Klingenstädter
Well-Known Member
MEINUNGSFREIHEIT IN DER TÜRKEI
<span>Land der Richter und Denker</span>
Von Dilek Zaptcioglu, Istanbul
Mit einem umstrittenen Paragraphen gehen nationalistische Juristen gegen Intellektuelle in der Türkei vor. Auch der Autorin Elif Shafak wurde der Prozess gemacht. Ihr überraschender Freispruch lässt hoffen, ist aber erst ein Anfang.
Wenn in einem Land das Strafrecht auf Schriftsteller angewandt wird, steht es dort nicht gut um die Meinungsfreiheit. Das weiß auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Nach massiven Protesten der Europäischen Union versucht er in diesen Tagen eine Formel zu finden, um den berüchtigten Paragraphen 301 des türkischen Strafgesetzes zu ändern. "Wenn darüber ein Konsens im Parlament erreicht wird, können wir den Paragraphen abschaffen", sagte er heute bei einer Fabrikeinweihung.
Mehr...
Anmerkung:
Ich möchte jetzt keine Statements hören, wie "Scheiß Türken!", oder "Typisch Türken!".
Wem nichts anderes einfällt, der möge bitte schweigen!
Ich verfolge die Situation in der Türkei mit großem Interesse.
Viele Türken wollen eine Öffnung zum Westen, eine "Modernisierung der Traditionen" und eine demokratischere Gesellschaft.
Viele andere Türken wollen widerrum genau das Gegenteil.
Wer letztendlich die Oberhand gewinnt und seine Vorstellungen in den nächsten 4 bis 5 Jahren durchdrücken kann, wird eine große Rolle zum langfristigen Bild im nahen Osten spielen.
Diesen Artikel sehe ich verhalten optimischtisch - es ist ein Anfang, aber noch längst kein Erfolg.
Fakt ist: Gesetze, die eine "Herabsetzung des Türkentums" oder ähnliches bestrafen sind in der heutigen Zeit reichlich daneben, aber sie zu verbieten bringt nichts, solange die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nicht darauf verzichten möchte.
<span>Land der Richter und Denker</span>
Von Dilek Zaptcioglu, Istanbul
Mit einem umstrittenen Paragraphen gehen nationalistische Juristen gegen Intellektuelle in der Türkei vor. Auch der Autorin Elif Shafak wurde der Prozess gemacht. Ihr überraschender Freispruch lässt hoffen, ist aber erst ein Anfang.
Wenn in einem Land das Strafrecht auf Schriftsteller angewandt wird, steht es dort nicht gut um die Meinungsfreiheit. Das weiß auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Nach massiven Protesten der Europäischen Union versucht er in diesen Tagen eine Formel zu finden, um den berüchtigten Paragraphen 301 des türkischen Strafgesetzes zu ändern. "Wenn darüber ein Konsens im Parlament erreicht wird, können wir den Paragraphen abschaffen", sagte er heute bei einer Fabrikeinweihung.
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Anmerkung:
Ich möchte jetzt keine Statements hören, wie "Scheiß Türken!", oder "Typisch Türken!".
Wem nichts anderes einfällt, der möge bitte schweigen!
Ich verfolge die Situation in der Türkei mit großem Interesse.
Viele Türken wollen eine Öffnung zum Westen, eine "Modernisierung der Traditionen" und eine demokratischere Gesellschaft.
Viele andere Türken wollen widerrum genau das Gegenteil.
Wer letztendlich die Oberhand gewinnt und seine Vorstellungen in den nächsten 4 bis 5 Jahren durchdrücken kann, wird eine große Rolle zum langfristigen Bild im nahen Osten spielen.
Diesen Artikel sehe ich verhalten optimischtisch - es ist ein Anfang, aber noch längst kein Erfolg.
Fakt ist: Gesetze, die eine "Herabsetzung des Türkentums" oder ähnliches bestrafen sind in der heutigen Zeit reichlich daneben, aber sie zu verbieten bringt nichts, solange die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nicht darauf verzichten möchte.