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Interview mit Wolfgang Wolf

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"Polen ist ein unangenehmer Gegner"



Kaum ein Bundesligatrainer kennt sich so gut mit polnischen Spielern aus wie Wolfgang Wolf. Vor der Partie der DFB-Elf gegen Polen erklärt der Lauterer Coach, warum die deutsche Mannschaft aufpassen muss.





Frage: Herr Wolf, Deutschland spielt heute im zweiten Gruppenspiel gegen Polen ...



Wolf: ... und ich soll Jürgen Klinsmann auch noch schlaue Ratschläge geben?



Frage: Muss nicht sein, aber Sie haben in Ihrer Trainerkarriere auffallend oft mit polnischen Spielern zusammen gearbeitet.



Wolf: Das stimmt. Schon in Wolfsburg habe ich Waldemar Kryger, Krzysztof Nowak und Andrzej Juskowiak geholt - letzteren, obwohl er in Mönchengladbach keinen guten Ruf hatte. Auch beim VfL haben die Zuschauer ihn ausgepfiffen. Er ist aber immer wieder zurückgekommen und hat für uns die entscheidenden Tore gemacht.



Frage: Was hatten die Fans gegen ihn?



Wolf: Ein Stürmer wird halt immer nur an seinen Toren gemessen. Dabei hatte Juskowiak noch ganz andere Fähigkeiten: den Ball abzuschirmen, die Mitspieler ins Spiel zu bringen. Er ist eben keiner, der für die Galerie spielt, sondern einer, der taktisch klug agiert.



Frage: Dennoch zog er die Aggressionen auf sich.



Wolf: Roy Präger war beim Publikum beliebter, der hat immer geackert und ist gerannt, ist auch aussichtslosen Bällen nachgelaufen. Das war zwar teilweise unsinnig, kam aber bei den Fans gut an. Juskowiak ist dem Ball nicht hinterher, sondern stattdessen quer zu diesem gelaufen und hat so den nächsten Pass verhindert. Trotzdem hieß es dann: faule Sau.



Frage: Teilweise auch: "fauler Polacke".



Wolf: Stimmt. Leider.



Frage: Glauben Sie, dass es polnische Fußballer in Deutschland besonders schwer haben?



Wolf: Eigentlich nicht. Natürlich kommen immer wieder diese Autodieb-Witze. Aber die Saarländer müssen sich auch Saarländer-Witze anhören, wir Deutschen sind im Ausland als Krautköpfe verschrien. Die polnischen Spieler, die ich hatte, standen da jedenfalls drüber.



Frage: Einer, dem Sie besonders nahe standen, wurde nur 29 Jahre alt.



Wolf: Krzysztof Nowaks Tod vor einem Jahr war eine Tragödie. Von der unheilbaren Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose, unter der er litt, hatte ich vorher noch nie gehört. Das war eine bittere Stunde, als wir erfahren haben, was er hatte und welchen Verlauf diese Krankheit nehmen würde. Ich habe einen Freund verloren. Menschlich und charakterlich gibt - ich meine, gab - es niemand Feineren als Krzysztof Nowak.



Frage: Hatten Sie in dessen letzten Lebensmonaten noch Kontakt zu ihm? Sie waren ja damals Trainer in Nürnberg.



Wolf: Klar. Vor unserem Spiel beim VfL - ein paar Wochen vor seinem Tod - waren Peter Pander, damals Manager in Wolfsburg, und ich noch bei ihm zu Hause. Krzysztof konnte nicht mehr sprechen, er konnte mich nur verstehen. Es war beeindruckend zu sehen, wie seine Frau zu ihm gehalten hat und wie viele Freunde extra immer wieder aus Polen gekommen sind.



Frage: In Nürnberg arbeiteten Sie wieder mit polnischen Spielern. Zuletzt mit Tomasz Kos, davor mit Jacek Krzynowek.



Wolf: Jacek hätte ich sehr gerne auch nach Lautern geholt. Wir haben im Winter auch noch verhandelt, er hat sich dann aber für Wolfsburg entschieden. Den hätte ich wirklich gerne gehabt.



Frage: Wenn man die polnischen Vorbereitungsspiele und den Turnierstart nimmt, fällt auf ...



Wolf: ... vergessen sie doch dieses ganze Vorgeplänkel. Was die Polen individuell können, habe ich beim Testspiel gegen die USA hier in Lautern gesehen. Ein ganz unangenehmer Gegner mit großen, zweikampf- und kopfballstarken Leuten. Das wird nicht einfach. Aber auch unsere deutsche Mannschaft wird immer schlechter gemacht, als sie ist. Im Schlecht-Machen sind wir jetzt schon Weltmeister. Die Deutschen sind wahrscheinlich das einzige Volk der Erde, das es schafft, sich selbst in den Po zu treten.



Quelle: Spiegel-Online
 
Ach...ich Horn...jetzt hab ichs doch im falschen erstellt...bitte verschieben nach "WM 2006" und sorry...
 
Aber auch unsere deutsche Mannschaft wird immer schlechter gemacht, als sie ist. Im Schlecht-Machen sind wir jetzt schon Weltmeister. Die Deutschen sind wahrscheinlich das einzige Volk der Erde, das es schafft, sich selbst in den Po zu treten.


Quelle: Spiegel-Online




Wie recht er doch hat:-(((
 
Jetz fangsche a schun a...
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Wolf: ... vergessen sie doch dieses ganze Vorgeplänkel. Was die Polen individuell können, habe ich beim Testspiel gegen die USA hier in Lautern gesehen. Ein ganz unangenehmer Gegner mit großen, zweikampf- und kopfballstarken Leuten. Das wird nicht einfach. Aber auch unsere deutsche Mannschaft wird immer schlechter gemacht, als sie ist. Im Schlecht-Machen sind wir jetzt schon Weltmeister. Die Deutschen sind wahrscheinlich das einzige Volk der Erde, das es schafft, sich selbst in den Po zu treten.



Quelle: Spiegel-Online
Vollkommene Zustimmung. Deutschland: Mecker Mecker Mecker. Aber mal abwarten und dann mecker ist nicht drin. Von den zwei Abwehrfehlern beim Spiel gegen Costa Rica wurde eigentlich mehr diskutiert, als die wunderschönen Tore von Lahm und Frings. Und die tolle Vorarbeit von Schneider beim 2:1 von Miro. Aber naja irgendwas muss man ja schlecht machen.



Die Kommentatoren machen ja auch immer alles schlecht. Ein Wir-Gefühl von Kommentatoren wird nie vermittelt. Das hat auch nichts mit Neutralität zu tun.
 
Vollkommene Zustimmung. Deutschland: Mecker Mecker Mecker. Aber mal abwarten und dann mecker ist nicht drin. Von den zwei Abwehrfehlern beim Spiel gegen Costa Rica wurde eigentlich mehr diskutiert, als die wunderschönen Tore von Lahm und Frings. Und die tolle Vorarbeit von Schneider beim 2:1 von Miro. Aber naja irgendwas muss man ja schlecht machen.


Die Kommentatoren machen ja auch immer alles schlecht. Ein Wir-Gefühl von Kommentatoren wird nie vermittelt. Das hat auch nichts mit Neutralität zu tun.




Richtig! Und echt nervig war auch die Nachfragerei von Steinbrecher vor dem Spiel (Interview mit Ballack).
 
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