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Diskussion über Atomkraft und Energiepolitik

das hab ich auch so erfahren
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am ende gabs ne diskussionsrunde. war ne ganz nette propagandaveranstaltung, aber trotzdem mit guten neuen informationen.



zum CO2 vs atom: wird man nie so genau wissen, weil man ja auch ned genau erfährt (un teilweise auch ned wissen kann) wer wirklich durch strahlung stirbt/gestorben is. siehe die beispiele obendrüber. außerdem weis man ned wie sich der verbuddelte müll so macht. aber ich würd der aussage erstmal ned widersprechen. die vermehrten naturkatastrophen werden schon einiges an menschen weg machen.

aber vor allem halt ich so ne aussage für ziemlich unseriös, weil man das aus genannten gründen gar ned wirklich abschätzen kann



edit: das zeug strahlt wahrscheinlich noch wenn wir schon gar keine kohle/öl/gas mehr zum verbrennen haben
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von daher ned abschätzbar
 
ja ih habs ja korrigiert
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habs kopiert um woanders eingefügt un vergessen zu löshen
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Abgesehen von nicht einschätzbaren Strahlungsrisiken und ungeklärter Frage der Endlagerung gibt es ja auch noch das Havarie-Risiko bzw. die Gefahr von gravierenden Störfällen, abstürzenden Flugzeugen oder Terrorangriffen auf AKWs. Wie man diese Risiken als vertretbar einstufen kann, ist mir unverständlich.
 
havarie und flugzeigabsturz halt ich für minimale risiken. die betonkuppel um den reaktor hält einen abstürzenden eurofighter aus. und nach der betonkuppel kommt nochmal ne dicke stahl'blase'. wenns zu nem technischen defekt kommen sollte fahren automatisch regelstäbe zwischen die brennstäbe un fahren den reaktor runter. das funktioniert auch bei nem kompletten ausfall, weil die sich durch die schwerkraft in die ausschalt position schieben. das is zumindest bei den neuen reaktoren so. bei den alten ned... philipsburg I is leider auch noch so ein alter.
 
Ich war vor 2 Wochen auch im AKW Biblis....

War ganz interessant, 3 Stunden Vortrag, gab sogar Getränke.



Leider durfte man (verständlicherweise) nicht in den Reaktor selbst, aber ansonsten wurde viel erzählt, was man so vielleicht gar nicht wusste.



Und ebenso wie Heyt halte auch ich die beiden Risiken für minimal. Zumal in Deutschland nur "sichere" AKWs am Netz sind, die z.B. nicht Baugleich sind mit Tschernobyl, dort konnte man durch technisches Versagen und menschliche Fehler das System zum überhitzen bringen, das geht in Deutschland wohl nicht.



Jedem, der wild an AKWs rumkritisiert bzw. der offene Fragen zu AKWs und Co. hat, sei ein Besuch empfohlen, da erfährt man alles aus erster Hand und kann auch direkt nachfragen.
 
Und ebenso wie Heyt halte auch ich die beiden Risiken für minimal. Zumal in Deutschland nur "sichere" AKWs am Netz sind, die z.B. nicht Baugleich sind mit Tschernobyl, dort konnte man durch technisches Versagen und menschliche Fehler das System zum überhitzen bringen, das geht in Deutschland wohl nicht.


Dein gnadenloses Vertrauen in eine absolut sichere Technik möchte ich haben...

Autos sind technisch anspruchsvolle Maschinen und genauso wie Flugzeuge absolut sicher. Trotzdem bleiben immer wieder jede Menge Autos liegen. Ich habe gehört, dass sogar schon Flugzeuge abgestürzt sind...
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Sicher sind deutsche AKW's nicht mit einem Tschernobyl-Reaktor vergleichbar. Aber unterm Strich bleibt auch da wieder nur die Statistik. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass bei einem Tschernobyl-Reaktor rein statistsch gesehen ein großer Störfall in 15.000 Jahren autaucht. Die ersten 15.000 Jahre waren dann wohl 1986 schon vorbei. Bei unseren AKW's liegt die Wahrscheinlichkeit dagegen im Millionenbereich. Aber auch die 1,5 Mio. Jahre können morgen schon vorbei sind. Ist halt so ein Ding mit der Statistik.



