"Wir wissen, dass der HSV eine sehr starke Mannschaft hat"
In der Rückrunde treffsicher: Boubacar Sanogo
Hamburg - Sprach man in der Hinrunde über die Top-Torjäger der Bundesliga,
wurde ein Name immer wieder genannt: Halil Altintop vom 1. FC
Kaiserslautern. Mit 14 Treffern steht der Türke aktuell auf Platz zwei der
Torjägerliste. Doch plötzlich macht ein weiterer "Roter Teufel" von sich
reden - Boubacar Sanogo. Der Angreifer der Elfenbeinküste hat sich gerade in
der Rückrunde mit seinen Toren für unverzichtbar im Abstiegskampf der
Lauterer erwiesen. Zehn Treffer stehen mittlerweile auf seinem Konto. Im
Interview mit hsv.de erläutert der neue Publikumsliebling der Pfälzer Fans
seine Wandlung zum Torjäger, spricht über sein Team und die Chancen auf
einen Auswärtssieg am Sonntag (12.03.06, ab 17.15 Uhr live im HSV-Ticker) in
der AOL Arena.
hsv.de: Herr Sanogo, haben Sie eine Erklärung, warum es bei Ihnen derzeit so
hervorragend läuft?
Boubacar Sanogo: „Als ich im vergangenen Sommer zum 1. FC Kaiserslautern
gekommen bin, hatte ich anfangs ein paar Verletzungsprobleme. Aber auch
sonst braucht man in einer neuen Umgebung sicherlich eine gewisse Zeit zur
Eingewöhnung.“
Gab es für Sie in Schlüsselerlebnis, eine Initialzündung?
Boubacar Sanogo: „Nein, eigentlich nicht. Aber mit jedem Erfolgserlebnis
bekommt man auch mehr Selbstvertrauen. Das gilt für einen einzelnen Spieler
ebenso wie für die gesamte Mannschaft. Natürlich bin ich froh, mit meinen
Toren dazu beigetragen zu haben, dass sich die Situation des 1. FC
Kaiserslautern in den vergangenen Wochen verbessert hat. Das ist aber ein
Verdienst der gesamten Mannschaft.“´
Hat sich Ihr Nationalcoach der Elfenbeinküste mittlerweile bei Ihnen
gemeldet?
Boubacar Sanogo: „Nein. In der Vergangenheit habe ich zwei Mal zum Aufgebot
der Nationalmannschaft gehört, aber noch kein Länderspiel bestritten.”
Haben Sie die Weltmeisterschaft bereits abgehakt, oder haben Sie noch
Hoffnung?
Boubacar Sanogo: „Natürlich wäre es eine tolle Sache, an einer
Weltmeisterschaft teilzunehmen. Und dann auch noch in dem Land, in dem man
auch sonst Fußball spielt.“
Warum wird der FCK Ihrer Meinung nach die Klasse halten können?
Boubacar Sanogo: „Wir hoffen auf den Klassenerhalt, weil wir uns besser
präsentieren als in der Hinrunde. Aber wir sind uns auch bewusst darüber,
dass bis zu diesem Ziel noch ein harter Weg vor uns liegt.“
Hat der Last-Minute-Ausgleich gegen den VfB Stuttgart tiefe Wunden in Ihrem
Team hinterlassen?
Boubacar Sanogo: „Natürlich waren wir an diesem Abend sehr enttäuscht, dass
wir noch zwei Punkte verloren haben. Wir müssen für unser Ziel aber Punkt
für Punkt sammeln. Und einen Punkt haben wir auch gegen Stuttgart wieder
geholt. Das hätte uns vor ein paar Wochen vielleicht niemand zugetraut.“
Der FCK ist seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagen, nachdem Sie und Ihr
Team lange Zeit als sicherer Absteiger gehandelt wurden. Gibt es für diesen
Aufschwung eine Erklärung?
Boubacar Sanogo: „Im Winter haben wir uns gut auf den zweiten Teil der
Saison vorbereitet; übrigens zusammen mit dem HSV in La Manga in Spanien.
Wir haben uns auch von Rückschlägen nicht mehr so beeinflussen lassen, sind
in den wichtigen Spielen in Duisburg und gegen Köln nach Rückständen wieder
zurückgekommen, was für die Moral sehr wichtig war.“
Sein letztes Heimspiel hat der HSV mit 0:2 gegen den VfB Stuttgart verloren.
Wie will der 1. FC Kaiserslautern auftreten, um ebenfalls die Punkte aus der
AOL Arena zu entführen?
Boubacar Sanogo: „Wir wissen, dass der HSV eine sehr starke Mannschaft hat
und nach dem Sieg in München sicherlich auch neues Selbstvertrauen besitzt.
In Hamburg sind wir klarer Außenseiter, aber mit dieser Rolle sind wir
zuletzt ganz gut zurecht gekommen.“
Mit Guy Demel spielt ein Landsmann von Ihnen beim HSV. Kennen Sie sich?
Boubacar Sanogo: „Bisher nur durch das Zusammentreffen in der Hinrunde. Im
Trainingslager in Spanien war er durch den Afrika-Cup ja leider nicht
dabei.“
Bislang haben Sie 10 Tore auf Ihrem Konto. Welche Zahl haben Sie sich bis
zum Saisonende als Ziel gesetzt?
Boubacar Sanogo: „Festlegen auf eine Zahl möchte ich mich da nicht. Als
Stürmer will man in jedem Spiel Tore erzielen. Mal sehen, was am Saisonende
herauskommt. Viel wichtiger ist aber, dass wir mit dem 1. FC Kaiserslautern
den Klassenerhalt schaffen.“
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