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Dieser Artikel stand am heutigen Samstag,den 18.04.09, in der Saarbrücker Zeitung.
Ich habe ihn bewusst nur hier rein kopiert, damit die Fotos zensiert bleiben. Die Geschichte ist meiner Ansicht nach Traurig genug. Schade um den kleinen Helden.
*Quelle Saabrücker Zeitung*
Schwalbach-Elm. Seinen Jogginganzug vom 1. FC Kaiserslautern hat Tobias mit ins Grab genommen. Seine Mutter wollte, dass er ihn am Tage seiner Beerdigung trägt. Tobias liebte Fußball, den Betzenberg, den FCK und diesen Jogginganzug. Tobias war 15, als er starb.
Im Jahre 2001 musste Martina Heckmann aus Schwalbach-Elm ihren Sohn für immer loslassen - ein Schmerz scharf wie ein Messer. "Was es heißt, ein Kind zu verlieren, kann niemand nachempfinden, der es nicht selbst erlebt hat", sagt sie. Dass ihr Sohn früh sterben würde, mit dieser Gewissheit musste Martina Heckmann zehn Jahre lang leben.
Tobias kommt 1985 zur Welt. Er ist ein Wunschkind, scheint gesund, seine Entwicklung verläuft normal. Er lernt zwar später laufen, doch zunächst denken sich seine Eltern nichts dabei. Tobias ist fünf, als er an einer leichten Bronchitis erkrankt und seine Mutter ihn zum Arzt bringt.
"Der schaute plötzlich auf Tobias' Hand und zeigte mir ganz kleine rote Pünktchen", erinnert sich Martina Heckmann. Der darauf folgende grausame Dialog hat sich bis heute in ihr Gedächtnis gebrannt: "Das sind Einblutungen. Das könnte eine schwere Krankheit sein." "Wie schwer?", fragt sie. "Tödlich."
Tobias leidet an dem Louis-Bar-Syndrom, einer sehr seltenen, unheilbaren Erbkrankheit, die Lungenentzündungen und Krebs nach sich zieht. Dass Tobias erst mit 18 Monaten laufen gelernt hat, war bereits ein Symptom des schleichenden Syndroms. Martina Heckmann steht nach der Diagnose unter Schock, realisiert erst nach und nach, was diese für ihren Sohn und für ihr Leben bedeutet.
Die Krankheit - sie schwächt im Laufe der Jahre Tobias' Körper immer mehr und trennt ihn von seinen Altersgenossen. Während er die Kindergarten-Jahre noch ohne große körperliche Beeinträchtigungen erlebt, sitzt er an seiner Kommunion im Rollstuhl. Als er zwölf Jahre alt ist, wiegt er 19 Kilo. Er hat gerade einen ersten Tumor und eine Chemotherapie überstanden, kann deswegen kaum essen, besucht immer seltener die Schule für Körperbehinderte. Tobias wird künstlich ernährt und muss sich an manchen Tagen mehr als 20 Mal übergeben.
Doch sein Wille bleibt auch nach einem zweiten Tumor und einer dauerhaften Lungenentzündung ungebrochen: "Er war ein kleiner Held. Jeder Tag mit ihm war schön. Er hat viel gelacht und mich zum Lachen gebracht. Er hat nie geklagt, alles ertragen, obwohl er wusste, dass es irgendwann vorbei sein wird", sagt seine Mutter.
Das Irgendwann. Es war der 1. Februar 2001. An diesem Tag hört Tobias' Herz auf zu schlagen.
"Ein Teil von mir ist an diesem Tag auch gestorben", ist sich Martina Heckmann sicher. Ihre Ehe hat der Wut, Verzweiflung, den Vorwürfen und der Bitterkeit, die jahrelang mit der Hoffnung einherging, dass Tobias doch irgendwie überleben könnte, nicht standgehalten. Ihre Liebe fällt ins Leere.