Unabhängig von der recht unwahrscheinlichen Annahme eines Super-GAUs, bleiben immer noch willkürliche Gefahrenpotenziale, also Anschläge in welcher Form auch immer.



Und schließlich haben wir ja noch das kleine Problem des Atommülls. Da hinterlassen wir unzähligen Folgegenerationen ein schönes Erbe...

Es weiß ja auch noch keiner, wo wir dieses "Geschenk" für unsere Nachfahren deponieren.



Auch der immer gerne gebrauchte Hinweis darauf, dass um uns herum ja weiterhin Kraftwerke betrieben werden, ist für mich kein wirklich stichhaltiges Argument. Dies allein schon deshalb nicht, weil genau mit dieser Argumentation jeder einen Grund hätte, seine AKW's unbegrenzt weiter laufen zu lassen. Denn es fängt ja keiner an, die Dinger abzustellen.
 
Jedem, der wild an AKWs rumkritisiert bzw. der offene Fragen zu AKWs und Co. hat, sei ein Besuch empfohlen, da erfährt man alles aus erster Hand und kann auch direkt nachfragen.


...sagte das lamm, als zur schlachtbank geführt wurde.



es ist doch klar, dass ein betreiber über akw' im allgemeinen und über sein eigenes im besonderen nichts schlechtes sagt. oder hast du schon mal erlebt, dass der bmw-verkäufer gesagt hat, der audi ist doch viel besser? ziemlich naive vorstellung, dass man bei einem besuch im akw erklärt bekommt wo die schwachstellen sind und das es keine 100%ige sicherheit gibt. jede technik ist fehleranfällig und jeder mensch macht fehler, also kann immer etwas passieren und das sage ich als ingenieur.



wie wurde denn die frage nach dem ungelösten problem mit dem atom-müll beantwortet?
 
Ich war vor 2 Wochen auch im AKW Biblis....
War ganz interessant, 3 Stunden Vortrag, gab sogar Getränke.



Leider durfte man (verständlicherweise) nicht in den Reaktor selbst


ich war drin in der kuppel
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4 meter unter uns standen die alten brennstäbe im abkühlbecken.




wie wurde denn die frage nach dem ungelösten problem mit dem atom-müll beantwortet?


bei uns gar nicht. es wurde auf tritin geschimpft, dass der die wiederaufbereitung gestoppt hat, was viel atommüll sparen würde. seh ich im übrigen auch so.

ansonsten wurde weiter über die grünen geschimpft, dass sie die gorlebenerkundug gestoppt haben. die sin in so fällen halt n guter sündenbock. die diskussionsrunde war eben, wie oben schon gesagt, ne propagandaveranstaltung. aber aws andres kann man dort nicht erwarten, war trotzdem informativ un intresant dort
 
Ich glaube niemand ist ernsthaft dafür, die Kernkraftwerke ewig zu betreiben. Kernenergie kann und darf nur eine Übergangslösung sein, bis der Energiebedarf aus erneuerbaren Energieträgern vollständig gedeckt werden kann.



Ich denke das Problem momentan ist, dass es noch keine Art der Stromerzeugung gibt, die vergleichsweise so zuverlässig und athmospären- bzw. wetterunabhängig ist, dass man sich sofort und gänzlich von der Kernenergie verabschieden könnte.



Wenn man sich die Daten beim statistischen Bundesamt ansieht



http://www.destatis.de/jetspeed/por...sserversorgung/EnergieBlick,property=file.pdfhttp://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/Produzierendes_20Gewerbe/EnergieWasserversorgung/EnergieBlick,property=file.pdf



dann fällt erfreulicherweise auf, dass die Energiegewinnung aus regenerativen Energien siginfikant gesteigert werden konnte.



Andererseits ist aber auch zu sehen, dass ein sehr zeitnaher Ausstieg aus der Atomenergie zumindest mittelfristig wieder zurück zu fossilen Brennstoffen führen würde, nämlich Braunkohle (die haben wir selbst) und vermehrt Erdgas (kommt aus Russland).

