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"Fußball-Nutten"

Hallo Leute! Es ist wieder einmal Winterpause und damit auch Transferzeit. In der Vergangenheit wurden aus Leistungsgründen erwünschte, befürchtete mögliche und enttäuschenderweise realisierte Abgänge häufig von ziemlich harten Aussagen begleitet. Zu diesem Thema möchte ich an dieser Stelle einen dazu passenden Artikel von Arnd Zeigler mit dem Titel "Fußball-Nutten" wiedergeben.



(...) Manche Fußballvereine bekommen in diesen Tagen erschütternd viel Geld dafür, dass ihre besten Spieler zu einem anderen Verein wechseln. Manche Vereine bekommen auch Geld für nicht so gute Spieler, weil dümmere andere Vereine nicht wissen, dass die Spieler gar nicht so gut sind wie sie denken. Bis hier ist alles okay. Eine kaufmännische Angelegenheit, Marktsituation, Angebot, Nachfrage, blabla. (...) Emotionaler wird es dann, wenn die Fans ins Spiel kommen. Die wollen nämlich in der Regel nicht, dass gute Fußballer ihren Lieblingsverein verlassen. Auch, wenn der Verein genug Geld bekommt, [das er] braucht, um damit wieder andere Vereine zu plündern. (...)

Fußballfans wollen, dass die Spieler aus purer Liebe zum Verein auf ewig treu bleiben, notfalls auch für wenig Geld. Von weltgewandten Fußball-Könnern wird indirekt erwartet, dass sie für immer in Bremen oder Stuttgart oder Leverkusen bleiben, weil dort das Wetter schöner ist als anderswo, weil die Vereinsfarben kleidsamer sind oder die Trikots so flauschig, die Fans liebenswerter und die sportlichen Perspektiven unübertroffen. Fußballfans verdrängen aber dabei oft, dass objektiv betrachtet das Wetter immer irgendwo noch schöner ist, die Trikots flauschiger und die Fans anderswo auch manchmal ganz nett sind, selbst in Gelsenkirchen oder München. Fans wollen subjektiv sein, Profis planen ihre Karriere meistens nach eher objektiven Kriterien.

Fans mahnen bei ihren Lieblingsspielern deshalb eine Treue an, die nicht funktionieren kann. Eine Treue, die genau genommen ein Luftschloss ist, denn die Fans selbst sind den Spielern ja auch nur treu, so lange sie brav sind und nicht den Verein wechseln. Fußballfans wollen ihre Lieblinge notfalls bepöbeln dürfen, wenn sie schlecht spielen, meistens mit dem Argument "Ich bezahle ja Eintritt, also darf ich auch maulen!". Sie verlangen also einen Gegenwert für ihr Geld, aber sie wollen nicht, dass der Spieler den Gegenwert auch nur des Geldes wegen liefert. Oder anders: Fans verhalten sich wie Freier, die sich für ihr Geld das Wohlverhalten ihres Spielers kaufen können. Sie wollen aber nicht, dass der Spieler sich andersrum wie eine Nutte benimmt.

Ebenso wollen Fans (...) nicht, dass ein reicherer Verein kommt, um ihnen die kickenden Lieblinge mit viel Geld abspenstig zu machen. Wenn es aber doch passiert, dann fordert man unausgesprochen, aber ultimativ von seinem Lieblingsclub, dass der doch bitteschön mit dem eingenommenen Geld sofort auf Beutezug bei den nächstärmeren Clubs gehen soll, um in deren Kader herumzumeucheln.

Vielleicht einigt man sich am besten auf eine Grundformel: Fans sind bei der Heldenverehrung nicht allzu romantisch verklärt und akzeptieren teure Einkäufe nur, wenn sie auch teure Verkäufe schmerzfrei schlucken können. Im Gegenzug verkneift sich der Star das Küssen des Vereinsemblems, wenn er in Wirklichkeit "notfalls zu Fuß nach München gehen würde" (...). Wer von den Fans geliebt werden möchte, sollte freilich den Verein nicht ausschließlich als Arbeitgeber sehen, sondern ein Mindestmaß an Identifikation mitbringen, damit der Fan wenigstens die Illusion haben kann, dass der Spieler nicht beim aller ersten nervösen Zucken der Bayern den Umzugswagen bestellt.
 
Kann den Typen nicht ab, auch wenn seine Show manchmal ganz witzig ist. Aber als Stadionsprecher ist er mit das arroganteste was ich kenne.
 
quelle?



Zum Thema kann ich nur sagen, das ich da 100% zustimme. Sind schließlich auch nur normale Menschen.. wobei imho der zusätzliche Nutzen von jedem zusätzlichen € ab einer bestimmten Grenze sinkt und bei mir persönlich dann andere Faktoren eine größere Rolle spielen (Freizeit, Familie, Arbeitsklima etc). Aber das muss jeder für sich entscheiden.
 
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