"Ohne meinen neuen Partner und meine Gruppe hätte ich das nicht bewältigen können", glaubt Martina Heckmann heute. Nach Tobias' Tod sucht sie zunächst Hilfe bei einem Gesprächskreis für trauernde Eltern in Merzig, später wendet sie sich an die Selbsthilfegruppe Trauernde Eltern Saarlouis. Bis zum heutigen Tage - acht Jahre nach Tobias Tod - besucht sie regelmäßig die Treffen in Saarlouis, die Logopäde Michael Schmitz ehrenamtlich einmal im Monat organisiert. Er und seine Frau haben selbst ihren Sohn verloren - und danach, sagt Schmitz, "hatte ich plötzlich eines Morgens das Gefühl, ich muss diese Gruppe gründen". Mehr als ein Jahr lang ließ er sich zum Trauerbegleiter ausbilden, um eine professionelle Distanz zum Leid anderer wahren zu können. "Therapieren", sagt er, "kann ich nicht."
Aber Perspektiven aufzeigen und einen gemeinsamen Raum schaffen für die vielen Erinnerungen, die verlorenen gegangenen Träume und Lebensentwürfe mit den Kindern. "Denn Freunde und Bekannte von betroffenen Eltern wollen und können irgendwann von dem toten Kind nichts mehr hören", sagt Schmitz.
Dabei sei das Darüber-reden-können so wichtig. Offenbar vor allem für Frauen, denn Männer kommen so gut wie nie in die Gruppe. Martina Heckmann will sie weiterhin besuchen. Sie hat seit dem Tod von Tobias wieder in den Alltag zurückgefunden.
Ein Alltag, in dem sie Tobias nie vergessen wird, aber in dem sie auch für ihren Partner und ihren zweiten gesunden Sohn da sein will. Er heißt Marco. "Wenn du nochmal einen Sohn bekommst, dann nenn' ihn bitte Marco", hatte Tobias sie vor seinem Tod gebeten. Marco, das war der Vorname seines großen Vorbildes Marco Reich, dem früheren Spieler des 1. FC Kaiserslautern. "Er war ein kleiner Held. Jeder Tag
mit ihm
war schön."
Martina Heckmann über ihren Sohn
Anm. Sollte der Artikel von mir in falschen Thread sein, verschiebt in an richigte Stelle.
Ich habe ihn bewusst nur hier rein kopiert, damit die Fotos zensiert bleiben. Die Geschichte ist meiner Ansicht nach Traurig genug. Schade um den kleinen Helden.
*Quelle Saabrücker Zeitung*
Schwalbach-Elm. Seinen Jogginganzug vom 1. FC Kaiserslautern hat Tobias mit ins Grab genommen. Seine Mutter wollte, dass er ihn am Tage seiner Beerdigung trägt. Tobias liebte Fußball, den Betzenberg, den FCK und diesen Jogginganzug. Tobias war 15, als er starb.
Im Jahre 2001 musste Martina Heckmann aus Schwalbach-Elm ihren Sohn für immer loslassen - ein Schmerz scharf wie ein Messer. "Was es heißt, ein Kind zu verlieren, kann niemand nachempfinden, der es nicht selbst erlebt hat", sagt sie. Dass ihr Sohn früh sterben würde, mit dieser Gewissheit musste Martina Heckmann zehn Jahre lang leben.
Tobias kommt 1985 zur Welt. Er ist ein Wunschkind, scheint gesund, seine Entwicklung verläuft normal. Er lernt zwar später laufen, doch zunächst denken sich seine Eltern nichts dabei. Tobias ist fünf, als er an einer leichten Bronchitis erkrankt und seine Mutter ihn zum Arzt bringt.
"Der schaute plötzlich auf Tobias' Hand und zeigte mir ganz kleine rote Pünktchen", erinnert sich Martina Heckmann. Der darauf folgende grausame Dialog hat sich bis heute in ihr Gedächtnis gebrannt: "Das sind Einblutungen. Das könnte eine schwere Krankheit sein." "Wie schwer?", fragt sie. "Tödlich."
Tobias leidet an dem Louis-Bar-Syndrom, einer sehr seltenen, unheilbaren Erbkrankheit, die Lungenentzündungen und Krebs nach sich zieht. Dass Tobias erst mit 18 Monaten laufen gelernt hat, war bereits ein Symptom des schleichenden Syndroms. Martina Heckmann steht nach der Diagnose unter Schock, realisiert erst nach und nach, was diese für ihren Sohn und für ihr Leben bedeutet.