Atomstrom aus Frankreich zu kaufen wäre auch keine Lösung, da kann man den Strom gleich selbst produzieren.



Die Crux ist, dass - solange Solar- und Windenergie nicht verlässlich genug sind - die Stromerzeugung mit anderen Energieträgern ausser der Kernenergie im Produktionsprozess selbst eine schmutzige Angelegenheit ist.

Also hat man momentan die Wahl zwischen Pest und Cholera: Fossile Energieträger heizen den Treibhauseffekt an, die Kernenergie lässt den strahlenden Müll zurück.



Ich persönlich setze große Hoffnungen in die Desertec-Projekte. Da wurden in den letzten Jahren bedeutende und sichtbare Fortschritte gemacht. Das Versuchskraftwerk in Spanien kann 600.000 Haushalte versorgen und mit Universitäten im Mittelmeeraum (Nordafrika+Naher Osten) wurden gerade Kooperationsabkommen geschlossen. Wenn jetzt noch die Strom-Transportprobleme gelöst werden, kann das eine echte Alternative werden, die zudem absolut sauber ist.

Und auch für die Stromkonzerne wäre diese Art der Energieproduktion überaus attraktiv, da sie relativ wartungsarm und billig ist - die Sonne geht nie aus.



Bis es aber soweit ist, muss eine ordentliche Lösung zur Endlagerung gefunden werden. Der Müll ist da, also muss man ihn auch ordentlich unterbringen.
 
Mal was anderes. News aus Krümmel, vom KKK (so nennt Vattenfall das Ding):



„Die Art, wie der Betrieb geführt wird, wird mit mir sicher weiblicher“ ...

Sie habe bei einer Notfallsimulation auf der Übungswarte den Reaktor

binnen 30 bis 60 Minuten in einen sicheren Zustand bringen sollen. Dies

sei ihr binnen zwei Stunden nicht gelungen. Das klingt nun gar nicht

weiblich, sondern eher nach Homer Simpson.



http://www.fr-online.de/wirtschaft/...-fuer-kruemmel/-/1473634/4909342/-/index.htmlhttp://www.fr-online.de/wirtschaft/energie/kein-fuehrerschein-fuer-kruemmel/-/1473634/4909342/-/index.html
 
Mal was anderes. News aus Krümmel, vom KKK (so nennt Vattenfall das Ding):


„Die Art, wie der Betrieb geführt wird, wird mit mir sicher weiblicher“ ...

Sie habe bei einer Notfallsimulation auf der Übungswarte den Reaktor

binnen 30 bis 60 Minuten in einen sicheren Zustand bringen sollen. Dies

sei ihr binnen zwei Stunden nicht gelungen. Das klingt nun gar nicht

weiblich, sondern eher nach Homer Simpson.



http://www.fr-online.de/wirtschaft/...-fuer-kruemmel/-/1473634/4909342/-/index.htmlhttp://www.fr-online.de/wirtschaft/energie/kein-fuehrerschein-fuer-kruemmel/-/1473634/4909342/-/index.html


Für Vattenfall ist das natürlich haarsträubend - zurecht.

Positiv daran ist aber, dass die Atomaufsicht offenbar gut funktioniert und niemand unfähiges auf eine solch sensible Position gesetzt werden kann. Das ist zumindest ein Faktor, der in diesem Zusammenhang auch irgendwo beruhigend ist.
 
Jedem, der wild an AKWs rumkritisiert bzw. der offene Fragen zu AKWs und Co. hat, sei ein Besuch empfohlen, da erfährt man alles aus erster Hand und kann auch direkt nachfragen.


Ich war in Phillipsburg und im alten Kernforschungszentrum in Karlsruhe.



Logischerweise hört man auf solchen Veranstaltungen nur positives. Die negativen Dinge werden einem nicht erzählt.



