Koblenz kämpft und klagt
Acht Punkte will die DFL der TuS abziehen, die dieses harte Urteil so nicht akzeptieren will.
Der Präsident ist fassungslos. „Was soll ich sagen? Ich bin sehr irritiert“, gibt Professor Dr. Rüdiger Sterzenbach zu. „Uns hat’s binnen 30 Stunden zweimal erwischt. Es kommt derzeit knüppeldick“, gesteht Wolfgang Loos, Geschäftsführer der TuS Koblenz. Am Donnerstag die Mitteilung der DFL, am Freitag die 2:3-Niederlage in Paderborn und gleichzeitig das 2:1 von Lautern über Aachen – damit stürzte die am vergangenen Mittwoch noch sorgenfreie TuS urplötzlich in akute Abstiegsnöte.
Mit acht Punkten Abzug für die aktuell laufende Saison und einer Vertragsstrafe von 200 000 Euro wurde der Zweitligist aus Koblenz von der DFL abgestraft. Eine Sanktionierung, die nach Mitteilung der DFL aufgrund nicht vorgelegter Verträge im Bereich des Spielbetriebs erfolgte, die von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz im Lizenzierungsverfahren für die aktuelle Spielzeit gewesen sind.
Gemeint sind die Transfers und nachverhandelten Verträge der beiden im vergangenen Sommer verpflichteten Profis Branimir Bajic (28) und Marko Lomic (24), die von Partizan Belgrad kamen. Beide kosteten im Paket gut zwei Millionen Euro an Ablöse (der kicker berichtete exklusiv). Zudem wurden die Verträge nachträglich verändert, ohne dass die DFL davon in Kenntnis gesetzt wurde.
Ein Versäumnis, das in die Amtszeit des im Dezember 2007 geschassten Geschäftsführers Hermann Gläsner fällt. „Ich war damals noch nicht dabei“, erklärt Sterzenbach, „aber die Unterlagen sind angeblich nicht da“, gibt er zu. Hermann Gläsner selbst, für eine Stellungnahme nicht erreichbar, wiederum schob via Premiere und DSF die Schuld auf den Aufsichtsrats- Vorsitzenden Walterpeter Twer und Trainer Uwe Rapolder.
Letzterer weist dies jedoch vehement von sich: „Dafür war ausschließlich Herrn Gläsner zuständig. Zweimal haben Twer und ich nachgefragt, ob die Transfers machbar sind. Und er antwortete: kein Problem!“ Die Frage bleibt: Warum hat Hermann Gläsner die Verträge nicht bei der DFL eingereicht?
Der Klub hat Anwalt Christoph Schickhardt beauftragt, Beschwerde gegen das DFL-Urteil einzulegen. „Die Strafe ist nicht angemessen“, stellt Schickhardt fest, „wir versuchen, sie auf ein verträgliches, angemessenes Maß zu reduzieren. Die DFL hat jegliches Maß verloren“, zeigt sich der Anwalt angriffslustig. Schickhardt sieht die Verfehlung ausschließlich auf Seiten des Geschäftsführers.
Quelle: Kicker