Handball
Gummersbach steht für den Aufschwung in Deutschland
Vor sieben Jahren war der VfL schon totgesagt worden. Nur ein Gnadengesuch beim Deutschen Handballbund verhinderte den Zwangsabstieg des hoch verschuldeten Rekordmeisters, der am Sonntag gegen Valladolid vor dem Einzug ins Halbfinale der Champions League steht.
Angriff auf Europas Thron: Der Franzose Narcisse trifft im Hinspiel in Valladolid
Die Sticheleien mit dem Trainer haben sich in Gummersbach längst zum Dauerspaß entwickelt. Jedenfalls hat Aufsichtsratschef Hans-Peter Krämer einigen Gefallen daran gefunden, seinen isländischen Trainer Alfred Gislason in schöner Regelmäßigkeit ob dessen Herkunft zu piesacken. „Ich sage, Alfred, ich kann das nicht begreifen: Ihr habt auf eurer Insel 280¿.000 Einwohner, darunter nur 120.000 Männer. Davon sind die Hälfte Greise und kleine Kinder, die können kein Handball spielen“, erzählt Krämer. „Bleiben also noch 60.¿000, davon sind aber zwei Drittel Alkoholiker. Und dann frage ich Alfred, wie es sein kann, dass es trotzdem so viele gute isländische Handballer gibt. Er sagt mir dann, Hans-Peter, du machst einen Riesenfehler in deinen Überlegungen: Die besten Handballer sind die Alkoholiker.“
Nun soll sich keiner sorgen, dass es ungezügelt zugehen könnte beim berühmtesten Handballverein der Welt aus dem Oberbergischen, fügt Krämer schnell an. Dabei wären derlei Befürchtungen angebracht, schließlich stammt nicht nur der Trainer des VfL Gummersbach aus Island, sondern auch die drei Spieler Gudjon Valur Sigurdsson, Robert Gunnarsson und Sverri Jakobsson. „Alles super Jungs“, wie Krämer sagt. Und alles kleine Mosaiksteinchen im passenden System des Traditionsklubs, der sich mit isländischer Hilfe aufmacht, an große Zeiten anzuknüpfen. Wenn der VfL Sonntag im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen CBM Valladolid gewinnt (18.00 Uhr, Eurosport live, Hinspiel 36:36), würde der Verein in die Vorschlussrunde des bedeutendsten Pokalwettbewerbs einziehen. Es wäre der größte Erfolg für Gummersbach seit dem Gewinn der gesamtdeutschen Meisterschaft 1991 und der vorläufige Höhepunkt einer beeindruckenden
Vor sieben Jahren war der VfL schon totgesagt worden. Nur ein Gnadengesuch beim Deutschen Handballbund verhinderte den Zwangsabstieg des hoch verschuldeten Rekordmeisters. Das Einzige, das zu jenem Zeitpunkt noch groß war, war die Pokalvitrine, in der 27 Trophäen lagerten. „Für die Geschichte“, stellte Krämer schnell fest, „kann man sich nichts kaufen.“
...
http://www.welt.de/sport/article744575/Gummersbach_steht_fuer_den_Aufschwung_in_Deutschland.htmlhttp://www.welt.de/sport/article744575/Gummersbach_steht_fuer_den_Aufschwung_in_Deutschland.html