Nur ein Beispiel: Die Karlsruher "Atomsuppe" deren Entsorgung am Ende Milliarden Euro kosten wird (beim Besuch damals wurde das mit keinem Wort erwähnt):



http://www.3sat.de/page/?source=/nano/astuecke/73170/index.html
 
Also ich kann mich über eine scheinbar funktionierende Aufsicht und über die Beteuerungen, dass unsere AKW's so extremst sicher sind weder freuen, noch beruhigt mich das sonderlich. Es kommt mir immer ein bisschen so vor, wie diese heute lächerlich anmutenden Filmchen aus den USA, die Anfang der 60er der Bevölkerung erklärten, wie harmlos ein Atomkrieg ist. Bei Atomblitz mal kurz unterm Küchentisch abtauchen und wenn sich der Rauch verzogen hat, weitermachen.



Ich glaube auch nicht daran, das wirklich alles getan wird, um die Dinger einigermaßen sicher zu betreiben. Denn letztlich geht es auch hier ums liebe Geld. Da wird dann vielleicht alles getan, was wirtschaftlich vertretbar ist, um das Risiko zu minimieren. Allerdings gibt es keine absolute Sicherheit, ob nun alles oder nur fas alles getan wird.



Der durch rot-grün beschlossene Atomausstieg war eine Maßnahme, die dieses Thema wenigstens in der Gesellschaft befriedet hat. Der jetzt beschlossene Ausstieg vom Ausstieg reisst diese Gräben gerade wieder auf. Vollkommen unnötig meiner Meinung nach. Daran ändert auch nichts, dass man nicht von jetzt auf gleich aus dieser Technik aussteigen kann. Das sollte jedem vernünftig denkenden Menschen bewusst sein. Aber man sollte wenigstens alles daran setzen, so früh wie möglich auszusteigen. Dies insbesondere auch im Hinblick auf den Atommüll, der zwangsläufig produziert wird, aber von dem niemand weiß, wo er schlussendlich gelagert werden soll.
 
Was mir immer wieder sauer aufstößt, ist, dass sich die politischen Entscheidungsträger aus den Diskussionen weitestgehend raushalten. Klar betonen die Grünen immer wieder (zu Recht!) dass der status quo Müll sei - das ist schon mehr, als von den meisten Vertretern anderer Parteien (Ausnahmen wie teilweise Röttgen, die aber von Partei"freunden" relativ schnell untergebuttert werden einmal ausgenommen) - allerdings hört man so gut wie keine probaten Lösungsansätze, bei denen man nicht sofort auf logische Widersprüchlichkeiten stößt. Das die entsprechenden Industrievertreter (anscheinend) mehr politischen Einfluss besitzen als die Politiker selber ist dann nur die Krönung.



Ich persönlich habe keine große Angst vor einem Unfall - bin allerdings fassungslos, dass selbst nach Jahrzehnten praktizierter Atomindustrie eine Lösung des dringlichsten Problems nicht einmal in Sichtweite ist: Wohin mit den (teilweise noch jahrhundertelang) strahlenden Abfällen???
 
Was mir immer wieder sauer aufstößt, ist, dass sich die politischen Entscheidungsträger aus den Diskussionen weitestgehend raushalten. Klar betonen die Grünen immer wieder (zu Recht!) dass der status quo Müll sei - das ist schon mehr, als von den meisten Vertretern anderer Parteien (Ausnahmen wie teilweise Röttgen, die aber von Partei"freunden" relativ schnell untergebuttert werden einmal ausgenommen) - allerdings hört man so gut wie keine probaten Lösungsansätze, bei denen man nicht sofort auf logische Widersprüchlichkeiten stößt. Das die entsprechenden Industrievertreter (anscheinend) mehr politischen Einfluss besitzen als die Politiker selber ist dann nur die Krönung.


Ich persönlich habe keine große Angst vor einem Unfall - bin allerdings fassungslos, dass selbst nach Jahrzehnten praktizierter Atomindustrie eine Lösung des dringlichsten Problems nicht einmal in Sichtweite ist: Wohin mit den (teilweise noch jahrhundertelang) strahlenden Abfällen???


Ersetze das Jahrhunderte durch Jahrtausende... klar wirds irgendwann weniger gefährlich, aber das Zeug braucht schon ne weile um abzukühlen...

