Mika,
ist doch nichts neues dabei.
Also bin ich davon ausgegangen, dass du einen Diskussionsthread öffnen wolltest.
Für einen reinen Info-Thread ohne wirkliche Info ist das etwas mau.
Aber ich finde es gut, dass du dich für die Thematik interessierst.
Vor diesem Hintergrund kann man die staatlichen Eingriffe (bei Opel beispielsweise) auch sehr kritisch sehen. Natürlich ist es eine Tragödie für jeden einzelnen Menschen, der seine Arbeit verliert, aber durch die hohen Ausgaben des Staates sinken auf der Gegenseite die Möglichkeiten, Geld für Soziales auszugeben. Dazu zählen sowohl Transferleistungen (Hartz IV), als auch Renten und sonstiges (Bildung, Erzieher im Staatsdienst, die momentan demonstrieren).
Die Neoliberale Politik der letzten rund zwei Jahrzehnte (in Deutschland von CDU und SPD mitgetragen) fordert jetzt ihren Tribut. Jahrelang wurde privatisiert und Märkte "befreit", MNC's (multi-national corporates - international tätige Konzerne) haben wirtschaftliche und politische Macht angehäuft und jede Menge Geld gescheffelt. Die Zeche zahlen die Staaten und somit die Bürger.
Meiner Ansicht nach hat die Neoliberale Theorie des Positiv-Summen-Spiels dadurch sehr viel Glaubwürdigkeit verloren und die Realistischen, Marxistischen und anderen Theorien mit der Idee des Null-Summen-Spiels gehen als Gewinner hervor.
Dazu kommt, dass der Niedergang der angelsächsischen Marktwirtschaft mit einem relativen Machtverlust der USA als Hegemon einhergeht.
In meinen Augen werden die nächsten 10 Jahre von einem globalpolitischen und -wirtschaftlichen Übergang zu einer Hegemonie Chinas und zu einer "staatlich gelenkten Marktwirtschaft" geprägt sein.
Die westlichen Staaten werden sich bemühen müssen, mit kluger Sozialpolitik die inneren Anspannungen zu lösen - diese Aufgabe fordert sehr viele Kapazitäten, die ihnen daraufhin für internationale Sicherheitspolitik fehlen, wodurch wiederrum sowieso schon überforderte Staaten (Kongo, Somalia, Afghanistan) auf sich gestellt sind... usw. usw.
Langer Rede, kurzer Sinn: Alles hängt mit allem zusammen. Soziale Missstände in Deutschland kann man nicht einfach so abstellen und momentan sehe ich bei den verantwortlichen und baldigen Regierungsparteien (v.a. CDU und FDP) keinerlei Ansätze, dies überhaupt versuchen zu wollen. Eher im Gegenteil.