Ein Haus dank Büroklammer
Vor einem Jahr bot Kyle MacDonald im Internet eine rote Büroklammer an. Durch Tausch gegen einen jeweils etwas wertvolleren Gegenstand wollte er zu einem Haus kommen. Ein Jahr danach war es so weit. Jetzt erhielt er im kanadischen Kipling den Schlüssel zu einem Landhaus.
Ottawa - Nur vierzehn Schritte lagen zwischen der Büroklammer und dem Haus in der 1200 Einwohner zählenden Präriegemeinde bei Regina, der Hauptstadt der Prärieprovinz Saskatchewan. Dafür erhielt die Gemeinde das Recht, in einem Hollywood-Film mit dem Titel "Donna on Demand"eine Rolle zu spielen.
Die Motivation Kiplings, den seltsamen Tauschhandel einzugehen, beschrieb Bürgermeisterin Pat Jackson mit den Worten: "Wir wollen Spaß haben." Der 26 Jahre alte Kyle, der mit seiner gleichaltrigen Freundin Dominique Dupuis von der Millionenstadt Montreal nach Kipling ziehen wird, kündigte im Gespräch mit dieser Zeitung an: "Ich werde dieses Haus niemals verkaufen."
Kyle MacDonalds Geschichte erinnert an das Märchen von Hans im Glück, nur dass dieser den umgekehrten Weg ging und am Ende nichts hatte.
Der junge Montrealer Kyle war arbeitslos, als ihn eine rote Büroklammer, die auf seinem Schreibtisch lag, auf die Tauschidee brachte. Auf seiner Webiste oneredpaperclip.blogspot.com bot er die Büroklammer zum Tausch an. Er erhielt von einer jungen Frau aus Vancouver einen Füllfederhalter in Fischform, tauschte dies gegen einen Türknopf, es folgten Campingkocher, Generator, Partyausrüstung und ein Motorschlitten, dank eines Montrealer Radiosenders. Er konnte in einer Wohnung in Phoenix, Arizona, leben, und tauschte seine Errungenschaften schließlich gegen einen Nachmittag mit Alice Cooper und eine Glaskugel mit Schneegestöber von der Band KISS. Der Hollywood-Regisseur Corbin Bernsen, angeblich ein begeisterter Schneekugel-Sammler, bot ihm dafür eine Rolle in seinem Film an. Diese Rolle soll nun jemand in Kipling erhalten, das Kyle dafür das zweistöckige Landhaus schenkte.
"Alle sind so nett"
Am Mittwoch wurde der Vertrag unterzeichnet. Neben Kyle und seiner Freundin waren auch seine Eltern Colleen und Ian aus Vancouver angereist. "Es ist großartig", sagt Kyle. "Ich ziehe nicht nur in ein Haus, sondern in eine Gemeinde. Alle sind so nett." Was er in Zukunft nach der einjährigen Aktion, die ihm Talkshows rund um die Welt bescherte, machen wird, weiß er noch nicht genau. "Sicherlich ein Buch schreiben, und vielleicht in der Unterhaltungsbranche arbeiten." Kipling werde sein Domizil sein.
Für die ersten Nächte in dem leerstehenden Haus hat die Gemeinde Luftmatratzen bereitgestellt. Die Bürgermeisterin verspricht sich von dem Rummel, den Kyle auslöste, mehr Aufmerksamkeit für ihre Gemeinde und hofft, dass neben dem jungen Paar noch andere Menschen erkennen werden, dass man in der kleinen Landgemeinde 150 Kilometer östlich von Regina angenehm leben kann.