Und wie schon vorher erwähnt wird die Förderung von Uran komplett aus dem Spiel gelassen... dadurch werden teilweise riesige Gebiete verstrahlt, was ich auch nicht unbedingt mitverantworten wollte...
 
<span>Doppelt so viel radioaktive Flüssigkeit in der Asse wie bislang bekannt</span>



Neue Hiobsbotschaft aus dem maroden Atommülllager Asse: Innerhalb nur eines Jahres hat sich die radioaktive Flüssigkeit in dem früheren Salzbergwerk verdoppelt. AKW-Gegner fürchten jetzt, dass sie die eingelagerten Fässer angreift - und diese Löcher bekommen.



Mehr...(spon)





Wenn dieser drecks Müll nicht wäre, wäre Atomkraft wohl die eierlegende Wollmilchsau, aber so...
 
Der Castor war duch, bevor die im Radio gesagt haben, das er durch kommen würde....
 
Castor-Transport nach Lubmin Nächtliche Reise fast ohne Zwischenfälle





Auf seiner Fahrt vom französischen Cadarache ins atomare Zwischenlager Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern hat der Castor-Transport am frühen Morgen einen halbstündigen Zwischenstopp in Halle eingelegt. Bundespolizei und Polizeidirektion Sachsen-Anhalt-Süd sprachen von einem technischen Defekt an einer Weiche. Es habe keine Störungen von Demonstranten gegeben.

Zuvor war der Transport trotz vereinzelter Proteste weitgehend störungsfrei durch das Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen gerollt. (...)





weiter:

http://www.tagesschau.de/inland/castorlubmin104.htmlhttp://www.tagesschau.de/inland/castorlubmin104.html





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Ohne die Diskussion um die Energie an sich neu entfachen zu wollen (Alle Argumente wurden schon ausgetauscht), ich als neutraler Zuschauer wundere mich in diesem Zusammenhang über Folgendes:



Wenn was nach Gorleben rollt, gibt es einen Riesen Menschenauflauf, Demonstrationen ohne Ende etc.

Jetzt rollen die Castoren hoch in den äußersten Nordwesten der Republik, die Polizei sichert wie üblich, von der Gegnerseite scheint aber wenig Interesse zu bestehen, den Transport aufzuhalten. Da stellen sich mir zwangsläufig folgende Fragen:





- Demonstriert man nur in Gorleben mit dieser Massivität, weil es schon bundesweit einen Bekanntheitsgrad/Wiedererkennungseffekt hat, also quasi auch auf Medienwirkung hin?





- Müsste man - wenn man in seiner Haltung konsequent ist - nicht auch bei diesem Transport genauso scharf und zahlreich protestieren? Oder ist das dieses mal nicht so der Fall, weil der Transport "nur" nach Ostdeutschland geht, dort wo keiner wohnt bzw. nahe an der polnischen Grenze, wo es eh keinen interessiert?





Ich gebe zu, diese Fragen sind etwas provokant, aber mir drängt sich schon ein wenig der Eindruck auf, dass die Sache im Wendland mittlerweile bei einigen zum guten Ton bzw. zur Popkultur gehört (--> Happening, Zeltlager, Demo-is-doch-geil), während man dann bei anderer Gelegenheit, wo der Anlass ebenso gegeben wäre, lieber zu Hause bleibt.





Mir erschließt sich das jedenfalls ganz ehrlich kognitiv nicht so ganz, den Atommüll ist Atommüll - egal in welches Lager. Vielleicht klärt mich jemand auf.
 
Gut, dass du es ansprichst, ist mir auch so aufgefallen. Neulich kam zwar ein Bericht, dass die Proteste dort im Grunde nie stark waren und man sich aufgrund der doch enormen Gorleben-Proteste 2010 jetzt auch dort mehr Aufbegehren erhofft, aber scheinbar interessiert es keinen, was da oben passiert.
 
Gut, dass du es ansprichst, ist mir auch so aufgefallen. Neulich kam zwar ein Bericht, dass die Proteste dort im Grunde nie stark waren und man sich aufgrund der doch enormen Gorleben-Proteste 2010 jetzt auch dort mehr Aufbegehren erhofft, aber scheinbar interessiert es keinen, was da oben passiert.


