuren aus Büchern oder Filmen. Bei Erwachsenen kommt ein weiteres Phänomen hinzu: Je mehr potenzielle Helfer vor Ort sind, desto geringer ist der Anntrieb des Einzelnen, auch tatsächlich einzugreifen. Einer muss den Teufelskreis durchbrechen, dann helfen plötzlich alle. Frankenfeld war dieser Eine. Zusammen mit dem Piloten und weiteren Passagieren überwältigt er den Mann, und die Maschine konnte sicher in Berlin aufsetzen.
Quelle: welt der wunder