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Frage zu Arbeitsrecht

Klingenstädter

Well-Known Member
Ich bräuchte mal euren Rat hier.



Und zwar stecke ich derzeit in der Zwickmühle. Ich habe einen 400-Euro-Job angenommen. War dort zweimal zur Probearbeit und soll Sonntag das erste Mal regulär dort ran. Ich habe keinen Vertrag unterschrieben, weiß nichts über wesentliche Vertragsinhalte (Urlaub, Überstunden, Vergütung von Sonntagsarbeit...), habe aber nach der letzten Probearbeit zugesagt, den Job antreten zu wollen.

Habe ich damit einen mündlichen Arbeitsvertrag? Nach Google scheint die Lage sehr uneindeutig zu sein.



Ich frage deshalb, weil ich in der Zwischenzeit einen besseren Job in Aussicht habe (feste Zeiten statt Arbeitsplan am WE vor der neuen Arbeitswoche, doppelter Stundenlohn und angenehmere Tätigkeit).

Ich werde morgen Vormittag also bei dem "Altjob" anrufen und sagen, dass ich doch nicht dort arbeiten will. Ich biete an, Sonntag erneut umsonst dort zu arbeiten, weil die so kurzfristig sicher nicht umplanen können und damit sollte die Angelegenheit für mich beendet sein.





Meint ihr, dass die sich auf einen mündlichen Vertrag mit ordentlicher Kündigungsfrist berufen würden?



Dann würde ich denen noch morgen die Kündigung überreichen und mich anschließend krank melden...



Wie würdet ihr handeln? Kennt ihr solche Situationen als AG oder AN?
 
Ist ein 400-Euro-Job nicht ein Minijob (Aushilfsjob)? Ich bin kein Jurist, aber ich denke, dass du so lange nichts unterschrieben ist, auch dort nicht eingestellt bist, erst Recht, wenn du nichts über Vergütung etc weißt.



Ich habe im Juni 2011 solch einen Mini-Job angefangen. Habe allerdings keinen Vertrag an sich unterschrieben. Mir wurde der Stundenlohn gesagt und wurde dann bei Sozialversicherung angemeldet. Im September wurde mir gesagt, dass sie momentan keine Aushilfen bräuchten und sie sich dann wieder melden würden. Da bis November nichts kam, habe ich jetzt bei DHL angefangen. Musste dafür nicht kündigen sondern habe bei meinem alten Arbeitgeber angerufen und gesagt, dass ich nicht mehr komme, weil ich etwas anderes gefunden habe. Von dort bekam ich dann die Abmeldung der SV.



Ich weiß nicht, ob es hierbei eine Rolle spielt, dass ich Student bin. Aber Aushilfsjob ist Aushilfsjob oder nicht? Aber meine Mutter ist Rentnerin und arbeitet auch auf 400 € Basis. Auch sie hat keinen Vertrag unterschrieben sondern wurde vom Arbeitgeber auf 400€ Basis angemeldet - fertig.



BTW: Bei DHL unterschreibt man auch keinen "richtigen" Arbeitsvertrag, sondern immer dann, wenn man zum Arbeiten kommt. Ich kenne den Stundenlohn, bekomme aber nur das Geld für die Stunden, die ich dort war. Wenn ich gar nicht mehr hingehe (also keine Arbeitstermine ausmache), dann muss ich auch nicht kündigen.
 
Also Arbeitsverträge sind prinzipiell auch mündlich gültig.

Gerade wenn deine Arbeit fest eingeplant ist und nicht anderweitig vergeben werden kann, gibt es durchaus Probleme, wenn man einfach nicht kommt. Was im Einzelnen ausverhandelt ist, ist Beweisfrage, da kann der Arbeitgeber vor Gericht genau das Gegenteil behaupten - im Ergebnis kommt es dann auf die Überzeugung des Gerichts an.



Ich rate folgendes: Besprich die Situation ehrlich mit dem derzeitigen Arbeitgeber, suche eine einvernehmliche Lösung. Wenn er auf Einhaltung des Vertrages besteht, ordentlich kündigen. Sag ggf. dem neuen Arbeitgeber, dass du vertraglichen Pflichten aus einem noch bestehenden Arbeitsverhältnis zu erfüllen hast und das Arbeitsverhältnis gerne in 4 Wochen antreten möchtest. Damit wird er wahrscheinlich zufriedener sein, als wenn sich herausstellt, dass du ein "Krankfeierer" bist, der beim nächstbesten Angebot auf Verträge pfeift (nicht beleidigend, kann das schon verstehen, nur so sieht das natürlich ein Arbeitgeber!).
 