Das riecht ja dann doch ein bißchen nach ner Art Doppelmoral. Da erweist man dem Anliegen an sich mit Sicherheit keinen großen Dienst.

Aber mir ist das auch im Zusammenhang mit S21 aufgefallen, da kam letztens in den Tagesthemen ein Beitrag, dass die Proteste trotz Schlichtung weitergehen und es wurden Demo-Teilnehmer interviewt. Da waren dann welche, die sagten: " Ja mann, wir sind extra aus Berlin gekommen, Stuttgart is doch zurzeit die Demohauptstadt in Deutschland!" - Die Leute, die wegen der Sache zum demonstrieren gekommen sind, werden sich bedanken!
 
Das riecht ja dann doch ein bißchen nach ner Art Doppelmoral. Da erweist man dem Anliegen an sich mit Sicherheit keinen großen Dienst.
Aber mir ist das auch im Zusammenhang mit S21 aufgefallen, da kam letztens in den Tagesthemen ein Beitrag, dass die Proteste trotz Schlichtung weitergehen und es wurden Demo-Teilnehmer interviewt. Da waren dann welche, die sagten: " Ja mann, wir sind extra aus Berlin gekommen, Stuttgart is doch zurzeit die Demohauptstadt in Deutschland!" - Die Leute, die wegen der Sache zum demonstrieren gekommen sind, werden sich bedanken!


Sche*ß Erfolgsfans!
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Solche Leute erweisen denjenigen mit echtem Anliegen einen Bärendienst!
 
Nun ich denke, dass die Menschen im Wendland etwas sensibilisierter sind. Es ist ja auch durchaus so, dass ein Großteil der Proteste in Gorleben auch aus dem Umkreis und der Umgebung kommt. Beispielsweise wären da die immer recht starken Auftritte der Bauernvereinigungen genannt.

Da könnte ich mir vorstellen, dass man in Lubmin etwas weniger sensibilisiert ist, bzw. den Widerstand weniger energisch nach vorne treibt. Einerseits ist es ja so, dass Lubmin früher schon ein "Atomstandort" gewesen ist, das ehemalige Kernkraftwerk Greifswald liegt in Lubmin und das Zwischenlager grenzt direkt an das Gelände des ehemaligen Kraftwerks an. Da früher viele Menschen dort beschäftigt waren, könnte ich mir vorstellen, dass man die Sache etwas entspannter sieht.

Das Transportbehälterlager (TBL Arhaus) und das Zwischenlager Nord in Greifswald sind meines Wissens nach wie alle anderen Zwischenläger auch eben nur für eine zwischenzeitliche Lagerung vorgesehen. Das passiert ja heute schon auf den Geländen einiger Atomkraftwerke. Auch bei einer Zwischenlagerung in der Nähe eines aktiven Kraftwerks gibt es eher wenig Widerstand, was daran liegen könnte, dass die Gefahr von einem aktivem AKW als größer angesehen wird.

Bei Gorleben reden wir ja momentan auch erstmal von der Zwischenlagerung im dortigen TBL Gorleben. Gleichzeitig aber eben auch von der weiteren Erkundung des Salzstocks Gorleben als Endlagerstätte für radioaktive Abfälle. Das heißt: Im Wendland kann man nicht davon ausgehen, dass der Atommüll in einigen Jahren verschwindet, sondern er wird dort hingebracht, um ihn anschließend (nach Genehmigung durch die Ministerien) in einen als Endlager zugelassenen Salzstock einzufahren. Wenn man im Moment sieht, dass z.B. in der Asse scheinbar Oberflächenwasser mit den radioaktiven Behältern in Kontakt kommt, dann kann ich mir schon vorstellen, dass die Triebkraft deutlich höher ist, eine endgültige Einlagerung zu verhindern.