Wie viel die Stadt gezahlt hat, um das Haus zu erwerben, das sie nun Kyle und Dominique geschenkt hat, will sie nicht offenbaren. "Aber das, was wir ausgegeben haben, hat sich bereits jetzt durch die Publizität, die das Ereignis hatte, ausgezahlt", glaubt sie. Gerd Braune
http://fr-aktuell.de/_img/_cnt/_online/060714_aaw_macdonald.jpghttp://fr-aktuell.de/_img/_cnt/_online/060714_aaw_macdonald.jpg
http://fr-aktuell.de/in_und_ausland...t=927872&sid=fde5f2056b9006c7698bc225d367c70ahttp://fr-aktuell.de/in_und_ausland/panorama/panorama/?em_cnt=927872&sid=fde5f2056b9006c7698bc225d367c70a
Vor einem Jahr bot Kyle MacDonald im Internet eine rote Büroklammer an. Durch Tausch gegen einen jeweils etwas wertvolleren Gegenstand wollte er zu einem Haus kommen. Ein Jahr danach war es so weit. Jetzt erhielt er im kanadischen Kipling den Schlüssel zu einem Landhaus.
Ottawa - Nur vierzehn Schritte lagen zwischen der Büroklammer und dem Haus in der 1200 Einwohner zählenden Präriegemeinde bei Regina, der Hauptstadt der Prärieprovinz Saskatchewan. Dafür erhielt die Gemeinde das Recht, in einem Hollywood-Film mit dem Titel "Donna on Demand"eine Rolle zu spielen.
Die Motivation Kiplings, den seltsamen Tauschhandel einzugehen, beschrieb Bürgermeisterin Pat Jackson mit den Worten: "Wir wollen Spaß haben." Der 26 Jahre alte Kyle, der mit seiner gleichaltrigen Freundin Dominique Dupuis von der Millionenstadt Montreal nach Kipling ziehen wird, kündigte im Gespräch mit dieser Zeitung an: "Ich werde dieses Haus niemals verkaufen."
Kyle MacDonalds Geschichte erinnert an das Märchen von Hans im Glück, nur dass dieser den umgekehrten Weg ging und am Ende nichts hatte.
Der junge Montrealer Kyle war arbeitslos, als ihn eine rote Büroklammer, die auf seinem Schreibtisch lag, auf die Tauschidee brachte. Auf seiner Webiste oneredpaperclip.blogspot.com bot er die Büroklammer zum Tausch an. Er erhielt von einer jungen Frau aus Vancouver einen Füllfederhalter in Fischform, tauschte dies gegen einen Türknopf, es folgten Campingkocher, Generator, Partyausrüstung und ein Motorschlitten, dank eines Montrealer Radiosenders. Er konnte in einer Wohnung in Phoenix, Arizona, leben, und tauschte seine Errungenschaften schließlich gegen einen Nachmittag mit Alice Cooper und eine Glaskugel mit Schneegestöber von der Band KISS. Der Hollywood-Regisseur Corbin Bernsen, angeblich ein begeisterter Schneekugel-Sammler, bot ihm dafür eine Rolle in seinem Film an. Diese Rolle soll nun jemand in Kipling erhalten, das Kyle dafür das zweistöckige Landhaus schenkte.
"Alle sind so nett"
Am Mittwoch wurde der Vertrag unterzeichnet. Neben Kyle und seiner Freundin waren auch seine Eltern Colleen und Ian aus Vancouver angereist. "Es ist großartig", sagt Kyle. "Ich ziehe nicht nur in ein Haus, sondern in eine Gemeinde. Alle sind so nett." Was er in Zukunft nach der einjährigen Aktion, die ihm Talkshows rund um die Welt bescherte, machen wird, weiß er noch nicht genau. "Sicherlich ein Buch schreiben, und vielleicht in der Unterhaltungsbranche arbeiten." Kipling werde sein Domizil sein.
Für die ersten Nächte in dem leerstehenden Haus hat die Gemeinde Luftmatratzen bereitgestellt. Die Bürgermeisterin verspricht sich von dem Rummel, den Kyle auslöste, mehr Aufmerksamkeit für ihre Gemeinde und hofft, dass neben dem jungen Paar noch andere Menschen erkennen werden, dass man in der kleinen Landgemeinde 150 Kilometer östlich von Regina angenehm leben kann.
Wie viel die Stadt gezahlt hat, um das Haus zu erwerben, das sie nun Kyle und Dominique geschenkt hat, will sie nicht offenbaren. "Aber das, was wir ausgegeben haben, hat sich bereits jetzt durch die Publizität, die das Ereignis hatte, ausgezahlt", glaubt sie. Gerd Braune
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