Ich rate folgendes: Besprich die Situation ehrlich mit dem derzeitigen Arbeitgeber, suche eine einvernehmliche Lösung. Wenn er auf Einhaltung des Vertrages besteht, ordentlich kündigen. Sag ggf. dem neuen Arbeitgeber, dass du vertraglichen Pflichten aus einem noch bestehenden Arbeitsverhältnis zu erfüllen hast und das Arbeitsverhältnis gerne in 4 Wochen antreten möchtest. Damit wird er wahrscheinlich zufriedener sein, als wenn sich herausstellt, dass du ein "Krankfeierer" bist, der beim nächstbesten Angebot auf Verträge pfeift (nicht beleidigend, kann das schon verstehen, nur so sieht das natürlich ein Arbeitgeber!).


Würd ich genauso machen. Mit Offenheit kommst du hier, denke ich, am ehesten voran.
 
Naja, überschneiden würde sich nichts, selbst wenn ich noch bis Mitte des Monats dort arbeiten müsste.

Allerdings habe ich auch keine Lust, mir für zwei Wochen extra Sicherheitsschuhe zuzulegen, die ich danach nicht mehr brauche...



Schwierig. Ich habe jedenfalls dort Bescheid gesagt, dass ich an einem Arbeitsverhältnis kein Interesse mehr habe, Sonntag aber auf jeden Fall da arbeiten werde und es mir am liebsten wäre, wenn das als "Probearbeit" durchginge und die Sache dann erledigt wäre. Ansonsten würde ich heute noch meine Kündigung vorbeibringen und dann halt zwei Wochen da arbeiten - oder auch nicht. Jetzt wird dort beraten, wie sie vorgehen wollen und ich warte auf den Rückruf.

Ich hoffe, dass sie auf mein Kompromissangebot eingehen. Die Arbeit ist jetzt an sich keine Herausforderung und die Einarbeitung in einer Stunde im Grunde erledigt. Also sollten sie eigentlich auf mich verzichten können ab der kommenden Woche...

Die Reaktion war jedenfalls überrascht (verständlich) und positiv hinsichtlich meiner definitiven Zusage, sie Sonntag nicht hängen zu lassen. Die erste Tendenz war aber halt, dass ich ordentlich kündigen muss - aber da sich der Rückruf hinzieht, kann es durchaus sein, dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, meine Wunschlösung anzunehmen.





@ scusi



Das von dir geschilderte Arbeitsverhältnis klingt ja auch krass. Da hat man ja gar keine Sicherheiten als Arbeitnehmer...

Mich stört halt am meisten, dass ich wohl jede Woche den Arbeitsplan verhandeln müsste und das immer erst am Wochenede vorher machen könnte. Der Stundenlohn von 6,66 EUR ist auch nicht sehr prickelnd, aber Umfeld und Kollegen sind sehr nett, weshalb ich mich auch dort beworben und zunächst zugesagt habe.

Jetzt kam halt kurzfristig die Möglichkeit rein, bei einer NRO, wo ich schon einmal war, zu arbeiten - die Arbeitszeiten sind fix, aber ich weiß auch, dass es kein Problem ist, wenn ich kurzfristig mal zur Uni muss, oder sonst etwas ist, die Bezahlung liegt bei über 10 EUR/Stunde und die Tätigkeit (Büroorganisation/Mitgliederverwaltung) wäre deutlich näher an meiner später angestrebten beruflichen Tätigkeit als das Säubern eines Parkplatzes, Entleeren der Mülleimer, Sortieren der Einkaufswagen und Einladeservice für Kunden (nichts gegen diese Tätigkeiten, bin mir auch nicht zu "fein" dafür, aber langfristig strebe ich schon anderes an).
 
@ scusi



Das von dir geschilderte Arbeitsverhältnis klingt ja auch krass. Da hat man ja gar keine Sicherheiten als Arbeitnehmer...

Mich stört halt am meisten, dass ich wohl jede Woche den Arbeitsplan verhandeln müsste und das immer erst am Wochenede vorher machen könnte. Der Stundenlohn von 6,66 EUR ist auch nicht sehr prickelnd, aber Umfeld und Kollegen sind sehr nett, weshalb ich mich auch dort beworben und zunächst zugesagt habe.

