du musst aber auch dort betrachten was genau diese spieler in halle an ihrer fangruppe die sich ultras nennt meint.
die meinen ganz explizit ja die pyro und die gewalt und die randal, nicht das gesinge, gruppenstruktur solidarität, ultras als soziale instanz, ultras als jugendbewegung, ultras als was weiß ich auch immer.
im grunde prangern sie in ihrem brief (zurecht) ein bestimmtes verhalten einer örtlich bestimmten gruppe an. dass dies nun unter dem namen "ultra-quatsch" läuft, ist mMn sehr unglücklich ausgedrückt, da davon auszugehen ist, dass dieser brief den kontext "halle" verlassen wird.
Es ist nicht gut gewählt, da das
erstens eine falsche betitelung ist und andere damit mit anspricht und
zweitens nicht speziell genug den kern ihres unmutes trifft, und damit andere "merkmale" in die kritik mit reinrutschen, die gar nicht gemeint sind.
Dies gibt wiederrum generell anknüpfpunkt für diejenigen, die mit ganz anderen "merkmalen" "anderer gruppen" ein problem haben, wie bei dir. Eine solche Kritik ist sicherlich legitim, aber kann sich dann nicht mehr auf diesen Vorfall und Brief beziehen und damit stützen lassen.
@s_man: geb mir n paar minuten, vlt kann ich dir was zusammensuchen, zu mehr langt meine zeit grad nicht, hab morgen prüfung
edit:
also, ich hab nicht wirklich viel zeit, deswegen beschränk ich mich nur kurz auf zitate aus dem abstract o.g. studie und ein paar eigenen worten. ist daher auch nicht vollständig!! gibts viele weitere aspekte, ist jetzt halt mal auf die schnelle, sehs mir nach.
los gehts:
Frage aus der Diskussion heraus: Was unterscheidet "Ultras" (so man eine "Grundform" annehmen könnte) und "Hools". Und was sind das für welche, die da in dem Brief angesprochen werden?
Als erstes kann man nen Unterschied in der Organisationsstruktur erkennen. Als erstes ein Beispiel das die meisten wohl am ehesten kennen: "Traditionelle" Fanclubs sind normalerweise durch Wahlen strukturiert (Vorsitzender wird von den Mitgliedern gewählt).
Hooligans stellen sich meist grob gesagt als lose Zusammenkunft dar.
Ultragruppen hingegen sind (immer nicht vergessen, dass das nur begrenzt auf alle übertragbar ist) sehr hierarchisch. Nicht durch Wahlen, sondern durch "Auszeichnung" und Eignung - wer viel macht und ne Sache gut kann, der soll das weitermachen.
Das hilft uns aber hier nicht weiter, weil man nicht weiß, wie die sich dort zusammenfinden weil ja keiner von uns diese Gruppe näher kennt nehm ich mal an.
Nächster Versuch:
Ultras sind keine Hooligans.
Dies gilt auch für den kleinen Teil der deutschen Ultrakultur, der sich offen zu Gewalt bekennt
bzw. durch Gruppenprozesse und Solidarisierungseffekte ab und zu Ausschreitungen provoziert.
Dem überwiegenden Teil der Ultras geht es nicht um das Ausleben gewaltförmiger Bedürfnisse
und der Lust an der Gewalt. Sie tragen ihren ritualisierten Kampf mit gegnerischen Fans in den
Kurven, im Internet oder bei der Anreise verbal und optisch aus. Ihnen geht es mehr um die
Provokation, die Rivalität, die Selbstdarstellung und Abgrenzung zu anderen Fan- bzw.
Ultragruppen.
Sie unterscheiden also nicht nur Hools von Ultras, sondern auch gewaltbereite und nichtgewaltbereite Ultras. Und selbst die gewaltbereiten Ultras werden von Hools unterschieden.
Ein Konkurrenzbedürfnis, so nenn ichs mal, weiß nicht mehr wie dies genannt hatten, scheint generell vorhanden (Ultras als kompetitive Bewegung - lauter sein als der Gegner, bessere Choreos, etc, was nicht bedeutet, dass dies der einzige Grund dafür ist, sondern nur, dass die Handlungen auch zu einem gewissen Teil einen kompetitiven Aspekt haben (unter vielen anderen). Haben sie aber (meiner eigenen einschätzung nach) bei vielen anderen Fans auch, siehe zum Beispiel jeden Spieltag hier den Fred über die Stimmung
). In dem Zitat wird "rituatlisierter Kampf" genannt. Das ist insofern logisch (und auf viele andere Fangruppen abseits der Ultrabetitelung übertragbar) da Fußball ein Kampfspiel ist und selbst einen ritualisierten Kampf darstellt.
Es fallen also bei dem Aspekt "Aggressivität" zur Unterscheidung von Hools und anderen diejenigen raus, die die Konkurrenzsituation nicht durch tatsächliche Gewalt ausfüllen.
Weiter gehts also in der Frage was hauende Hools von hauenden Ultras (also einer speziellen Ausprägung) unterscheidet:
Unterschiedlich sind auch die Motive zur Gewaltanwendung. Gewalt von Hooligans kann als
affektive, expressive und lustvoll betonte Form oder als Mittel zur Schaffung von positiver
Identität, Stärkung des Selbstbewusstseins interpretiert werden.
Gewalt der Ultras hingegen ist eher reaktiv und instrumentell.
Reaktive Gewalt auf staatliche Repressionen, instrumentelle Gewalt, als „Mittel zum Zweck“ zur Verteidigung des „Reviers.“ Entsprechend nehmen Hooligans und Ultras Polizei auch sehr unterschiedlich wahr und reagieren sehr unterschiedlich auf die Polizeipräsenz. Während Hooligans sich durch die Anwesenheit von Polizei, selbst im
Einsatzanzug, aufgewertet fühlen - fühlen sich Ultras hingegen schon bei der Präsenz von Polizei
bedroht, provoziert und geraten in eine aggressive Stimmung.
Also muss man bei den gewalttätigen nach ihren Motiven unterscheiden. Ist das, was die angesprochene Gruppe motiviert reaktiv instrumentell oder isses affektiv und "lustvoll" wie oben genannt?
Ohne mich dort besonders auszukennen würd ich salopp wenn, dann eher auf zweiteres Tippen.
edit2: achja, und grundsätzlich, wie bei fast allem soziologischen kram, gilt: kann so sein, muss awwer ned immer und ausnahmen bestätigen sowieso die regel un hinnerher simmer auch nur begrenzt schlauer
(shit, mutti hat essen gemacht
muss weg, seitdem ich wieder daheim bin werd ich behandelt wie ne 16jährige und brav zum gemeinsamen mittagessen zitiert.
aber vlt hilft dir das ja so schon weiter. gebe wie gesagt keine gewähr auf vollständigkeit, ist sogar ganz sicher nicht vollständig und erfasst in keinster weise beide Arten von Gruppen vollständig. das ist das, was ich auf die schnelle zusammengebracht hab. kann man gerne noch ergänzen und kommentieren. hab mich bei meiner arbeit (in dem falle leider) wenig mit hools beschäftigt, weil se nicht relevant waren sondern nur (und auch das auch nur als "nebeneffekt" mit ultras. gibt also bei nem direkten vergleich beider auftretender gruppen im soziologischen sinn sicher noch andere aspekte, das waren halt nur die aspekte die bei mir relevant waren)
edit3: großzügig, durfte ich mienen teller mitnehmen und den familientisch verlassen