Wobei sicherlich nicht auszuschließen ist, dass einige "Berufsdemonstranten" die Transporte nach Gorleben als große Bühne missbrauchen.
 
in lubmin war ja früher mal ein akw und dessen atommüll kommt jetzt wieder zurück. den müssen sie jetzt halt zwischenlagern, genau wie alle andern akws auch. dagegen werden wohl auch die gorleben gegner nix haben. der müll geht halt dort hin zurück wo er herkam. wenn ein transport nach gorleben rollt befürchten die demonstranten wohl, dass er für immer dort bleibt und mit jedem weiteren transport der endlagerstandort verfestigt wird. ich denke das ist ein großer unterschied der sich dann auch auf die demonstrationsbereitschaft auswirkt.



wenn endlich an mehreren orten ergebnisneutral und ordentlich geforscht werden würde, hätten die, die dann immernoch demonstrieren jedes argument verloren und wären dann in meinen augen nur noch lächerliche idioten. aber so ises bisher noch ned, deshalb gesteh ich den meisten die dort sind zu da zu demonstrieren so viel sie wollen, wobei ich mir sicher bin, dass auch jetzt schon einige fragwürdige leute dabei sind. aber dass wirklich mal ergebnisneutral an verschiedenen standorten erkundet wird... ich glaub ned dran. dafür haben die ganzen politiker zu viel angst vor der nächsten wahl. irgendwem passts eh nie



edit: hätte redcity seinen post ein bischen früher abgeschickt, hätte ich mir meinen ja fast sparen können
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Ich hab mich das gestern früh auch schon gefragt. Der Transport war mir bis dahin auch total unbekannt.



Ich denke auch, dass es quasi Happening-Demonstranten gibt.



Auf der anderen Seite find ich das gar nicht so dumm oder "doppelmoralig", sich mit der ganzen Organisationsmacht und Menschenzahl auf eine Demo zu konzentrieren. Gorleben ist doch auch nur deswegen in den Medien. Man stelle sich vor, die Demonstranten würden sich auf alle Transporte quasi gleichmäßig verteilen. Das wäre niemals ein so starkes Zeichen gg die Atomkraft geworden, wie die Demo in Berlin und anschließend in Gorleben.



Zudem stellt sich auch die Frage, wie groß die Demo im Osten wäre, hätte das Zwischenlager dort die gleiche Geschichte (Schwarz-Erkundung für Endlager etc.). Würd noch immer in die Asse eingelagert, dann gäbs da sicher auch (mehr) Demo.



Ein Wort noch zu den "Happening-Demonstranten": Ich kenne einige aus meinem Freundeskreis die gg Atomkraft sind. Die sind dann 400km nach Berlin gekommen, um hier zu demonstrieren. Einer fährt auch jedes Jahr 250km nach Gorleben. Natürlich auch, weils quasi das "Rock am Ring" der Castordemos ist, aber eben auch, weil er nicht zu x Demos fahren kann und bei Gorleben am meisten "ausrichten" kann. Ich seh das mit dem Happening-Charakter also nicht als so moralisch verwerflich an. Ich seh es als Strategie, möglichst viele Leute anzulocken, jedoch denke ich, dass von den Gelegenheits-Demonstranten ("Happening-Demonstranten") (die "kriminellen" Schotterer waren ja nur ein Bruchteil aller Demonstranten) der Großteil trotzdem gegen Atomkraft ist und nicht aus purem Happening-Charakter demonstriert.



Ob die Strategie richtig ist, und es nicht vllt doch mehr Aufmerksamkeit gäbe, wenn es ein "Demo-Dauerfeuer" gäbe, darüber lässt sich natürlich trefflich streiten. (Ich fänds beispielsweise geiler, wenn jeden Sonntag 100.000 vors Kanzleramt ziehen würden
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scherz am Rande)
 
@heyt

Die Brennstäbe aus dem jetzigen Transport kommen aus dem Forschungszentrum Karlsruhe und dem Forschungsschiff Otto Hahn. Das hat also mit dem AKW Greifswald nicht so viel zu tun.
 
ok, wusst ich ned redcity. aber das is ja auch noch verständlich, dass auf hoher see und mitten im forschungszentrum kein atommüll gelagert werden sollte. solang die andern zwischenlager genug platz haben kann eigentlich keiner was sagen, da n castor hin zu fahren.
 
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