Ein Monat Galgenfrist für Götz
München - Der Geduldsfaden in Berlin zieht sich wie ein Kaugummi.
Nur ein Sieg in den vergangenen 17 Pflichtspielen, das Aus im Uefa-Cup gegen einen eher mittelmäßigen Gegner und in der Bundesliga droht die "Alte Dame" den Anschluss an die Uefa-Cup-Ränge zu verlieren.
Zeit bis zum 1. April
Bei jedem anderen Verein wäre der Trainer wohl schon lange entlassen worden. Nicht so in der Hauptstadt. Falko Götz steht momentan nicht zur Disposition.
Noch nicht. Denn die Geduld der Hertha-Vereinsführung ist langsam aber sicher am Ende.
Laut Informationen der "Berliner Morgenpost" soll Götz, der einen Vertrag bis 2008 besitzt, vorerst noch bis zum 1. April Zeit haben, das sinkende Schiff Hertha wieder in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren.
Durchhalteparolen von Götz
"Wir haben im Moment komplett die Seuche", befand Götz nach dem 1:2 am vergangenen Sonntag in Duisburg. Die Diskussionen um seine Person lassen ihn offensichtlich kalt, die Zeichen der Zeit hat aber auch Götz erkannt.
"Ich denke, dass die Mannschaft nach wie vor gut mitzieht und ich sie auch erreiche. Ich habe eine sehr starke Bindung zum Verein. Jeder kann sehen, wie ich arbeite. Aber am Ende weiß ich auch, dass nur Erfolge uns weiter bringen", sagte Götz.
Fan-Lager gespalten
Doch wer ist nun Schuld an der Misere bei den Hauptstädtern?
Bei den Fans ist das Lager gespalten. Während die einen den Trainer als Hauptschuldigen ausgemacht haben, machen andere Manager Dieter Hoeneß verantwortlich.
So sei Götz eigentlich nur "der Handlanger" von Hoeneß, der ihm "einen Fehleinkauf nach dem anderen vorsetzt", ist im Forum auf der Vereinsseite von Hertha BSC Berlin zu lesen. Aber schließlich sei Götz als Trainer "für die Motivation und den Teamgeist" zuständig. Und da habe er schlicht und ergreifend "versagt".
Götz und Hoeneß weiter einig
Die beiden Protagonisten sind sich wohl noch einig und diskutierten eifrig auf dem Rückflug aus Duisburg. Von einem möglichen Rücktritt war aber wohl nicht die Rede.
"Das bleibt intern. Wir reden täglich, mein Job war kein Thema", sagte Götz.
Ein faires Duell
In den Gazetten in der Hauptstadt kursieren aber schon erste Namen von potenziellen Nachfolgern. Lienen, Rangnick, Fach heißen die üblichen Verdächtigen.
Götz hat jetzt das Glück, vor einer vermeintlich leichten Aufgabe zu stehen. Denn am Samstag ist der seit 18 Spielen sieglose 1. FC Köln zu Gast. Ein Treffen auf Augenhöhe, wenn man so will.
Deshalb fordert Hoeneß endlich ein Ende der sportlichen Talfahrt. "Wir haben in Duisburg wieder eine große Chance nicht genutzt - wir müssen jetzt gegen Köln gewinnen", erklärte Hoeneß.
Michael Reis
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