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Das frühere Gefängnis wird zum Hotel „Alcatraz"
98 Zimmer geplant - 36 Zellen bleiben erhalten
In die frühere Justizvollzugsanstalt an der Lauterstraße kommt ein Hotel. Es wird in Anlehnung an die Zuchthausinsel in der Bucht von San Francisco „Alcatraz" heißen. Der Gefängnischarakter soll erhalten bleiben. Der Umbau läuft schon, bis zur WM im Juni soll der erste Bauabschnitt fertig sein.
Michael Koll und Andreas Kirsch sind die Bauherren des Alcatraz-Hotels am Japanischen Garten. Koll ist als Aufsichtsratsmitglied des FCK bekannt, Kirsch war vor Jahren Sprecher der Oppositionsgruppe „Unser FCK". Die beiden Lauterer Juristen haben das Gebäude vom Land gekauft, bauen das Hotel und übergeben es schlüsselfertig an eine Betreibergesellschaft. Deren Geschäftsführer ist Uwe Thieme, der seit 30 Jahren in der Hotelbranche tätig ist und viele Hotels in Deutschland geführt hat.
Das Hotel wird in zwei Phasen errichtet, pro Bauabschnitt fallen laut Koll Kosten zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro an. 80 Parkplätze stünden zur Verfügung. Das Haus wird sich im Drei- bis Viersternebereich bewegen und 98 Zimmer haben. Es wird aber auch günstigere Zimmer geben, 36 Gefängniszellen bleiben als „Zellenzimmer" erhalten. Sie werden auf allen Etagen originalgetreu hergerichtet, bekommen echte Gefängnisbetten, ein Waschbecken und eine Toilette, die Gitter vor den Fenstern bleiben. Duschmöglichkeiten gibt es in Waschräumen.
Die Zellenbetten aus Stahl sollen laut Kirsch in einer Justizvollzugsanstalt hergestellt werden. „Wir wollen bewusst den ehemaligen Gefängnischarakter erhalten, ohne dass es zu Serviceeinschränkungen kommt", betonte Kirsch. Die Übernachtung in einem Zellenzimmer werde mit Frühstück rund 35 Euro kosten.
Bis zur WM soll der westliche Teil des früheren Gefängnisses umgebaut werden. Dabei entstehen 56 Zimmer, eine Bar, die „Hinter Gittern" heißen wird, und das Restaurant „Al Capone". Geplant sind laut Koll auch ein großer Tagungs- und ein Wellnessbereich. Im zweiten Bauabschnitt sollten dann nochmals 40 suitenartige Hotelzimmer entstehen, diese Arbeiten begännen im nächsten Jahr.
Koll erklärte weiter, man wolle so viel Bausubstanz wie möglich erhalten. Die Gefängnismauern blieben stehen, sie seien auch ein hervorragender Lärmschutz. Die Gefängniskapelle unter dem Dach solle zum Tagungsraum werden, die Bar „Hinter Gittern" komme in den ehemaligen Warteraum, die Rezeption in die ursprüngliche „Pförtnerloge". Zum Japanischen Garten hin gebe es eine Terrasse mit Liegestühlen und Bar.
Koll betonte, er habe lange an dem Projekt gearbeitet. Das Scheitern der Pfalzarena sei ein großer Rückschlag gewesen. Aus Sicht der Hotelbranche sei zu wünschen, dass die Arena in anderer Form oder an einem anderen Standort doch noch gebaut wird.
Nach den Worten von Thieme will sich das Hotel eindeutig von der Masse abheben. In Deutschland gebe es zurzeit nichts Vergleichbares. Anvisiert würden besonders auch amerikanische Übernachtungsgäste. Laut Thieme sind manche Wände über einen Meter dick, da werde es mit Funk oder W-Lan schwierig.
Laut Kirsch wurde Kontakt mit dem Direktor des Nationalparks Alcatraz aufgenommen, das Hotel bekomme von der ehemaligen Zuchthausinsel „sensationelle Unterlagen zur Dekoration"; etwa Schließmechanismen für Gefängnistüren oder die Verhaftungsakten von Al Capone.
Oberbürgermeister Bernhard Deubig sprach von einem Superprojekt, das Leben in die City bringen werde. Es decke den fehlenden Bedarf an Hotels in der Innenstadt und sei eine gute Verbindung zwischen den Behördengebäuden an der Lauterstraße und dem Japanischen Garten. Deubig betonte, nach dem Ausbau des Flugplatzes Ramstein rechne man dort täglich mit 1000 Übernachtungsgästen, das bringe auch größere Kontingente für Kaiserslautern. (dür) Kommentar
REDZIMH / REDZIMH
Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