Onkel_Helmut
Well-Known Member
Das hört sich alles ein bissl " theoretisch" an. Sicher braucht man kein Koks, Alk oder ähnliches um seine probleme in den Griff zu bekommen aber fakt ist, viel mehr als dir lieb sind tun es!
Du sagst, es sind Deppen, Charakterschwach etc - das mag wohl sein, aber manchmal gibt es einem, auch wenn es sich doof anhört, trost oder Kraft um in dem einen Moment weiterzukommen. Packt man den Absprung nicht ist man im Viel zitierten Arsch. Packt man ihn, ist man in der Lage einiges in seinem Leben zu meistern.
ich schätze deine Beiträge sehr, aber da bist du ein bissl naiv. Oft sind es die sensibelsten, nachdenklichsten Menschen die in depressionen, bzw ( Drogen)süchte verfallen.
Du sprichst Deisler an- ...da wäre ich mir nicht so sicher denn um die depressionen zu kicken ist doch auch das ein oder andere Mittelchen notwendig. DAS kannst du mir glauben.
Aus der Ferne, bzw. einem intakten Umfeld ist es leich mit dem Gutbürgerlichen Finger auf sogenannte " deppen" zu zeigen - aber lass mich dir sagen, sooo einfach sollte man es sich nicht machen denn es kann da echt jeden mal erwischen!
Das sehe ich etwas anders als du. Zunächst mal zu deinem Einwand, ich sei naiv:
Bei meinem Job sehe ich nahezu täglich einen ganzen Haufen Leute, die am Arsch, sprich suchtkrank und sonstwas alles sind. teilweise kann ich denen bei ihrem langsamen körperlichen Verfall zusehen. Und wieviel sie pro Tag so wegschlucken, kann ich z.B. an den leeren Flaschen sehen, die sie abgeben, und an der Scheiße, die sie nur noch labern können, hautnah miterleben. Glaub mir eins: Hätte ich jemals eine derartige Naivität besessen, hätte ich sie schon lange verloren.
Und ich glaube nicht, dass ich alle möglichen Drogen durchprobiert haben muss, um beurteilen zu können, dass sie scheiße sind. Denn was sie mit Menschen machen, sehe ich wie gesagt beinahe täglich. Von daher weiß ich sehr gut, wovon ich rede und daher fühle ich mich von dem Argument, aus einem gutbürgerlichen Käseglocken-Umfeld heraus irgendetwas zu erzählen, ohne bescheid zu wissen nicht betroffen.
Zum anderen habe ich in meinem Leben auch bisher einiges hinter mir, da ich ja auch keine 14 mehr bin. Und ohne hier ins Detail gehen zu wollen - ich war schon mehr als einmal in einer mehr als nur schwierigen Situation, in der ich auch die Wahl hatte, mich aufzurappeln oder liegen zu bleiben.
Und da sind wir genau bei dem Punkt, um den es geht: Jeder Mensch kommt irgendwann einmal in eine oder mehrere solcher Situationen. Seien es Schicksalsschläge, persönliches Scheitern oder sonstige Dinge. Es trifft jeden irgendwann und ohne Ausnahme - ganz unabhängig davon, aus welcher sozialen Schicht man kommt.
Und in einer solchen Situation ist es die Entscheidung jedes Einzelnen, was er daraus macht. Natürlich: Es ist einfacher, sich dem einfachen Weg hinzugeben und sich in irgendwelchen Drogen zu verlieren oder irgendwelchen Sekten beizutreten, weil sie einem kurzfristig eine Betäubungsperspektive geben. Schwieriger ist es, sich mit der Sache und mit sich auseinanderzusetzen. Und man kann und muss von jedem erwachsenen Menschen die grundsätzliche Bereitschaft verlangen können, sich mit seinen Problemen aktiv auseinanderzusetzen. Es sei denn, er/sie ist psychisch schwer krank, behindert oder sonstige Dinge, die man niemandem wünscht.
Lange Rede kurzer Sinn: Die Entscheidung, was man mit seinem Leben macht, liegt bei jedem Einzelnen ganz alleine, jeder ist für das, was er tut, verantwortlich.
Und wenn jemand in einer solchen Situation die Entscheidung trifft, Drogen zu nehmen, dann ist er natürlich per se noch lange kein schlechter Mensch. Aber er muss sich dann gefallen lassen, dass diese Entscheidung missbilligt und kritisiert wird, da allgemein bekannt ist, dass solch eine Entscheidung nichts nutzt, sondern einem selbst und dem direkten Umfeld nur schadet.
Daher verdienen Leute wie Göktan sicher, dass man ihnen hilft, da man niemanden einfach aufgeben darf. Aber Mitleid habe ich mit ihm nicht. Denn zu koksen war seine eigene Entscheidung, zu der ihn niemand gezwungen hat.