Dr.BETZE
Well-Known Member
stand ja schon seit längerem im ofForum aber auch hier sollte das einen fred wert sein.
finds klasse, dass sich die rollis jetzt zusammen tun und nen fc gegründet haben.
wäre doch mal klasse, wenn die spieler nach nem heimspiel direkt mit den rollis abklatschen,
die nehmen auch ziemlich viele mühen auf sich, um die spiele zu besuchen.
hier nochmal der heutige bericht aus dem lokateil der rp:
finds klasse, dass sich die rollis jetzt zusammen tun und nen fc gegründet haben.
wäre doch mal klasse, wenn die spieler nach nem heimspiel direkt mit den rollis abklatschen,
die nehmen auch ziemlich viele mühen auf sich, um die spiele zu besuchen.
hier nochmal der heutige bericht aus dem lokateil der rp:
„Wir wollten raus aus der Grauzone"
LANDSTUHL: Behinderte FCK-Anhänger gründen den Fanklub „Handicap-Devils"
Von unserem Mitarbeiter
Peter Knick
In der großen Fanfamilie des 1. FC Kaiserslautern haben die Rollstuhlfahrer seit jeher einen festen Platz. Umso erstaunlicher war es, dass die „Roten Teufel" im Gegensatz zu anderen Erst- und Zweitliga-Fußballklubs bisher keinen eigenen Behinderten-Fanklub hatten. Dies gehört nun aber der Vergangenheit an. Behinderte Anhänger des 1. FCK haben in Landstuhl den Fanklub „Handicap-Devils" gegründet.
„Wir waren da und doch nicht da." So beschreibt Carsten Ratka die Situation der behinderten FCK-Fans vor der Klubgründung. Dass diese Anhänger nun aus der Grauzone herausgetreten sind und sich mit einem eigenen Gesicht präsentieren, geht auf seine Initiative zurück. Der 29-Jährige - er ist Rollstuhlfahrer und seit seiner frühesten Jugend leidenschaftlicher Anhänger der Betzenberger - hatte zusammen mit dem Behindertenbetreuer des 1. FCK, Nino Giagliano, die Idee, den Klub ins Leben zu rufen.
Am 31. Mai wurde die Idee in die Tat umgesetzt. In einem Raum der Westpfalz-Werkstätten Landstuhl versammelten sich insgesamt 28 Behinderte und Nicht-Behinderte und gründeten den Fanklub „Handicap-Devils"; dabei wurde Ratka mit überwältigender Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Zu seinem Stellvertreter bestimmten die Gründungsmitglieder Alfred Knorr. Und die Funktion des Schriftführers hat Gerald Schneider inne.
Seine Aufgabe und die des Klubs sieht der Chef der „Handicap-Devils" darin, auf die Probleme und Sorgen der behinderten Fußballfans aufmerksam zu machen. Die Behinderten haben jetzt im Konzert der FCK-Fanklubs eine eigene Stimme; sie können für sich selbst sprechen. Dies sei in der Vergangenheit nicht möglich gewesen, sagt Ratka und betont dabei, dass der Fanklub „Handicap-Devils" nicht nur Behinderten offen stehe, sondern dass auch jeder Nicht-Behinderte willkommen sei.
Konkrete Wünsche in Richtung FCK artikuliert der Vorsitzende nicht und bescheinigt dem Lauterer Traditionsverein, dass er sich sehr für die Behinderten engagiere. Dies gilt auch für den FCK-Fanklub „Fairplay", der sich den Handicap-Devils verbunden fühlt und diese tatkräftig unterstützen will. Beide Klubs vereinbarten eine „konstruktive Zusammenarbeit".
Zwischen 85 und 110 Rollstuhlfahrer, sagt der Vorsitzende Ratka, seien es in der Regel, die im unteren Bereich der Südtribüne die Heimspiele der „Roten Teufel" verfolgen. Bei Schlagerspielen könne es sehr eng werden. So habe, erzählt Ratka, beim Derby gegen den FSV Mainz 05 solch ein Gedränge im Rollstuhlfahrertrakt des Fritz-Walter-Stadions geherrscht, „dass kein Blatt mehr zwischen die Reifen passte".
Trotzdem ist er immer mit dabei, besitzt seit Ende der 80er Jahre in jeder Saison eine Dauerkarte. Für den seit seiner Geburt Querschnittsgelähmten, der zusammen mit seiner Mutter in Steinwenden lebt und in den Westpfalz-Werkstätten in einer Montagegruppe arbeitet, ist der 1. FC Kaiserslautern „ein Quell der Lebensfreude". Ratkas Augen leuchten, wenn er von den großen Spielen des Fritz-Walter-Klubs erzählt. Er war selbst als Zuschauer beim legendären Sieg der Lauterer 1991 in Köln dabei und bejubelte den Gewinn der Meisterschaft. Eine besondere Freude war es für ihn, als er vor einiger Zeit die 91er-Meistermannschaft bei einem Benefizspiel in Landstuhl wieder sehen konnte (wir berichteten).
Dass die Lauterer aus der Ersten Bundesliga abgestiegen sind und in der vergangenen Saison den Aufstieg verfehlten, tut Ratka weh. Er hofft auf bessere Zeiten für seinen FCK. Und er wünscht sich, dass die Spieler bei den Heimspielen noch mehr den Kontakt zu den Behinderten suchen. „Dafür will er ich mich als Vorsitzender der ,Handicap-Devils" einsetzen."
Info
Auf der Internetseite des Fanclubs „Fairplay" unter www.fck-fanclub-fairplay.de gibt es Informationen über die „Handicap-Devils".
DREWITC
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.155
Datum: Samstag, den 07. Juli 2007
Seite: Nr.22