Jetzt kam halt kurzfristig die Möglichkeit rein, bei einer NRO, wo ich schon einmal war, zu arbeiten - die Arbeitszeiten sind fix, aber ich weiß auch, dass es kein Problem ist, wenn ich kurzfristig mal zur Uni muss, oder sonst etwas ist, die Bezahlung liegt bei über 10 EUR/Stunde und die Tätigkeit (Büroorganisation/Mitgliederverwaltung) wäre deutlich näher an meiner später angestrebten beruflichen Tätigkeit als das Säubern eines Parkplatzes, Entleeren der Mülleimer, Sortieren der Einkaufswagen und Einladeservice für Kunden (nichts gegen diese Tätigkeiten, bin mir auch nicht zu "fein" dafür, aber langfristig strebe ich schon anderes an).


Bei DHL nennt man uns Abrufkräfte, aber man kommt schon auf seine Stunden, denn Päckchen gibt es jeden Tag zu bearbeiten...
default_icon_wink.gif
So ähnlich scheint es ja bei dir auch so sein, dass du eben nicht weißt, wann du arbeitest. Ich werde z.B. heute angerufen und gefragt, ob ich morgen arbeiten kann. Aber auch eine "Wochenplanung" ist möglich.



Denke, dass der ehrliche Weg der sichere ist, aber gerade bei einem 400€ Job, bei dem du bisher noch keine Vertragsdetails besprochen, geschweige denn etwas unterschrieben hast, denke ich nicht, dass du diesen Job antreten musst... Sag aber mal Bescheid, wenn du es "hinter dich" gebracht hast. Würde mich auch interessieren!
 
Bei DHL nennt man uns Abrufkräfte, aber man kommt schon auf seine Stunden, denn Päckchen gibt es jeden Tag zu bearbeiten...
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So ähnlich scheint es ja bei dir auch so sein, dass du eben nicht weißt, wann du arbeitest. Ich werde z.B. heute angerufen und gefragt, ob ich morgen arbeiten kann. Aber auch eine "Wochenplanung" ist möglich.


Denke, dass der ehrliche Weg der sichere ist, aber gerade bei einem 400€ Job, bei dem du bisher noch keine Vertragsdetails besprochen, geschweige denn etwas unterschrieben hast, denke ich nicht, dass du diesen Job antreten musst... Sag aber mal Bescheid, wenn du es "hinter dich" gebracht hast. Würde mich auch interessieren!


Aber blöd, wenn man mal krank ist, oder Urlaub macht. Dafür natürlich irre flexibel und kein Stress mit Terminen. Hat wohl alles Vor- und Nachteile.





Die haben mich schon der Zentrale und der Rentenkasse (Sozialversicherungsnummer) gemeldet und vertreten den Standpunkt, dass ein mündlicher Vertrag besteht. Ich kanns auch von deren Warte aus nachvollziehen - wenn ich Spaß an sowas und zuviel Geld hätte, wäre hier ein Rechtsstreit aber sicher spannend, da ich mich auf den Standpunkt berufe, dass ich wesentliche Vertragsmerkmale nicht kenne.



Hab aber heute dem Filialleiter meine schriftliche Kündigung persönlich überreicht, werde auch nächste Woche noch hingehen. Für die Folgewoche stehen dann die Chancen gut, dass ich nicht mehr eingeplant werde. Da die Personalverantwortliche am Telefon meinte, dass ich dann zum 15.09. kündigen könnte, scheint es eine Probezeit zu geben, was mir in dem Fall entgegen kommt (sonst wären es ja vier Wochen Kündigungsfrist).



Ich gehe also weiter hin, hoffe, dass keinem meine fehlenden Sicherheitsschuhe auffallen und mir ist dann auch Wurst, was ich an Geld verdiene.



Echt ein blödes Timing. Am gleichen Tag als ich den ersten Stoß Unterlagen dort abgegeben habe (Kopie Sozialversicherungsausweis, Steueridentifikationsnummer, persönliche Angaben, Krankenkassennachweis), habe ich eine Urlaubsvertretung bei der Nichtregierungsorganisation angeboten bekommen, die ich auch jetzt die nächsten zwei Wochen ausübe (läuft steuerfrei über die Ehrenamtspauschale von 500,-). Und gestern bei der Einarbeitung kam dann das Gespräch auf die künftig offene Stelle...
 
also du hast laut deutschem arbeitsrecht mit nem 400€ job 'ne probezeit von 6 monaten und innerhalb dieser probezeit ne kündigungsfrist von 2 wochen. so wurds zumindest mir mal von meinem letzten arbeitgeber übermittelt
 
also du hast laut deutschem arbeitsrecht mit nem 400€ job 'ne probezeit von 6 monaten und innerhalb dieser probezeit ne kündigungsfrist von 2 wochen. so wurds zumindest mir mal von meinem letzten arbeitgeber übermittelt


Gut, dann passt meine heutige Kündigung zum 15.09. ja...



Danke für die Info!
 
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