Klingenstädter
Well-Known Member
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,434639,00.htmlhttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,434639,00.html
GUANTANAMO-HÄFTLING
<span>Kurnaz laut Anwalt gebrochen</span>
<span>
</span>
Es sind die ersten Bilder des ehemaligen Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz: Das ARD-Magazin "Panorama" hat den Bremer besucht, der aus der Gefangenschaft mit langen Haaren und einem langem Bart nach Deutschland zurückkehrte.
Bremen - Mit langen Haaren und Bart zeigte sich der Freigelassene am Donnerstagabend erstmals im Fernsehen. Die ARD hatte ihn in seinem Haus in Bremen gefilmt. Ein Interview gab Kurnaz jedoch nicht - dafür aber seine Mutter.
Als ihr Sohn zurückkehre habe sie Druckstellen an seinen Händen und Füßen entdeckt, sagte die Mutter des ehemaligen Gunatanamo-Häftlings Murat Kurnaz in dem TV-Beitrag. "Momentan geht es ihm gut. Er sieht gut aus." Er könne nicht mehr richtig gehen. "Wahrscheinlich, weil er immer gefesselt gewesen ist", vermutet Rabiye Kurnaz.
Nach Angaben seines Anwalts Bernhard Docke will sich der 24-Jährige auch auf unabsehbare Zeit nicht äußern. Er habe sich entschieden sein Gesicht zu zeigen, um sich nicht im Haus verstecken zu müssen.
Seine Mutter berichtete, Murat Kurnaz verbringe derzeit viel Zeit in einem abgedunkelten Zimmer. Zugleich freue er sich, wenn Nachbarskinder vorbeikämen. "Ich möchte Kinderstimmen hören, ich will Menschenstimmen hören", habe er gesagt. Über seine Haft, die fast fünf Jahre dauerte, spreche ihr Sohn auch zu Hause nicht, sagte Rabiye Kurnaz. "Er ist momentan sehr verschlossen, und wir stellen auch keine Fragen. Wir sind froh, dass er bei uns ist." Ihr Sohn brauche im Moment einfach Ruhe.
Docke sagte, er prüfe rechtliche Schritte gegen die Bundesrepublik und die USA. Er warf der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung erneut vor, ein Angebot der USA zur Überstellung von Kurnaz im Jahr 2002 abgelehnt zu haben. Der BND-Untersuchungsausschuss und ein Ausschuss im europäischen Parlament müssten sich mit dem Thema beschäftigen. "Wenn wir alle Fakten haben, müssen wir bewerten, ob wir eine Schadenersatzklage gegen die Bundesrepublik anstrengen", sagte Docke. Auch prüfe er eine Klage gegen die US-Regierung. Dies sei aber ein "kompliziertes juristisches Verfahren". Docke sagte, Kurnaz sei seit seiner Haft schwer traumatisiert. "Ein Stück weit ist er in Guantánamo gebrochen worden."
Kurnaz war 2001 in Pakistan festgenommen und beschuldigt für die Taliban zu kämpfen. Ab Januar 2002 saß er in dem amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo in Haft.
agö/AFP
GUANTANAMO-HÄFTLING
<span>Kurnaz laut Anwalt gebrochen</span>
<span>
</span>
Es sind die ersten Bilder des ehemaligen Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz: Das ARD-Magazin "Panorama" hat den Bremer besucht, der aus der Gefangenschaft mit langen Haaren und einem langem Bart nach Deutschland zurückkehrte.
Bremen - Mit langen Haaren und Bart zeigte sich der Freigelassene am Donnerstagabend erstmals im Fernsehen. Die ARD hatte ihn in seinem Haus in Bremen gefilmt. Ein Interview gab Kurnaz jedoch nicht - dafür aber seine Mutter.
Als ihr Sohn zurückkehre habe sie Druckstellen an seinen Händen und Füßen entdeckt, sagte die Mutter des ehemaligen Gunatanamo-Häftlings Murat Kurnaz in dem TV-Beitrag. "Momentan geht es ihm gut. Er sieht gut aus." Er könne nicht mehr richtig gehen. "Wahrscheinlich, weil er immer gefesselt gewesen ist", vermutet Rabiye Kurnaz.
Nach Angaben seines Anwalts Bernhard Docke will sich der 24-Jährige auch auf unabsehbare Zeit nicht äußern. Er habe sich entschieden sein Gesicht zu zeigen, um sich nicht im Haus verstecken zu müssen.
Seine Mutter berichtete, Murat Kurnaz verbringe derzeit viel Zeit in einem abgedunkelten Zimmer. Zugleich freue er sich, wenn Nachbarskinder vorbeikämen. "Ich möchte Kinderstimmen hören, ich will Menschenstimmen hören", habe er gesagt. Über seine Haft, die fast fünf Jahre dauerte, spreche ihr Sohn auch zu Hause nicht, sagte Rabiye Kurnaz. "Er ist momentan sehr verschlossen, und wir stellen auch keine Fragen. Wir sind froh, dass er bei uns ist." Ihr Sohn brauche im Moment einfach Ruhe.
Docke sagte, er prüfe rechtliche Schritte gegen die Bundesrepublik und die USA. Er warf der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung erneut vor, ein Angebot der USA zur Überstellung von Kurnaz im Jahr 2002 abgelehnt zu haben. Der BND-Untersuchungsausschuss und ein Ausschuss im europäischen Parlament müssten sich mit dem Thema beschäftigen. "Wenn wir alle Fakten haben, müssen wir bewerten, ob wir eine Schadenersatzklage gegen die Bundesrepublik anstrengen", sagte Docke. Auch prüfe er eine Klage gegen die US-Regierung. Dies sei aber ein "kompliziertes juristisches Verfahren". Docke sagte, Kurnaz sei seit seiner Haft schwer traumatisiert. "Ein Stück weit ist er in Guantánamo gebrochen worden."
Kurnaz war 2001 in Pakistan festgenommen und beschuldigt für die Taliban zu kämpfen. Ab Januar 2002 saß er in dem amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo in Haft.
agö/AFP