Die Krankheit - sie schwächt im Laufe der Jahre Tobias' Körper immer mehr und trennt ihn von seinen Altersgenossen. Während er die Kindergarten-Jahre noch ohne große körperliche Beeinträchtigungen erlebt, sitzt er an seiner Kommunion im Rollstuhl. Als er zwölf Jahre alt ist, wiegt er 19 Kilo. Er hat gerade einen ersten Tumor und eine Chemotherapie überstanden, kann deswegen kaum essen, besucht immer seltener die Schule für Körperbehinderte. Tobias wird künstlich ernährt und muss sich an manchen Tagen mehr als 20 Mal übergeben.
Doch sein Wille bleibt auch nach einem zweiten Tumor und einer dauerhaften Lungenentzündung ungebrochen: "Er war ein kleiner Held. Jeder Tag mit ihm war schön. Er hat viel gelacht und mich zum Lachen gebracht. Er hat nie geklagt, alles ertragen, obwohl er wusste, dass es irgendwann vorbei sein wird", sagt seine Mutter.
Das Irgendwann. Es war der 1. Februar 2001. An diesem Tag hört Tobias' Herz auf zu schlagen.
"Ein Teil von mir ist an diesem Tag auch gestorben", ist sich Martina Heckmann sicher. Ihre Ehe hat der Wut, Verzweiflung, den Vorwürfen und der Bitterkeit, die jahrelang mit der Hoffnung einherging, dass Tobias doch irgendwie überleben könnte, nicht standgehalten. Ihre Liebe fällt ins Leere.
"Ohne meinen neuen Partner und meine Gruppe hätte ich das nicht bewältigen können", glaubt Martina Heckmann heute. Nach Tobias' Tod sucht sie zunächst Hilfe bei einem Gesprächskreis für trauernde Eltern in Merzig, später wendet sie sich an die Selbsthilfegruppe Trauernde Eltern Saarlouis. Bis zum heutigen Tage - acht Jahre nach Tobias Tod - besucht sie regelmäßig die Treffen in Saarlouis, die Logopäde Michael Schmitz ehrenamtlich einmal im Monat organisiert. Er und seine Frau haben selbst ihren Sohn verloren - und danach, sagt Schmitz, "hatte ich plötzlich eines Morgens das Gefühl, ich muss diese Gruppe gründen". Mehr als ein Jahr lang ließ er sich zum Trauerbegleiter ausbilden, um eine professionelle Distanz zum Leid anderer wahren zu können. "Therapieren", sagt er, "kann ich nicht."
Aber Perspektiven aufzeigen und einen gemeinsamen Raum schaffen für die vielen Erinnerungen, die verlorenen gegangenen Träume und Lebensentwürfe mit den Kindern. "Denn Freunde und Bekannte von betroffenen Eltern wollen und können irgendwann von dem toten Kind nichts mehr hören", sagt Schmitz.
Dabei sei das Darüber-reden-können so wichtig. Offenbar vor allem für Frauen, denn Männer kommen so gut wie nie in die Gruppe. Martina Heckmann will sie weiterhin besuchen. Sie hat seit dem Tod von Tobias wieder in den Alltag zurückgefunden.
Ein Alltag, in dem sie Tobias nie vergessen wird, aber in dem sie auch für ihren Partner und ihren zweiten gesunden Sohn da sein will. Er heißt Marco. "Wenn du nochmal einen Sohn bekommst, dann nenn' ihn bitte Marco", hatte Tobias sie vor seinem Tod gebeten. Marco, das war der Vorname seines großen Vorbildes Marco Reich, dem früheren Spieler des 1. FC Kaiserslautern. "Er war ein kleiner Held. Jeder Tag
mit ihm
war schön."
Martina Heckmann über ihren Sohn
Anm. Sollte der Artikel von mir in falschen Thread sein, verschiebt in an richigte Stelle.